Devil May Cry 3: Dante’s Awakening

Lesezeit: 7 Minuten

Der 8. März 2019 ist weltweit bei vielen Zockern schon rot im Kalender angestrichen, denn dann erscheint endlich die lang erwartete Fortsetzung Devil May Cry 5. Der eine oder andere wird sich zur passenden Vorbereitung die älteren Teile aus dem Hause Capcom zu Gemüte führen. Schließlich müssen die Finger aufgewärmt werden, damit es nicht zu schmerzhaften Verknotungen kommt, wenn es wieder heißt: Jackpot! Wer die Spiele in seiner richtigen Handlungsreihenfolge durchspielt, beginnt mit Devil May Cry 3: Dante’s Awakening. In diesem Teil erfährt der Spieler mehr über Dantes komplizierte Familiengeschichte, prügelt sich so stylisch wie möglich durch Dämonenhorden und darf die frechen Sprüchen des Hauptcharakters genießen.

  

Dante, halb Dämon, halb Mensch, hat gerade seinen neuen, noch namenlosen Laden eröffnet. Sein erster Kunde ist ein mysteriöser Mann namens Arkham. Dieser überbringt eine Botschaft von Dantes Zwillingsbruder Vergil, welches eine Einladung ist. Vergil wartet darauf, dass sein letztes noch lebendes Familienmitglied ihn besucht.Kurz nach Arkhams plötzlichem Verschwinden tauchen Dämonen auf, die Dante kinderleicht besiegt. Während des Kampfes wird jedoch sein Landen völlig ramponiert. So bewaffnet sich der rotgekleidete Weißschopf und macht sich auf den Weg zu dem seltsamen Turm, der plötzlich wie aus dem Nichts in der Stadt erschienen ist. Während Dante sich das Gebilde hinauf durch die Dämonenhorden prügelt, wartet Vergil auf der Spitze des Turms. Beide Brüder tragen ein Andenken von ihrer Mutter, und genau diese beiden braucht Vergil, um das Tor zur Dämonenwelt zu öffnen, welches sich im unteren Teil des Bauwerkes befindet.

Dante und Vergil – die etwas andere Göttliche Komödie

Nach dem von Fans und Kritikern eher schlecht bewerteten zweiten Teil der Devil May Cry-Reihe wandte sich Entwickler Capcom (Resident Evil) storytechnisch den Wurzeln des Dämonenjägers zu. So erfährt der Spieler hier von Dantes jüngeren Jahren, lernt den Zwillingsbruder Vergil kennen und lernt, wie es zur Namensgebung des Shops des Halbdämons kommt. Vergil selbst tauchte zwar schon im ersten Teil der Spielereihe auf, jedoch nur als willenlose Puppe des Dämons Mundus. Es ist daher interessant zu sehen, welche Beziehung die beiden Brüder zueinander haben und wie es zu Vergils Zustand in Devil May Cry kommt. Gut scheint ihr Verhältnis auf jeden Fall nicht zu sein! Schon beim ersten Aufeinandertreffen fließt der rote Lebenssaft ordentlich. Während Vergil als treibende böse Kraft vorgestellt wird, überrascht die Handlung jedoch im Laufe des Spiels. So nimmt sie an Komplexität zu, denn nicht nur die beiden unterschiedlichen Brüder stehen im Zentrum des Geschehens. Dante lernt auf seinem Weg den Turm hinauf die Dämonenjägerin Lady kennen, die es auf Vergils Diener Arkham abgesehen hat. Dieser ist nämlich niemand Geringeres als ihr Vater, der ihre Mutter kaltblütig ermordet hat. Sie will für diese Tat Rache nehmen.

Aber bitte nur stylisch!

