Anime Winter Season 2026 / Woche #2
In diesem wöchentlichen Format begleiten wir Fate/strange Fate und SI-VIS: The Sound of Heroes von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redaktionsmitglieds. Weitere Besprechungen diverser Anime-Serien befinden sich in unserem Episodenguide.

Titel: Fate/strange Fake
Start: 31. Dezember 2024
Genre: Action, Fantasy
Animationsstudio: A-1 Pictures
Folge 3
Als Mann der Kirche kann Hansa Cervantes es nicht zulassen, dass ein Vampir an den Heiligen Gral kommt, daher stürzt er sich in den Kampf gegen Jester Karturei. Der Kampf verlagert sich schnell nach draußen und einige Gebäude werden in Mitleidenschaft gezogen. Als die Sonne aufgeht, will sich Jester verdünnisieren, doch Hansa verpasst ihm einen letzten überraschenden Schlag mit seinem metallenen Arm, der seinen Gegner wegschleudert. Damit leider auch aus dem Blickfeld des Kirchenmannes. So kann Jester doch verschwinden, aber nur weil er sich in einen kleinen Jungen verwandelt. Währenddessen analysieren Waver und Rocco Belfeban in London das Geschehen, wobei ersterer Dank der Informationen seiner Spione und seines Schülers zum Schluss kommt, dass der Heilige Gral jetzt erst richtig beginnt und die richtigen Teilnehmer beschwört werden. Kein Wunder also, dass ein weiterer „Archer/Berserker?“ einen Langstreckenangriff auf Gilgamesh startet, der gerade in einem Hochhaus ein Gespräch mit Tine führt. Faldeus Dioland beschwört in der Zwischenzeit einen Servant.
So sehr wie Orlando Reeve über die Fähigkeiten des Kirchenmannes staunt, so sitzen wohl auch einige vor dem Bildschirm. Immerhin kann Hansa mit einem Vampir mithalten! Zum Glück gibt es dafür eine logische Erklärung, denn der Körper des Guten ist mit heiligen Artefakten durchsetzt und damit auf das Level eines Übermenschen befördert. Immer wieder gut, wenn Geschichten die Kräfteunterschiede sinnvoll erklären und nicht einfach alles typische Anime-Logik ist. Der Kampf selbst ist phänomenal. Die neuen Informationen machen den Gralskrieg in Fate/strange Fake noch interessanter, denn neben den bereits erschienenen Mastern und Servants kommen noch welche hinzu. Welche werden das wohl sein? Bei Faldeus‘ Beschwörung kann eigentlich nur ein Assassin herauskommen. Ist zumindest meine Vermutung, da sein Servant im Dunkeln bleibt und sein Master auch eher im Schatten agiert. Neben all der Dramatik lockern die kleinen humorvollen Einlagen perfekt auf. Gils schaut so schön arrogant rein, Ayaka so irritiert und Waver bleibt sich einfach treu. Der Fate/Zero-Rückblick lässt bei Fans alte Wunden aufreißen.

Start: 11. Januar 2026
Genre: Slice of Life, Romanze
Animationsstudio: East Fish Studio, Atelier Peuplier
Folge 1
Weil die Oberschülerin Yoi Takiguchi groß ist und eine tiefe Stimme, aber auch ein hübsches Gesicht hat, wird sie in der ganzen Schule nur „Prinz“ genannt. Allerdings ist ihr diese Aufmerksamkeit ziemlich unangenehm, sie würde lieber gern wie ein normales Mädchen behandelt werden. Als sie einen Umweg macht, um ihren Anbeterinnen zu entkommen, lernt sie Kohaku Ichimura kennen, der sie wie die meisten anderen zunächst für einen hübschen Jungen hält. Kohaku hat aufgrund seines reichen Elternhauses und seines guten Aussehens in der Schule ebenfalls den Spitznamen „Prinz“. Alls er seinen Irrtum bemerkt, erwacht Kohakus Interesse an Yoi. In einem Konbini laufen die beiden sich erneut über den Weg. Um drohendem Ärger zu entgehen, rennt Kohaku davon und zieht Yoi mit sich. Auf einem Spielplatz kommen beide ins Gespräch, doch die im Hinblick auf Jungen unerfahrene Yoi weiß nicht, wie sie mit dem unbefangenen Kohaku umgehen soll, sie läuft weg. In der Schule möchte Kohaku mit Yoi zusammen Mittag essen und bringt sie in ein leerstehendes Klassenzimmer. Er findet heraus, dass ihre Familie ein Curry-Restaurant betreibt.
