Bill Hodges (Band 3): Mind Control

Lesezeit: 5 Minuten

Als Mr. Mercedes von Stephen King (ES) 2014 erschien, kündigte der bekannte Horrorautor an, dass er eine Trilogie um diesen Band schreiben würde. Genau ein Jahr später erschien Finderlohn und der letzte Band Mind Control ist seit dem 11.Dezember 2017 als Taschenbuch erhältlich. Ex-Polizist Bill Kermit Hodges muss sich erneut seiner Nemesis stellen, doch diesmal bewegt sich der Fall in Bereiche, die außerhalb des normalen Verstandes liegen. Ein spannendes Duell, das einen das Buch nicht aus der Hand legen lässt, erwartet den Leser.

    

Am 10. April 2009 raste Brady Hartsfield mit einem geklauten Mercedes in eine wartende Menschenmenge und brachte damit mehrere Menschen um. Seit fünf Jahren liegt der Killer in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma, was er Bill Hodges, Holly Gibney und Jerome Robinson zu verdanken hat. Sie hielten den Wahnsinnigen davon ab, einen Rollstuhl mit Sprengstoff bei dem Konzert einer Teeny Boygroup in die Luft zu jagen. Was jedoch kaum jemand weiß ist, dass der Patient in Zimmer 217 alles andere als dahinvegetiert. Im Gegenteil: Durch die experimentellen Medikamente eines Arztes hat Brady neue Kräfte entwickelt und er setzt alles daran, seine Rache an Bill Hodges zu bekommen.

Bill Hodges ermittelt wieder

Originaltitel End of Watch
Ursprungsland USA
Jahr 2016
Typ Roman
Bände 3 / 3
Genre Horror, Krimi, Thriller
Autor Stephen King
Verlag Heyne

Während man sich im zweiten Band Finderlohn mit einem anderen Kriminellen befasst hat, kehren wir im dritten Band Mind Control wieder zu Brady Hartsfield zurück. Damit wird der Fall, den der sympathische Detektiv Bill Hodges im ersten Band nicht komplett beenden konnte, wieder aufgegriffen. Diesmal greift Stephen King auf ein bekanntes Storyelement seiner anderen Werke zurück und fügt telekinetische Fähigkeiten ein, die es dem Ermittler erschweren, zu verstehen, was um ihn herum passiert. Immerhin kann es doch nicht sein, dass der Selbstmord zweier Damen — wovon eine, seit dem Zusammenprall mit dem Mercedes, vom Hals abwärts gelähmt ist — nicht in irgendeiner Form mit dem Psychopathen in Verbindung steht, oder? Doch wie sollte der zum in die Gegend starren verdammte Brady von seinem Krankenzimmer aus diese Tat begangen haben? Hat er Komplizen? Vielleicht erklärt das das seltsame Z, dass am Tatort gefunden worden ist. Während Bill mit Hilfe seiner Partnerin Holly, die noch immer unter der einen oder anderen Macke leidet, auf gute alte Detektivarbeit zurückgreift, bekommt der Leser, dank effektiv platzierter Rückblicke, einen Einblick in die Kopfarbeit des Mercedes-Killers alias Brady.

Der Fürst des Suizid

Nach dem, was Brady im ersten Band Mr. Mercedes alles getan hat, wünscht man sich als Leser, dass er endlich für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen wird. Daher ist es schon fast befriedigend, dass er aus seinem Koma erwacht und man ihn vor Gericht stellen könnte. Leider verläuft es alles andere als gerecht. Denn Brady, das Monster in Menschenform, ist nun mit einer neuen Kraft zurück, die es ihm ermöglicht, in den Kopf anderer Menschen zu gelangen. Da er schon früher gezeigt hat, dass er es liebt, andere Menschen in den Suizid zu treiben, lebt er diese Leidenschaft nun noch weiter aus. Doch wie genau ist einer der Punkte, der die Geschichte spannend macht. Schließlich ist Brady nicht allmächtig und kann seine Fähigkeiten nur begrenzt einsetzen. Die auf dem Cover abgebildeten Fische geben diesbezüglich nur einen kleinen Hinweis.

