Record of Ragnarok (Staffel 3)
Bei einem Turnier um den Erhalt der Menschheit in Führung zu gehen, heißt noch lange nicht, den Sieg in der Tasche zu haben. Zwei Jahre nach der zweiten Staffel, am 10. Dezember 2025, stiegen in der Anime-Umsetzung von Record of Ragnarok weitere Kämpfer beim Streaming-Riesen Netflix in den Ring. Ob der dritte Streich dabei den spannenden Faden wiederaufnimmt und geschickt weiterspinnt, ist eine gute Frage. Außerdem bestand bei Fans die Hoffnung, dass die Animationen noch einmal etwas besser werden. Die gezeichnete gleichnamige Vorlage ist immerhin eine Augenweide. Wir setzen uns erneut als Reporter in die Arena, dabei werfen wir einen genauen Blick auf Story, Animationen und die deutsche Vertonung. Natürlich halten wir dabei eine Fanflagge für die Menschheit hoch. Wennschon, dennschon!
Mit dem Sieg von Buddha geht das Team Menschheit das erste Mal in der Geschichte des Turniers in Führung. Der Schock sitzt tief bei den Göttern. Daher will niemand geringeres als der Herrscher der Unterwelt, Hades, als nächster in den Ring, denn nach dem Tod seines Bruders Poseidon liegt die Verantwortung beim Ältesten der drei griechischen Götterbrüder. Einem König kann nur ein König entgegentreten. Daher schickt Brünhild den Kaiser Qin Shi Huang. Der Mann, der als erstes das Reich der Mitte unter sich vereinte, setzt sich dem Höllenfürsten mit allem, was er hat, entgegen. Doch egal wie der Kampf ausgeht, die nächsten Kontrahenten stehen sofort bereit. Dabei besitzt nicht nur Beelzebub eine offene Rechnung, vor allem Spartakönig Leonidas hat ein ernstes Hühnchen mit dem Gott Apollo zu rupfen! Während all dem geht Buddha einigen Geheimnissen auf den Grund.
Da tun sich doch ein paar Fragen auf
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| Originaltitel | Shuumatsu no Walküre |
| Jahr | 2025 |
| Episoden | 15 (in Staffel 3) |
| Genre | Action, Drama, Mythologie |
| Regie | Kouichi Hatsumi, |
| Studio | Yumeta Company, Maru Animation |
| 10. Dezember 2025 auf Netflix | |
Mit jedem weiteren Kampf steigt die Spannungskurve weiter nach oben. Schließlich wird die Teilnehmerliste ständig kürzer und dadurch kristallisiert sich fortwährend mehr heraus, welche Partei das Turnier gewinnt. Aber genau da liegt ja die große Frage: Welche wird es schlussendlich sein? Diesbezüglich profitiert die dritte Staffel von Record of Ragnarok stark davon, den späteren Verlauf der Handlung zeigen zu können, denn von der ersten Folge an ist es packend. Doch nebenbei tun sich immer mehr Fragen auf. Die Nebenhandlung mit Sherlock-Buddha ist daher genauso reizvoll wie die Schlagabtäusche in der Arena, so langsam stellt sich zum Beispiel die fesselnde Frage, ob Brünhilds Motive so ehrlich sind oder ob da nicht doch etwas mehr hintersteckt. Das Erscheinen von Teilnehmer Michel Nostradamus gibt auch einige Rätsel auf.. So langsam wird aus der einfachen Handlung eine doch leicht vertrackte, was die Attraktivität an der Geschichte erhöht.
Das Herzstück: die Teilnehmer
Egal was vor, nach und neben der Arena passiert, wer in den Ring steigt, verdient unsere volle Aufmerksamkeit und das zu Recht. Alleine im ersten Kampf stehen sich mit Hades und Qin Shi Huang sehr faszinierende Männer gegenüber, beide mit starken Motiven, die sie zu Sympathieträgern machen. Gerade deswegen verdienen beide den Sieg. Doch es kann nur einen geben, weswegen der Griff zum Taschentuch – ich sage nur Teslas finale Rede – genauso erfolgt, wie die siegreiche Fanfaust, die in die Höhe schnallt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Staffeln sind die Rückblicke kontinuierlich (bis auf der unnütze in der ersten Folge) besser positioniert. Record of Ragnarok zeigt sich allgemein mehr von seiner spielerischen, trickreichen Seite. So hält Beelzebub einige Überraschungen parat und im Fall von Apollo kann der erste Eindruck wirklich sehr täuschen. In Sachen Kampftechniken geht es ebenfalls kreativ zur Sache, wer rechnet nämlich am Anfang der Geschichte mit einem Iron-Man im Ring!
