Charmed (Staffel 1)

Lesezeit: 6 Minuten

Die Macht der Drei! In den 90er Jahren landete Aaron Spellings Produktionsfirma mit der Serie Charmed – Zauberhafte Hexen um die Halliwell-Schwestern Prue, Piper, Phoebe und später Paige einen Hit. 2017 gab der US-Sender The CW bekannt, dass eine Neuauflage des Serienklassikers folgen würde, welche schließlich im Oktober 2018 unter kritischer Betrachtung startete. Diesmal handelt es sich um zwei Frauen, die nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter von einer bisher unbekannten Schwester erfahren. Vereint werden in den Dreien verborgene Kräfte und somit wird “Die Macht der Drei” erweckt. Die Hexen müssen lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sich auf lauernde Gefahren einstellen. Der überwiegend auf ein weibliches Publikum spezialisierte Sender Sixx sicherte sich für Deutschland die Ausstrahlungsrechte der 22-teiligen ersten Staffel.

Durch den Tod ihrer Mutter Marisol Vera bricht das Leben ihrer beiden Töchter Mel und Maggie zusammen. Die beiden geben sich die Schuld am Tod ihrer Mutter, da sie zum Zeitpunkt von Marisols Sturz aus dem Fenster nicht zu Hause waren. Von der Polizei wird das Ganze als Unfall abgestempelt, was Mel und Maggie nur schwer glauben können. In Wirklichkeit aber wurde Marisol durch übernatürliche Kräfte, von denen die Schwestern noch nichts ahnen, aus dem Fenster geworfen. Auf Wohnungssuche findet sich die Wissenschaftlerin Macy in dem kleinen Städtchen Hilltown wieder und stellt sich Mel und Maggie als ihre ältere Schwester vor, die in einer Pflegefamilie aufgewachsen ist. Ein Schock folgt auf den nächsten: Kaum haben sie den Familienzuwachs verkraftet, steht der Professor Harry Greenwood vor der Tür, der ihnen als sogenannter Wächter des Lichts offenbart, dass sie magische Kräfte haben und als Hexen die Welt vor dem Untergang retten müssen …

Unterschiede, die verbinden

Originaltitel Charmed
Jahr 2018
Land USA
Episoden 22 in Staffel 1
Genre Fantasy, Mystery, Comedy
Cast Melanie „Mel“ Vera: Melonie Diaz
Margarita „Maggie“ Vera: Sarah Jeffery
Macy Vaughn: Madeleine Mantock
Harry Greenwood: Rupert Evans
Galvin Burdette: Ser`Darius Blain
Niko Hamada: Ellen Tamaki
Parker Craine: Nick Hargrove
Marisol Vera: Valerie Cruz
Alastor Craine: Craig Parker
Charity Callahan: Virginia Williams

Im Mittelpunkt steht das Privatleben der drei Hexenschwestern. Da sie berufliche und beziehungstechnische Schwierigkeiten haben, geraten die Magie und der Kampf gegen Dämonen stellenweise stark in den Hintergrund. Zu Beginn ist natürlich wichtig, dass sie eine Einheit werden. Bei drei Frauen mit komplett verschiedenen Persönlichkeiten kein einfaches Vorhaben. Die älteste Macy Vaughn (Madeleine Mantock, Age Before Beauty) verfügt über die Kraft der Telekinese. Als Wissenschaftlerin in einem Universitätslabor versucht sie am Anfang alles Magische logisch zu erklären. Dies verblasst aber im Lauf der Staffel. Melanie „Mel“ Vera (Melanie Diaz. Gringo), die willensstarke, für Frauenrechte kämpfende mittlere Schwester kann die Zeit anhalten. Sie führt eine Beziehung mit der Polizistin Niko. Die Rolle des typischen Serienteenager, der ständig das Handy in der Hand hat, immer beliebt sein will und dafür auch mit Magie nachhilft, erfüllt die jüngste Margarita „Maggie“ Vera (Sarah Jeffery, Descendants). Sie verfügt über die Gabe des Gedankenlesens. Abwechslung wird jedenfalls schon durch alleine die drei Frauen geboten. Eine tatkräftige Unterstützung bildet der gutaussehende Wächter des Lichts, Harry (Rupert Evans, Hellboy), eine Art Schutzengel-

Kraft der Magie

Denkt man an Hexen und Magie, fallen einem sofort Zaubersprüche ein. Dafür besitzen Macy, Mel und Maggie das Buch der Schatten, in dem sich Zaubersprüche befinden, welche ihnen in vielen Situationen helfen können und sich als lehrreich erweisen. Um einen Großteil dieser Sprüche anwenden zu können, müssen sie vereint sein, denn nur dadurch entsteht die Macht der Drei. Auch ihre individuellen Kräfte, Telekinese, Zeitanhalten und Gedankenlesen sind als Trio am wirkungsvollsten. Diese Fähigkeiten sind bereits zu Beginn sehr mächtig. Nimmt man Mel als Beispiel, kann kurz nach Erhalt ihrer Kräfte bereits alles um sich herum erstarren lassen, auch größere Menschenmengen. Kennt man die Originalserie wirkt dies unglaubwürdig, da Piper am Anfang nur vereinzelte Dinge erstarren lassen kann und dies über acht Staffeln weiter perfektioniert. Beim Reboot kommt der Lerneffekt etwas zu kurz. Dies wird auch im Kampf gegen das Böse deutlich. Da sich die Schwestern von Beginn gegen ihre Feinde widersetzen können, besteht kein Grund, täglich zu üben. Erst gegen Ende der Serie erfahren sie, dass die Quelle des Bösen, ihr Endgegner, ein anderes Kaliber ist und ihre Kraft noch nicht ausreicht.