Zweifacher Spannungsbogen

Bill Hodges, der mittlerweile auf seinen 70. Geburtstag zugeht, hat neben dem schwierigen Fall noch ein anderes ernstes Problem. Seine Magenprobleme nehmen immer mehr zu und nachdem ihn Holly endlich überzeugt hat, zum Arzt zu gehen, bekommt er eine schreckliche Diagnose. Sie zwingt ihn dazu, wichtige Entscheidungen zu treffen, die den ohnehin hohen Spannungsbogen noch mehr nach oben ziehen. Es bleibt somit in gleich doppelter Hinsicht keine Zeit zu verlieren. Emotional wirft die Diagnose sehr viel auf, denn gerade Bills Partnerin Holly ist zwar psychologisch stabiler auf den Beinen als im ersten Roman, aber es bleibt die Frage, was passiert, wenn sie die schreckliche Nachricht bekommt. Auch andere bekannte und liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Band werden in die Geschehnisse mit hineingezogen, denn Brady Hartsfield vergisst nie!

Ende der Patrouille – End of Watch

Warum sich der Heyne Verlag für einen anderen englischen Titel entschieden hat, bleibt offen, doch kann man sagen, dass beide Namen passend sind. Der englische Originaltitel “End of Watch” ergibt zwar erst auf den letzten Seiten Sinn, doch kann man sich schon zu Beginn der Geschichte denken, dass es diesmal zu einem endgültigen Finalkampf zwischen Bill und Brady kommen wird. Wie genau der aussehen wird, bleibt lange Zeit im Dunkeln, baut sich aber gut auf und verläuft regelrecht nervenaufreibend. Mehrere Enden sind möglich und bei einem Autor wie Stephen King erst recht. Trotz seiner 523 Seiten liest sich Mind Control flüssig wie Wasser und überzeugt in allen Punkten. Kings Fans können sich im Roman wieder auf Anspielungen auf andere Werke des Horrorautors freuen, z.B auf Feuerkind, Cujo und auch die Zahl 19 aus dem Dunkler Turm-Universum taucht wieder auf.

Mr. Mercedes empfand ich beim Lesen stellenweise als zäh, was daran lag, dass mir einige Handlungsabschnitte zu langsam vorangingen. Hingegen ist Finderlohn von der ersten bis zur letzten Seite einfach nur lesenswert. Daher war ich sehr gespannt, wie mir der letzte Band der Bill-Hodges-Trilogie gefallen wird. Meine Sorge, dass sich der Band ziehen würde, war auf jeden Fall unbegründet. Ich bin immer wieder überrascht, wie schnell ich vorangekommen bin und wie spannend es ist und das obwohl selbst die Rückblicke ihre Zeit einnehmen. Bill ist mir seit dem ersten Band sympathisch und es freut mich, dass er hier wieder die Hauptrolle inne hat — das ist im zweiten Roman nämlich nicht der Fall. Das Schicksal, das Bill mehrfach übel mitspielt, hat mich echt gepackt, denn es gab so viele Möglichkeiten, wie die Geschichte ausgehen könnte. Neben Bill ist es ebenfalls schön, die anderen Figuren wiederzusehen. Zwar taucht Jerome erst recht spät auf, aber er hat trotzdem wieder ein paar gute Sprüche auf den Lippen. Was Brady angeht, so bekommt er zwar nicht das, was ich mir am meisten gewünscht habe, aber das Ende ist passend. Vor allem ist es jetzt endgültig. Außerdem finde ich es gut, dass King auf die hohe Selbstmordrate in den USA aufmerksam macht. Das ist und bleibt ein ernstes Thema in allen Ländern!

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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