Anime Spring Season 2019 / Woche #4

Lesezeit: 8 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Fruits Basket, Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind, One Punch Man (Staffel 2), Sarazanmai und  The Rising of the Shield Hero von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

Fruits Basket (2019): #4

Start: 06.04.2019 • Slice of Life • TMS Entertainment

Das scheue Mädchen, das an der Haustür klingelt und nach Kyo fragt, entpuppt sich als Kagura Soma. Kagura gehört ebenfalls zu den Familienmitgliedern, die sich in ein Tier des chinesischen Tierkreises verwandeln, doch mehr verrät Shigure Tohru nicht. Kyo ist absolut nicht entzückt über Kaguras Besuch, erst recht nicht, als Kaguras aufgestaute Emotionen sich in handfesten Gewaltausbrüchen manifestieren, denen er nicht gewachsen ist. Der Schaden, den Shigures Haus durch diesen Ausdruck ihrer Zuneigung erleidet, ist erheblich. Neu für Tohru ist, dass die Träger der Tierzeichen sich nicht verwandeln, wenn sie einander umarmen, auch wenn beide nicht demselben Geschlecht angehören. Außerdem rutscht Kagura heraus, dass Kyo noch eine “wahre” Gestalt besitzt, ein Thema, welches Kyo sehr unangenehm zu sein scheint. Er flüchtet sich aufs Dach, wo Tohru ihn findet. Im Gespräch mit Kyo erfährt sie von seiner Leidenschaft für Martial Arts und der Bewunderung für seinen Meister und entdeckt so eine ganz neue Seite an dem sonst eher missmutig gelaunten Jungen. Als Kagura am nächsten Morgen wieder aufbricht, stößt sie mit dem unverhofft vor der Tür stehenden Zeitungsboten zusammen und verwandelt sich. Geistesgegenwärtig rettet Yuki die Situation. Tohru ist entzückt, dass Kagura das Schwein des Tierkreises ist, und alle atmen erleichtert auf, als das Temperamentbündel endlich Shigures Haus verlässt. Später in der Schule erhält Tohru einen Anruf von ihrem Großvater, der nichts Gutes ahnen lässt.

Zu viel Klamauk. Das ist leider mein erster Gedanke, wenn ich an diese vierte Episode von Fruits Basket (2019) denke. Generell habe ich ohnehin schon Schwierigkeiten mit extremen Charakteren, die sich von einem Moment auf den nächsten ins völlige Gegenteil verwandeln, und Kagura ist für mich die Krönung dieser Gattung. Neben ihr haben die anderen Bewohner des Hauses es meistens ziemlich schwer, Präsenz zu zeigen, sie overpowert einfach alle. Und so geht die Information, dass Kyo noch eine weitere, “wahre” Gestalt besitzt, fast unter.


Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind: Episode #28

Start: 06.10.2018 • Action, Abenteuer, Horror • David Production

Nero ist doch noch nicht ganz tot, aber lange währt sein Leben auch nicht. Er widersetzt sich bis zum Schluss dem Boss. Letzterer muss aber schnell sehen, dass er von da wegkommt, denn Bruno macht sich auf den Weg zu ihnen. Denn er hegt den begründeten Verdacht, dass da noch jemand ist. Der Boss hat allerdings noch ein weiteres Problem: da Nero ihm den Sauerstoff aus dem Blut entzogen hat, geht es ihm nicht so gut. Aber scheinbar kann er das Problem lösen, indem er das Blut von einem Frosch und später einem Kind trinkt. Währenddessen versucht Abbacchio, den richtigen Zeitpunkt mit Moody Jazz zu finden, um die Identität des Bosses zu erfahren. Als er wartet, nähern sich ihm einige Kinder, die mit einem Ball spielen und ihn ungünstig auf einen Ast schießen. Abbacchio hilft ihnen, doch das bezahlt er mit seinem Leben. Denn der Boss hat sich unter die Kinder gemischt und konnte ihn so mit Crimson Emperor leicht tödlich verletzen. Allerdings weiß der Boss nicht, dass Abbacchio mit letzter Kraft eine Totenmaske von dessen Gesicht angefertigt hat. Ein Abschiedsgeschenk an seine Kameraden.

In dieser Episode von JoJo’s Bizarre Adventure: Golden Wind müssen wir Abschied von Abbacchio nehmen. Dies ist ein herber Schlag für die gesamte Gruppe, gerade Narancia kann es nicht fassen und rastet regelrecht aus. Allerdings dürfte Abbacchio nun mit sich und der Welt im Reinen sein, was zumindest ein kleiner Trost ist. Zudem verlässt die Gruppe Sardinien nicht mit leeren Händen, da sie nun wissen, wie der Boss aussieht. Letzterer zeigt, dass er keinerlei Skrupel hat. So näht er einem Kind den Mund mit dessen Schnürsenkel zu und verletzt es stark, weil er an dessen Blut will.


