The Falcon and the Winter Soldier (Folge 1×06)

The Falcon and the Winter Soldier endet nach nur sechs Folgen wieder. Ob die Final-Folge “Eine Welt, alle geeint” überzeugt, besprechen wir im Episodenreview.

Inhaltsangabe

Es gelingt der Polizei, die Mitglieder des GRC zu evakuieren. Doch die Flag-Smashers sind ihr einen Schritt voraus, haben sich bereits unter die Einsatzkräfte gemischt und können einige hochrangige Funktionäre als Geisel nehmen.

Auch Sharon ist kurzfristig aus Madripoor angereist und unterstützt Bucky vor Ort. Sam taucht mitsamt Schild als neuer Captain America auf. Es kommt zum Kampf zwischen ihm und Batroc. Bucky versucht in der Zwischenzeit, Karli telefonisch von ihrem Vorhaben abzubringen, doch beide kommen auf keinen gemeinsamen Nenner. Anschließend nimmt er die Verfolgung der Flag-Smashers Bodeneinheiten auf, während Sam sich in der Luft an die Rettung eines Hubschraubers mit Politikern macht.

Karli versucht die Geiseln zu töten und zündet einen Truck an, um Bucky abzulenken. Doch sie hat die Rechnung ohne John Walker gemacht, der mit seinem neuen selbstgebauten Schild erscheint. Er ist noch immer außer sich vor Wut und will Lemars Tod rächen. Doch als ein Auto mit GRC-Funktionären in die Tiefe zu stürzen droht, lässt Walker von Karli ab, um die Menschen zu retten.

Sam, Bucky und Walker verfolgen die fliehenden Attentäter und müssen sich beim Betreten eines Baukomplexes trennen. Karli stößt bei ihrer Flucht auf Sharon, welche sich im Gespräch als die als Power Broker bekannte Person entpuppt. Karli richtet ihre Waffe auf Sharon, als Batroc aus dem Hintergrund tritt. Er fordert von Sharon eine bessere Bezahlung, um Karli zu eliminieren. Sharon erschießt Batroc.

Während die Polizei die von Bucky und Walker gestellten Flag-Smasher festnimmt, stößt Sam zu Karli und Sharon hinzu. Es kommt zum Kampf zwischen ihm und Karli, die daraufhin ebenfalls von Sharon erschossen wird.

Sam sucht das Gespräch mit den GRC-Funktionären. Er überzeugt sie davon, die geplanten Gesetze nicht zu verabschieden. Karlis Methoden seien nicht zu billigen, doch es sei wichtig, zumindest zu versuchen, andere Ansichten zu verstehen, ehe man andere als Terroristen bezeichne. Auch thematisiert er das Stigma, dem er als dunkelhäutiger Captain America ausgesetzt sei.

Aus dem Raft-Gefängnis heraus vernimmt Zemo via Radio die jüngsten Entwicklungen.

John Walker trifft sich mit Valentina Allegra, die ihm einen neuen schwarzen Anzug besorgt hat. Sie kündigt an, dass er gebraucht werde, da “seltsame Dinge” in Kürze geschehen würden. Fortan heiße er “U.S. Agent”.

Bucky sucht Yori auf, um sein Gewissen freizusprechen. Er eröffnet ihm, dass er der Mörder seines Sohnes ist. Daraufhin wirft Yori ihn raus, doch Bucky kann nun mit der Vergangenheit abschließen. Sam führt Isaiah in das Captain America-Museum und stellt ihm eine Sonderausstellung vor, die zu Ehren Isaiahs eröffnet wurde, um seine Verdienste für das Land zu würdigen.

Die US-Regierung begnadigt Sharon und stellt sie wieder als CIA-Agentin ein. Sharon hegt allerdings im Geheimen den Plan, fortan Staatsgeheimnisse und Informationen zu Waffen-Prototypen zu verkaufen.

 

Rolle gefunden

Sam nimmt endlich seine Rolle als neuer Captain America ein. Als Sam die Bürde ablehnte, sorgte dies für Streit mit Bucky, denn dieser sah nicht nur Steve, sondern auch sich dadurch verraten. Im Verlauf der Staffel hat Sam verstanden, was Captain America für viele Menschen bedeutet, und sich entschieden, die Bürde auf sich zu nehmen. Eine Entwicklung, die als Zuschauerperspektive vollkommen absehbar war, nur der Weg dorthin eben nicht. Das neue Kostüm ist also die folgerichtige Entscheidung, um seine neue Identität nun auch nach außen tragen zu können. Bucky selbst konnte durch ein paar hilfreiche Tipps von Sam endlich mit seiner Vergangenheit als Winter Soldier abschließen und kann sich ein neues Leben aufbauen. Die Freundschaft der beiden geht aus der Staffel gestärkt hervor. Es ist auch ein gelungener Abschluss, dass Bucky noch einmal das Gespräch mit Yori aufnimmt, damit die Brücke zur ersten Folge und damit zur Ausgangssituation wieder geschlagen wird. 

John Walker und die Bösewicht-Frage

Worin sich The Falcon and the Winter Soldier sehr souverän zeigt, ist das Abstreifen klassischer Schwarz-weiß-Muster. Im Verlauf des MCUs wurden Bösewichte mit der Zeit immer nuancierter erzählt, sodass sich am Ende der Serie die Frage stellt, wer denn nun überhaupt der Bösewicht ist. John Walker jedenfalls hat den Bogen noch einmal gekriegt. Eine Entwicklung, die sprunghaft erscheint angesichts der Niederlagen, die er in Folge 4 und 5 einstecken muss. Eine Entwicklung zu einem von Rache angetriebenen Antagonisten erschien so absehbar, dass es verwundert, dass er nun doch als Held aus der Serie geht. Was unter Vals Einfluss geschehen wird, muss woanders erzählt werden. Und Karlis Tod? Eher eine Randnotiz, der keine größere Bedeutung zukommt.

Sharon Carter, Power Broker

Es war absehbar: Sharon Carter ist der Power Broker. Auch sie geht mit einer indifferenten Schattierung aus der Serie, die Fragen aufwirft. Einerseits ist sie nun wieder CIA-Agentin (und fortan also auch “Agent Carter”). Doch das Versprechen, den Staat nun ausspionieren zu können, kommt einer Ankündigung gleich, die schwer einzuordnen ist. War das wirklich Sharon oder steckt möglicherweise ein Skrull dahinter? Eine Frage, die offen bleibt. Durch ihre Re-Rekrutierung bei S.H.I.E.L.D. könnte sie auch Teil der Serie Secret Invasion werden, denn die Marvel-Serie dreht sich um S.H.I.E.L.D.-Chef Nick Fury.

Fazit

Bringt das Finale große Überraschungen und Enthüllungen mit? Nein, absolut nicht. Aber das ist nicht weiter schlimm, da es wichtiger ist, die Charakterentwicklungen der vielen Figuren zu Ende zu führen. Im Fall von John und Sharon wirkt das etwas überhastet, bei beiden weiß man allerdings, dass da noch mehr kommen wird. Auch wenn sich alles ziemlich flott entwickelt, bleibt es ein befriedigendes Finale mit Sprungbrettern für die weitere Kino- und Serienwelt des MCU. Wer genauer hinschaut, muss wohl dann doch das eine oder andere Auge zudrücken, denn dass Sams pathetische Rede nun politische Entscheidungen mit Einfluss auf das Weltgeschehen verändert, erscheint nur allzu märchenhaft. Auf der anderen Seite kamen die Superhelden bislang auch viel zu selten in Berührung mit der Politik.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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