Ein Geek verwickelt sich: A Link between Nails

Lesezeit: 4 Minuten

Möglicherweise fragt ihr euch gerade, was da im Header so krumm und schief gewickelt ist? Nun, Kreativität verläuft nicht immer in geregelten Bahnen, deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn die Autorin dieses Textes es nicht geschafft hat, Nägel in einer geraden Linie in ein Brett zu hämmern (trotz oder gerade wegen der ausgedruckten Vorlage). Ja, aber warum macht die das denn? Die einfache Antwort auf eine einfache Frage ist: Um Menschen glücklich zu machen, die Zelda lieben und ihr viel bedeuten.

Seit einigen Jahren wird jeder noch so unbekannte Bastelhype wieder ausgekramt und neu verwertet oder weiterentwickelt. Auch das sogenannte String Art ist in älteren Generationen bekannt – nur höchstwahrscheinlich nicht unter diesem Begriff. Nachforschungen über alternative Namen haben leider kein eindeutiges Ergebnis geliefert und so belassen wir es schlicht bei String Art. Allerdings sind nicht so sehr Schnüre, sondern Fäden die wichtigste Zutat für diesen Bastelspaß. Aber nur mit ein wenig Garn ist es nicht gemacht, da könnte der Schenkende auch einfach darauf hoffen, dass der oder die zu Beschenkende insgeheim eine Katze ist und sich über einen Wollknäuel freut. Weitere notwendige Materialen sind: ein Brett in passender Größe, ein Hammer, ganz, ganz viele Nägel und ein Motiv. Letzteres sollte gerade für Anfänger oder Grobmotoriker nicht allzu verschnörkelt sein (ja, da spricht die Erfahrung …).

Dieses Bild kann zugleich als Checkliste dienen, ob an alles gedacht wurde. Brett? Yes! Motiv? Done. Nägel und Hammer? Anwesend. Wolle? Öhm, die liegt daneben. Ein Stückchen weiter links, ganz schlecht sichtbar … Ehrenwort!. Es gibt sie, wie auch der Header beweist und für das Triforce darf es nur eine Farbe sein: Glitzer-Gold! Die zu Beschenkende ist ein riesiger Zelda-Fan und deshalb fiel die Wahl für ein Motiv leicht. Es ist super, wenn ihr euch zutraut, alles aus dem Kopf zu formen, aber selbst bei einfacheren Motiven bietet es sich an, eine Vorlage auszudrucken und auf dem Brett zu befestigen. Bitte beachtet auch, dass die Nägel nicht länger als das Brett dick sein sollten. Sonst führt das schnell zu schmerzhaften Situationen.

Das Prinzip des String Art ist simpel: Man klöppelt die Nägel in der Form seines Motives ins Holz, um am Ende die Fäden herumzuwickeln. Insgesamt macht das echt Spaß, nur lebt man in ständiger Angst, dass die Nachbarn klingeln kommen und neugierig fragen, was man da eigentlich treibt (Nun, Nägel ins Brett!). Das Schreckensszenario beinhaltet wüste Beschimpfungen, weil man jemanden in irgendeiner Tätigkeit stört. Zum Glück merkt man relativ schnell, dass die entstehenden Geräusche gar nicht so laut sind (vor allem, wenn man für eine weiche Unterlage sorgt) und es entsteht schnell ein Rhythmus: Nägel bereitlegen, einen in die Hand nehmen, an die entsprechende Stelle halten und drauf mit dem Hammer. Ja, man haut mindestens einmal daneben, aber man hat auch ein Ziel und dafür nimmt man Schmerzen in Kauf! Viel schlimmer ist, dass die Finger ganz schmutzig werden, weil den Nägeln immer feiner Metallstaub anhaftet. Aber dafür gibt es Seife.

