Mob Psycho 100 (Staffel 2)

Lesezeit: 5 Minuten

Normalerweise geht es in vielen Geschichten darum, dass jemand große Kraft findet und meistert. Doch was wenn ein Junge zu viel Macht besitzt und sich nichts sehnlicher wünscht, als normal zu sein? Genau darum geht es in One-Punch Man-Erfinder ONEs Geschichte Mob Psycho 100. Der Manga, der es auf 16 Bände bringt, wurde bis April 2019 in zwei Animestaffeln umgesetzt, wovon wir uns Staffel 2 genauer anschauen. Umgesetzt von Studio Bones (My Hero Academia) dürfen wir dabei sein, wie Hauptcharakter Mob seinen Weg findet und das auf humorvolle wie auch traurige Art.

Shigeo Kageyama, von den meisten Mob genannt, möchte noch immer einen Weg finden, ohne seine Kräfte auszukommen. Dafür beobachtete er seine Umgebung immer genauer und macht sich mehr Gedanken darüber. Sein neues Verhalten fällt sogar seinem Meister Arataka Reigen. Bei dem laufen die Geschäfte immer besser, wodurch er aber auch an seltsame Leute gerät. Vor lauter Euphorie vergisst er außerdem, welche Vorbildfunktion er hat. Doch nicht nur dieses Problem liegt in der Luft, denn auch ein wirklich böser Geist muss besiegt werden und die Organisationen Klaue ist auch noch irgendwo da draußen.


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Originaltitel Mob Psycho 100 (Season 2)
Jahr 2019
Episoden 13 in Staffel 2
Genre Action, Comedy, Supernatural
Regisseur Yuzuru Tachikawa
Studio Bones

Während Mob in der ersten Staffel anfing, an sich zu arbeiten, geht es im weiteren Verlauf der Handlung darum, sein Ziel zu erreichen. Dabei erledigt er immer noch Auftrage für Reigen, wodurch er die verschiedensten Menschen kennenlernt. Er sieht daher ihre Dankbarkeit, wenn sie von einem Geist befreit werden, aber auch die Schattenseiten. Als er zum Beispiel eine friedliche Geisterfamilie exorzieren soll, möchte er dies nicht. Warum sollte er auch? Nur weil seine Auftraggeber es wollen, muss er doch nicht den armen Seelen wehtun. Für den Zuschauer sind diese Konflikte verständlich, denn Mob kann Dinge sehen und hat daher einen ganz anderen Blickwinkel auf die Welt. Zu einem Höhepunkt kommt es, als seine Ansicht auf die eines ehemaligen Exorzisten trifft, der nun als böser Geist nach Macht strebt. Hier kommt Mob auch endlich die Erkenntnis, dass er seine Kräfte für das Gute einsetzten kann. Nachdem er Schreckliches durchmachen musste, kann er endlich zu seinen Fähigkeiten stehen. Ein wirklich schöner Moment, der vor allem visuell genial dargestellt wird, da er sich ein Gefecht gegen viele Geister liefert.

Wenn der Meister vom Schüler lernt

Doch nicht nur Mob muss Dinge einsehen und sich weiterentwickeln. Trickste Arataka Reigen von Anfang an mit seinen nicht vorhandenen übernatürlichen Fähigkeiten, muss er nun die Rechnung dafür bezahlen. Da er sich dazu noch mit seinem Schüler verkracht, fängt er an, über sein Leben nachzudenken. Eine Seite, die wir von dem Mann, der nie um ein Wort verlegen ist, nicht gewohnt sind. Zwar ist es gut, dass er sich seinen Taten stellen muss, aber wie die Welt mit ihm umgeht, hat er nicht verdient. Denn auch wenn Reigen ein Schummler ist, so kümmert er sich doch um seine Kunden und hört ihnen vor allem zu. Zum Glück sieht er seine Fehler rechtzeitig ein und schafft es, sich wieder aufzurappeln. Eine passende Entwicklung, die unser falsches Medium durchmacht, welche sogar noch mit einem schönen Moment belohnt wird. Denn nicht nur Reigen treten die Tränen in die Augen, als Mob zu ihm sagt, dass er ein guter Mensch ist. Dank dieser Sache ist das Band zwischen Schüler und Meister gefestigt. Wir als Zuschauer hatten sogar die Gelegenheit, zu erfahren wie die beiden sich überhaupt kennenlernten. Und natürlich darf Reigen in der kompletten Staffel für wirklich unerwartet Überraschungen und ein gute Portion Humor sorgen.