Ein Level-up für die Animationen
Für die dritte Staffel waren wieder einmal zwei Animationsstudios verantwortlich, doch diesmal gesellte sich die koreanische Bilderschmiede Maru Animation zu Yumeta Company (Disney Twisted-Wonderland The Animation). Vielleicht findet sich darin ein Anhaltspunkt, warum der dritte Streich um einiges besser aussieht als seine Vorgänger, es könnte aber auch daran liegen, dass die Serie auf Netflix ihre Quoten erfüllt und es deswegen schlicht und einfach mehr Budget gab. Egal, woran es liegt, das Fanherz freut sich. Endlich kommt richtig Schwung in die Kämpfe. Dass Teslas Mecha-Anzug durch CGI läuft, fällt optisch auf, aber dieser fügt sich gut ins Bild ein und durch die vielen Animationen wirkt der Kampf richtig flott. Nur beim letzten Kampf, bei dem Apollo seine Boxkünste vollführt, bleibt es doch etwas zu statisch. In Sachen Charakter-Design hielten sich die Verantwortlichen nahe an der Vorlage, mussten aber Abstriche machen, ist gerade Qin Shi Huangs aufwendiges Outfit in der Anime-Version deutlich schlichter.
Mit Blick auf eine alternative Sixtinische Kapelle
Während Saori Hayamis mit dem Endingsong „Last breath, Last record“ eine emotionale Hymne schmettert, blicken wir teilweise auf eine etwas andere Decke, die eine herrliche Anspielung an das Kunstwerk von Raffael ist. (Ob der wohl auch in der Arena sitzt?) Der Song selbst ist okay, bleibt aber wenig in Erinnerung. Da sieht es beim Opening von GLAY schon anders aus. „Dead Or Alive“ geht sofort in die Ohren und in Kombination mit den Bildern, ist skippen ein Fauxpas. Alle guten Dinge sind drei. Yasuharu Takanashi (From Old Country Bumpkin to Master Swordsman), der erneut einen abwechslungsreichen Soundtrack schuf, bestätigt das. In Sachen deutscher Vertonung kann sich die Staffel ebenfalls hören lassen. Gerade Xiduo Zhao (Souga in My Hero Academia: Vigilantes) ist ein Glücksgriff für die Rolle als Qin Shi Huang, da er dem Kaiser noch ein paar original chinesische Sätze in den Mund legen kann. Etwas tiefer hätte nur die Stimme von Leonidas sein können. Patrick Zwingmann (Magenzelle in Cells at Work! BLACK) verpasst dem alten Mann eine kratzige Stimme, im Vergleich zur japanischen Tonspur und Hiroshi Shirokuma (Rokon in Yatagarasu: The Raven Does Not Choose Its Master), trifft seine Stimme nicht zu 100 Prozent die Erwartungen bei diesem Charakter.
Fazit
Mal abgesehen von dem Handlungsrückblick in der ersten Folge, der unnütz und ungeschickt Informationen und Figuren vorne wegnimmt, die dann noch einmal in der zweiten Episode auftauchen, macht die dritte Staffel Record of Ragnarok Spaß. Allen voran dank seinen sympathischen Teilnehmern. Diese stehen mit den unterschiedlichsten, ansprechendsten Motivationen im Ring und bekämpfen sich auf kreative Art. Der von Tesla und Beelzebub sticht für mich besonders heraus, da es einige Überraschungen gibt und das Finale emotional einen abholt. Im Gegenzug wirkt der von Apollo und Leonidas wie zwischen zwei Boxhandschuhe gedrückt und nicht ganz logisch. Ein Krieger aus Sparta mit Schild! Das passt. Aber wo bitte ist sein Speer? Der Kampffluss stockt regelrecht immer wieder und das ist schade. In Sachen Animationen gibt es einen gefühlten Quantensprung, was wirklich toll ist und in Sachen Musik bleiben ebenfalls keine Wünsche übrig. Die deutsche und die japanische Vertonung haben ihre Vorzüge, sodass unterm Strich diese die bisher beste Staffel ist.
© Netflix






