Findet Nemo

Wenn es um aufwendig produzierte Animationsfilme geht, dann sind die Pixar Animation Studios vermutlich das erste Unternehmen, das den meisten Menschen einfällt. Seit 2006, nach Übernahme durch Walt Disney unter der neuen Bezeichnung Disney-Pixar laufend, hat das Studio seit seinem ersten Spielfilm Toy Story zahlreiche erfolgreiche Filme produziert. Einer dieser Filme ist der 2003 erschienene Animationsfilm Findet Nemo, der die Zuschauer in eine abenteuerliche Geschichte um zwei Clownfische – einen Vater und seinen Sohn – entführt. Angesiedelt im Pazifischen Ozean und Sydney, hat der Film bis heute immer wieder aufs Neue Menschen begeistert und mit zahlreichem Merchandise die Geldbörsen vieler Eltern erleichtert. Dabei ist die Kernhandlung von Findet Nemo durchaus emotional aufgeladen.

   

Der junge Clownfisch Nemo wird von einem Taucher eingefangen und in das Aquarium einer Zahnarztpraxis verschleppt. Nemos Vater Marlin möchte seinen Sohn um jeden Preis retten und ist bereit, dafür das ganze Meer zu durchqueren. Auf seiner Reise wird er von der vergesslichen Palettendoktorfisch-Dame Dorie begleitet und trifft auf ungeahnte Gefahren, doch egal ob Quallen oder Haie, er ist fest entschlossen, Nemo zu finden und wieder zu sich zu holen!

Marlin, der übervorsorgliche Clownfisch

Originaltitel Finding Nemo
Jahr 2003
Land USA
Genre Animation, Abenteuer, Familie
Regie Andrew Stanton, Lee Unkrich
Cast Nemo: Alexander Gould / Domenic Redl
Marlin: Albert Brooks / Christian Tramitz
Dorie: Ellen DeGeneres / Anke Engelke
Laufzeit 100 Minuten
FSK
Im Handel erhältlich

Die Eröffnungssequenz zeigt zunächst auf traurige Weise, wie es dazu gekommen ist, dass Marlin und Nemo allein leben. Ursprünglich hat sich Marlin mit seiner Partnerin Cora auf zahlreichen Nachwuchs gefreut, doch ein Hechtfisch zerstört das Glück. Cora und fast alle Eier werden gefressen, Marlin findet nur noch ein Ei, aus dem Nemo schlüpfen wird. Durch diese Vergangenheit und die Tatsache, dass Nemos rechte Flosse kleiner und schwächer als gewöhnlich ist, wird Marlin zu einem sehr vorsichtigen und ängstlichen Vater. Als Nemos erster Schultag ansteht, möchte Marlin seinen Sohn am liebsten gar nicht erst gehen lassen. Doch Nemo fühlt sich von der Übervorsorge seines Vaters eingeengt und letzten Endes führt ein Disput (und eine daraus folgende Trotzreaktion von Nemo) zwischen Vater und Sohn zu der tragischen Trennung der beiden.

Marlin und Dorie – ein ikonisches Duo

Der eher ängstliche Marlin ist bereit, für Nemo das gesamte Meer zu durchqueren. Bereits früh trifft er auf die unter “Gedächtnisschwund” leidende Dorie, die ihm bei der Suche helfen möchte. Zunächst ist er nur von ihr genervt, möchte ihr nicht vertrauen und ist auch nicht besonders nett zu ihr. Doch zwischen ihnen entwickelt sich eine rührende Freundschaft, bei der Marlin lernt, anderen zu vertrauen und nicht überall sofort Gefahren zu sehen. Marlin und Dorie treffen auf ihrer Suche zum Beispiel eine vegetarische Selbsthilfegruppe für Haie, einen Schwarm Schildkröten und einen hilfsbereiten Pelikan. Immer wieder wechselt die Handlung zwischen Marlin und Nemo, denn Letzterer wird nach seiner Entführung in das Aquarium einer Zahnarztpraxis in Sydney gesetzt. Zum Glück findet er in den Aquarium-Bewohnern gute Freunde, die ihm helfen möchten, wieder zurück ins Meer zu seinem Vater zu kommen. Jedoch ist dieses Unterfangen ein Rennen gegen die Zeit, denn Nemo wurde nicht einfach als neuer Aquariumfisch gefangen, sondern als Geschenk für die Nichte des Zahnarztes – und die hat schon einen Fisch auf dem Gewissen.

