JoJo’s Bizarre Adventure: Diamond is Unbreakable

Lesezeit: 8 Minuten

Die Abenteuer der Familie Joestar nehmen kein Ende, denn nach dem Showdown gegen Dio im dritten Teil, geht es schon im vierten Abschnitt JoJo’s Bizarre Adventure: Diamond is Unbreakable weiter. Inzwischen im Jahre 1999 angelangt, ist alles anders: die Welt ist bunter, mit Josuke Higashikata tritt ein neuer JoJo ins Scheinwerferlicht und ein Serienmörder treibt am neuen Schauplatz Morioh City sein Unwesen. Doch das ist nicht alles, denn auch die Charaktere sehen nicht mehr so muskulös aus, wie noch in den vorherigen Staffeln. Was sich allerdings nicht geändert hat, ist die verrückte Geschichte und der Einsatz von Stands. Eines ist klar: an Ideenreichtum mangelt es dem Mangaka Hirohiko Araki nicht und mit einem neuen Hauptbösewicht kommt etwas Abwechslung in die Serie.

    

Seit dem Kampf gegen Dio in Ägypten sind elf Jahre vergangen. Doch zur Ruhe kommt die Familie Joestar nicht, denn in Morioh City befindet sich mit dem ”Bow and Arrow” nicht nur die nächste Bedrohung, sondern auch Josuke Higashikata, der uneheliche Sohn von Joseph Joestar. Am Ende liegt es an Josuke und seinen Freunden, Morioh wieder zu einer friedlichen Stadt zu machen…

Josukes Abenteuer beginnt mit neuen Freunden

Jotaro fährt aus einem guten Grund nach Morioh. Der Haussegen hängt schief, nachdem Suzie Q erfuhr, dass ihr Mann Joseph sie mit einer anderen Frau betrogen hat und Josuke sein 16-jähriger Sohn ist. Auf der Suche nach Josuke trifft er auf den klein gewachsenen Jungen Koichi Hirose. Kurze Zeit später werden die beiden Zeugen, wie ein Junge von vier Schülern aus der Oberklasse wegen seines Outfits niedergemacht wird. Es handelt sich um den gesuchten Josuke. Die Rüpel verletzen dabei nicht nur eine Schildkröte, sondern machen sich auch noch über Josukes Frisur lustig. Doch sehr schnell wird klar, dass er einen Stand besitzt. So heilt er einfach die Schildkröte, als wäre sie nie gegen den Boden geschleudert worden. Es kommt zu einem Kampf, denn Josuke reagiert allergisch darauf, wenn man seine Frisur beleidigt. Manchmal kann aber auch nur die Erwähnung von Frisuren an sich ihn schon zum Explodieren bringen, was Jotaro am eigenen Leib erfahren muss. Das Ganze kann man schon als Running-Gag innerhalb der Serie sehen. Abgesehen davon zeigt sich, dass er einen recht besonnenen Charakter aufweist. Er entschuldigt sich manchmal sogar für Dinge, für die er nichts kann. Wie zum Beispiel, dass er für den Krach zwischen Suzie Q und Joseph verantwortlich ist. Durch das zufällige Treffen auf Jotaro und Koichi, freundet er sich auch mit Koichi an, mit dem er zur Schule geht. Zu den beiden gesellt sich noch ein weiterer Schüler, nämlich Okuyasu Nijimura. Damit ist das Trio vollzählig.

Ein verrückter Mangaka und weitere schräge Charaktere

Originaltitel JoJo no Kimyou na Bouken: Diamond wa Kudakenai
Jahr 2016
Genre Action, Supernatural, Adventure
Episoden 39 (in 1 Staffel)
Regisseur Naokatsu Tsuda, Toshiyuki Kato
Studio David Production

Neben vielen coolen neuen Stands, wie beispielsweise Heaven’s Door mit dem in einem Menschen wie in einem Buch geblättert werden kann, gibt es auch eine Menge interessanter, sympathischer und durchgeknallter Charaktere. Darunter Mangaka Rohan Kishibe, der besonderen Wert auf den realistischen Inhalt seiner Werke legt. Eigentlich eine lobenswerte Einstellung, wenn da nicht die Vorgehensweise wäre, wie er an den Realismusgehalt kommt. Zum Beispiel um zu wissen wie eine Spinne schmeckt, leckt er einfach eine an. Nicht verwunderlich, dass Koichi davon ausgeht, dass Mangakas seltsame Menschen sein müssen, wie er schon aus Gerüchten hörte. Im Verlauf der Geschichte begegnen Josuke und seine Freunde nicht nur Menschen, denn auch ein Alien taucht auf der Erde auf, was anfangs allerdings niemand so recht glauben will. Diamond is Unbreakable zeigt, dass viele Möglichkeiten vorhanden sind. Sogar Geister fehlen hier nicht.