Der Prinz und der Prinz. Doch beide gehen mit den Erwartungen ihrer Mitmenschen ganz unterschiedlich um. Zum einen ist der Prinz, der sich auch wie einer verhält und die Schwärmereien der Mädchen mit Fassung (er)trägt, in Wirklichkeit ein Mädchen, was allen bekannt ist, aber von den meisten einfach ignoriert wird. Der andere Prinz dagegen, gesegnet mit gutem Aussehen und einer reichen Familie, benimmt sich dagegen eher lässig und interessiert sich nicht die Bohne dafür, was andere von ihm denken und reden. Kein Wunder also, dass die rücksichtsvolle und zurückhaltende Yoi mit Kohaku nicht zurechtkommt, der kein Blatt vor den Mund nimmt und einfach heraushaut, was er denkt. Immerhin hat bisher noch nie ein Junge Interesse an ihr gezeigt und mit ihr geflirtet, sodass sie für sich das Thema Liebe schon abgeschrieben hat. Kohaku dagegen sagt unverblümt, dass er sich für sie interessiert, auch wenn er meint, dass das keine Liebe sei. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein offenes Buch, doch beim genaueren Hinsehen scheint er sich hinter einer Maske oder Rolle zu verstecken.

Titel: HELL MODE: The Hardcore Gamer Dominates in Another World with Garbage Balancing
Start: 10. Januar 2026
Genre: Action, Fantasy
Animationsstudio: Yokohama Animation Laboratory
Folge 1
Kenichi Yamada ist am Ende seiner Nerven. Sein geliebtes MMORPG wird abgeschaltet und nun braucht er dringend neuen Spiele-Nachschub. Doch keines der modernen Spiele kann ihn wirklich herausfordern. Umso überraschter ist er, als er eine Einladung zu einem neuen Spiel erhält, das ihm sogar den Schwierigkeitsgrad „Hell“ anbietet. Fasziniert davon zögert er nicht lange und erstellt einen Charakter mit der seltenen Klasse „Beschwörer“. Diese befindet sich zwar noch im Beta-Test, doch genau das macht den Reiz für ihn nur größer. Plötzlich wird es jedoch dunkel – und etwas geschieht. Eine Geburt. Seine Geburt. Kenichi wird als Allen in einer anderen Welt wiedergeboren. Als Leibeigene führen er und seine Eltern kein leichtes Leben, doch sie lieben ihn von ganzem Herzen. Nach einem Jahr schickt der Gott dieser Welt ihm schließlich ein Buch, mit dem er seine Fähigkeit nutzen kann. Anfangs ist Allen nur in der Lage, kleine Tiere zu beschwören, was ihn dennoch stärker macht. Die Jahre vergehen, und er wächst heran – körperlich wie auch in seiner Kraft. Allerdings ist das Leveln durch den Hell-Modus um ein Vielfaches schwieriger. Ob das der Grund ist, warum ihn auch das Nachbarsmädchen Krenna regelmäßig schikaniert? Allen nimmt diese Herausforderung jedoch dankend an.
