Anime Spring Season 2020 / Woche #2

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Fruits Basket (Staffel 2)PlundererTower of God, Appare-Ranman! und Kaguya-sama: Love is War (Staffel 2) von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

Appare-Ranman!: Episode 1

Start: 12.04.2020Abenteuer, Historie, Komödie • P.A. Works

Ende des 19. Jahrhunderts: Für Samurai Kosame Isshiki ist es ein ganz normaler Tag, als er die Nachricht erhält, dass sein Herr ihn sprechen möchte. Dieser gibt ihm den Auftrag, sich um den jungen Appare Sorano zu kümmern. Immer wieder machen dessen Erfindungen die Gegend unsicher und mit seinem letzten Projekt ist der Vorgarten zum Schlachtfeld mutiert. Da Appare schon einmal in Kosames Dojo trainiert hat, kennt er den kreativen Querkopf nur zu gut. Als dann die Nachricht eintrifft, dass der Junge mit den roten Haaren, aus dem Gefängnis (darin brachte ihn seine letzte Fehlkonstruktion) ausbricht, bekommt Kosame den Auftrag, nun Ernst zu machen. Doch anstatt Appare mit dem Schwert zu richten, bittet der ihn, freiwillig mitzukommen und verteidigt ihn dann sogar vor den anderen Kriegern. Wenn auch ohne großen Erfolg, sondern eher mit einem Unfall. Das Dampfboot, das Appare gebaut hat, gerät dank ihm außer Kontrolle und strandet weit auf dem Meer. Nach mehreren hilflosen Tagen sammelt sie zum Glück ein Kreuzfahrtschiff auf und bringt die beiden nach Amerika. Besser gesagt, nach Los Angeles.

Genau drei Dinge machten mich auf den Anime neugierig: Ein Anime ohne Vorlage, P.A. Works und das Charakter-Design von Lindbergh-Mangaka Ahndongshik. Mit der ersten Folge hat mich Appare-Ranman! auch komplett schon in seinen Bann geschlagen. Appare ist so ein ikonischer Eigenbrötler, mit einem interessanten Weltblick, einer Vorliebe für Bücher von Jule Verne und eine Ruhe weg, egal, was passiert. Auch wenn ich wegen seinem Design erst dachte, er sei eine Frau. Kosame ist hingegen auch etwas sonderbar, vor allem als Samurai. Denn anstatt Appare mit dem Schwert zu bedrohen, wirft er sich ihm vor die Füße, und auch sonst ist er ein ziemlicher Angsthase. Gerade deswegen bin ich gespannt, wie sich dieses wirklich ungleiche Duo in Amerika schlagen wird. Vor allem, weil die ersten paar Minuten uns schon einen Einblick in den Rennstart des Trans-America Wild Race geben. Sehr schräge Wagen, noch ausgefallener Figuren und dann noch unser Duo. Das kann im Grunde nur lustig werden! Lachen konnte ich aber auch so schon. Ich sage nur “Gefängnisausbruch” und “gestrandet auf dem Meer”. Noch dazu die visuelle ansprechende Umsetzung mit den ausgearbeiteten Hintergründen, den auffallenden Outfits der Figuren und den flüssigen Bewegungen. Die nächsten Folgen werden wohl erst einmal die anderen Figuren vorstellen, doch auch das könnte sehr unterhaltsam werden. Ich bin gespannt!


Fruits Basket (Staffel 2): Episode 2
Start: 07.04.2020Slice of Life • TMS Entertainment

In der Schule stehen die Elterngespräche an, bei denen die Zukunftsperspektiven der Schülerinnen und Schüler besprochen werden sollen. Kyo und Yuki haben Schwierigkeiten, sich eine eigene Zukunft vorzustellen. Gemeinsam mit Kyo besucht Tohru Meister Kazuma im Dojo. Während Tohru Essen zubereitet, wird dieser zu Kyos Vater gerufen. Nach seinem Schulabschluss soll Kyo in Gefangenschaft leben, und Kyos Vater ersucht Meister Kazuma um dessen Mithilfe, nennt seinen Sohn ein Monster und gibt ihm die Schuld für den Tod seiner Frau. Bevor Meister Kazuma ablehnt und in den Dojo zurückkehrt, sagt er deutlich, was er von dem unreflektierten Verhalten des anderen hält. Obwohl Tohru sich schon entschieden hat, was sie nach der Schule machen will, ist auch sie unsicher. Shigure gelingt es, sie wieder aufzumuntern.

Was für eine wunderschöne Episode von Fruits Basket! Zukunftspläne und damit auch verbundene Unsicherheiten und Ängste stehen dieses Mal im Vordergrund. Für die Tierkreiszeichen ist es schwer, an eine eigenbestimmte Zukunft zu glauben, und besonders Kyo scheint in der Hinsicht chancenlos zu sein. Auch Tohru muss sich hinterfragen. Sind die Gründe, die sie zu ihrer Entscheidung gebracht haben, noch berechtigt? Einer, der sich überhaupt nicht hinterfragt, sondern die Schuld komplett auf andere abwälzt, ist Kyos biologischer Vater. Für ihn ist Kyo die Ursache all dessen, was in seinem Leben schief gelaufen ist. Eine erbärmliche Figur! Ein Highlight aber ist auf alle Fälle der Besuch im Dojo. Im Umgang mit Kazuma und Tohru zeigt sich Kyo ungewohnt offen und weich. Es ist ihm anzumerken, dass er den beiden vertraut. Ein schöner Kontrast zu dem kratzbürstigen Jungen, der er ein Jahr zuvor noch war!

