X-Men Gold (Band 1)

Der Krieg gegen die Inhumans ist vorüber. Nachdem Medusa das Terigen zerstört hat, wird Kitty Pride die neue Anführerin der X-Men. In X-Men Gold stellt sich das einstige Küken einer neuen Verantwortung und will unter Beweis stellen, dass sie würdig ist, die Führung zu übernehmen. Bunter zusammengestellt könnte das Team nicht sein: Old Man Logan, Nightcrawler, Storm, Colossus und Rachel Grey-Summers. Panini Comics veröffentlicht die Reihe seit Januar 2018, in den USA startete der Titel neun Monate zuvor. Die Story stammt dieses Mal von TV-Autor Marc Guggenheim (Arrow).

Wieder einmal ist das Vertrauen der Menschheit in die Mutanten erschüttert worden. Der Krieg gegen die Inhumans hat großes Chaos angerichtet. Und dann ist da noch die populistische Lydia Nance, ihres Zeichens Sprecherin der Heritage-Initiative, die Mutanten für nahezu alles verantwortlich macht. Die X-Men sind Feindseligkeit seitens der Bevölkerung ausgesetzt, dabei wollen sie nur ihres Amtes walten: helfen und beschützen. Neben der personellen Organisation der Gruppe eine weitere Herausforderung für Kitty Pride.

Ein Band, zwei Geschichten

Originaltitel X-Men Gold Vol. 1
Jahr 2017
Land USA
Genre Action, Superpowers
Zeichner Ardian Syaf, R.B. Silva, Ken Lashley
Verlag Panini Comics (2018)

Der erste Sammelband besteht aus den Comic-Ausgaben 1 bis 6. Inhaltlich findet eine Zweiteilung statt: Auf der einen Seite treffen die X-Men auf die Bruderschaft der bösen Mutanten und auf der anderen Seite ist da Gambit, der auf die Hilfe der X-Men angewiesen ist. Im Spotlight des Bandes stehen zwei Charaktere: Kitty und Logan. Andere X-Men dagegen überzeugen eher in Actionszenen als in Charaktermomenten. Dort kommen vor allem auch neue Fähigkeiten zum Tragen. Eine weitere Erscheinung, die für den Leser von großem Interesse ist: Rachel Grey-Summers. Die Tochter von Cyclops und Jean Grey aus der Parallelzeiten-Story Days of Future Past tritt in die Fußstapfen ihrer bekannten Eltern. Ganz neu ist die Aufstellung aber nicht ganz: Bereits in den 80ern arbeiteten Kitty, Kurt und Rachel miteinander als Excalibur, eine britische Superheldentruppe. Dies wird zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb einer Annual Ausgabe noch einmal aufgegriffen.

Antisemitische Botschaften

Bei beiden Geschichten waren verschiedene Zeichner am Werk. R.B. Silva zeichnet sich für die Bruderschaft der Mutanten verantwortlich, deren Optik von starken Kontrasten und vielen Details geprägt ist. Ardian Syafs Zeichenstil hingegen ist einfach gehalten. Er arbeitet mit klaren Panels und leichten Formen. Sein Part zog auch gleich einen Mini-Skandal mit sich: Der Indonesier hat proislamistische Anspielungen eingebaut. Diese Anspielungen sind im ursprünglichen Kontext offensichtlich und Ardian Syaf bestreitet die Vorwürfe nicht. Nur extremistisch sei das alles nicht gemeint. Zuviel für Marvel, der Zeichner wurde in Folge dessen gefeuert.

Erster Eindruck:

Marc Guggenheim erschafft ein vielversprechendes Szenario. Die bunte und ungewöhnliche Mutantengruppe aus verschiedenen Zeitsträngen muss sich als Team zwar noch finden, wirkt allerdings auch sehr frisch und unverbraucht. Der Einbezug von Populismus ist zeitgemäß und sorgt für eine besondere Würze.

 

 

 

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Misato
5. April 2018 23:59

Meine größte Hoffnung ist vor allem, dass Marvel nicht nächstes Jahr schon wieder mit einer neuen Nummer 1 beginnt und dass dieses Farbschema der Titel einfach länger durchgezogen wird, wobei Gold hier klar der Haupttitel ist, der einst Uncanny X-Men war. Wobei es für neue und sporadische Leser sicher reizvoll ist, da es leichter erscheint einzusteigen. Obwohl die Figuren so oder so mit Jahrzehnten an Backstory rumlaufen. Dank Wikipedia & Co kann man sich heutzutage aber viel leichter einlesen als jemals zuvor.

