Cencoroll Connect

Weiße Monster, die plötzlich auftauchen und die Stadt verwüsten. Niemand weiß, woher sie kommen und bei der normalen Bevölkerung gelten sie als große Gefahr. Für den Schüler Tetsu jedoch ist Cenco – auch eines der Monster – ein Freund und eine Art Haustier. Tetsus gemütliches Leben mit Cenco wird jedoch durch einen plötzlichen Angriff ganz schön durcheinandergebracht. Trotz des vielen Chaos versucht Tetsu Cenco zu schützen. Ob ihm das gelingt, erzählt der 2019 veröffentlichte Animefilm Cencoroll Connect, der den 2009 veröffentlichten Titel Cencoroll fortführt. Im Rahmen des Japan-Filmfests 2020 vom 19. August bis zum 2. September 2020 konnte Tetsus und Cencos Kampf bequem per Stream geschaut werden.

Cenco ist nicht ein einfaches Haustier. Cenco ist eine mysteriöse weiße Kreatur, die sich in alle mögliche Gegenstände verwandeln kann. Er lebt mit dem Schüler Tetsu zusammen. Beide halten sich von anderen Menschen soweit fern und Cenco zeigt sich eigentlich niemanden bis Tetsus Mitschülerin Yuki auftaucht und ihn entdeckt. Von diesem Moment lässt sie die beiden nicht in Ruhe, doch sie ist Tetsus kleinstes Problem, denn plötzlich taucht der Junge Shu auf, der auch eine weiße Kreatur hat, und Cenco Tetsu wegnehmen will. Damit beginnt der Kampf zwischen Tetsu und Shu, bei welchen nicht nur die Stadt erheblichen Schaden erleidet.

Was sind die weißen Monster?

Originaltitel Cencoroll Connect
Jahr 2019
Laufzeit 75 Minuten
Genre Action, Science-Fiction
Regie Atsuya Uki
Studio Think Corporation

Schon zu Beginn von Cencoroll Connect kommen die weißen Kreaturen vor. Ein sehr großes hat es sich auf dem Dach eines Hochhauses bequem gemacht. Bevor sich Tetsu überlegen kann, was es mit der Kreatur auf sich hat, überschlagen sich die Ereignisse. Yuki findet heraus, dass es Cenco gibt und die drei werden aus heiterem Himmel von einem Jungen angegriffen. Der Junge heißt Shu und scheint es auf Cenco abgesehen zu haben, da dieser die Fähigkeit besitzt, Gegenstände wie Autos oder Waffen zu imitieren. Es scheint so, als hätten die weißen Wesen, die für die normale Bevölkerung als Monster gelten, alle verschiedene Fähigkeiten, welche von einem Menschen, der eine Verbindung mit ihnen hat, gesteuert werden kann. So kann beispielsweise Shus Monster die Verbindung zwischen den weißen Kreaturen und den Menschen kappen und genau das ist sein Ziel. Doch bevor er dies erreicht, verliert Tetsu seinen Arm und Yuki baut eine Verbindung zu Cenco auf. Gemeinsam können sie so Shu vorerst in die Flucht schlagen, doch dieser scheint nicht so schnell aufzugeben und bald müssen Yuki und Tetsu lernen, dass nicht nur Shu hinter ihnen her ist, sondern Shu selbst von einer Forschungsorganisation, die die weißen Monster erforscht, gejagt wird. So werden Yuki, Tetsu und Cenco unweigerlich in diese Kämpfe hineingezogen.

Lass mich bloß in Ruhe

Obwohl die Handlung von Cencoroll Connect schnell einsetzt und wenig über die weißen Kreaturen oder die einzelnen Charaktere erklärt wird, gelingt es trotzdem, Tetsu gut darzustellen. Schon in der ersten Viertelstunde wird deutlich, dass er ein Junge ist, der am liebsten allein gelassen werden möchte. Er scheint keinen Kontakt zu anderen Mitschülern zu haben und mit der Gesellschaft von Cenco zufrieden zu sein – wie er zu Cenco gekommen und wie die Verbindung mit diesem entstanden ist, bleibt in Cencoroll Connect offen. Doch Tetsus ruhiges Leben wird schnell durch Yuki gestört. Yuki ist ein sehr neugieriges Mädchen, welches gar keine Angst vor Cenco hat und auch immer wieder Tetsus abweisende Art übergeht. Stattdessen wird sie in den Kampf zwischen Tetsu, Shu und der Forschungsorganisation mit hineingezogen und schafft es sogar eine Verbindung zu Cenco aufzubauen und ihn zu steuern, obwohl dies überhaupt nicht möglich sein sollte. Von den weiteren handelnden Personen in Cencoroll Connect wird nur wenig gezeigt. Es gibt ein paar Andeutungen, aber ihre Handlungsmotive, beispielsweise warum Shu Tetsu angreift oder er die Forschungseinrichtung verraten hat, bleiben unklar.

Zweiter Animefilm ist geplant

Damit wirft Cencoroll Connect mehr Fragen auf als der Animefilm beantworten kann. Das kann vielleicht daran liegen, dass Cencoroll Connect die Fortsetzung des Animefilms Cencoroll aus dem Jahr 2009 ist. In diesem Film wird erzählt, wie Tetsu zu Cenco kommt, aber auch Teile der Handlung des Filmes aufgegriffen – das Besondere an Cencoroll ist übrigens, dass Regisseur Atsuya Uki diesen Film fast allein produzierte. Auch plant er einen dritten Film über Cenco, Tetsu und Yuki und verspricht, dass dieser Film nicht zehn Jahre (wie Cencoroll Connect) auf sich warten lassen wird. Besonders das Ende von Cencoroll Connect lässt die Vermutung zu, dass die Handlung noch nicht auserzählt ist.

Fazit

Der Anfang von Cencoroll Connect verwirrt sehr, da der Zuschauende direkt in die Handlung geschmissen wird und wenige Erklärungen folgen. Nach einer halben Stunde Eingewöhnung in die Welt ist der Film aber sehr nett. Der reduzierte Zeichenstil im besonderen Maße und ich habe das Gefühl, dass ich einfach eine sehr lange Serienfolge gesehen habe. Das offene Ende ist jedoch nicht zufriedenstellend – deshalb wird hoffentlich ein weiterer Film folgen. Trotzdem sind die Interaktionen zwischen Yuki und Tetsu, der so gar keine Lust auf Gesellschaft hat, sehr lustig und Cenco ist, auch wenn er immer einen stoischen Gesichtsausdruck hat, putzig und besitzt individuelle Charakterzüge.

Zweite Meinung:

Da zwischen den beiden Hälften von Cencoroll Connect ganze zehn Jahre verstrichen sind, lässt sich der optische Unterschied deutlich an den Figuren erkennen. Doch inhaltlich schaffte es der Regisseur, eine fortlaufende Geschichte zu erzählen, die viele faszinierende Elemente verbindet. Monster, eine Geheimgruppierung und Fähigkeiten, die erwachen, und damit einiges an Trubel bringen, klingen nicht nur auf dem Papier einladend. Nein, sie wecken vor allem die Neugier. Eine, die jedoch nicht komplett befriedigt wird. Während im ersten Teil die gewaltigen, kreativen Konfrontationen der formwandelnden Monster im Vordergrund stehen, warten im späteren Verlauf mehr Informationen auf uns. Allerdings bleiben einige Geheimnisse, wie zum Beispiel Testu zu seinem Freund Cenco kommt, im verborgen. Da bleibt zu hoffen, dass das aufgebaute Potenzial im angekündigten dritten Teil vollends ausgeschöpft wird. So macht Cencoroll Connect Spaß und bietet einiges für die Augen, fühlt sich aber von der Story her sehr unvollständig an.

© Peppermint Anime

Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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