Meow Meow Japanese History (Staffel 1)

Lesezeit: 4 Minuten

Geschichte ist trocken und langweilig? Weit gefehlt. Die Umsetzung macht’s. Die Animeserie Meow Meow Japanese History verbindet die lange ereignisreiche Geschichte Japans mit flauschigen, niedlichen Kätzchen. Mit einem Augenzwinkern wird hier von verschiedensten Geschehnissen erzählt, bei denen die Samtpfoten meistens ihren eigenen Kopf durchsetzen.

Meow Meow Japanese History präsentiert eine ganz eigene Variante der großen Ereignisse und Namen der japanischen Geschichte. Es sind Katzen, die in die Rollen von Oda Nobunaga, der Shinsengumi oder Königin Himiko schlüpfen. Unterstützt von einem gesprächigen Erzähler wird von ihren großen und kleinen Taten berichtet.

Viele Katzen und ein Affe

Originaltitel Neko Neko Nihonshin
Jahr 2016
Episoden 32 in Staffel 1
Genre Comedy, Historie
Regisseur Tomohiro Kawamura
Studio Joker Films

Die japanische Geschichte ist voll von großen Samurai, Feldherren und Lords. In Meow Meow Japanese History bringen sie ihre ganz eigenen Marotten mit, die mehr oder weniger auf ihren Vorbildern basieren. Hideyoshi, der auch der Affe genannt wird, ist hier wirklich ein Affe, was für die eine oder andere Schwierigkeit in der Kommunikation sorgen kann. Tatsächlich stellt die letzte Episode sogar ihn in den Fokus und hier sind es dann die Katzen, die unverständlich reden. Okita, dessen menschliches Vorbild unter schwerer Krankheit litt, würgt immer wieder Fell hervor. Der einäugige Date Musamune wechselt zwischen verschiedenen Augenklappen. Mal trägt er eine in Form eines Fisches, mal in Form eines Katzenkopfs und einmal ist es sogar ein Herz. Neben den großen Namen geht es in Meow Meow Japanese History auch um japanische Kultur. Eine ganze Folge widmet sich allein der Jomon-Töpferei und erklärt, wie diese damals angefertigt wurde. Natürlich machen die Katzen es sich am Ende in diesen Gefäßen gemütlich.

Eine Geschichtsstunde der anderen Art

Vorwissen wird keines benötigt, um Meow Meow Japanese History zu folgen. Aber es hilft, zumindest einige der Namen zu kennen. Der Anime erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern widmet sich in jeder Folge einer anderen Figur und wechselt dabei zwischen den Epochen. Doch da bereits bekannte Katzen natürlich gemeinsam mit den neu eingeführten Zeitgenossen auftreten, ist die Gefahr, alle durcheinander zu bringen, verhältnismäßig gering. Zu Beginn jeder Folge gibt es einen kurzen Einstieg, der sie in die passende Epoche einordnet. Stück für Stück kann mit Meow Meow Japanese History die japanische Geschichte erkundet werden. Natürlich darf hier nichts zu ernst genommen werden, schließlich ist es eine überspitzte und parodistische Darstellung. Das wird spätestens klar, wenn die bekannte Autorin Sei Shonagon ihr großes Werk in Form eines Blogs inklusive Selfies veröffentlicht.

Kätzisches Japan

In Meow Meow Japanese History sind es Katzen, die das Schicksal von Japan gestalten. Das spiegelt sich in allen Facetten wieder. Statt mit Schwertern kämpfen diese Samurai mit fluffigen Gräsern (genauer Fuchsschwanzgras). Hierbei fließt kein Blut, es geht eher darum, den Jagdtrieb des Gegners zu wecken und ihn blind für alles andere zu machen. Für eine Schüssel Katzenfutter oder Fisch würden die Katzen alles tun (sie lassen sich sogar eher damit bestechen als mit Gold) und natürlich wird jede Schifffahrt zur Herausforderung. Schließlich sind Katzen wasserscheu. Die typischen Verhaltensweisen von Katzen kommen in diesem Anime überall zur Geltung. Sie mögen keine lauten Geräusche (was den Kampf mit Gewehren erschwert), lieben sonnige Plätzchen oder finden sich in ihnen unbekannten Orten nicht zurecht. Die meisten großen Schlachten werden eigentlich nur gewonnen, weil eine Katze irgendeinen Schmetterling oder Ähnliches verfolgt und dabei eine Spur des Chaos nach sich zieht. Oft werden ihre Marotten vom Erzähler mit „Nun ja, sie sind eben Katzen“ kommentiert.

Nya nya nya

Auch im generellen Look spiegelt sich sich wieder, dass es hier um Katzen geht. Siegel oder Unterschriften unter wichtigen Dokumenten sind oft eher Pfotenabdrücke, Briefe und Botschaften bestehen gern durchgehend aus dem Wort „Miau“ und Länder oder Kontinente auf Karten haben selbst oft die Form von Katzen. Wer aufmerksam ist, der kann auch ohne Japanisch-Kenntnisse hören, dass viele Zeilen der Katzen auf „nya“ enden (Japanisch für „Miau“). Generell ist der Zeichenstil eher simpel gehalten. Hintergründe bleiben eher minimalistisch und die Figuren werden in einem niedlichen Chibi-Stil präsentiert. Dieser passt aber auch zum generellen lockeren, witzigen Ton der Serie.

Fazit

Als Experte für japanische Geschichte würde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Ich kenne ein paar große Namen und kann sie grob in ihre Epochen einsortieren. Meow Meow Japanese History hat es geschafft, ein paar Lücken zu füllen. Es macht Spaß, den knuffigen Katzen bei ihren Erlebnissen zuzusehen, auch wenn – oder gerade weil – sie manchmal recht absurde Entscheidungen treffen und ihre kätzischen Instinkte überhand nehmen. Mit der überschaubaren Episodenlänge von circa neun Minuten sind die Folgen schnell geschaut und sie haben mir schon so manchen Tag versüßt.

© Joker Films

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Drottning Katt

Als Studentin der Linguistik hat Drottning Katt ein Faible für Sprachen aller Art – reale oder fiktive. Sie ist ein großer Fantasy-Fan und kann in diesem Bereich immer mit detaillierten Worldbuilding, einem durchdachten Magiesystem oder vielschichtigen Charas geködert werden. Dabei ist es nebensächlich, in welcher Form die Geschichte erzählt wird, Hauptsache interessant. Zudem gehören zu ihren Hobbies das Schreiben eigener Geschichten, zeichnen und an eigenen fiktiven Sprachen basteln.

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