Halo (Folge 2×07)

Mit Folge 2×07 »Thermopylae« werden ein letztes Mal vor Halos großem Staffelfinale die bestehenden Handlungsfäden durch den Kamm gezogen. Kwan lüftet als »Beschützerin« das Geheimnis von Onyx, Master Chief findet endlich seine Rüstung und Soren weiß immer noch nicht so recht, was er hier eigentlich soll.

Inhaltsangabe

Chief und Makee finden sich auf der Projektion des Halos wieder. Im Gespräch erkennen sie, dass sie nicht auf der gleichen Seite stehen und jeder etwas anderes mit dem Halo vorhat. Die Vision bricht abrupt ab. Makee befindet sich wieder auf dem Allianz-Schiff, wo der Gebieter mit seinen Getreuen immer noch gegen den Priester und dessen Anhänger kämpft. Cortana greift ein und verschafft Makee genug Zeit, um den Priester töten. 

Auf Onyx beobachten Parangosky und Ackerson, wie sich eine ganze Flotte der Allianz in einem System sammelt. Dort muss der Halo sein. Parangosky plant den Einsatz der Spartan-III-Armee. Ackerson ist entgeistert. Die Spartan-III seien nicht dafür gemacht, gegen eine ganze Flotte zu kämpfen. Parangosky ist das herzlich egal.

Der Chief schlendert immer noch durch die Basis, angeleitet von Cortana. Die Black Ops tauchen auf und wollen ihn festnehmen. Chief weigert sich. Daraufhin erfolgt von der Einsatzleiterin der Schießbefehl. Sie Soldaten verweigern und schließlich kommt Kai und schlägt die Einsatzleiterin nieder.

In der unterirdischen Höhle führen Miranda und ihre Mutter Halsey Fachgespräche. Halsey hatte hier bei früheren Forschungen die DNA einer unbekannten Alien-Kultur und menschliche DNA in einer seltsamen Mischform vorgefunden. Seitdem ist sie auf der Suche nach Menschen, die diese besondere genetische Sequenz aufweisen (mit ein Grund für das Spartan-Programm). Im Laufe der Folge gelangen sie mit Hilfe von Kwan, die diesen Ort intuitiv versteht, in das versiegelte Innere des Planeten, wo sie auf eine tote außerirdische Wissenschaftlerin in einem Labor stoßen. Als der Ort einzustürzen droht, fliehen die drei Frauen. Miranda ist es jedoch gelungen, vorher ein mysteriöses Behältnis mitzunehmen.

Parangosky und Ackerson beobachten den Einsatz der Spartan-III-Soldaten, die in kürzester Zeit ausgelöscht werden. Parangosky befiehlt die zweite Welle, Ackerson ist entsetzt über diese fahrlässige Tötung seiner ausgebildeten Soldaten. Aber auch das ist Parangosky herzlich egal.

In den Baracken machen sich die Spartan-III bereit, unter ihnen auch Perez. Nicht weit entfernt ist Chief auf der Suche nach seiner Rüstung und spricht sich währenddessen mit Kai aus. Unterwegs treffen sie Ackerson, der mittlerweile anti-Parangosky ist und herausgefunden hat, dass Parangosky mit ihrem Virus-Plan eine Kernexplosion auslösen will, die nicht nur die Allianz, sondern auch die UNSC-Schiffe und den Halo vernichten wird. Chief lässt von seinem Plan, Ackerson zu vermöbeln, ab und fordert ihn auf, die Wahrheit über Parangosky und Reach ans Licht zu bringen.

Auf dem Allianz-Schiff hat der Gebieter den Kampf für sich entschieden. Jetzt heißt es »Makee und der Gebieter gegen den Rest der Allianz«. Makee brennt sich das Siegel des Gebieters ein und beschließt damit ihren Bund. Dann nehmen sie Kurs auf den Halo.

Soren und Laera stromern durch eine Trainingsanlage der Onyx-Basis. Soren ahnt, dass Kessler Teil des Spartan-Programms geworden ist und sympathisiert sogar mit der Vorstellung. Laera ist völlig fassungslos und will nicht, dass ihr Kind zu einer traumatisierten Waffe wird. Als das Training beginnt entdecken sie Kessler. Soren kommt zur Besinnung, unterbricht das Training und verprügelt die Ausbilder, verliert dabei auch aber Kessler und Laera aus den Augen.

Kai beschließt bei ihren Spartan-III zu bleiben, um sie bei ihrem Selbstmordkommando anzuführen. Ackerson stellt Parangosky vor versammelter Mannschaft zur Rede und wird verhaftet. Der Chief – mittlerweile in Rüstung – sitzt im Condor und steuert den Halo an.