One Punch Man (Staffel 2): Episode #4

Start: 10.04.2019 • Action, Sci-Fi, Comedy • J.C. Staff

Ein Rückblick in Garous Vergangenheit, zu dem traumatischen Moment, als dem kleinen Garou vor dem Fernseher klar wird, dass die coolen Monster immer verlieren und die Helden immer gewinnen. Und er beschließt, auf Seiten der Monster zu stehen und zum Heldenjäger zu werden. Erst einmal wacht er aber am Straßenrand auf und fragt sich, wie er da hingekommen ist. Währenddessen lehnt King einen Bodyguard-Job ab, den der Heldenkollege Metal Bat übernimmt: den Schutz eines wichtigen Sponsors des Heldenverbands, der mit seinem Sohn ein billiges Sushi-Lokal besuchen will, um mal am Leben des einfachen Volkes teilzuhaben. Eigentlich befürchtet man einen Angriff von Garou, aber stattdessen muss Metal Bat gegen immer größere Insektenmonster antreten. Saitama hat die orangerote Perücke aufgesetzt und sich als Charanko für das kommende Kampfkunstturnier angemeldet. Im Umkleideraum wanzt sich ein ehemaliger Schüler aus Meister Bangs Kampfkunstschule an ihn heran und liefert eine Menge Hintergrund-Informationen über Garou: Seit der im letzten Jahr verkleidet an dem Turnier teilgenommen hat, ist die Teilnahme unter einer Tarnidentität strengstens verboten. Wie gut, dass der aufdringliche Senpai auf den Perückentrick hereinfällt! Garou trifft nun schon zum zweiten Mal einen kleinen Jungen, der im Heldenregister schmökert, und wieder darf Garou ihm über die Schulter sehen und dabei den nächsten Helden zum Herausfordern finden. Watchdog Man oder Metal Bat? Der ist eigentlich voll und ganz mit einem Riesen-Tausendfüssler beschäftigt. Aber nun muss er sich auch noch mit Garou herumschlagen.

Wieder mehr Saitama-Screentime. Leider versteckt er sich die meiste Zeit hinter einem Blatt Papier, um nicht von dem Mitschüler aus der Kampfkunstschule erkannt zu werden, und hört zu, was der Senpai an Backstory abspult. Immerhin kriegt er Gelegenheit, dem herablassenden Kerl mal ordentlich die Meinung zu sagen. Und natürlich hat er sich nicht gemerkt, welche Techniken Meister Bang unterrichtet, und statt blumiger Kampfkunstpoesie höheren Blödsinn in das Anmeldeformular eingetragen. Hoffentlich findet sich jemand, der das angemessen ins Deutsche rüberbringen kann. Garou war in der letzten Folge nur als Kämpfer unterwegs, in dieser Folge kann er einem richtig ans Herz wachsen. Die Enttäuschung von Chibi Garou, dass Monster immer verlieren, obwohl sie doch genauso Ehrgeiz entwickeln und sich Mühe geben wie die Helden auch! Und außerdem cooler sind! Das Blättern im Heldenlexikon eines kleinen Jungen scheint zur Tradition zu werden. Kann es gern! Mein derzeitiger Favorit aus dem Nachschlagewerk: Watchdog Man, der Hachiko-Lookalike. Hoffentlich bekommt er noch einen Live-Auftritt in One Punch Man!


Sarazanmai: Episode #3

Start: 12.04.2019 • Supernatural, Comedy, Drama • Studio MAPPA

Das Thema dieser Folge sind Küsse. Bei Entas Schwester fällt das Thema auf fruchtbaren Boden, denn sie schwärmt sehr für ihren Freund. Enta fühlt sich auch angesprochen, wenn auch eher vor lauter Peinlichkeit, da er sich dazu hat hinreißen lassen, Kazuki im Schlaf zu küssen. Kazuki hat währenddessen gar keine Ahnung davon und ist weiter fest entschlossen, alles für Haruka zu tun, und schert sich nicht um viel anderes. Dass er sogar mit dem Fußball aufgehört hat, frustriert Enta ungeheuer. Auch Haruka bedauert das und so findet Enta für sich doch noch etwas, das er sich von den Hoffnungstellern wünschen will: Mit Kazuki noch einmal als goldene Kombi beim Fußball aufzutreten. Um die gemeinsame schöne Erinnerung zu bewahren, schreckt er nicht davor zurück, sich auch einmal (hoffnungslos) zu prügeln oder in die eine oder andere Wahnvorstellung zu versinken. Alsbald taucht wieder ein Kappa-Zombie auf, den die beiden Polizisten ins Leben gerufen haben, nachdem sie dessen Originalperson das Verlangen extrahiert haben. Nach Kartons und Katzen schweben diesmal Frauen hinfort, die der Zombie mit einem Kuss in Fische verwandelt. Bei einer von ihnen handelt es sich um Entas Schwester, denn der Verstorbene, aus dem der Kappa-Zombie entstanden ist, war einmal ihr Freund, wenngleich auch ein Betrüger. Nun mit einem deutlich unmittelbaren Motiv bittet er diesmal Keppi selbst um die Kappaverwandlung, damit er mit Kazuki und Tooi den Zombie unschädlich machen kann.

