Fushigi no Kuni no Bird

Isabella Lucy Bird ist für die Meiji-Periode (1868-1912) bereits eine sehr emanzipierte Frau, die mehrere Abenteuerreisen in andere Länder unternommen und darüber Bücher geschrieben hat. 1878 unternahm sie ihre Reise nach Japan und hielt ihre Erlebnisse in ihrem Buch Unbetretene Pfade in Japan fest. Fushigi no Kuni no Bird von Taiga Sassa setzt die spannende Geschichte dieser beeindruckenden Frau um und zeigt gleichzeitig das alte Japan im Umbruch.

 

Isabella Bird hat schon viele Abenteuer hinter sich und dieses Mal ist ihr Ziel Japan, genau genommen Hokkaido. Allerdings beherrscht sie die Sprache nicht und die Reise ist nicht ganz ungefährlich, weshalb sie nach einem Führer und Übersetzer sucht. So trifft sie den jungen Mann Tsurukichi Itou, der zwar keine Referenzen vorzuweisen hat, aber durch sein Können bei einer Führung durch Kyoto überzeugt. Während alle anderen Bewerber zwar Empfehlungen besitzen, aber kaum als Übersetzer oder gar als Führer nach Hokkaido taugen. Daher entschließt sich Isabella sofort den jungen Mann zu engagieren und beide begeben sich auf eine beschwerliche Reise durch Japan. Dabei ist Tsurukichi sehr geduldig mit der wissbegierigen Engländerin und erklärt ihr alles, was sie wissen will. Da sie keinerlei Kenntnisse über das Land, die Kultur und Gepflogenheiten besitzt, ist für sie alles fremd und neuartig.

Das Wunderland Japan

Originaltitel Fushigi no Kuni no Bird
Jahr 2013
Band 1 / ?
Genre Abenteuer, Historie
Mangaka Taiga Sassa
Verlag Enterbrain
bislang keine deutsche Veröffentlichung

Isabella steht vor vielen Herausforderungen, denn die japanische Lebensweise ist komplett anders als ihre eigene. Sie muss weitestgehend auf Fleisch verzichten, zudem sind Ausländer in den Landesinneren ein eher seltener Anblick, weshalb sie die neugierigen Blicke der Einheimischen unweigerlich auf sich zieht. Selbst beim Umziehen hat sie wenig Ruhe. Natürlich sind die Wohnumstände gerade im ländlichen Bereich auch nicht das Wahre, so wird Isabella nicht nur von Stechmücken geplagt, sondern noch zusätzlich von Flöhen. Das Wasser in den Brunnen ist alles, nur nicht sauber und kann jemanden krank machen. Aber sie bewundert dennoch die Tempel und auch die Art und Weise wie die Menschen ihr Leben bestreiten. Etwas, was viele andere Ausländer nicht tun, sie verhalten sich respektlos. Da wird die einheimische Bevölkerung auch als Affen bezeichnet und die Schnitzereien als hässlich abgestempelt.

Respekt gegenüber dem Unbekannten

Fushigi no Kuni no Bird zeigt eine willensstarke Frau, die ihren Weg durch sämtliche Widrigkeiten bahnt. Sie zeigt Respekt und Begeisterung für andere Kulturen und Lebensweisen, während viele andere ihrer Landsleute eher darauf herabsehen. Aber dann noch so respektlos sind, dass sie in den Büchern von Isabella eine Erwähnung ihrer Person erhoffen. Daher machen sie für die Reise eher unpraktische Geschenke oder reden im Beisein von Isabella schlecht über ihren Reiseführer Tsurukichi. Daher zeugt es von besonderer Stärke, dass sie zu ihm hält und sogar auf ein Festmahl mit viel Fleisch verzichtet. Sie akzeptiert auch Bräuche, die sie nicht gut findet. Für sie werden Kinder, wie im Fall des Mädchens Oharu, viel zu schnell als Erwachsene behandelt. Denn Mädchen gelten ab ihrer ersten Menstruation als erwachsen und dies mit zwölf oder 13 Jahren.

Erster Eindruck

Der erste Band von Fushigi no Kuni no Bird gefällt mir ganz gut und ich finde es besonders interessant, dass er auf dem Buch basiert, welches Isabella Bird damals über ihre Reise geschrieben hat. Gleichzeitig lernt man auch etwas über Japan in der Meiji-Zeit und das mal aus einer etwas anderen Sichtweise. Denn in den meisten Werken über diese Epoche wird eher aus dem japanischen Blickwinkel erzählt. Daher ist Isabellas Betrachtungsweise wirklich sehr erfrischend, ihre Neugier kommt gut zur Geltung und gleichzeitig schätzt sie die Menschen aus diesem fremden Land sehr. Aber es wird dadurch umso deutlicher, dass eben nicht jeder westliche Besucher ihre Ansichten teilt. Fushigi no Kuni no Bird ist für Japan-Interessierte besonders empfehlenswert, an den Zeichnungen gibt es an und für sich auch nichts auszusetzen.

© Enterbrain

Taria

Taria arbeitet seit einigen Jahren für einen großen Automobilzulieferer in der Produktion. Abseits von der Arbeit beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit vor allem mit Manga, Animes und Videospielen, in diesen Bereichen hat sie genretechnisch einen sehr breiten Geschmack bewiesen. Weiterhin sammelt sie gerne Figuren und anderes Merchandise von den Serien Gintama und JoJo's Bizarre Adventures.

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