Der vierte Spieler wird vorgestellt

Miranda, Halsey und Kwan ist es also gelungen, auf Onyx die Labor-Einrichtung der fremden Alien-Kultur zu betreten. Damit sind innerhalb der Serie drei Parteien gesetzt: die Menschen, die Allianz und die besagte (noch namenlose) Alien-Kultur. Betrachtet man nun Kwans angsterfüllte Aussage über die roten Punkte, die sich mehr und mehr über die Sternenkarte erstrecken, so wird damit noch eine weitere, vierte Partei bestätigt, die sich invasiv ausbreitet. Lore-Kenner wissen natürlich, wer oder was damit gemeint ist. Sie werden auch das Symbol über der Labortür erkannt haben, welches verrät, an wem oder was hier geforscht wurde. Miranda jedenfalls konnte sich nicht zurückhalten und hat einen kleinen Behälter aus dem Labor mitgehen lassen. Zurück in der Basis sehen wir, wie sie das Ding mit einem »PUFF« öffnet und sich eine kleine Gaswolke verflüchtigt. Na, ob das so gesund ist? Die Serie mag zwar Jacob Keyes gekillt haben, aber immerhin gibt es noch Miranda Keyes, die vielleicht das Schicksal ihres Vaters aus den Games übernehmen wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Flood kommt. Und Miranda ist möglicherweise Patient Null.

Komm, Soren, jetzt mach den Sack zu

Der Plot von Soren und Laera dagegen haut einen gar nicht mehr vom Hocker. Davon abgesehen, dass man sich ohnehin fragt, wie die beiden einfach so auf das Trainingsgelände marschieren konnten, ist ihre Handlung zerschnitten und wirkt willkürlich eingestreut. Soren erscheint mehr und mehr wie ein Überbleibsel aus Staffel 1, das irgendwie weitererzählt werden muss. An anderer Stelle fehlt der Serie das Gespür für die allgemeine Situation. Eine riesige Flotte der Allianz soll sich nahe des Halos versammeln, aber wir sehen sie nicht. Makee und der Gebieter werden von der Allianz angegriffen, aber wir sehen das nicht. Das UNSC spricht vom Halo als Waffe, aber wie sie auf diese Idee gekommen sind, das haben wir nicht gesehen.

Mehr für den Kenner

Die Serie tut sich generell schwer mit ihrem eigenen Worldbuilding. Für Außenstehende, die keinen Halo-Background haben, muss die Serie stellenweise furchtbar irritierend sein. Nehmen wir das Konzept der Spartan-III-Soldaten: Für Greenhörner sieht es so aus, als hätte Ackerson die Truppe innerhalb von zwei Wochen aus dem Boden gestampft und dabei ausschließlich freiwillige Erwachsene wie etwa Perez rekrutiert. Also keine Kindesentführungen mehr wie im Vorgänger-Programm? Nee, irgendwie dann auch nicht, denn gleichzeitig werden im Programm weiterhin Kinder wie Kessler trainiert, die ganz offensichtlich gekidnapped wurden. Und gibt es nun weiterhin körperliche Modifikationen oder nicht? Man weiß es nicht so genau. Anderes Beispiel: Der Status des »Gebieters«. Es wird nie nachvollziehbar erklärt, was dieser Status innerhalb der Allianz bedeutet und warum der Gebieter sich selbst wie eine Kuh brandmarkt. Man bekommt kein Gefühl für seinen Außenseiterstatus und warum es für ihn so bedeutsam ist, dass Makee sich an ihn bindet. Stattdessen scheint sich das Drehbuchteam auf das Vorwissen seines Publikums zu verlassen – was wirklich lausiges Erzählen wäre.

Fazit

Die erste Folge, die mich unbefriedigt zurücklässt, da die Handlungsstränge nebeneinander her plätschern ohne der Folge ein sonderliches Merkmal zu verpassen. Folge 4: Reach fällt. Folge 5: Riz geht in Rente. Folge 2: Chief wird zu einem mexikanischen Familiendinner eingeladen. Folge 6: Kai wird zum Ausbilder Schmidt. Aber Folge 7? Ich wüsste nicht, was hier sonderlich prägend wäre, außer vielleicht dass Makee und der Gebieter so kurz davor stehen, miteinander rumzumachen. Aber gut. Die nächste und finale Folge wird umso mehr reinhauen – wenn wir nämlich endlich einen Fuß auf den Halo setzen werden!

© Paramount+ 

Totman Gehend

Totman ist Musiker, zockt in der Freizeit bevorzugt Indie-Games, Taktik-Shooter oder ganz was anderes und sammelt schöne Bücher. Größtes Laster: Red Bull. Lieblingsplatz im Netz: der 24/7 Music-Stream von Cryo Chamber auf YouTube.

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