BNA: Brand New Animal

Mit der Serie Beastars im Programm konnte Netflix bereits einen Hit rund um Tiermenschen verbuchen. Auch die 12-teilige Animeserie BNA: Brand New Animal aus der Schmiede des berühmten Studios Trigger (Kill la Kill) hat Tiermenschen als Protagonisten – wobei ein Mädchen von ihnen eigentlich mal ein Mensch war! Seit dem 30. Juni 2020 können wir der Geschichte der jungen Michiru, die sich eines Tages plötzlich in ein Tanuki-Mädchen (Tanuki = Marderhund) verwandelt, folgen.

In einer Welt, in der neben Menschen auch Tiermenschen existieren, lebt Michiru Kagemori als ein normaler Mensch, bis sie sich ohne Vorwarnung plötzlich in einen Tiermenschen, besser gesagt einen Tanuki-Menschen verwandelt! Michiru ist gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und flieht nach Anima City, der einzigen Stadt, in der Tiermenschen sicher sein sollen. Dort trifft sie den grimmigen Wolfsmenschen Shirou Ogami, mit dem sie fortan untersucht, weshalb sie sich in einen Tiermenschen verwandelt hat, doch bald werden beide in merkwürdige Vorkommnisse verwickelt …

Anima City und seine Schattenseiten

Originaltitel BNA
Jahr 2020
Episoden 12 (in 1 Staffel)
Genre Action, Fantasy
Regie Yoh Yoshinari
Studio Trigger
Seit dem 30. Juni 2020 auf Netflix verfügbar

Der Anime beginnt mit Michiru, die auf ihrem Weg nach Anima City auch mit Tiermenschenjägern Bekanntschaft macht. Somit wird bereits in den ersten Minuten deutlich, dass Tiermenschen in der menschlichen Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert werden und stattdessen Diskriminierung ausgesetzt sind. Michiru hat sich vor ihrem Aufbruch deshalb monatelang in ihrem Zimmer eingesperrt. Umso größer ist die Freude, als sie es mithilfe des Nerzmenschen Marie in die Stadt schafft. Doch bald folgt die Ernüchterung, denn Anima City ist gewiss nicht das “Tiermenschen-Paradies”, denn die Stadt ist durchzogen von Verbrechern und Tiermenschenhändlern, sodass Tiermenschen andere Tiermenschen für Geld verraten. Auch ist die Art, miteinander umzugehen, deutlich brutaler, so wird Baseball auf Leben und Tod gespielt. Dennoch lernt Michiru, die Stadt lieb zu gewinnen und mit dem Wolfsmenschen Shirou hat sie auch eine starke Begleitung. Sie findet im Haus der Tiermenschorganisation ein Zuhause und die Bürgermeisterin  möchte Michiru dabei helfen, einen Weg zu finden, wieder ein Mensch zu werden.

Intoleranz und Religion

BNA spricht durch seine Tiermenschen Themen verschiedene Themen an, die universell auch auf die Realität bezogen werden können. So werden die Tiermenschen nicht toleriert und dass ihnen Bürgerrechte gegeben werden, wird von lautstarken Protesten begleitet. Tiermenschen werden gefürchtet und als gefährlich wahrgenommen. Leider ist dieses Vorurteil nicht ganz unberechtigt, denn das später auftretende Nirvasyl-Syndrom bewirkt, dass sich unter Stress stehende Tiermenschen in unkontrollierbare Monster verwandeln. Aber wie es Menschen quasi in jedem Zeitalter getan haben, so glauben auch die Tiermenschen an einen Gott, den Silberwolf, der allen Tiermenschen in Not helfen soll. So taucht eine religiöse Vereinigung in Anima City auf, deren Gründerin niemand anderes als Michirus beste Freundin zu Menschentagen ist, Nazuna. Sie hat sich kurz vor Michiru in einen Tiermenschen verwandelt und wurde vor Michirus Augen entführt. Doch Michiru muss feststellen, dass Nazuna sich verändert hat, wodurch auch die entfremdete Freundschaft der beiden Mädchen zu einem zentralen Thema der Handlung wird.

Michiru und Nazuna

Doch nicht nur, dass es eigentlich unmöglich sein sollte, dass sich zwei Menschen wie Michiru und Nazuna auf einmal in Tiermenschen verwandeln – sie sind auch keine normalen Tiermenschen. So kann Michiru, die eigentlich ein Tanuki-Mensch ist, Körperteile anderer Tiere annehmen, sodass ihre Beine beispielsweise auf einmal zu Jaguar-Beinen werden oder ihre Arme zu Gorilla-Armen. Auch Nazuna hat die Fähigkeit, sich zu verwandeln und nutzt diese, um den Menschen in Anima City vorzuspielen, sie sei Silberwolf. Dabei tut sich auch die Frage auf, ob es denn so wichtig ist, dass der auftretende Silberwolf echt ist – schließlich schenkt Nazuna den Tiermenschen in Gestalt von Silberwolf Hoffnung. Trotz ernster Thematiken ist die Serie aber auch mit witzigen Momenten gespickt, insbesondere in einer Episode, in der Michiru einem Baseball-Team beitritt.

Zu viel für zwölf Episoden?

So spannend die Welt von BNA ist, so schade ist es, dass zwölf Episoden dafür einfach nicht ausreichen. Bei all den angesprochenen Themen fühlt es sich nach der zwölften Episode an, als hätte man viele dieser Themen nur kurz angeschnitten, ohne wirklich etwas daraus zu machen. Der Haupthandlungstrang wird zwar mit einem bombastischen Finale aufgelöst, aber als Zuschauer hat man das Gefühl, dass irgendwie etwas fehlt. Zudem sind große Teile der Handlung leider sehr vorhersehbar, lediglich ein großer Plot Twist gegen Ende ist nicht einfach erahnbar. BNA hätte sein Potenzial in 24 Episoden vermutlich deutlich besser zur Geltung bringen können.

Unverkennbar ein Trigger-Titel

Ohne Frage, BNA trägt unverkennbar die Handschrift von Studio Trigger, was inbesondere am Design und dem dynamischen Animationsstil deutlich wird. Aber auch die Grimassen und die übertriebenen Actioneinlagen sind typisch für das Studio, sodass sich Fans ihrer vorigen Titel heimisch fühlen werden. Das Opening “Ready To” wie auch das Ending “Night Running” sind sehr gelungen, der restliche Soundtrack ist eher dezent und sticht nicht wirklich hervor. Durch die Auswirkungen der Corona-Krise ist der Titel zum Zeitpunkt dieses Reviews nur im japanischen Original mit Untertiteln verfügbar, aber die deutsche Synchro des Studios SDI Media Berlin wird noch nachgereicht.

Fazit

BNA ist ein sehr unterhaltsamer Anime mit sympathischen Charakteren und einer faszinierenden Welt, bei dem aber leider viel Potenzial auf der Strecke bleibt und dem weitere Episoden mehr Raum zur Entfaltung gegeben hätten. Dennoch macht die Serie viel Spaß und als Fan von Studio Trigger, der Kill la Kill zu seinen Favoriten zählt, hat mich vor allem der Animationsstil sofort angesprochen. Neben den ernsten Themen gibt es auch viele humorvolle Momente, die mich sehr zum Lachen gebracht haben. Insofern gefällt mir BNA zwar durchaus gut, aber man hätte mehr aus der Geschichte holen können. Die Haupthandlung ist zwar wirklich spannend, aber leider auch an vielen Stellen zu vorhersehbar. Dennoch: Wer Studio Trigger und/oder Tiermenschen mag, kommt an BNA nicht vorbei!

© Trigger, Netflix

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Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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