The Falcon and the Winter Soldier (Folge 1×02)

Mit Folge 2 (“Der Sternenbanner-Mann”) etabliert The Falcon and the Winter Soldier weitere Figuren aus dem Comic-Kosmos im MCU. Die Handlung spielt dabei gleich zweimal in Deutschland und überrascht mit einer Charakterentwicklung, die wohl keiner am Ende der ersten Episode auf dem Schirm hatte.

Inhaltsangabe

Auf John Walker (Wyatt Russell, 22 Jump Street), dem neuen Captain America, lastet während seiner PR-Tournee ein hoher öffentlicher Druck. Er möchte die allgemeinen Erwartungen nicht enttäuschen, gleichzeitig aber auch sein neues Amt angemessen ausfüllen. In einem Interview wird er für seine bisherigen Leistungen als Soldat gelobt: Gleich dreimal wurde er in der Vergangenheit mit der Medal of Honor ausgezeichnet. Doch trotz der Hervorhebung seiner Geschwindigkeit, seiner Ausdauer und seiner Intelligenz gibt er sich bescheiden, denn vor allem sein Mut zeichnet ihn aus.

Bucky und Sam verfolgen das Interview im Fernsehen. Doch es gibt Wichtigeres zu tun: Sam berichtet von den Flag-Smashern, was die beiden veranlasst, nach München zu reisen. Dort wird das Duo mit acht Super-Soldaten konfrontiert, die im Begriff sind, Impfstoff zu schmuggeln. Es kommt dabei zu einem Kampf, der sich mitten auf der Autobahn und auf zwei LKWs abspielt. Der Kampf läuft nicht gut für sie, doch sie erhalten unerwartete Unterstützung von John Walker, der seinen Partner Lemar Hoskins (Clé Bennett, The Man in the High Castle) alias Battlestar mitbringt. Dennoch sind sie auch zu viert den acht Super-Soldaten unterlegen, die entkommen können. Walker bietet Sam und Bucky eine Zusammenarbeit an, doch diese haben moralische Bedenken, mit einem neuen Captain America zusammenzuarbeiten. John betont, er wolle weder Steve sein noch ihn ersetzen.

Die Super-Soldaten finden einen Unterschlupf. Dabei muss die Gruppe um die Anführerin Karli Morgenthau (Erin Kellyman, Solo: A Star Wars Story) feststellen, dass bereits nach ihnen gefahndet wird und ihre Namen öffentlich bekannt sind.

Bucky denkt darüber nach, Johns Schild zu stehlen, doch Sam erinnert daran, dass er einst gemeinsam mit Steve auf der Flucht war, während Sharon zur Staatsfeindin erklärt wurde. Stattdessen suchen beide in Baltimore Buckys alten Bekannten Isaiah Bradley (Carl Lumbly, Men of Honor) auf. Er kämpfte mit Bucky einst gemeinsam im Koreakrieg und Bucky erhofft sich von ihm weitere Informationen über die Super-Soldaten, doch Isaiah wirft beide aus seinem Haus. Zu stark sind die schmerzvollen Erinnerungen an eine Zeit, in der an ihm Versuche durchgeführt wurden, man ihm Blut abnahm und er sein Leben in einer Zelle fristen musste. Vor dem Haus wird Bucky von der Polizei festgenommen, da er gegen die Auflagen verstoßen und seine Therapiestunden versäumt hat.

John Walker ist es, der Bucky aus dem Gefängnis holt. Dieser muss prompt an einer Sitzung mit Dr. Raynor teilnehmen, zu welcher Sam ihn begleitet. Dort verständigen sich Sam und Bucky auf eine vorübergehende Partnerschaft. Eine solche mit Walker schlagen sie erneut aus, da sie als freie Agents flexibler sind, während Walker und Hoskins im Auftrag der Regierung stehen. Sam und Bucky reisen erneut nach Deutschland, dieses Mal nach Berlin. Dort sitzt Helmut Zemo (Daniel Brühl, Rush – Alles für den Sieg ) im Gefängnis.

Gleichzeitig werden die Flag-Smashers, die die gestohlene Medizin in Osteuropa verteilen möchten, in der Slowakei von den Männern des sogenannten “Power Brokers” verfolgt.