Zwei Ansichten prallen auf einander

In der ersten Staffel von Mob Psycho 100 lernten wir einen Teil der Organisation Klaue kennen. Für das große Finale tritt der Boss der Gruppierung in Erscheinung und sorgt für ordentliches Chaos, dem unsere Helden nicht einfach tatenlos gegenüberstehen können. Neben Mob teilen auch andere ziemlich stark aus, unter anderem Teru Hanazawa, Mobs Bruder Ritsu oder andere Befähigte. Hier kommen Actionfans voll auf ihre Kosten, da verschiedene Fähigkeiten spektakulär aufeinandertreffen. Vor allem die finale Konfrontation gegen Klaueboss Suzuki lässt keinen Stein auf den anderen. Doch neben all den Fähigkeiten bleiben die Emotionen nicht auf der Strecke. Daher zeigt unser Hauptcharakter, aus welchem sympathischen Holz er geschnitzt. ist. Und Mob Psycho 100 wäre nicht es selbst, wenn es nicht einen letzten großen Joke geben würde. Diesen bekommen wir auch und zwar erneut in der Form eines gigantischen Brokkolis. Ein passender Abschluss für diese Staffel, die nur eine Frage offen lässt: Wird Mob seine Liebe gestehen?

Kreatives Aufwerten eines schlichten Mangas

Dass sich Mob Psycho 100 nicht hinter ONEs Superheldenklamauk One-Punch Man verstecken muss, bewies 2016 schon die erste Staffel. Für die zweite Staffel legte Studio Bones sogar noch eine Schippe drauf. So sind die Kämpfe noch gewaltiger, visuell beeindruckender und damit noch sehenswerter. Doch nicht nur daran erkennen Zuschauer die hohe Qualität. Viele kleine Details pimpen die doch sehr schlichte Mangavorlage ordentlich auf. So dürfen sich Gegner in Street Fighter-Optik gegenüberstehen, bekannte Kunstwerke im Hintergrund erkannt oder die Palette an Gesichtszügen der Figuren betrachtet werden. Ansonsten sorgte Yuzuru Tachikawa (Death Parade) in der Position als Regisseur dafür, dass sich der Anime inhaltlich sehr eng an die Vorlage hält. Fans können sich daher freuen, dass sich zum Beispiel im Personalbereich nichts zur ersten Staffel ändert. So stammt das Charakter-Design noch immer von Yoshimichi Kameda (Key-Animatator bei Fullmetal Alchemist: The Sacred Star of Milos) und der passende Soundtrack von Altmeister Kenji Kawai (Fate/stay night: Unlimited Blade Works). MOB CHOIR feat. sajou no hana steuern eine wunderbar musikalische Fortführung des ersten Openings bei. Ihr Song “99.9” wird vor allem durch ein wirklich abgedrehtes Video begleitet, wodurch der Einstieg in jede Folge ein Vergnügen darstellt. Abgerundet wird das Spektakel mit den niedlichen Ending “Memosepia“ der gleichen Sängerin.

Fazit

Die zweite Staffel von Mob Psycho 100 führt die Entwicklung des Jungen Shigeo Kageyama auf passende Weise fort. So denkt er viel nach, beobachtet seine Umgebung und trifft ernste Entscheidungen. Da Mob ein sympathisches Kerlchen ist, kann ich nicht anders, als ihm bei allem die Daumen zu drücken. Doch nicht nur der kleine Junge steht im Vordergrund, sondern auch sein Meister Reigen. Dieser muss hier einiges dazulernen und wir sehen ihn endlich einmal von so vielen unterschiedlichen Seiten. Teils zum ersten Mal sehr verletzlich oder auch einfach niedergeschlagen. So muss auch dieser einige neue Wege gehen, welche er aber richtig wählt. Außerdem würde ohne Reigen einfach etwas fehlen. Gerade in dieser Staffel stellt er oft unter Beweis, dass er nicht auf den Kopf gefallen ist und dass er für eine gelungene Wendung der Story sorgen kann. Was die Kämpfe anbelangt, so packt diese Staffel nicht nur eine Schippe mehr drauf, sondern mindestens zwei. Gerade der Kampf gegen Mogami und seine Geister ist ein Feuerwerk der Animation. Studio Bones hat sich wirklich selbst übertroffen und wenn dann neben der Bildsprache auch noch die musikalische Untermalung stimmt, dann ist alles perfekt. Für mich ist vor allem das Opening ein herrlicher Anblick, da es schlicht total durchgedreht ist. Der Song rundet das Ganze einfach ab und auch das Ending gefällt mir. Mob Psycho 100 macht einfach Spaß, in allen Bereichen, weswegen ich die volle Punktzahl vergebe.

© Bones

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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