The Rental – Tod im Strandhaus

Kennt man: Da fahren zwei Paare in den Urlaub und ab da geht eigentlich alles schief. The Rental – Tod im Strandhaus ist Dave Francos Einstieg ins Regiefach und erzählt von einem Wochenendausflug in eine Strandvilla. Eigentlich könnte alles so schön sein, doch der Vermieter ist fremdenfeindlich und zwischen den Paaren liegt eine Spannung in der Luft, die kein gutes Ende verspricht. 

Charlie (Dan Stevens, The Guest) will mit seiner Geschäftspartnerin Mina (Sheila Vand, 68 Kill) einen gemeinsamen Geschäftserfolg feiern. Da Mina mit seinem Bruder Josh (Jeremy Allen White, Shameless) liiert ist, bietet sich ein Trip zu viert an, zu dem auch Charlies Frau Michelle (Alison Brie, GLOW) mitfährt. An der gemieteten Strandvilla angekommen, macht die Gruppe Bekanntschaft mit dem Hausverwalter Taylor (Toby Huss, Jim Carroll – In den Straßen von New York), der fremdenfeindliche Tendenzen an den Tag legt, was vor allem Mina auf den Magen schlägt. Die Stimmung in der Gruppe droht von Minute zu Minute zu kippen und als ein Geheimnis zwischen zwei Anwesenden ans Licht zu kommen droht, gerät die Situation endgültig außer Kontrolle …

Augen auf beim Duschen

Originaltitel The Rental
Jahr 2020
Land USA
Genre Horror-Thriller
Regie Dave Franco
Cast Charlie: Dan Stevens
Michelle: Alison Brie
Mina Mohammadi: Sheila Vand
Josh: Jeremy Allen White
Taylor: Toby Huss
Laufzeit 88 Minuten
FSK
Veröffentlichung: 14. Mai 2021

Dave Franco ist vor allem als Schauspieler (The Disaster Artist) bekannt, der gerne spaßige Rollen verkörpert. Gemeinsam mit Joe Swanberg (You’re Next) schrieb er das Drehbuch für The Rental, das auch seinen Debüt-Film markiert. Im Groben befasst sich der Film mit der vertraulichen Basis zwischen Mietern und Vermietern, die sich eigentlich bislang nur online kennen. Selbst wenn es nur um einen Wochenendtrip geht: Man weiß nie, bei wem man haust. Ganz so simpel erzählt sich der Film dann aber auch wieder nicht, denn Dave Franco folgt einer Erzählrichtung, die sich im Horrorfilm in der zweiten Hälfte der 2010er durchsetzte: Zwischenmenschliche Beziehungen als Träger der Angst. Als Einflüsse auf sein Regiedebüt nennt er Klassiker wie The ShiningRosemaries Baby, aber auch neuere Filmen wie Hereditary von Ari Aster oder Goodnight Mommy von Severin Fiala und Veronika Franz.  Ein Beziehungsdrama baut sich langsam auf. Da ist eine im Duschkopf installierte Kamera noch die kleinste Sorge, gibt aber den Auslöser für eine Welle an Ereignissen.

Kulisse mit Zauber

Wenn Dave Franco die Situation eskalieren lässt, trifft er die eine oder andere überraschende Entscheidung, die für verlässliche Spannung und hohen Unterhaltungswert sorgt. Dafür nutzt er die großartig gewählte Location, um eine Variation des klassischen Hütten-Horrors zu erzählen und profitiert von dem Platz, den die gemütliche Kulisse bietet. Er umgeht weitgehend die Genre-Krankheit, seine Figuren allzu blöd handeln zu lassen, wenngleich keiner der vier ein wirklicher Sympathieträger ist. Schlimm ist das nicht, da die schauspielerischen Leistungen über dem Genre-Durchschnitt liegen: Dan Stevens gibt den smarten Geschäftsmann mit mehr Fehlern als er zugibt, Sheila Vand mimt eine kluge Wissenschaftlerin, die ebenfalls nicht immer richtig liegt. Alison Brie darf wieder einmal auf einer ganz anderen Flughöhe als der Rest unterwegs sein (Horse Girl lässt grüßen) und Jeremy Allen Whites Josh ist ein aufbrausender Charakter, der Zündstoff bietet. Die Personenkonstellation macht aus Zuschauersicht definitiv Spaß, da sie konfliktbeladen ist. Nur das Finale darf durchaus als streitbar bezeichnet werden. Ganz klar: The Rental ist immer dann am besten, wenn die Handlung einen Richtungswechsel nimmt, den man so nicht erwartet hätte.

Fazit

Bedient man ein nahezu auserzähltes Subgenre, kommt es immer auf die Kleinigkeiten an. Hier ist es die Gefahr, die mit einer Airbnb-Buchung in Verbindung stehen könnte, die für frischen Wind und auch eine reale Angst sorgt. Nicht jede in The Rental getroffene Entscheidung will Sinn ergeben und an einigen Stellen fällt nur allzu deutlich auf, wieviel Potenzial der Film verschenkt. Trotz allem handelt es sich um einen überdurchschnittlichen Debüt-Film von Dave Franco, der es versteht, seine Atmosphäre langsam zu entfalten und auf die Kraft des zwischenmenschlichen Dramas zu setzen. Von Anfang an liegen die Nerven blank, was ungemein dazu beiträgt, dass sich einfach kein Gefühl des Entspannens einschleichen möchte. Davon kann der Film schließlich bis zum Schluss zehren.

© EDEL


Veröffentlichung: 14. Mai 2021

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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