What If…? (Folge 1×01)

Was wäre, wenn …? Diese Frage stellen wir uns täglich und sie beschäftigt auch Fans des Marvel Cinematic Universe, in welchem Ereignisse und daraus resultierende Konsequenzen weitere Ereignisse lostreten. Die gleichnamige Comicvorlage feierte 1977 ihr Debüt und erreichte über 200 Ausgaben. Später gab es einige Revivals und Miniserien mit dem Konzept, das das Unmögliche möglich machte. Mit What If…? darf also sogar offiziell spekuliert werden, denn die alternativen Geschichten der Disney+-Serie zählen zum MCU-Kanon. Den Anfang macht eine alternative Erzählung von Captain America: The First Avenger und trägt den Titel “Was wäre, wenn Captain Carter die erste der Avengers geworden wäre?”. Den Rahmen um die für sich stehenden Episoden bildet der von Jeffrey Right gesprochene Wächter Uatu, der jede Geschichte erzählt.

Inhaltsangabe

Die Erde im Juni 1943: Die Armeen des 3. Reiches verheeren Europa und bringen Tod und Zerstörung. Währenddessen werden Experimente an Soldaten durchgeführt, um Supersoldaten zu erschaffen. Dabei wird aus Steve Rogers Captain America, Nachdem er im Zweiten Weltkrieg das Blatt wenden konnte, wurde der Frieden wiederhergestellt. 

In einem anderen Universum ist der Moment für Steve gekommen, dem Supersoldaten-Prozess unterzogen zu werden. Doch anders als im Parallel-Universum entscheidet sich Peggy Carter, im Labor zu bleiben. Es kommt zu einem Zwischenfall, bei dem Steve von einem Hydra-Spion angeschossen wird. Da der Prozess um das Serum bereits eingeleitet ist und sich Howard Stark weigert, für Steve einzuspringen, ergreift Peggy die einzige Chance und lässt sich zur Supersoldatin transformieren. Allerdings stößt sie nach erfolgreicher Transformation auf Widerstand, da Frauen nicht als Soldaten akzeptiert sind.

Peggy beginnt zu trainieren, um Herrin ihrer neuen Kräfte zu werden. Sie erhält von Howard Stark, der sie zu ermutigen versucht, eine Uniform und einen Vibranium-Schild. Als Captain Carter stellt sie sich Agenten von Hydra vor dem Brandenburger Tor in den Weg. Es gelingt ihr, den Tesserakt zu beschaffen. Im Anschluss befreit sie Bucky Barnes und seine Verbündeten aus den Fängen von Hydra. Dabei erhält sie unerwartete Unterstützung von Steve in einer eisernen Rüstung, dem Hydra-Stampfer, die Howard Stark mit Hilfe des Tesserakts erschuf.

Nach der erfolgreichen Mission hat Peggy den Respekt verdient, der ihr zusteht, und ist fortan als Captain Carter im Einsatz gegen die Nazis. Dabei steht Steve ihr in seiner neuen Uniform zur Seite. Auch privat kommen beide sich näher.

Red Skull bereitet den Fall des Dritten Reiches und die Auferstehung Hydras hervor. Bei einer Operation, die zu seiner Ergreifung dienen soll, kommt es zu einer Explosion in einem Zug, seit der Steve verschollen ist. Als Peggy und Howard in der Hydra-Basis im Schwarzwald auf Red Skull treffen, hat dieser bereits ein Hydra-Monster erschaffen, welches außer Kontrolle gerät und ihn schließlich zerquetscht. Bucky befreit Steve, der in seinen Anzug steigt, doch es ist Peggy, die das Monster bezwingt, indem sie sich selbst opfert und das Monster zurück in seine Dimension drängt.

70 Jahre später öffnet sich ein Portal, aus dem Peggy Carter stürzt. Sie steht Nick Fury und Cliff Barton gegenüber, die sie darüber aufklären, dass der Krieg seit 70 Jahren beendet ist. Captain Carter ist somit die Heldin eines neuen Universums.

Voraussetzung für diese Folge

Um das volle Ausmaß von What If…? zu verstehen, ist es unerlässlich, zuvor Loki gesehen zu haben. Denn nur dann erschließt sich die Theorie des Multiversums und den darin herumwandelnden Varianten. Für diese Folge werden Kenntnisse von Captain America: The First Avenger und Marvel One-Shot: Agent Carter vorausgesetzt, ebenso auch The Avengers. Außerdem empfiehlt es sich so oder so, die ABC-Live Action-Serie Agent Carter angesehen zu haben. Spätestens jetzt.

Geschichte neu geschrieben

In dieser alternativen Erzählung geht es also nicht um die Geschichte von Steve Rogers, sondern um das gedankliche Konstrukt, wie der Verlauf der Geschichte gewesen wäre, wenn Peggy Carter das Supersoldatenserum verabreicht worden wäre. Zwar wird es nicht übermäßig stark kommentiert, doch mit ihrer Rolle als Supersoldatin bricht Captain Carter gleichzeitig mit der traditionellen Rolle der Frau. Denn schon zu Beginn wird Peggy damit konfrontiert, dass nur Männer echte Soldaten sein können – bis sie alle vom Gegenteil überzeugt. Das Dasein als Supersoldatin lässt sie ohne Probleme Whisky trinken und Dinge tun, die ihr zuvor nicht möglich waren. Trotzdem verpasst das Skript es nicht, Peggy weiterhin nahbar sein zu lassen und so wird auch das bekannte Versprechen eines gemeinsamen Tanzes mit Steve wieder einmal Gegenstand der Erzählung. 

Ereignisse und Konsequenzen

Anders als in Captain America: The First Avenger ist es nicht Bucky, der in der Zug-Szene abstürzt, sondern Steve. Dies hat die Auswirkung auf die Geschichte, dass Bucky nicht zum Winter Soldier wird – zumindest in diesem Multiversum nicht. Weiterspinnen kann man das “Was wäre, wenn…?”-Konstrukt damit auch auf Captain America: Civil War und die Existenz von Sharon Carter. Und natürlich ist Steves Geschichte damit vollständig umgeschrieben, ebenso Buckys. Ob Agent Coulson dann auch Trading Cards von Captain Carter besitzt?

Fazit

Peggy Carter besitzt eine große Fanbase. Über zu wenige Momente mit ihr darf man sich wohl trotz der Tatsache beklagen, dass sie eine eigene Serie spendiert bekamen und damit sämtlichen Nebencharakteren eine Menge voraus ist. Trotzdem ist diese Folge purer Spaß, da sie die verfremdeten Ereignisse des Captain America-Films im Zeitraffer widergibt und gleichzeitig eine starke Heldin etabliert, von der man nur zu gerne mehr sehen würde. Es bleibt zu hoffen, dass Captain Carter irgendwann wieder auftaucht, vielleicht auch nur für einen Cameo-Auftritt. Die ansehnliche Optik im Cel-Shading-Stil und mit hinreißenden Animationen tun ihr Übriges, um das Ansehen zu einem puren Vergnügen zu machen.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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