Dank der ausgewählten Charas hat mich X-Men Gold ganz schnell angesprochen. Nightcrawler ist immerhin mein männlicher Liebling und Kitty und Rachel sind in meiner Top 5 dabei. Das zwischenmenschliche – zwischenmutantische?? – ist mindestens genauso wichtig wie die Story an sich und die kurzen Momente, die man hier so bekommt, konnten überzeugen. Dürfen halt gern mehr werden.

Manchmal erscheint es fast erzwungen, dass in dieser Welt voller Avengers, Inhumans und allen anderen Superhelden die Mutanten gehasst werden. Sie sind ja nicht die einzigen, die besondere Kräfte haben/anders sind. Aber den Ansatz hier zu Beginn kann ich gut nachvollziehen. Grade für einen Politiker bietet es sich an auf einem Sündenbock rumzutrampeln und weiterhin Hetze zu betreiben. Egal wie albern es sein mag. Im Grunde schon wieder erschreckend real.
Umso trauriger ist diese Sache mit den vom Zeichner versteckten Symbolen. Das merkt man auch nur, wenn man es weiß, aber sowas kommt einem nicht zufällig aufs Papier.

Misato
Antwort an  Ayres
8. April 2018 20:58

IvX war reines Event, auf das man lange, lange hingearbeitet hatte. Dazu gehört als extra Vorgeschichte auch Death of X (bei Panini mit Beititel Die Rache der Mutanten versehen). Es gab im Marvelverse einen Zeitsprung und Cyclops war einfach weg und wirklich jeder hat auf ihm rumgehackt als hätte er ein super schlimmes Verbrechen begangen. In DoX stellt sich die Geschichte aber anders dar (ich bin voll auf der Seite von Scott/Emma, abgesehen von dem super dämlichen Finale in IvX, da wurde Emma von den Autoren mies behandelt). Naja, für die Mutanten lief die Zeit wegen des Terrigen halt ab und im Grunde herrschte wie üblich super schlechte Kommunikation und so kamen wir zu IvX als großem Clash.

Bei einigen Sachen muss man bei den ewig laufenden Superhelden auch nachsichtig sein. Als die Mutanten eingeführt wurden gab es eine handvoll Figuren. Die Helden hatten alle schön hübsch ihre Origin Story und es machte Sinn, warum die zumeist als Helden gefeiert wurden. Die Mutanten waren eine gute Möglichkeit der Bedrohung und dieses anders-sein konnte ausgespielt werden. Diente ja auch vor allem als Metapher (in den 60ern vor allem für die Bürgerrechtsbewegung). Mutanten erleben Rassismus, die X-Men sind Helden, die Leser sollen sich mit ihnen identifizieren und es wird Sozialkritik geübt. Irgendwann war das der allerwichtigste Aufhänger für den Titel und das kann man nicht dauerhaft entziehen.

Bei Spider-Man ist es vor allem die Hetze von J. Jonah Jameson, die einfach den Schlagzeilen dient. Da gibt’s ein bisschen Medienschelte und man sieht im Laufe der Zeit, wie die öffentliche Meinung gelenkt wird.
Bei Mutanten wurde es grundsätzlich politischer. Und jetzt muss man wohl damit leben, dass die Welt sich allgemein quasi drauf geeinigt hat, dass Mutanten erstmal was schlechtes sind. Da wird dann die Angst geschürt, dass der Homo Superior den Homo Sapiens ausrottet!!11elf (Man denkt sich dann, das wäre weit hergeholt, aber wie einige beim Anblick eines Kopftuches in der Fußgängerzone gleich von Islamisierung reden…………) Manchmal macht das Konzept innerhalb des Marvelverses scheinbar wenig Sinn, aber gleichzeitig ist die Symbolkraft mit dem Übertragen echter Probleme noch da. Aber zwischendrin dürfen die X-Men auch mal ins Weltall düsen oder sich mit Monstern kloppen.

Lustigerweise haben immer mehr X-Men einen Avenger Ausweis. Storm, Beast, Wolverine, Cannonball, Sunspot, Rogue…