Sword of Honor

Der Februar stellt für die Hauptstadt Deutschlands sowie alle Filmfreunde immer einen ganz besonderen Monat dar, denn die Berlinale öffnet jedes Jahr immer wieder aufs Neue ihre Pforten. So auch die 70. Berlinale, die eine Menge Vielfalt aus aller möglicher Länder bietet. Eine Produktion aus der Türkei kann auch auf hiesiger Kinoleinwand bestaunt werden, nämlich Sword of Honor des Regisseurs Kamil Aydin. In seinem Film verbünden sich die Türken und Bogomilen gegen einen tyrannischen Herrscher.

   

15. Jahrhundert: Der serbische Herrscher Lazar (Levent Özdilek) tötet seine Mutter und seinen Bruder, um auf den Thron zu kommen. Er plant, die Türken zu vertreiben und hart gegen die ketzerischen christlichen Bogomilen vorzugehen. Eine brutale Herrschaft des Tyrannen wollen weder die Türken, noch die Bogomilen über sich ergehen lassen. Sultan Mehmet schickt mit Sungur (Emre Kivilcim) seinen besten Mann, um seine entführte Stiefmutter Mara (Ebru Özkan) hinter den feindlichen Linien zu befreien. Unterstützung bekommt er dabei durch die Bogomilin Alina (Ece Çesmioglu), die er zuvor aus der Gefangenschaft rettete …

Originaltitel Türkler Geliyor: Adaletin Kilici
Jahr 2020
Land Türkei
Genre Abenteuer, Action, Drama
Regie Kamil Aydin
Cast Sungur: Emre Kivilcim
Lazar: Levent Özdilek
Alina: Ece Çesmioglu
Mara: Ebru Özkan
Konuralp: Serdar Gökhan
Maria: Seray Kaya
Laufzeit 125 Minuten
FSK

Historisches Spektakel aus der Türkei

Sword of Honor bietet bekannten Erzählstoff, in dem es gilt, einen Tyrannen zu stürzen und Rache zu üben. Auch wenn das Drehbuch dahingehend das Rad nicht neu erfindet, weiß es von Anfang bis Ende zu unterhalten. Sungur schmiedet mit seiner Truppe einen Plan, um Lazar den Garaus zu machen. Auf seinem Weg zum Ziel ist er nicht unverwundbar und so muss er auch Verletzungen einstecken. Ebenso seine Reitertruppe, deren Mitglieder in Gefangenschaft gar ausgepeitscht werden. Eine explizite Darstellung von Gewalt zeigt sich innerhalb des Films durch das Aufschlitzen von Hälsen und anderen tiefen Verletzungen. Auch eine Enthauptung wird hier nicht angedeutet, sondern schonungslos dargestellt. Gewaltdarstellung, die ohne Zweifel zu diesem Zeitalter passt und daher einen authentischen Eindruck hinterlässt. Alle zartbesaiteten Zuschauer sollten an diesem Punkt vorgewarnt sein.

Nicht alle Figuren können glänzen

Die Persönlichkeit der Alina überzeugt von Anfang an, denn es handelt sich bei ihr einfach um keine archetypische Damsel-in-Distress. Sie kann sich wehren und kämpfen, wodurch mit ihr eine starke Frauenfigur in Erscheinung tritt. Zwar ist ihr Charakter darauf zugeschnitten, Love Interest von Sungur zu sein, aber immerhin wird bei ihr nicht so viel Potenzial verschwendet, wie aus manch anderem Film bekannt. Die entführte Mara kann dagegen nur wenig glänzen, da sie nicht allzu viel Screentime zur Verfügung gestellt bekommt. Maria (Seray Kaya), die Tochter von Lazar kann nur als zweites Love Interest Sungurs auftreten, aber sonst bleibt auch ihre Figur vergessenswert. Die Geschichte fokussiert sich hauptsächlich auf Sungur, seine Truppe und Alina. Lazar als Bösewicht bleibt etwas blass. Hingegen kann die Produktion mit ihren Schauwerten überzeugen: vor allem die grünen Landschaften und zeitgenössischen Kulissen können sich sehen lassen. Die Szenen des Historienfilms sind passend mit orientalischer Musik untermalt. Ein Highlight gibt es zum Abschluss, nämlich mit dem Titellied ”Türkler Geliyor” von Arslanbek Sultanbekov. Die Truppe Sungurs reitet mit der musikalischen Untermalung in den Sonnenuntergang, was einen treffenden Ausklang aus dem Film bietet.

Fazit

Meine Augen haben bisher noch nicht viele türkische Produktionen erblickt, aber diese hier kann sich durchaus sehen lassen. Zumal die Optik auf ein höheres Budget schließen lässt. Von der Art her, erinnert der Titel an indische Filme und Serien, die in einem historischen Setting angesiedelt sind. Gerade da vereinzelt sogar kleine Gesangseinlagen vorkommen. Sword of Honor lässt nicht allzu viel Langweile aufkommen, da es durchgehend spannend und actionreich zugeht. Dies macht den einen oder anderen blassen Charakter wieder wett. Letztendlich wurde ich gut unterhalten und ich kann den Film allen empfehlen, die gerne in historische Gefilde anderer Länder eintauchen.

© Kinostar

Alva Sangai

Alva arbeitet mit viel Papierkram, was nicht unbedingt spannend ist. In ihrer Freizeit sind ihr Anime, Manga und Bollywood-Filme/Serien wichtig. Sie hört sehr gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee darf dabei nicht fehlen, der auch zur Entspannung beiträgt. Besonders Schwarztee mag sie ganz gern. Ansonsten hat sie eine Schwäche für soziopathische Bösewichte, was sich öfters in ihren Lieblingscharakteren widerspiegelt.

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments