Insomniacs After School

Schlaflosigkeit nimmt in Deutschland immer weiter zu, wie Statistiken deutlich belegen. Ein Teil der Deutschen leidet sogar unter schweren Insomnien. Sich im Bett hin und her zu wälzen und nicht einschlafen zu können, erweist sich für viele Betroffenen zu einem Art Alptraum. Dieses Thema geht daher auch nicht spurlos an literarischen Werken vorbei. Die Manga-Schöpferin Makoto Ojiro (Neko no Otera no Chion-san) nimmt sich in ihrem Titel Insomniacs After School ebenfalls diesem Problem an, denn auch in Japan leiden viele Menschen unter Schlafstörungen. Ihre Geschichte dreht sich um den Protagonisten Ganta Nakami, der unter Insomnie leidet und in dem Mädchen Isaki Magari eine Gleichgesinnte findet. Die gemeinsame Lösung zu ihrem Leid ist schnell gefunden, denn sie machen die Nacht zu ihrem Freund. Den Kampf der beiden gegen die Insomnie kann die Leserschaft seit Mai 2022 verfolgen, denn Carlsen Manga veröffentlicht das Werk für die hiesigen Bücherregale. Die Fans dürfen sich zudem auf eine Anime-Adaption freuen, die in Japan für 2023 angekündigt wurde und von Studio Liden Films (Tokyo Revengers) produziert wird.

   

Der Junge Ganta Nakami fühlt sich ständig erschöpft und gestresst, denn er leidet unter Insomnie. Bei seinen Klassenkameraden ist er nicht gerade beliebt, denn seine gereizte Art, die auf die Schlafstörungen zurückzuführen ist, sorgt für diesen Umstand. Die Nächte verbringt Ganta ohne Schlaf, denn er kriegt schlichtweg kein Auge zu. Doch bei den Vorbereitungen für das Kulturfest der Schule, stößt er auf ein verlassenes Observatorium. Dadurch das der Ort recht abgeschieden und ruhig ist, stellt er sich als der perfekte Schlafplatz heraus. Überrascht muss Ganta jedoch feststellen, dass schon seine Klassenkameradin Isaki Magari dort schläft. Anders als er stellt sie eine beliebte und fröhliche Schülerin dar, die aber unter dem selben Problem leidet, nämlich der Insomnie. Die beiden beschließen das Observatorium zu ihrem gemeinsamen Schlafplatz zu machen. So erwecken sie den Astronomieclub wieder ins Leben und widmen sich neuen Hobbys. Dabei entdecken sie neue Gefühle und kommen sich immer näher …

Eine Begegnung im Observatorium

Originaltitel Kimi wa Houkago Insomnia
Jahr 2019
Band 1 / ?
Genre Komödie, Romanze, School Life
Mangaka Makoto Ojiro
Verlag Carlsen Manga (2022)
Veröffentlichung: 3. Mai 2022

Zunächst wird das Scheinwerferlicht auf den Hauptcharakter Ganta Nakami fokussiert, welcher von negativen Gedanken und Sorgen geplagt ist. Der mangelnde Schlaf macht sich bei ihm bemerkbar und seine Klassenkameraden halten ihn für arrogant und mürrisch. Während seine Mitschüler vor Energie strotzen, liegt er in der Ecke und kann sich zu gar nichts überwinden. Trotzdem wird er nicht verschont und muss für das Kulturfest Kartons holen. In dieser Situation zeigt nur sein Freund Ukegawa Verständnis, denn er ist der einzige, der von seinem Problem weiß. Als Ganta ins Observatorium geht, welches nur noch als Lager genutzt wird, findet er sofort gefallen an dem stillen Raum. Doch seine Klassenkameradin Isaki Magari hat den Platz schon vor ihm für sich entdeckt. Zumal sie ein Gerücht streute, um dort ungestört zu verbleiben. Allerdings gibt es hierbei keinen Konflikt um den Schlafplatz, da Isaki und Ganta bereit sind, miteinander zu teilen. Aber kein Wunder, denn sie sind Gleichgesinnte.