Bedrohungen lauern in Morioh überall

Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem ”Bow and Arrow” um ein Set aus Pfeil und Bogen der Schamanin Enyaba, die in Stardust Crusaders ihren großen Auftritt an der Seite von Dio hatte. Mit diesem Set ist es möglich aus weiteren Menschen Standnutzer zu machen. Am Anfang befindet sich das Set im Besitz des Schülers Keicho. Später wechselt es den Inhaber, was nicht positiv zu sehen ist, wenn es in die falschen Hände gerät. Schließlich können dadurch auch einige bösartige Menschen einen Stand erhalten. Nicht verwunderlich, dass sich Josuke und seine Freunde einem Standnutzer nach dem anderen stellen müssen. Immerhin sind ihnen viele nicht gerade wohlgesonnen. Doch nicht alle haben es auf Josuke abgesehen und so finden sich mit der Zeit auch Verbündete. In Morioh lauert allerdings noch eine andere Gefahr, denn seit einigen Jahren verschwinden Frauen spurlos. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in der Stadt und stellt sich auch als der Hauptbösewicht des vierten Teils heraus. Es handelt sich bei ihm um Yoshikage Kira (später auch unter neuer Identität als Kosaku Kawajiri) , der seinen Fetisch für schöne Frauenhände auslebt und sich nichts weiter als ein ”ruhiges” Leben wünscht, welches er um jeden Preis behalten möchte. Die Jagd auf den Serienmörder erweist sich als gar nicht so leicht, denn dieser ist nicht auf den Kopf gefallen.

JoJo im neuen Gewand

In Diamond is Unbreakable hat sich vieles geändert, so ist hier der neue Stil des Mangaka Hirohiko Araki (Rohan at the Louvre) viel deutlicher zu erkennen, als zuvor. Die Charaktere sehen moderner und die Animationen schöner aus als noch in den vorherigen Staffeln. Die Muskeln sind bei den Männern auch nicht mehr nötig, was eine der größten Änderungen im vierten Teil darstellt. Was durchaus Sinn ergibt, da seit dem dritten Part nur noch mit Stands gekämpft wird. Die Gesichter der Charaktere sehen manchmal aufgrund der Nasen und den Lippen etwas seltsam aus, aber Arakis Zeichenstil aus dem Manga adäquat zu übernehmen, ist eben ein Kunststück. Abgesehen davon kann sich die Arbeit von David Production sehen lassen. Allein von der Optik ist es der gelungenste Abschnitt des langen Animes. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die genutzte Farbpalette, denn in dieser Staffel sind unter anderem nicht nur lila Berge, sondern auch verschiedenfarbige Himmel zu sehen. So fällt der Anime sehr bunt aus, was aber einfach zu diesem Teil passt und ihm einen eigenen Charme verleiht.

Keine CGI-Openings mehr

Während Phantom Blood, Battle Tendency und Stardust Crusaders noch CGI-Openings besitzen, kam es bei Diamond is Unbreakable anders. Hier sind die Intros mit gängigen 2D-Animationen umgesetzt. Für Fans anfangs etwas ungewohnt, aber eine deutliche Verbesserung zu den vorherigen Parts. Das erste Opening wird von The DU gesungen und trägt den Titel “Crazy Noisy Bizarre Town”. Das Lied ist nicht so episch wie seine Vorgänger, ganz im Gegenteil: es klingt so fröhlich, als wäre es für eine Party gedacht. Nicht unbedingt das, was sich die Fans bisher unter JoJo vorstellten, aber letztendlich gar nicht so unpassend. Visuell ist es sehr bunt gehalten und durch die Darstellung kommt beim Zuschauer zumindest gute Laune auf. Beim zweiten Opening handelt es sich nur um eine andere Version von “Crazy Noisy Bizarre Town”, nämlich die EDM Arrange Version. Dagegen geht das dritte Intro “Chase” von Batta in eine ganz andere Richtung, denn die Geschichte des Animes spitzt sich langsam zu. Das Lied ist rockig und auch visuell bietet dieses einen Kontrast zum ersten Vorspann. Den Abschluss macht ”Great Days” von Karen Aoki und Daisuke Hasegawa. Ein sehr stimmungsvoller Song, der leicht Retro wirkt und von vielen Fans als einer der besten JoJo-Songs gehandelt wird. Die Zeile ”1999 bizarre summer” beschreibt Diamond is Unbreakable treffend.

So klingt Morioh City

Auch bei dieser Staffel blieb David Production der Tradition treu und nahm fürs Ending ein internationales Lied. Die australische Popband Savage Garden steuerte ihren Song ”I Want you” aus dem Jahr 1996 bei. Mit Freude gab Darren Hayes, der Sänger der Band, die Genehmigung für die Nutzung, wie er selbst auf Twitter schrieb. Zwar ist das Gesangsstück nicht aus dem Jahr 1999, in dem der Anime spielt, aber immerhin aus den 90ern. Am Ende der letzten Folge gibt es noch ein Spezial-Outro, welches von JO☆UNITED (Hiroaki TOMMY Tominaga, Coda, Jin Hashimoto) gesungen wird und eine Abwandlung von ”Great Days” ist. Allerdings kommt diese Version gesanglich nicht ganz an die Erste heran. Wie schon bei Stardust Crusaders steuerte wieder Yugo Kanno (Psycho-Pass) den Soundtrack bei. Als kleine Highlights erweisen sich unter anderem die Musikstücke ”Killer”, ”Third Bomb”, ”You are my Woman”, ”Another face same mind”, ”Morioh cho Radio” und ”Tragedy”.