HELL MODE ist ein Isekai, dessen Aufbau stark an klassische MMORPGs erinnert. Das liegt vor allem daran, dass der Protagonist all seine Fähigkeiten selbst erlernen muss – ihm wird nichts erklärt. Vieles läuft über klassisches „Trial & Error“, bei dem Kenichi/Allen die Grenzen seiner Kräfte eigenständig austestet. Auch seine Klasse bereitet Schwierigkeiten, da sich ihre Fähigkeiten erst nach und nach entfalten. Dem Titel des Animes entsprechend sind die Bedingungen, stärker zu werden, besonders hart: Die erste Episode zeigt eindrucksvoll, dass Allen Jahre benötigt, um seine Fähigkeiten überhaupt nennenswert zu steigern. Immerhin wächst er dabei in einem Umfeld auf, in dem er geliebt wird. Seine Eltern Rodin und Theresia führen zwar ein hartes Leben, stehen jedoch fest hinter ihrem Sohn. Nebenbei wird erwähnt, dass Allens Haar- und Augenfarbe ungewöhnlich sind – vermutlich ein Überbleibsel aus seinem früheren Leben in Japan. Auch seine ersten Beschwörungen sorgen für einige amüsante Momente. Wirklich kampftauglich sind sie zwar noch nicht, doch kleine Status-Boosts sind immerhin vorhanden. Gegen Krenna hat Allen trotzdem keine Chance. Welche Klasse sie wohl besitzt? Sobald die beiden fünf Jahre alt werden, wird sich das zeigen.

Titel: SI-VIS: The Sound of Heroes
Start: 4. Oktober 2025
Genre: Musik
Animationsstudio: Studio VOLN
Folge 14
Soji fährt mit dem Motorrad aufs Land, um Kyoya zurück nach Tokio zu holen. Bei einem Gespräch mit der Großmutter erfährt er, dass Kyoya seine Eltern früh verloren hat und außer ihr keine Familie mehr besitzt. Sie weiß nicht, was in Tokio vorgefallen ist, und bittet Soji, es ihr zu erzählen. Soji berichtet, dass sich SI-VIS in einer Krise befand, als Kyoya zur Band stieß. Mit seinem angeborenen Frohsinn und Optimismus wurde er sofort zum Herzen der Gruppe. Doch all das, was er für seine Freunde auf sich nahm, hat ihn vermutlich viel zu sehr belastet. Als Kyoya dazukommt, fordert er Soji auf, wieder zu gehen. Soji verfällt in alte Muster und wirft ihm vor, es sei der Band ohnehin egal, ob er zurückkomme. Offenbar mache es ihm ja Spaß, seine Freunde nach ein oder zwei Rückschlägen im Stich zu lassen. Kaum ausgesprochen, bereut Soji seine Worte. Nach einem Gespräch mit seiner Großmutter verlässt Kyoya das Haus und trifft draußen auf Soji, der sich entschuldigt und ihn bittet, zurückzukehren. Kyoya stimmt schließlich zu. Auf dem Rückweg, während sie gemeinsam auf dem Motorrad fahren, erhalten sie einen Anruf: Die nächste Mirage ist erschienen.
Der Fokus liegt stark auf drei Figuren: Nagi, Kyoya und Soji – wobei dieses Mal die beiden Männer im Vordergrund stehen. Besonders Soji entwickelt sich zu einem sehr interessanten Charakter. Er wirkt einfühlsamer, als er nach außenhin zeigt. In schwierigen Situationen die richtigen Worte zu finden, ist eine Gabe, die er eindeutig besitzt. Doch auch er muss einmal scheitern. Mit seinen schroffen Worten wollte er Kyoya vermutlich dazu bringen, ihm zu widersprechen. Als der bedrückte Junge sich jedoch einfach umdreht und davongeht, erkennt Soji sofort, dass dies die falsche Herangehensweise war. Es ist schön zu sehen, dass auch er sich Fehler eingestehen kann – etwas, das im anschließenden Gespräch der beiden deutlich wird. Seine warmen Worte darüber, dass Kyoya das Herz der Band sei und sie ohne ihn nicht gewinnen könnten, berühren. Sie stehen so stark im Mittelpunkt, dass die Szenen rund um die Xenos beinahe fehl am Platz wirken. In diesem Abschnitt dominieren eindeutig die dramatischen Momente, weshalb auch keine Konzertelemente eingebaut wurden.