Die Nächte anders verbringen

Isaki und Ganta haben beide ihre Gründe, warum sie niemandem von ihrer Schlaflosigkeit erzählen. So möchte Isaki nicht, dass sich andere um sie Sorgen machen. Ganta möchte hingegen nicht, dass seine Mitschüler wissen, dass er ein Problem hat. Isaki beschließt mit Ganta die Nächte spannender zu verbringen, anstatt sich Zuhause im Bett rumzuquälen. Zu Zweit schlendern sie Nachts durch die Straßen und entdecken dabei neue Hobbys. In der Schule ziehen sie sich dann immer gemeinsam ins Observatorium zurück, wovon ihre Klassenkameraden jedoch nichts mitbekommen sollen. Die Chemie zwischen den Figuren entwickelt sich dabei hervorragend und das da mehr als nur freundschaftliche Gefühle im Spiel sind, liegt auf der Hand. Zumal Isaki ohne Ganta nicht schlafen kann und sich immer mehr zu ihm hingezogen fühlt.

Eine Überraschung im Manga-Segment

Insomniacs After School widmet sich einem durchaus aktuellen und ernsten Thema, da immer mehr Menschen weltweit mit Schlafstörungen zu kämpfen haben. Zudem hat die Schlaflosigkeit seit dem digitalen Zeitalter, aber auch durch Schichtarbeit deutlich zugenommen. Dabei beeinträchtigt der Schlafmangel die Betroffenen nicht nur im Alltag, sondern macht auf Dauer krank. Mangaka Makoto Ojiro widmet sich damit einem noch recht unverbrauchten Thema, welches noch nicht allzu üblich im Manga-Segment ist. Jedoch wird Ojiro mit ihrem Werk mit Sicherheit vielen Betroffenen aus der Seele sprechen. Außerdem kann die Serie dazu motivieren, die Nächte etwas anders zu gestalten, um nicht zu verzweifeln. Sonst pflegt die Mangaka ein angenehmes Erzähltempo, bei dem sie sich genug Zeit für die Figuren nimmt. Von Kapitel zu Kapitel schafft sie es, die Leserschaft im ersten Band auf ihre Seite zu ziehen und die Charaktere sympathisch und greifbar darzustellen. Die Zeichnungen hinterlassen dabei einen sauberen sowie zarten Eindruck. Als Besonderheit und passend zur Geschichte hat Carlsen Manga der Serie einen Glow-in-the-Dark-Effekt spendiert. Dieser ist jedoch nur Bestandteil der ersten Auflage.

Erster Eindruck

Die Hauptcharaktere Ganta und Isaki geben ein lebensnahes und sympathisches Duo ab. Sie packen ihr Problem mit der Schlaflosigkeit an, denn anstatt im Bett zu liegen und sich hin und her zu wälzen, finden sie einen schöneren Weg, die Nächte zu verbringen. Die Kapitel wissen dabei gut zu unterhalten und auch zu motivieren. Es wird in den nächsten Bänden sicher spannend zu verfolgen sein, wie sich die Beziehung der Hauptfiguren entwickeln wird und ob die Klassenkameraden hinter ihr Geheimnis kommen. Mit einigen weiteren Nebenfiguren kann man ebenso rechnen. Ich musste bei Insomniacs After School direkt an das Lied “Begin the Night” der japanischen Band Picasso denken, denn es passt atmosphärisch einfach hervorragend zu dem Titel und spiegelt exakt das gleiche wohlige Gefühl wieder, welches ich beim Lesen der Kapitel hatte. Der erste Band macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Ich kann den Titel allen empfehlen, die außergewöhnliche und romantische Geschichten mögen, die den Stempel “Feel Good” tragen.


Veröffentlichung: 3. Mai 2022

Alva Sangai

Alva Sangai beschäftigt sich in ihrer Freizeit gerne mit Medien verschiedenster Art. Egal, ob Serien, Filme, Anime oder Manga. Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Land die Produktionen stammen, denn Alva ist da sehr weltoffen. Des Weiteren hört sie gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee oder ein Cappuccino darf dabei natürlich nicht fehlen. Nebenbei beschäftigt sich Alva mit den vielen Funktionen von Clip Studio Paint EX, denn sie möchte sich in der Zukunft an einem Web-Comic versuchen. Der Name Alva Sangai setzt sich aus dem Vornamen der Protagonistin ihrer ersten längeren Geschichte, sowie ”Sangai”, Hirschen die nur in Manipur (Indien) zu finden sind, zusammen. Sangai spielt also auf ihre Bollywood-Artikel an.

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