Der Sternenbanner-Mann

Nach der Überraschung in Folge 1 geht es in Folge 2 direkt in die Vollen: Wer dachte, dass der neue Captain America einfach nur eine Werbeikone sei, wird überrascht sein, dass John ein erstaunlich bodenständiger Charakter ist, der schon vieles geleistet hat und dennoch von Selbstzweifeln geplagt wird. Es ist wahrlich nicht einfach, in die Fußstapfen von Steve Rogers zu treten, doch John gibt sich erstaunlich reflektiert und weiß, welches Erbe er antritt. Respekt an die Autoren: War man nach seiner Vorstellung in Folge 1 noch fest entschlossen ihn zu hassen, widerlegt er in Folge 2 schon alle Vorurteile, die man gegen ihn haben könnte. Von dumpfbackigem und aufgeblasenem Getue keine Spur, dafür ein verunsicherter Held mit Wachstumspotenzial. Das ist vor allem deswegen so spannend, weil der Konflikt zwischen ihm und den ehemaligen Avengers glaubwürdig gehalten ist. Sowohl Bucky als auch Sam waren enge Freunde Steves, da ist es also naheliegend, dessen offiziellen Nachfolger kritisch zu betrachten. Ob es noch einmal zu einem Team kommen wird, ist nach Folge 2 nicht absehbar und gleichzeitig ist Walker auch ein sensibler Charakter, der auf seiner Reise auch noch eine nicht vorhersehbare Abzweigung nehmen könnte.

Dysfunktionales Team-up und Impfstoffe für alle

Mit dem Diebstahl der Impfstoffe zeigt sich Falcon and the Winter Soldier nahezu topaktuell im Jahr 2021. Ob bewusst oder unbewusst wird sich wohl nie klären lassen, dennoch wirft das Fragen auf. Wie viele Super-Soldaten existieren dort draußen denn noch? Und was weiß Helmut Zemo darüber? Folge 2 teasert einiges an, bleibt aber erst einmal wenig konkret und konzentriert sich auf ihre Figuren. Außerdem werden Nebenfiguren eingeführt, die neugierig machen. Isaiah Bradley darf sich in einer gebrochenen Form im MCU einfinden, ebenso Karli Morgenthau, deren Comic-Alias Karl, ein Terrorist, noch des männlichen Geschlechts ist. Während des Blips ist viel geschehen und die folgenden Episoden werden sicherlich noch einiges über Karli und die Flag-Smashers preisgeben. Die Rebellen, die sich formiert haben und zum Teil in ganzen Camps untergetaucht sind, scheinen jedenfalls deutlich höher an der Zahl zu sein, als man vermuten möchte. Die Plakate auf dem Polizei-Präsidium ( „Reset, Restore, Rebuild“) sprechen dabei auch eine klare Sprache über die Stärke dieser Bewegung, die längst internationale Wellen geschlagen hat. Wir wissen nun, dass die Flag-Smasher Supersoldaten sind, im Internet viel Unterstützung erfahren und von vielen als eine Art „Robin Hood“ angesehen werden. Da sie selbst in der Klemme stecken und vom Power Broker bedroht werden, zeichnet sich schon ab, dass früher oder später Allianzen geschmiedet werden.

Fazit

So ein bisschen läuft Falcon and the Winter Soldier mit seiner Thematik ja Gefahr, dass Superkräfte mittlerweile zu einer Alltäglichkeit werden. Ganz so stark fällt das glücklicherweise bislang noch nicht ins Gewicht, denn jeder weitere Gedanke wird beinahe überstrahlt von Johns Schicksal: Von allen geliebt, nur nicht von sich selbst. Und obendrein von jenen abgelehnt, mit denen er kooperieren möchte. Ob die Geschichte hier den (vielleicht vorhersehbaren) Schlenker wagen wird und ihm ein Superserum in die Hände fallen lässt? Wie dem auch sei: Anthony Mackies und Sebastians Stans Chemie ist stimmig und auch wenn man diese Art Humor nicht zum ersten Mal sieht, schaut man den beiden doch gerne zu. Action-Fans dürfen sich erneut über eine massiv nach Kino aussehende aufregende Action-Sequenz freuen.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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