Cardcaptor Sakura Clear Card Arc

Lesezeit: 6 Minuten

Ein Ende ist immer auch ein Anfang und so kehrt Sakura Kinomoto einmal mehr als Card Captor Sakura zurück, um wild gewordene magische Karten einzufangen. Zum 20-jährigem Jubiläum des Manga Klassikers Card Captor Sakura erschien 2016 in Japan erstmals eine direkte Fortsetzung namens Card Captor Sakura Clear Card Arc. Nachdem dessen Anime-Adaption in der ersten Jahreshälfte von 2018 die Simulcastausstrahlung auf der Platfform Wakanim von Peppermint Anime in deutschsprachigen Gefilden bereits einen Vorgeschmack auf die neue Geschichte um die Clear Cards gab, bringt Egmont Manga seit Juli 2018 nun auch die Manga-Vorlage heraus.

    

Sakura hat die Clown Cards eingesammelt und daraufhin in Sakura Cards verwandelt. Frieden ist im kleinen Städtchen Tomoeda eingekehrt und Sakura ist eine frischgebackene Mittelschülerin geworden. Ebenfalls ist ihr geliebter Shaolan nun wieder aus Hong Kong zurückgekehrt. Doch die Idylle hält nicht lange an, denn Sakura bekommt bald wieder Traumvisionen und nach der ersten muss sie feststellen, dass ihre Sakura Cards alle transparent geworden sind. Und dann tauchen plötzlich neue Karten auf, die “Clear Cards”…

Viele rote Köpfe…

Es herrscht Frühling, als Sakura auf die Mittelschule kommt und die blühenden Sakura-Kirschbäume sind nicht die einzigen Dinge, die Sakura Frühlingsgefühle bescheren. Ihr neues Leben an der Mittelschule, teilt sie nun nicht mehr mit allen ihren gleichaltrigen Kameraden. Eriol ist wieder in England, auch wenn regelmäßig telefoniert wird. Aber vor allem wirbelt Shaolans Rückkehr mehrfach zärtliche Gefühle hoch. Die Beziehung wird in allerlei Arten Situationen präsentiert. Romantisch mit zarter niedlicher Errötung, in humoristischen Pointen, in denen Köpfe rauchen oder auch in ernsteren Szenen, bei denen sich die beiden aufeinander verlassen. Die Serie redet damit auch keinesfalls um heißen den Brei herum, da Shaolans Rückkehr den Beginn von Card Captor Sakura Clear Card Arc markiert.

… und es geht wieder auf Karten-Jagd

Sakura wäre nicht Card Captor Sakura, gäbe es nichts zum Fangen. Das Auftauchen der neuen Karten beschert Tomoyo (dem größte Sakura-Fangirl weit und breit) wieder die Gelegenheit, Sakura in ihre aufwendigen Kostüme zu stecken und sie darin (hoffentlich) auch gefilmt zu bekommen. Die Jagd nach dem Karten an sich erfindet bislang das Rad nicht neu. Sakura hat mysteriöse Träume, die erst nach und nach Sinn ergeben. Ein neuer Schlüssel-Stab taucht auf, mit dem sie die herrenlosen Karten wieder in ihre Kartenform bannen kann, die nacheinander in ihrer Umgebung auftauchen. Doch handelt es sich bei den ersten beiden neu vorgestellten Clear-Cards um vollkommen neue Karten mit entsprechend fantasievollen Wirkungsmechanismen, die mit ansprechenden Bildern illustriert werden.

Gereifte Charakterdynamiken

Originaltitel Cardcaptor Sakura Clear Card-hen
Jahr 2016
Genre Fantasy, Romanze, Drama
Bände 1 / ?
Autor CLAMP
Verlag Egmont Manga (2018)

Alle Figuren sind immer noch ihrer selbst treu, aber nun erfahrener und reifer im Umgang mit neuen Situationen. Sakura hat nun noch mehr Beistand, den sie um Rat fragen kann und so werden die Probleme ganz anders angegangen. Im Vordergrund steht (wie schon in der alten Serie) das Zwischenmenschliche der Figuren mit einem Hang zu liebevoller Leichtherzigkeit. Zwischen Sakura und ihrem Bruder herrscht nach wie vor notorisch-neckender Kleinkrieg. Tomoyo kennt Sakura weiterhin am besten, auch wenn Shaolan sie einholt. Kero-chan ist so verfressen wie eh und je, während er das Plüschtier mimen muss. Sogar ein kurzes Rezept für einen Frischkäsekuchen findet im ersten Band Platz.

Nach langer Zeit eine Fortsetzung des Originalfranchises

Card Captor Sakura des Autoren-Quartetts CLAMP sowie dessen 70 Folgen starke Anime Adaption gelten als einflussreiche Klassiker, die unter anderem als Ursprung sogenannter “Moe” Anime/Manga gehandelt werden. Auch in Deutschland war die Serie von 2000 bis 2002 während der erstmaligen Publikation in zwölf Bänden ein Bestseller, sodass ihm 2009 eine “New Edition”Ausgabe spendiert wurde. Die ersten Hälfte des Animes hatte in Deutschland ebenfalls mehrere Ausstrahlungen. Mit Tsubasa Reservoir Chronicles (Manga erschienen bei Egmont Manga, Anime erschienen bei Anime Virtual) gab es zwischenzeitlich schon ein Wiedersehen mit Figuren des Card Captor Sakura-Franchises in einem Alternativenuniversum. Card Captor Sakura Clear Card Arc ist jedoch die einzige direkte Fortsetzung der Originalserie. Damit ist sie auch nicht für völlige Neueinsteiger geeignet. Clear Card Arc dockt einige Minuten vor dem Epilog von Card Captor Sakura an und geht nahtlos in ein Remake der letzten Seiten (der Rückkehr von Shaolan nach Tomoeda und zu Sakura) über. Es erfolgt keine eingehenden Neuvorstellung der Figuren. Clow Cards, Sakura Cards, Sakuras Schlüssel-Stäbe, die Doppelidentität von Yue und Yukito, als auch die Rolle der Wächter der Karten werden nicht nochmal erklärt, sondern als bekannt vorausgesetzt. Im ersten Kapitel werden jedoch alle alten Figuren erneut mit Namen genannt und die Beziehungsverhältnisse der wichtigsten Figuren aufgefrischt. Alte Fans finden sich damit schnell wieder ein.