Eine Botschaft für Groß und Klein

Eine wichtige Botschaft des Films ist die Thematik um das Loslassen der eigenen Kinder, womit auch Eltern direkt angesprochen werden. Marlin traut Nemo nichts zu und engt ihn mit seiner Ängstlichkeit in der persönlichen Entwicklung ein. Im Laufe des Films lernt er, seinem Sohn zu vertrauen. Aber tatsächlich erleben Marlin und Nemo selbst ebenso eine persönliche Entwicklung, Nemo fasst mehr Selbstvertrauen und Marlin überwindet seine eigenen Ängste. Natürlich sind auch die für Animationsfilme, die als Zielgruppe Kinder und Familien haben, typischen Themen Freundschaft, Familie und Zusammenhalt wichtige Kernbotschaften von Findet Nemo. Trotz des großen Erfolges des computeranimierten Unterwasser-Abenteuers ist jedoch erst 2016 mit Findet Dorie eine Fortsetzung in den Kinos gestartet, in der die vergessliche Dorie die Hauptrolle inne hat.

Ein in allen Farben erstrahlendes Meer

Findet Nemo feierte seine Premiere ursprünglich am 30. Mai 2003, der deutsche Kinostart erfolgte am 20. November 2003. Damals waren computeranimierte Filme noch nicht gängig, sodass die Animationen des Originals aus heutiger Sicht etwas altbacken wirken. Aber nachdem der Film im Jahre 2012 (2013 in Deutschland) erneut als 3D-Fassung in die Kinos kam, können sich die Animationen durchaus sehen lassen. Darauf folgte auch eine Wiederveröffentlichung als 2D- und 3D-Fassung auf Blu-ray, nachdem der Film zuvor nur als VHS und DVD erhältlich war. In HD ist Findet Nemo nämlich ein wahrer Augenschmaus. Das Korallenriff erstrahlt in zahlreichen Farben, an Nemo und Marlin sind sogar Details wie Schuppen zu erkennen und die Animationen müssen sich vor aktuelleren Disney-Pixar-Werken nicht mehr zwangsläufig verstecken.

Fazit

Findet Nemo ist ein rührender wie spaßiger Animationsfilm, der mit sympathischen Figuren und viel Humor punkten kann. Die Geschichte wird kompakt und spannend erzählt, sodass keine Langeweile aufkommt und ein Abenteuer auf das nächste Abenteuer folgt. Insbesondere gegen Ende der Laufzeit fiebert man als Zuschauer noch einmal besonders mit, wenn es so aussieht, als sei ein Happy End wegen unglücklicher Umstände nicht mehr möglich. Besonders schön sind jedoch die Botschaften des Films. Diese sprechen zwar jeden an, aber mit Marlin als Verkörperung des übervorsorglichen Vaters richtet sich die Geschichte sogar explizit an Eltern, die wie ein Helikopter um ihre Kinder kreisen. Ich selbst habe den Film schon seit frühster Kindheit unzählige Male gesehen und dennoch bereitet mir der Pixar-Film immer wieder Freude, besonders durch die aufregende und doch emotionale Geschichte. Wer gerne Animationsfilme schaut, kann Findet Nemo ohne Bedenken eine Chance geben.

© Disney/Pixar


Im Handel erhältlich:

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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1 Kommentar
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Aki
Aki
12. November 2020 11:19

Oute ich mich mal: Ich finde den Film langweilig ^^`
Ich liebe Animationsfilme aber die Story wolle einfach nicht ziehen bei mir. Wirklich viel lachen konnte ich auch nicht und so richtig weiter festmachen kann ich es auch nicht. Nur dass Findet Nemo nicht mein Fall ist.

So jetzt darf ich gesteinigt werden *sucht in einer Seeanemone schutz*