Man sollte sich im Vorfeld ein paar Gedanken machen, wie viel Abstand zwischen den einzelnen Metallstäbchen sein sollten: Bei großen Flächen bietet sich wenig Abstand an, zu groß sollte er aber so oder so nicht werden. Das Motiv muss erkennbar bleiben und gerade, wenn es Kurven hat, ist es empfehlenswert, lieber einen Milimeter weniger Platz zu lassen. Das Triforce hat glücklicherweise Kurven nicht nötig und so hämmert man geradlinig an sein Ziel: Jede Linie einmal nachzuarbeiten. Hat man den letzten Hammerschlag getan und gönnt sich ein erleichtertes Aufatmen, folgt direkt die nächste Genugtuung: Das Entfernen des Papiers. Dessen Anwesenheit ist nicht hübsch und ohne das Blatt kann man viel besser so tun, als hätte man den kunstvollen Nagelwald aus freier Hand geschaffen.

And now to the fun part! Vergesst nicht, eure Hände zu waschen, denn der Wollfaden soll ja nicht schmutzig werden. Der Anfang ist noch das schwierigste; man muss das verwendete Garn an einem der Nägel festmachen – am besten mit dem guten alten Doppelknoten. Dann beginnt die Action, man wickelt und wickelt und wickelt den Faden um die Nägel. Natürlich nur da, wo das Motiv auch “nachgefädelt” werden soll, es gibt, wie beim Triforce, oft Flächen, die leer bleiben müssen. Die Schnur könnt ihr über und unter andere bestehende Linien ziehen; schaut einfach, wo noch freie Stellen sind, die man füllen kann. Aber denkt dran: Nicht zu stark am Band zu ziehen, sonst reißt es! … Ups, kam der Hinweis zu spät? Das ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Ihr müsst nicht alles noch einmal aufdröseln. Befestigt die losen Enden an Nägeln, die noch nicht so fett wie eine Wurst umwickelt sind und macht weiter. Mit jeder meditativen Handbewegung werdet ihr belohnt, denn ihr könnt sehen, wie euer Motiv entsteht.

Und da strahlt es in vollem Glanz! Ihr haltet die Kraft der drei Göttinnen Farore, Din und Nayru (Mut, Kraft und Weisheit) in den Händen. Berührt es und jeder Wunsch von euch wird in Erfüllung gehen! Zum Beispiel alle Zeit der Welt für jedes ungelesene Buch sowie all die Comics und Manga, die noch eurer Aufmerksamkeit harren. Oder die Meisterung eines jeden Spiels sowie ausreichend Ruhe, um sich von Filmen und Serien in aller Vollständigkeit mitreißen zu lassen! Hm? Was? Das war gar nicht das Ziel des Triforces …? Na gut, wir geben uns auch damit zufrieden, dass Hyrule nicht zerstört wird. Schließlich wollen wir noch ein Abenteuer mit Link und sind gespannt, wie der Kampf gegen Ganon das nächste Mal bestritten werden darf! Vielleicht, passend zum neuen Fädel-Triforce, gänzlich in Wolle getaucht, wie das treue Reittier von Kollege Mario? Witzig wär’s!

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MadameMelli

MadameMelli ist im Berufsalltag als Informationsninja unterwegs und hilft Suchenden, die passende Literatur zu finden. In ihrem Freundeskreis ist sie als Waschbär bekannt und dementsprechend ist auch kaum ein Buch, Manga oder Comic (oder Tee) vor ihr sicher – alles wird in die Hand genommen, begutachtet und bei Gefallen mit nach Hause geschleppt. Nur nicht gewaschen, das wäre zu viel des Guten. Sinniert gerade darüber, ob es als Waschbär sehr gefährlich ist, Wölfe zu lieben, lässt sich davon aber nicht abhalten und schreibt in ihrer Freizeit selbst Geschichten. Manchmal auch über Wölfe. Oder Tee.

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Ayres
Redakteur

Eigentlich eine sehr simple Idee (passend zur simplen Idee hinter dem Trifoce selbst), hat aber etwas ^^