Mit Dante zusammen prügelt sich der Spieler hier durch die verschiedenen Ebenen des Turms Temen-ni-gru. Die Levels sind in verschiedene Missionen aufgeteilt, wovon es insgesamt 20 gibt. Wie schon in den vorangegangenen Spieleteilen ist der Halbdämon dabei mit dem Schwert Rebellion, einem Andenken seines Vaters, und seinen zwei Lieblingsschusswaffen Ebony und Ivory bewaffnet. Jedoch wächst das Waffenarsenal im Laufe der Reise weiter an, und so darf mit jeweils zwei verschiedenen Schuss- und Nahkampfwaffen auf die Dämonen eingedroschen werden. Dabei sollte dieses aber so abwechslungsreich wie möglich von statten gehen, denn es werden Stylepunkte vergeben. Diese Punkte fließen in ein Ergebnis ein, welches in der rechten Bildschirmseite eingeblendet wird. Die Skala verläuft von Crazy, Blast, Alright, Sweet, SShowtime zu SSStylish. Am Ende der Mission werden diese Punkte, die benötigte Spielzeit, die verwendeten Objekte und die gefunden roten Kugeln bewertet, die wiederum Bonuspunkte freischaltet. Mit diesen können dann im Shop Verbesserungen für Dantes Werte und dessen Waffen gekauft werden. In den verschiedenen Missionen gilt es nicht nur Dämonen zu töten, sondern auch kleine Rätsel zu lösen. Oft muss der Spieler Gegenstände finden und diese dann an bestimmt Orte bringen. Dabei ist Köpfchen gefragt, denn die Uhr tickt unausweichlich. Herausforderungen warten hier also auf verschiedenen, unterhaltsamen Ebenen.

Dämonische Kraft

Originaltitel Devil May Cry 3
Jahr 2005
Plattform PlayStation 2, Windows, PlayStation 3, Xbox 360, PlayStation 4, Xbox One
Genre Action-Adventure, Hack & Slash
Entwickler Capcom
Publisher Capcom
Spieler 1
USK

Neben dem Wechsel von Waffen kann der Spieler zu Beginn zwischen vier Kampfstilen entscheiden. Trickster ermöglicht ein besseres Ausweichen, Swordmaster coole Moves mit den Nahkampfwaffen, Gunslinger befasst sich mit den Fernwaffen und der Royal Guard mit dem richtigen Blocken. Alle Stile können im Laufe des Spiels durch häufige Anwendung aufgelevelt werden. Für jeden ist also etwas dabei, womit er seinen eigenen Kampfstil verbessern kann. Innerhalb der Missionen kann der Stil an den Götterstatuen gewechselt werden. Es wäre jedoch praktischer, wenn diese mit Tasten schneller gewechselt werden könnten — etwas, das in Devil May Cry 4 eingebaut wurde. Der Wechsel hat den Vorteil, dass der Spieler zum Beispiel bei einem Bosskampf eine andere Strategie anwenden kann. Durch Besiegen dieser werden weitere Stile freigeschaltet. Genauso wird nach dem ersten blutigen Aufeinandertreffen der beiden Brüder Dantes Devil Trigger freigeschaltet. Damit kann sich unser Halbdämon für wenige Minuten in einen richtigen Dämon verwandelt. Seine Kampfkraft steigt dadurch und seine Lebensanzeige lädt sich stetig auf, jedoch verbraucht dieser Modus Dämonenpunkte, die unter der Lebensanzeige abgebildet sind. Durch die immer größer werdende Vielfalt im Kampf lohnt es sich, früherer Level noch einmal durchzuspielen, um ein bessere Bewertung zu bekommen und damit andere Dinge kaufen zu können. Durch Abschluss des Spiels Devil May Cry 3: Dante’s Awakening lassen sich weitere Schwierigkeitsgrad freischalten. Dabei ist schon „normal“ eine harte Nuss, denn oft reichen nur wenige Treffer, um Dante ins Nirwana zu schicken.

