Game of Thrones Spurensuche Teil 1: Malta

Lesezeit: 4 Minuten

So mancher Game of Thrones -Fan hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur die Bücher und die Serie zu suchten sowie sämtliches Merchandise in seinen Besitz zu bekommen, sondern auch selbst die Orte aufzusuchen, an denen die erfolgreiche HBO-Serie entstanden ist. Die Drehorte verteilen sich weltweit. So wurde in zahlreichen Ländern gedreht: Spanien, Kroatien, Malta, Marokko, Island, Schottland und Nordirland. Mittlerweile findet man im Internet einige Game of Thrones-Reiseführer, die die Drehorte für das jeweilige Land genau auflisten. In Teil 1 nehme ich euch mit auf den wunderschönen Inselstaat Malta.

Ich muss zugeben, dass ich mehr oder weniger zufällig über die Drehorte auf Malta gestolpert bin. Als ich über Silvester 2017 auf der Insel im Mittelmeer war, war mein primäres Ziel nicht, mich auf die Spuren von John Snow & Co. zu begeben, sondern einfach dem kalten Wetter in Deutschland zu entfliehen und ein bisschen Meeresluft zu schnuppern. Bevor ich mir aber eine Stadt bzw. generell ein Land ansehe, informiere ich mich gerne vorher, was es denn Sehenswertes gibt. Da wir kein Mietauto hatten und mit den öffentlichen Bussen fahren mussten, war es für uns sowieso unerlässlich, dass wir schauen, welche Städte für uns überhaupt in Frage kommen. Dabei stießen wir dann schnell auf die Game of Thrones-Drehorte, die sich überall auf der Insel verteilen. Insgesamt kann man sich zehn Orte ansehen. Zeitlich und auch logistisch haben wir das aber leider nicht geschafft. Deswegen beschränke ich mich an dieser Stelle auf drei Drehorte, die auch unabhängig von Game of Thrones mehr als sehenswert sind.

Mdina – die Stadt ohne Autos

Mdina ist eine der schönsten Städte, die ich bisher besichtigen durfte. Sobald man durch das mittelalterliche Tor schreitet, befindet man sich fernab von jeglichem Straßenlärm, denn in der Stadt sind Autos verboten – zumindest größtenteils. Das hat zur Folge, dass man sich wirklich in eine andere Zeit versetzt fühlt und man das Mittelalterflair, das Mdina ausstrahlt und ausmacht, vollkommen in sich aufnehmen kann. Von der Touristenmenge wird man leider auch hier nicht verschont. Allerdings trägt die Stadt auch den Beinamen “Die stille Stadt”, denn abends ist sie fast menschenleer und die meisten Menschen kommen nur für einen Tag vorbei. Restaurants und Hotels gibt es hier kaum und Mdina hat nur 236 Einwohner. Game of Thrones-Fans dürften das Stadttor und die Brücke sofort erkennen: Wir befinden uns in “Königsmund” und dürfen hier wie Kleinfinger, die Lannisters & Co. durch die Straßen schlendern. Gedreht wurde nicht nur am Tor selbst, sondern auch an mehreren Orten in der Stadt. So befindet sich unter anderem das Bordell von Lord Baelish hier. Wenn man so durch die schmalen Gassen wandert, versteht man sofort, wieso man sich für Mdina als Drehort entschieden hat. Es bietet alles, was man für ein mittelalterliches Setting braucht und das ohne groß die Kulisse dafür vorbereiten zu müssen. Mdina ist ein kleiner Traum, in dem die Zeit stillzustehen scheint.