Original oder Reboot?

Nachdem Charmed – Zauberhafte Hexen über acht Staffeln von 1998 bis 2006 im Fernsehen zu sehen war, sollte ein Reboot her, um der Geschichte neues Leben einzuhauchen. Bereits vor dem US-Start stand die Neuauflage unter starker Kritik. Besonders das von The CW veröffentlichte Pressematerial sorgte nicht nur bei Fans für Unstimmigkeiten. Darin wurde die Serie als wilder, witziger und feministischer als das Original angepriesen. Insbesondere die ehemalige Piper-Darstellerin Holly Marie Combs fühlte sich hierdurch angegriffen, schließlich hätte auch das Original all das vereint. In der Folge kam es zwischen ihr und Sarah Jeffery auf Twitter zu einem mächtigen Kampf. Dadurch stelle sich für viele Fans die Frage, ob sie nicht besser noch einmal acht Staffeln des Originals ansehen sollten, bevor sie in die erste Staffel des Reboots eintauchen.

Ähnlichkeiten sorgen für Unterschiede

Fans der Originals fällt es schwer, keinen Vergleich zu ziehen. Die Grundidee der beiden Versionen ist dieselbe. Drei Schwestern, denen offenbart wird, magische Kräfte zu besitzen. Wie die Halliwells verlieren auch die Veras Familienmitglieder. Eine verlorene Schwester erscheint und ein Wächter des Lichts taucht plötzlich auf. Anstatt drei weißen Frauen stehen im Reboot lateinamerikanische Schwestern, von denen Mel außerdem lesbisch ist, auf der Bildfläche. Dadurch werden auch Themen wie Rassismus und Politik in den Mittelpunkt gerückt. Wichtig ist die Magie und auch hier wurden die Kräfte zu zwei Dritteln aus dem Original übernommen. Telekinese und das Anhalten der Zeit haben Macy und Mel von Prue und Piper geerbt. Maggie kann Gedanken lesen und empfängt keine Visionen wie einst noch Phoebe. Wie man sehen kann, bestehen Ähnlichkeiten zum Original, die allerdings zeitlich in einer anderen Reihenfolge untergebracht sind und temporeicher stattfinden, wodurch Erklärungen etwas auf der Strecke bleiben.

Die Reise geht weiter …

Obwohl der erwartete Erfolg der ersten Staffel ausblieb, wurde eine zweite Staffel beauftragt. Allerdings wird sich unter der Führung von Carter Covington, Liz Kruger und Craig Shapiro einiges ändern. In den USA sank das Zuschauerinteresse im Verlauf der ersten Staffel deutlich. Als Konsequenz wurde beschlossen, das Tempo zu straffen und die Serie in der zweiten Staffel in eine andere Richtung zu lenken. Die Beziehung der Schwestern zueinander sollte in den Hintergrund rücken, dafür kommen übernatürliche Elemente, Dämonen und Monster in den Fokus. Alle drei Schwestern sowie ihr Wächter des Lichts sind wieder mit von der Partie. Hinzu kommt frisches Blut: Poppy Drayton (Amberle aus The Shannara Chronicles) soll zur Hauptbesetzung hinzustoßen. Amerikanische Hexenfans können sich darauf freuen, dass ab Anfang 2020 wieder gezaubert wird. Bis es bei uns soweit ist, kann noch einige Zeit vergehen.

Fazit

Als ich von der Neuauflage von Charmed – Zauberhafte Hexen erfahren habe, war ich hin- und hergerissen. Die Geschichte rund um die Hexen ist eine meiner Lieblingsserien, die ich im Fernsehen verfolgt und mittlerweile auch im Regal stehen habe. Von Anfang an habe ich mich gefragt, ob das Reboot mit dem Original auch nur ansatzweise mithalten kann. Nachdem ich nun 22 Episoden gesehen habe, kann ich klar sagen: Nein. Es gibt nette und auch sympathische Charaktere. Ich habe lange gebraucht, um mich mit den Schwestern anzufreunden. Auch als Team kommen sie zu Beginn nicht glaubwürdig herüber. Sollte ich von den dreien einen Liebling auswählen, wäre das die älteste Schwester Macy. Von den Hexen ist sie auch die einzige, deren Vergangenheit detaillierter gezeigt wird, wodurch man ihre Figur besser kennenlernt. Für einen Charakter hat es sich aber gelohnt, 22 Folgen durchzuhalten: den Wächter des Lichts, Harry. Der Engländer bringt einen extremen Charme mit und sieht in seinem Anzug elegant aus. Im Gegenteil zu den Schwestern, die am Anfang gar nicht mit ihm klar kommen, mag ich ihn vom ersten Auftauchen, was sich auch bis zum Ende hält. Von vornherein war klar, dass ich mir die Staffel nicht entgehen lassen würde, auch wenn sie weit hinter dem Original ist und Dämonen und Monster auf der Strecke bleiben. Im Nachhinein kann ich sagen, dass einmaligen Anschauen reicht. In der Hoffnung auf mehr Action und viele Harry-Auftritte wird die zweite Staffel von mir allerdings eine Chance erhalten.

© Sixx

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