Fazit

Beim vierten Teil merkt man sofort, dass er anders ist. Was unter anderem dem Fehlen Dios geschuldet ist. Für mich aber kein Verlust, da ich kein großer Fan von Dio bin. Als Bösewicht hat er seinen Zweck perfekt erfüllt, denn ich kenne nicht viele Charaktere, die an seine Bösartigkeit rankommen. Was mir aufgefallen ist: Diamond is Unbreakable hat ein gewisses Retro-Feeling und das gefällt mir einfach. Allein wenn das Radio in manchen Szenen läuft, macht das gute Laune, abgesehen von der Anfangsszene der ersten Folge, die einem einen Schrecken einjagt. Schließlich wird dort Frühstück mit einer abgeschnittenen Frauenhand zubereitet. Wenn ich so an die vorherigen Teile zurückdenke, kann ich ohne zu Zögern sagen, dass Part 4 mein bisheriger Lieblingsteil ist. Noch nie mochte ich so viele Charaktere wie hier und auch sonst hatte ich sehr viel Spaß an der Geschichte rund um Josuke und seine Freunde. Zwar verläuft der Anfang noch etwas ruhiger und der Hauptbösewicht gibt sich erst in den späteren Folgen zu erkennen, aber ich finde das hat der Serie in keiner Weise geschadet. Es wird sogar im späteren Verlauf noch ziemlich spannend. Letztendlich gefällt mir Yoshikage Kira um einiges besser als Dio, weil dieser einfach menschlicher und unscheinbarer wirkt. Ein Serienmörder, der ebenso in der Realität hätte vorkommen können, wenn man seinen Stand ausblendet. Laut einem Interview ist Kira auch der Lieblingsbösewicht von Hirohiko Araki. Ich fühle mich bei ihm außerdem etwas an Johan Liebert aus Monster erinnert. Ansonsten finde ich, dass Diamond is Unbreakable einen sehr gelungenen Soundtrack aufweist. Besonders liebe ich aber das Opening ”Great Days”. So werde ich schauen ob Golden Wind in musikalischer Hinsicht mithalten kann.

Zweite Meinung:

Diamond is Unbreakable finde ich sehr unterhaltsam, es ist stellenweise schon recht verrückt und spaßig zugleich. Vor allem Josuke und Rohan finde ich sehr lustig, denn Feuer und Wasser ist nichts gegen ihre Beziehung zueinander. Da fackelt auch schon mal das Haus des Mangakas ab. Insgesamt mag ich die Charaktere sehr gerne, sie wachsen einem schnell ans Herz und man wünscht sich einfach, dass sie den Kampf gegen Yoshikage Kira gewinnen. Denn ich muss zugeben, ich mag ihn nicht und werde es auch nie tun. Es gibt keinen wirklich interessanten Ansatz bei ihm und daher reiht er sich bei den langweiligen Bösewichten im JoJo-Universum ein. Ich mag den Antagonisten aus Stone Ocean auch nicht, aber er ist wenigstens deutlich vielschichtiger als Yoshikage. Allerdings finde ich Kiras Stand Killer Queen toll, sowohl von den Fähigkeiten als auch vom Aussehen. Diamond is Unbreakable ist zwar nicht mein Lieblingsteil, aber er hat seinen ganz eigenen Charme, der zu überzeugen weiß und die Jagd nach Yoshikage ist ebenso nicht langweilig.

 

© David Production, Crunchyroll

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Alva Sangai

Alva arbeitet mit viel Papierkram, was nicht unbedingt spannend ist. In ihrer Freizeit sind ihr Anime, Manga und Bollywood-Filme/Serien wichtig. Sie hört sehr gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee darf dabei nicht fehlen, der auch zur Entspannung beiträgt. Besonders Schwarztee mag sie ganz gern. Ansonsten hat sie eine Schwäche für soziopathische Bösewichte, was sich öfters in ihren Lieblingscharakteren widerspiegelt.

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Ayres
Redakteur

Nachdem ich mich nun mit allen Staffeln befasst habe (danke für den Überblick), muss ich sagen, dass ich das Gefühl habe, dass Diamond is Unbreakable am stärksten nach meinem Geschmack ist. Insofern werde ich nach der ersten Staffel dann direkt hiermit weitermachen. Oder gibt es irgendwelche Gründe, aus denen sich diese Reihenfolge nicht empfiehlt?

Taria
Redakteur

Mit dem Überspringen eines Teiles ist es immer so eine Sache, die Teile sind zwar durchaus alleinstehend zu betrachten, aber einige Zusammenhänge können einem entgehen, wenn man aus der Reihenfolge ausbricht. Besonders da hier der Protagonist von Stardust Crusaders auch eine wichtige Rolle einnimmt.