PussyCake – Monster, Musik und Gore!

Eine Girlband auf Tour, was soll da schiefgehen? Eine Menge, wenn es plötzlich nicht mehr um die Musik geht, sondern den Mitgliedern plötzlich kotzende Alien-Zombies ans Leder wollen! Bereits der deutsche Titel von PussyCake – Monster, Musik und Gore! verspricht eine Menge Spaß und fasst perfekt zusammen, was von Pablo Parés’ Film zu erwarten ist. Die argentinische Splatterkomödie erschien am 14. Oktober 2022 hierzulande ungeschnitten direkt auf Blu-ray und DVD. Auf der großen Leinwand gab es den Film auf dem Obscura Filmfest 2022 zu sehen. 

   

Die Karriere der Girl-Rockband Pussycake (verkörpert von Flor Moreno, Anahí Politi, Sofia Rossi, Aldana Ruberto) ist ins Stocken gekommen. Um wieder an alte Zeiten anzuknüpfen, soll eine Tour das Feuer der Fans neu entfachen. Doch so richtig will der Gig einfach nicht zünden. Erst lässt ein Regenschauer alles wortwörtlich ins Waser fallen und dann bleibt auch noch ihr Wagen liegen. Das scheint allerdings das kleinere Problem zu sein, denn wie die jungen Frauen feststellen, sind sie Alien-Zombies ausgeliefert, die eine toxische Substanz speien. War es das? Nein! So soll die Karriere der Gruppe nicht enden und die Mädchen beschließen, den Invasoren den Kampf anzusagen. Ein Bountyhunter ist ebenfalls am Start.

Selten bringt es ein Titel so auf den Punkt

Originaltitel Émesis 
Jahr 2021
Land Argentinien
Genre Splatterkomödie
Regie Pablo Parés
Cast Elle Cake: Macarena Suárez
Sara Cake: Aldana Ruberto
Juli Cake: Sofia Rossi
Sofi Cake: Anahí Politi
Laufzeit 82 Minuten
FSK
Veröffentlichung: 14. Oktober 2022

Seinen Durchbruch als Regisseur hat Pablo Parés Netflix zu verdanken. Der Streamingdienst förderte seinen  Horrorfilm Daemonium, was ihm weitere Türen öffnete. In seinem Heimatland Argentinien hat sich Parés vor allem mit seiner Plaga Zombie-Reihe einen Namen gemacht, die 2021 ihren Abschluss fand. PussyCake ist ein weiteres Zombie-Projekt, welches allerdings als Einzelfilm angelegt ist. Der Originaltitel “Émesis” bedeutet “Erbrechen”, was tief blicken lässt, mit was für einer Art von Zombies es die Mädchen zu tun haben. Der internationale Titel, welcher sich am plakativen Bandnamen orientiert, scheint da allerdings schon stärker auf das männliche Geschlecht abzuzielen, während es der deutsche Zusatztitel “Monster, Musik und Gore!” treffender auf den Punkt bringt. Denn exakt in dieser Kombination lässt sich PussyCake auch auf drei Schlüsselbegriffe herunterbrechen. Ohne zu ausführliche Einführung und langes Geplänkel geht es nämlich los: Der Parasitenbefall setzt rasch ein und stürzt die Gruppe in ein riesiges Chaos.

Gore-Fest mit zu vernachlässigender Erzählform

Viel zur Story gibt es nicht zu sagen. Diese passt auf einen Bierdeckel und ist knapp genug gehalten, um die Zuschauer:innen nicht allzu lange auf das warten zu lassen, wofür man sich einen solchen Film ansieht. Löblich ist die Entscheidung des Drehbuchs, keine der vier Damen zur Hauptfigur zu ernennen. PussyCake lebt davon, ein Ensemblefilm zu sein, was den Band-Gedanken auch so richtig zum Leben erweckt. Zu kurz kommen die einzelnen Bandmitglieder trotzdem nicht, deren Vergangenheit via Rückblenden angerisssen wird. Süß sind die vier, aber echtes Interesse an ihren Schicksalen hält sich in Grenzen. Das schauspielerische Talent reicht gerade so aus, um die nett anzusehenden Musikerinnen zu verkörpern, auf deren Schlagkraft es ankommt. Die flachen Dialoge sind nicht allzu fordernd und somit konzentriert sich die Handlung auf den zentralen Aspekt des Überlebens. Ruhige Momente gibt es trotzdem, denn nicht jedem der Mädchen ist eine glanzvolle Zukunft beschert. In der zweiten Hälfte des Films dürfen Gore-Fans dann jubeln, denn es spritzt das Blut en masse, Körperteile fliegen durch die Prärie und Innereien verstreuen sich quer über dem Boden. Die handgemachten Effekte können sich sehen lassen, was auch für das detailierte Make-up der parasitären Wirte gilt. Böse Zungen würden wohl behaupten, dass die technische Finesse vermutlich mehr Budget als die Gagen der Darstellerinnen beanspruchte, deren Filmografien allesamt überschaubar und knapp ausfallen.

Fazit

PussyCake verspricht Spaß und löst dieses Versprechen auch zu einem Großteil ein. Vorausgesetzt man stürzt sich auch auf genau die drei Zutaten, die der Titel anpreist. Mit launiger Musik, Parasitenekel und schlagkräftigen Bandmitgliedern kommt Freude auf! In Sachen Situationskomik und Humor bleibt viel Luft nach oben. Gore-Freunde jedoch kommen auf ihre Kosten und im Rahmen eines Splatter-Abends oder als Teil einer Trash-Party kann der Film eine gute Figur abgeben. Ein freudiges B-Movie aus Argentinien, das man besser als das bewertet, was es ist – und nicht, was es nicht ist.

© Donau Film


Veröffentlichung: 14. Oktober 2022

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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