Turmbau zu Babel

Optisch präsentiert sich das Spiel in einem düsteren Mix. Da ist es von Vorteil, dass Dantes roter Mantel aus der Masse heraussticht. Allgemein ist der Halbdämon mit der großen Klappe ein gutes Zugpferd, denn ist der eine oder andere Gegner besiegt, erwartet den Zuschauern eine bombastisch in Szene gesetzte Zwischensequenz. Da reitet der Dämonenjäger schon mal auf einer Rakete, fährt mit einem Motorrad senkrecht den Turm hinauf oder weicht im Matrix-Style einem Angriff aus. Reuben Langdon stand via Motion Capture-Verfahren Pate für den Halbdämon und machte seine Sache so gut, dass er diesen Job für Teil vier und auch für Teil fünf übernahm. Das Ganze macht auf jeden Fall viel Laune, und so möchte jeder nur ungerne den Controller beiseite legen. Das Design der Monster ist abwechslungsreich, und auch wenn Dante sich ständig im und um den Turm befindet, sind die Level keinesfalls eintönig geraden. Gerade Temen-ni-gru selbst erinnert stark an den Turm zu Babel und weckt damit die Neugier, was sich noch alles in ihm versteckt. Der Soundtrack von Tetsuya Shibata (Final Fantasy XV) und Kento Hasegawa (Resident Evil: Outbreak) sorgt ebenfalls für die passende Stimmung. Headbangen ist erlaubt!

Die Special Edition

Ein Jahr nach dem Erscheinen des dritten Teils brachte Capcom eine Special Edition heraus. Neben einem angepassten Schwierigkeitsgrad, der das Frustlevel etwas senkte, ist eine der größten Änderungen, dass der Spieler hier auch mit Vergil durch die Level hetzen kann. Dem Zwillingsbruder spendierten des Produzenten ein eigenes Intro, jedoch sind alle anderen Zwischensequenzen in seinem Durchlauf weg. Das ist leider sehr schade, aber es lohnt sich trotzdem mit Vergil zu spielen. Sein Kampfstil unterscheidet sich in einigen Punkten zu dem von Dante und hat daher seinen eigenen Flair. Wer nun neugierig auf das Spiel geworden ist, kann die ersten drei Devil May Cry-Teil in einer HD-Version für verschiedene Konsolen erwerben. Die Ingame-Szenen sind dafür optisch aufpoliert worden, jedoch kommen die Zwischenzenen in ihrer alten 4:3-Optik und weniger höheren Auflösung daher.

Fazit

Devil May Cry 3: Dante’s Awakening Special Edition war damals ein Spontankauf von mir, den ich nicht bereut habe. Ich bin Feuer und Flamme für den hitzigen Dante, der nie um einen Spruch verlegen ist. Es macht schlicht Spaß, sich mit den unterschiedlichen Waffen durch die verschiedenen Dämonensorten zu prügeln und dabei möglichst eine gute Figur abzugeben. Als jemand, der normal im RPG-Bereich unterwegs ist, finde ich es gut, dass Dantes Lebensanzeige und Waffen aufgelevelt werden können. Ohne hätte ich oft alt ausgesehen bei so manchem Gegner! Es macht so auch Laune, vorangegangen Missionen noch einmal zu spielen. Die Rätsel geben dem Ganzen auch noch eine knackige Würze, denn so schlage ich mich nicht nur stumpf durch die Level. Besondere Highlights sind natürlich die Bosskämpfe, bei denen wir für jeden eine besondere Strategie brauchen. Gerade Vergil ist ein nerviger Gegner! Die Story selbst finde ich auch sehr gelungen, da sie doch mit ein paar Überraschungen aufwartet. Und auch Dante entwickelt sich charakterlich weiter. So meint er zu Beginn, er habe keinen Vater, nimmt das aber später zurück.  Ich bin voll und ganz zufrieden mit Devil May Cry 3: Dante’s Awakening und kann das Spiel auch heute noch empfehlen.

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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