Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli!

Lesezeit: 4 Minuten

“Gotta Catch ‘Em All” oder “Schnapp sie dir alle” war sicherlich vor über 20 Jahren ein sehr verbreiteter Ausruf in internationalen Kinderzimmern. Was als einfaches Videospiel auf einer der weltweit meistverkauften Konsolen begann, mauserte sich zur regelrechten Hysterie. Mit der blauen und roten Edition begann 1999 die Erfolgsgeschichte auf dem Gameboy, die sich dann später in neueren Generationen auf dem Nintendo DS und jetzt auch auf der Nintendo Switch fortsetzte. Mit Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! zeigt Nintendo das bisherige Pokémon-Universum in einem leicht abgewandelten Gewand. Hierbei verknüpft man Mechaniken aus klassischen Pokémon-Spielen mit Augmented-Reality-Elementen wie man sie aus Pokémon GO kennt. Jedoch stellt sich natürlich die Frage: “Schmeckt aufgewärmtes Videospielmaterial aus den späten 90ern mit einer Prise Neuerung heute auch noch?”

  

Fangen, trainieren, Arena-Orden sammeln und dann die Pokémon-Liga bezwingen. So oder so ähnlich würde sicherlich die To-do-Liste eines künftigen Pokémon-Trainers aussehen. Auch im Remake auf der Nintendo Switch ist man angehalten, der Beste der Besten zu werden, eben ein richtiger Pokémon-Meister. Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! basieren auf der 1998 erschienenen gelben Edition, in der wir unsere Streifzüge entweder mit der kleinen Elektromaus Pikachu oder dem fuchsähnlichen Pokémon Evoli bestreiten dürfen. Letzteres war in der o.g. früheren Edition nur von eurem damaligen Rivalen spielbar und steht jetzt als Äquivalent zur Verfügung. Auf dem Weg zum Ruhm starten wir nun also unsere Reise mit dem Begleiter unserer Wahl, welcher uns dauerhaft außerhalb des Pokéballs auf unserer Schulter oder auf dem Kopf begleitet. Im Verlauf sind wir dann in der Lage sowohl uns als auch unser Startpokémon mit den verschiedensten Klamotten zu individualisieren und in Interaktion zu treten. Zusätzlich ist es möglich, ein bereits gefangenes Pokémon in alter Pokémon HeartGold– und SoulSilver-Manier hinter uns herlaufen zu lassen.

Fangen für Jedermann

Originaltitel Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evee!
Jahr 2018
Plattform Nintendo Switch
Genre Rollenspiel
Entwickler Game Freak
Publisher Nintendo
Spieler 1 – 2

Durch das Bereisen von Routen, Wäldern und Tunneln bekommen wir immer mehr Pokémon zu Gesicht, die wir beabsichtigen zu fangen, um unsere Sammlung schnell voranzutreiben. Der Fang-Modus lehnt sich hierbei nicht an dem klassischen Pokémon-Spiel an, sondern an der Mechanik, die man aus Pokémon GO kennt. Jedes Pokémon hat einen Schwierigkeitsgrad, dargestellt mit grünen, orangenen und roten Kreisen, der anzeigt, wie einfach oder schwer dieses Pokémon zu fangen ist. Um die Fangchance zum Positiven zu unterstützen, können bessere Pokébälle oder Items wie etwa Beeren genutzt werden.

Einmal wie immer, aber ohne…

Natürlich ist es zwingend notwendig, immer stärker zu werden, um später das große Ziel zu erreichen, Pokémon-Champ zu werden. Hierbei bedient man sich an den altbekannten Trainer-Kämpfen, in der unsere Pokémon fleißig Erfahrungspunkte sammeln können, um stetig zu wachsen. Wer sich bisher dem zusätzlichen Aufleveln im hohen Gras bedient hat, wird hier leider enttäuscht. Eine Neuerung ist, dass man jetzt nicht wie bisher von wilden besiegten, sondern von gefangenen Pokémon Erfahrungspunkte erhält. Hierbei gibt es zusätzliche Punkte für die Perfektion des Wurfes, die Anzahl der genutzten Pokébälle oder für eine gewisse Fangserie. Hinzukommend kann man das eigene Team durch Werte verbessernde Bonbons weiter vorantreiben. Diese erhält man unter anderem durch das Fangen in freier Wildbahn und als Geschenk durch das Verschicken bereits gefangener Pokémon an den Professor. Auf das bisherige PC-Box-System wird verzichtet, stattdessen kann man die Zusammenstellung seines Teams bequem über seinen Inventar-Beutel steuern.

Das Auge isst mit

Grafisch wurde die erste Generation auf der Nintendo Switch natürlich auch mit bestem Wissen aufpoliert. Mit einer anziehenden, knallbunten, Comic-ähnlichen Optik ziehen wir nun erneut durch Kanto und erleben witzige Handlungsmomente mit den verschiedensten Charakteren aus der Hauptreihe. Die Städte wirken zwar gerade zu Beginn unserer Reise etwas klein, doch das liegt daran, dass sich im Vergleich zum 90er-Titel, die Perspektive unseres zu steuernden Avatars geändert hat. Im Gesamten wurden dennoch alle besuch- und betretbaren Orte liebevoll gestaltet und besonders die Atmosphäre in den Arenen ist im Vergleich zum früheren Spiel deutlich harmonischer.

Erster Eindruck:

Meinen Eindruck zum Erstversuch Pokémon auf der Switch zu präsentieren ist durchweg positiv. Man wird in ein Stück seiner Kindheit katapultiert, die sich so real anfühlt wie noch nie. Die Zusammenstellung der mechanischen Elemente wie z.B. das Fangen der Pokémon, wirkt sehr ähnlich wie die, die der uns bekannte Protagonist im Anime auf seiner Reise erlebt. Fern von der Mechanik-Monotonie der Hauptreihe können die Pokémon jetzt Fangversuchen ausweichen oder unsere Bälle sogar abwehren. Genau das macht für mich den Reiz dieses Spieles aus. Es wirkt alles so echt! Ich würde Pokémon: Let’s Go durchaus als modernes Remake der damaligen gelben Edition beschreiben. Endloser Spielspaß ist vielleicht nicht garantiert, aber wer noch einmal in Nostalgie schwelgen und mit einem Freund im Mehrspieler-Modus zusammen agieren möchte, dem kann ich nur ans Herz legen sich durchaus mit der Pokémon: Let’s Go Reihe auseinanderzusetzen.

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Tellux

Mit der Arbeit als Physiotherapeut im Krankenhaus versucht Tellux, das doch sehr sitzlastige Geek-Dasein mit viel Bewegung zu kompensieren. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten Zeit am Computer und spielt MMORPGs oder andere Rollenspiele. Auch an Handhelds(Nintendo DS + Switch) oder Konsolen (PS4) ist er durchaus anzutreffen. Musik spielt ebenfalls eine sehr zentrale Rolle, hierbei hört er am liebsten: Pop, EDM und Alternative-Music. Ansonsten verschlingt er auch Serien zu Genüge, auf ein Genre ist er nicht festgelegt.

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