The Freedom Force

Große Helden finden zusammen und bilden eine Allianz gegen das Böse. Könnten die Avengers sein, vielleicht aber auch die Justice League. Die Rede ist in diesem Fall von der Cartoon-Serie The Freedom Force – Helden des Universums, einer DC Comics-Heldentruppe aus den späten 70ern, die sich Samstag morgens im Kinderprogramm von CBS breit machte. Die Freedom Force enthält namhafte Superhelden aus der Geschichte: Den Zauberer Merlin, den Abenteurer Sindbad, die Göttin Isis, den Recken Herkules sowie den spanischen Jungen Toshi, dessen Alter Ego ein Roboter namens Super Samurai ist. Die fünfteilige Mini-Serie schaffte 1990 auch den Sprung nach Deutschland, wo sie als Teil von Bim Bam Bino auf Tele 5 lief. Zeit für einen nostalgischen Blick zurück.

Im Tal der Zeit lebt Herkules mit seinen Freunden Isis, Sinbad, Merlin und dem Jungen Toshi, wo die Gruppe als Freedom Force für den Frieden kämpft. Ihre Zentrale befindet sich inmitten einer Pyramide, von wo aus sie die Ordnung erhalten.

Vier mythologische Legenden und … ein Roboter

Originaltitel Thee Freedom Force
Jahr 1978
Land USA
Episoden 5 in 1 Staffel
Genre Action
Cast Merlin: Michael Bell
Toshi / Super Samurai: Michael Bell
Sinbad: Michael Bell
Isis: Diane Pershing
Hercules: Bob Denison
Bislang keine neue Neuauflage geplant

Bei The Freedom Force handelt es sich um einen Ableger von Space Sentinels. Dieses wiederum ist eine Zeichentrickserie, die zwischen 1977 und 1978 ausgestrahlt wurde. Eine kurzlebige US-Zeichentrickserie über Herkules, Astrea und Mercury – drei jugendliche Superhelden, die ihre Kräfte auf einem fremden Planeten erlangt haben und nun mit Hilfe des Supercomputers „Sentinel 1“ gegen böse Eindringlinge kämpfen, die es darauf abgesehen haben, die Erde zu erobern. Nachdem Space Sentinels zu einem Ende gekommen war, galt es, Spielzeit im Sendeblock von Tarzan und die Super 7 zu füllen. Das Problem: Es standen nur elf Minuten pro Woche zur Verfügung (inklusive Vor- und Abspann). Aufbauend auf der Figur des Herkules entstand dann The Freedom Force, wobei sich Herkules in beiden Serien optisch unterscheidet. Auch diese Serie hatte ihr Haltbarkeitsdatum schnell erreicht: Nach nur fünf Folgen war bereits Schluss. Was genau die Agenda von The Freedom Force war, ist in so mancher Hinsicht unklar. Mit einem Blick auf die Charaktere ergibt sich auch ein großes Fragezeichen: Da haben wir bekannte Helden und Magier der Geschichte, die mit Superkräften ausgestattet sind. Und Toshi alias Super Samurai, eine bis dahin gänzlich unbekannte Figur.

Episodische Handlung ohne roten Faden

Angeführt wird die Freedom Force von der Göttin Isis, die zuvor in der Live-Action-Fernsehserie The Secrets of Isis aufgetreten war. Joanna Cameron, die Schauspielerin, die sie porträtierte, stand für die Synchronisation des Cartoons allerdings nicht mehr zur Verfügung, weshalb sich US-Zuschauer umgewöhnen mussten. Die Plots der einzelnen Geschichten sind zum Teil merkwürdiger Natur. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Handlungen immer schnell ins Rollen gebracht werden und schnell wieder aufgelöst werden müssen. Bei gerade einmal zehn Minuten Spielzeit kein Wunder. In “Der Drachenreiter” muss die Freedom Force einen Krieg zwischen zwei Stämmen beenden, die in der Luft kämpfen. Zu sehen gibt es einen tollpatschigen Drachen, der sich so gar nicht in die sonst eigentlich ernstgemeinte Handlung einfinden will und die Serie unfreiwillig ins Komische zieht. In “Der scharlachrote Samurai” geht es um Neid: Toshis Freund hätte auch gerne Toshis Superkräfte, was sich ein böser Zauberer zu Nutze macht. In “Die Pflanzensoldaten” klaut ein böser Zauberer die Halskette von Osiris und kontrolliert damit den Nil und eine Armee wandelnder Pflanzensoldaten. Auch in der vierten Folge taucht eine böse Zauberin auf: Morgana entführt in “Pegasus’ Odyssee” das Pferd, um sich an Herkules zu rächen. Die letzte Folge “Der Roboter” handelt von einem Zeitreisenden, der sich mit seinem Riesenroboter gegen die Freedom Force stellt.

Nach nur fünf Folgen war Schluss

So willkürlich die einzelnen Folgen wirken, so wenig Fleisch haben sie auch an sich. Einfache Geschichten, denen leicht zu folgen ist und die keine besonders umfangreichen Konflikte mit sich bringen. Die Animationen waren bereits damals vergleichsweise steif, was sich insbesondere in den Action-Szenen rächt. Vor allem aber springen eklatante Makel direkt ins Auge, wie etwa Größenunterschiede zwischen den erwachsenen Figuren und Toshi, die sich von Szene zu Szene unterscheiden. Die einfach gestalteten Hintergründe tun ihr Übriges, um The Freedom Force keine nennenswerten Pluspunkte zu verleihen. Als geradezu antik wirkt aus heutiger Perspektive der Soundtrack, an dem die Zeit am stärksten genagt hat. Die Serie starb einen schnellen Tod. Es heißt, dass die Zielgruppe – also Kinder – nicht mit dem Ableger warm wurden. Auch in Deutschland fand die Serie, wahrscheinlich auch aufgrund ihrer bemerkenswerten Kürze, keine größere Beachtung und gilt bis heute als Superhelden-Relikt der späten 70er. Auf der einen Seite erlangte die Gruppe nicht die Aufmerksamkeit, die man sich von ihr versprochen hatte, auf der anderen Seite ist die Zusammenstellung der Gruppenmitglieder vor allem aus heutiger Sicht ziemlich obskur. Eine VHS kam noch auf den Markt, 2006 eine digital remasterte DVD-Collection für den internationalen Markt, welche sowohl Space Sentinels als auch The Freedom Force beinhaltet. Diese wird inzwischen auch zu astronomischen Preisen gehandelt (100 Euro muss man dafür locker hinblättern).

Fazit

Als früher Einblick in Superhelden-Cartoons ist The Freedom Force ebenso wie Space Sentinels einen Blick wert. Inhaltlich geben die kurzen Geschichten aber wenig her und bieten keinen Platz für die Entfaltung ihrer Charaktere. So taucht Sindbad gerade einmal in zwei Szenen kurz auf und alles, was es über ihn zu wissen gibt, bringt man bereits als Vorwissen mit. Ohnehin ist es aber schwierig, noch an die Folgen heranzukommen. Es sei denn, man hat Glück und findet die mittlerweile mehr als 40 Jahre alten Folgen noch auf YouTube herumschwirren. Mehr als ein kurzer nostalgisch-verklärter Einblick kommt bei dieser Serie allerdings nicht herum.

© BCI Eclipse

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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