Valletta – Mittelalter trifft auf Moderne

Valletta ist moderner und lebendiger als Mdina. Es ist um einiges lauter und natürlich auch größer. Und dennoch kann man sich auch hier dem mittelalterlichen Charme kaum entziehen. Verlässt man einmal die große Hauptstraße, findet man sich in ebenso schmalen Gassen wieder; die Häuser unwahrscheinlich hoch und wunderschön; das Meer direkt vor der Nase. Da wirkten die übertrieben vielen Weihnachtsbeleuchtungen fast fehl am Platz, obwohl wir von dem Lichtermeer trotzdem sehr fasziniert waren. An Silvester füllt sich die Stadt mit so vielen Menschen (gefühlt mit sämtlichen Einwohnern und Touristen der Insel), dass uns erst, eingequetscht zwischen Feierlustigen, so richtig bewusst wurde, wie klein Valletta dann aber doch tatsächlich ist. Auf unserer Game of Thrones-Spurensuche stießen wir auf die “Eagle Street”, die unscheinbar und leicht zu übersehen ist. Stellt man sich aber an den Fuß der Treppe, hat man schnell die entsprechende Szene im Kopf: Arya, die in Königsmund eine Taube gegen Brot eintauschen will. Valletta sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Es wurde zurecht zur Kulturhauptstadt Europas 2018 gewählt. Übrigens ist Valletta auch die kleinste europäische Hauptstadt mit nur knapp 6000 Einwohnern.

Azure Window – ein zerstörtes Stück Natur

Gozo ist die Nachbarinsel von Malta und für Tagesausflüge mit der Fähre zu erreichen. Wir waren leider nicht selbst auf Gozo, da wir es zeitlich nicht mehr geschafft haben bzw. eine der angebotenen Touren nicht buchen wollten, da es im Januar doch recht frisch war. Wir würden aber im Sommer auf jeden Fall noch einmal gerne wiederkommen und vielleicht dann direkt auf Gozo eine Unterkunft buchen. Auf der Schwesterninsel konnte man bis 2012 das “Azure Window” bewundern. Leider ist es durch einen Sturm vollkommen zerstört worden und eingestürzt. Für die Game of Thrones-Dreharbeiten diente es als Kulisse für die Hochzeit von Daenerys Targaryen und Khal Drogo. Sehr bedauerlich, dass man die Felsformation nie wieder bewundern kann. Nicht nur als Hochzeitskulisse war sie traumhaft schön.

Weitere Game of Thrones-Drehorte auf Malta

Wir waren uns nach unserer Reise einig, dass wir auf jeden Fall noch einmal zurückkehren werden. Wir haben längst nicht alle Drehorte besichtigt. So stehen noch der San Anton Palast, das Fort Ricasoli, Fort St. Angelo, der Verdala Palace, Monastry St. Dominic, die Mtahleb Cliffs sowie das Fort Manoel aus. Vielleicht möchte das ja jemand von euch übernehmen. Aber auch für alle Nicht-Game of Thrones -Fans ist Malta eine Empfehlung. Es ist von Deutschland aus schnell zu erreichen und bietet ein wunderbares Mittelalterfeeling. Wenn man so wie wir im Winter anreist, wird man auch von allzu großen Touristenscharen verschont. Allerdings ist ein Besuch im Sommer ebenso empfehlenswert. Erst dann lohnen sich die angebotenen Bootstouren und das Eis schmeckt noch besser. Im nächsten Teil reisen wir gemeinsam nach Marokko und begeben uns vor allem auf die Spuren von Daenerys Targaryen.

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Prinzessin Blaubeere

Prinzessin Blaubeere studiert aktuell noch Geschichte im Hauptfach, möchte aber nach ihrem Abschluss Polizistin werden und schwitzt deshalb seit Neuestem im Fitnesstudio, in das sie ihr Einhorn Kurt (Cobain), das sie sich schon lange vor dem großen Boom angeschafft hat, leider nicht mitnehmen darf. Sie liest überwiegend Fantasy und suchtet allerhand Filme und Serien mit den unterschiedlichsten Themen - Zombies und Rosamunde-Pilcher-Kitsch dabei am unbeliebtesten. Darüber hinaus schreibt sie gerade selbst an einem Fantasyroman, in dem natürlich auch ein Einhorn vorkommt.

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