Ein Kreuz im Ikuhara-Bingo ist sicher das Element der Wiederholung. Den Toei Animation-Drill, den er bei Sailor Moon und dessen Verwandlungsszenen einverleibt bekommen hat, wird Ikuhara wohl in diesem Leben nicht mehr los. Etwas Variation findet sich bereits, aber für manch einen kann es schon ermüdend werden. Dazwischen findet sich aber allerhand an neuen Eröffnungen in dieser Episode von Sarazanmai, die den Geneigten bei der Stange halten. Boys Love ist ein Genre, das auch nicht jedem liegt, doch in Anime ist es erstaunlich selten vertreten. Dass Enta etwas für Kazuki übrig hat, verrät das Opening schon, bei dem die jeweils wichtigsten Personen der Hauptfiguren mit ihnen eingeblendet werden. Als großer Twist wird seine einseitige Liebe daher auch nicht gefeiert, stattdessen bewegt sie sich im krassen Spagat von bodenständiger Dramatisierung der Bewältigung überquellender Gefühle bis hin zu diversen verdrehten Tagträumen. Viel interessanter sind aber die Parallelen und Kontraste zu dem Hauptthema von “Verbindungen”. Kazuki hält mit seiner Obsession nicht hinterm Berg und tut zwar vermeintlich alles, um Haruka glücklich zu machen, verfehlt aber das Ziel doch eher deutlich, indem er mit der Person selbst kaum kommuniziert. Enta hingegen versucht alles, um die Distanz zu Kazuki klein zu halten, aber seine romantischen Gefühle versucht er so gut es geht zu leugnen. Ikuhara hat in einem Interview angegeben, dass er eine Faible für törichte, aber nachvollziehbare Charakterzüge hat, und bislang fällt da jeder deutlich rein. Eine ernste Note für die Hintergrundhandlung bei den Zombies gibt es nun auch: Wünsche extrahiert zu bekommen scheint die Menschen nicht nur zu töten, sondern den Zombie das Shirikodama zu entreißen löscht sogar dessen gesamte Existenz aus. Das menschliche Dasein ist bestimmt durch unsere Wünsche? Bislang geht die Hauptcharakterisierung der drei Jungs tatsächlich über deren Wünsche. Was mag Mabu und Reo dann aber wohl dazu bewegen, soweit zu gehen? (Mabu dürfte dem Opening nach etwas für Reo übrig haben).


The Rising of the Shield Hero: Episode #17

Start: 09.01.2019 • Action, Fantasy • Kinema Citrus

Fitoria scheint ihre Drohungen wahr machen zu wollen. Nachdem Naofumi nicht dachte, dass ihre Drohung ganz ernst gemeint war, zeigt Fitoria schnell ihr wahres Gesicht. Sie nimmt Melty gefangen und fordert Filo zum Kampf. Die beiden beginnen den Kampf, und es zeigt sich schnell, dass Fitorias Stärke nicht messbar ist. Nicht nur Filo wird von ihr vorgeführt, auch Naofumi, der versucht, Melty zu retten, bekommt ihre Kraft zu spüren. Durch diese Tat angeheizt schafft es Filo aber, ihre verbleibende Kraft zu sammeln, und kann Fitoria einen Kratzer zufügen. Fitoria erkennt deswegen Filos Sieg an und krönt sie zur zukünftigen Filolial-Königin. Das bringt ihr auch einiges an Status-Boni. Auch Naofumi hilft sie, seinen Schild zu verstärken und zugleich die Korrosion durch den verfluchten Schild zu verlangsamen. Bevor sie die Gruppe wieder zurückbringt, macht sie Naofumi eines klar: Sollte er sich nicht mit den Helden zusammen tun oder einer der Helden sterben, würde sie alle von ihnen töten und vier neue Helden beschwören lassen. Leider weiß zu diesem Zeitpunkt niemand von ihnen, dass zwei der Helden in eine Falle geraten und ihr Überleben ungewiss scheint.

Fitorias Charakter wird in dieser Folge von The Rising of the Shield Hero sehr gut ausgebaut. Sie zeigt, dass sie nicht aus eigener Verantwortung die Drohung gegen die Helden ausspricht, sondern weil sie dem Helden, der sie aufgezogen hat, selbst nach hunderten von Jahren noch immer liebt. Seine Worte sind wichtiger für sie als alles andere und deswegen will sie die Welt auch um jeden Preis retten. Weil Naofumi ihrem Helden auch irgendwie ähnlich ist, fühlt sie sich in seiner Nähe wohl, und sie lässt etwas von ihrem ursprünglichen Wesen durchscheinen. Mit der Endszene könnte es aber darauf hinauslaufen, dass Naofumi sie schon bald wieder von ihrer kalten Seite sieht. Ihre Drohungen sind nicht leer und wenn Naofumi chancenlos ist, dann ist es Motoyasu erst recht.

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