Neuer Zeichenstil etwas in Richtung alter Tradition

CLAMPs Zeichenstil hat sich in den 20 Jahren stark gewandelt. Der Stil des Clear Card Arc unterscheidet sich auch in vielen Aspekten deutlich von der Vorserie. Die breiten Schultern aus CLAMPs 90er Stil sind Geschichte und die Augenbrauen bestehen nicht mehr aus markanten schwarzen Linien. Praktisch alle Panels haben nun deutlich mehr Details und der Lesefluss ist geradezu cineastisch durch die Abfolge von Bewegungsabläufen in stillen Bildern. Sehr ersichtlich ist das an dem Wiedersehen von Shaolan und Sakura, dass inhaltlich eins zu eins dem Ende der Vorserie entspricht. Auf den kolorierten Illustrationen haben die Farben ebenfalls eine höhere Leuchtkraft. Stilistisch scheint CLAMP jedoch sehr bemüht, zu den Wurzeln zurückzukehren. Die Farbpalette besteht aus den bekannten Pastellfarben. Die Coverdesigns und Tomoyo Kostüme bewirken beidermaßen ein starkes Déjà-Vu. Ein eklatantes Tsubasa Reservoir Chronicles 2.0 ist es optisch damit nicht. Genauso gibt es keine langgezogenen Gliedmaßen wie bei xxxHolic, aber Clear Card Arc hat dennoch einige Ähnlichkeiten mit den Titeln, vor allem in den Traumsequenzen. Für die Alltagsszenen liegt der Stil relativ nahe am ähnlich leichtherzigen Kobato.

Muss ich die anderen Werke des CLAMP Universums kennen?

Viele der jüngeren CLAMP-Serien sind im sogenannte “CLAMP-verse” verbunden, indem sie einander direkt referenzieren. In einigen Fällen (Tsubasa Reservoir Chronicles, xxxHolic und Kobato) sogar so sehr, dass der Handlung teilweise nur noch eingeschränkt gefolgt werden kann, wenn das begleitende Werk einem nicht bekannt ist. Das originale Card Captor Sakura Franchise ist Teil des Universums, wenngleich dessen aktive Mitgliedschaft relativ dezent bleibt. In Tsubasa Tokyo Revelations hat CCS-Sakura einen Cameo und im Manga von Tsubasa Reservoir Chronicles einen weiteren handlungsrelevanten Auftritt als sie der erwachsenen Klon-Sakura ihren Sakura-Stab übergibt, mit der Aussage, dass sie ihn nicht mehr brauche.  Ebenfalls erwähnt die Hexe Yuko aus xxxHolic Sakura in einigen Dialogen. Mit diesen Referenzen lassen sich über den weiteren Verlauf von Card Captor Sakura schon einige Vermutungen anstellen, doch direkte Spoiler scheinen sie für den Clear Card Arc nicht zu sein. Bislang funktioniert die Serie auch ohne Kenntnisse anderer CLAMP-Franchises. Der einzige Titel, den der Clear Card Arc referenziert ist das direkte Prequel Card Captor Sakura.

Erster Eindruck:

Card Captor Sakura möchte ich seinerzeit sehr gerne, doch mit der Zeit erschien es mir immer stärker zu lieb, zu sehr kinderfreundliche heile Welt. Zwar stellt Tsubasa Reservoir Chronicles mit den gleichen Figurenschablonen ein Kontrastprogramm vor, aber das ist einfach kein Card Captor Sakura. Daher war ich sehr gespannt auf das Sequel mit den älteren gewordenen Figuren. Erstaunlicherweise besitzt auch das Sequel noch immer die gleiche Leichtherzigkeit wie die Vorserie. Die zarte Liebe zwischen Sakura und Shaolan lässt sich immer noch nicht anders als unschuldig nennen. Trotzdem erscheint mir die Serie diesmal nicht mehr auf kinderfreundlich getrimmt, sondern einfach nur unglaublich positiv und optimistisch. Was sehr am dem riesigen Support Cast liegt, der hinter Sakura steht und auf den sie im Bedarfsfall bauen kann. Aber vor allem auch an Sakura, die einfach in allem ihr Bestes gibt und sich nicht unterkriegen lässt. Durch die Erfahrung der vergangenen Ereignisse lässt es sich auch nicht mehr so leicht mit Naivität verwechseln. Der zeitgemäßere Zeichenstil sagt mir ebenfalls sehr viel mehr zu als der alte. In Bezug auf Tsubasa/xxxHolic bin ich auch gespannt, ob sie in Clear Card Arc noch aktiv mit Handlungsrelevanz eingearbeitet werden oder die bisherigen Referenzen eine Einbahnstraße bleiben. Persönlich würde ich letzteres um einiges bevorzugen.

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Luna

Luna residiert auf dem Mond mit ihren beiden Kaninchen. Als solche hat sie eine Faible für flauschige Langohren und ist auch nicht um die ein ums andere Mal etwas entrückte Sicht auf die Weltordnung verlegen. Im Bestreben, sich verständigt zu bekommen, vertreibt sie gerne die Zeit mit dem Lernen und Erproben verschiedener Sprachen und derer Ausdrucksformen.

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