Kaguya-sama: Love is War (Staffel 2): Episode 1
Start: 11.04.2020Komödie, Romanze • A-1 Pictures

Auf die Shuchiin Privatschule gehen nur die begabtesten Schüler. Kaguya Shinomiya, die Vize-Präsidentin des Schülerrats, und der Präsident Miyuki Shirogane treffen im Schülerbüro aufeinander. Es scheint, als würden die beiden Gefühle füreinander haben. Doch sie werden durch ihren eigenen Stolz geblendet und suchen einen Weg, den jeweils anderen dazu zu bringen, als erstes die eigenen Gefühle zu gestehen. So entstehen Fallen, Tricks und Psychospielchen. Durch Kaguyas Gehilfin wird Miyukis koffeinhaltiger Kaffee gegen koffeinfreien ausgetauscht, was zur Folge hat, dass der Präsident einschläft. Denn wegen akutem Schlafmangel benötigt er seine tägliche Dosis Koffein. Kaguya fühlt sich allerdings trotzdem als Siegerin, denn der Kopf des träumenden Miyukis befindet sich auf ihrer Schulter, was sich gut anfühlt. Doch nicht nur Kaguya versucht den Präsidenten zu täuschen. Andere Schüler ziehen ihn als Beziehungsratgeber heran, was aber ein Scherz ist. Chika Fujiwara, ein weiteres Mitglied des Schülerrats, hat ein Kartenspiel entworfen, bei dem die Spieler mit ihren Figuren von einer Karte zur nächsten springen und die entsprechenden Ereignisse durchleben. Vom Geldverdienen über das Heiraten, Kinder kriegen und Scheidungen ist alles dabei. Doch wer ist das perfekte Brautpaar?

Mit einem Anfang, der durch Infrarotlaser an Mission Impossible erinnert, startet die zweite Staffel Kaguya-sama: Love is War fulminant. Ebenso wie in der ersten Staffel ist auch hier die Folge in einzelne Kapitel unterteilt. Schon im ersten Kapitel ist deutlich zu sehen, welche Gefühle Kaguya für Miyuki hat. Zu Beginn ist es ihr peinlich, als er mit dem Kopf auf ihrer Schulter einschläft, aber sie findet Gefallen daran. Es wäre aber interessant gewesen, was passiert wäre, wenn Miyuki die Augen öffnet. Als Beziehungsratgeber durfte sich Miyuki genau bei demselben Pärchen, das ihn besucht, schon einmal beweisen. Doch dieses Mal sind die zwei wirklich gemein, denn sie verarschen nicht nur den Präsidenten, sondern den kompletten Schülerrat. Chika zeigt wieder ihre typisch kindliche Art, die sich aufs Spielen freut. Zunächst tut sich der Schülerrat etwas schwer, ein Spiel zu spielen, welches ihre Mitschülerin entwickelt hat. Besonders Yuu Ishigami ist überhaupt nicht begeistert, da er schon beim ersten Spielzug ausscheidet. Dafür findet er an der Spielanleitung gefallen. Mit der Zeit macht es aber Spaß, Kaguyas Gedanken zu verfolgen, als Miyuki heiratet, Kinder bekommt und schließlich geschieden wird. Ein Gefühlschaos hoch zehn, dessen Höhepunkt eine weitere Hochzeit ist. Der Anfang lohnt sich für Fans der ersten Staffel auf alle Fälle.

Sing “Yesterday” for me:  Episode 2
Start: 04.04.2020Slice of Life, Drama, Coming of Age • Doga Kobo

Da hat Rikuo nun endlich allen Mut zusammengekratzt und Shinako seine Liebe gestanden. Und sie hat darauf den fatalen Satz “Lass uns lieber Freunde bleiben” gesagt. Aber anstatt dass nun Klarheit herrscht, ist die Situation nur noch komplizierter geworden. Mittlerweile blühen die Kirschbäume, Shinako hat ihr erstes Schuljahr als Lehrerin hinter sich, Rikuo jobbt immer noch im Supermarkt und das mit dem Freunde bleiben klappt überhaupt nicht, denn jetzt winden sich beide vor Verlegenheit, wenn sie einander begegnen. Hinzu kommt, dass Haru ganz offen in Rikuo verknallt ist und Shinako sich bewusst macht, dass sie immer noch einer verlorenen Jugendliebe hinterhertrauert. Was auch nicht leichter wird, wenn der kleine Bruder des vor Jahren im Teenager-Alter gestorbenen Jungen eifersüchtig darüber wacht, ob Shinako sich nicht doch mittlerweile in jemand anderen verliebt hat.

In Folge 2 malt Sing “Yesterday” for me” seine kleine Welt weiter aus, die Figuren bekommen mehr Backgroundstory und mehr Konturen. Die emotionalen Verwicklungen werden komplizierter. Und das Leben geht weiter. Shinako erlebt zum ersten Mal eine Schulabschlussfeier als Lehrerin und eine anschließende Lehrerparty mit Bier und Tratsch. Das muss wohl das Erwachsenen-Leben sein. Rikuo muss feststellen, dass sein Versuch, Klarheit zu schaffen, nur neue Unklarheiten geschaffen hat. Schön, wie Sing “Yesterday” for me” sensibel und ohne großes Drama mit Gefühlsverwirrungen umgeht. Etwas unklar bleibt, wieso Rou, der eifersüchtige kleine Bruder, plötzlich an Shinakos Schule auftaucht, und seine Eifersucht wirkt viele Jahre nach dem Tod seines großen Bruders etwas überzogen, hat er wirklich erwartet, dass Shinako ihr ganzes Studium hindurch nie einen anderen Mann ansehen würde? Mal schauen, wie diese Figur und dieser Handlungsfaden sich noch entwickeln …

Tower of God: Episode 2
Start: 02.04.2020Fantasy, Action, Drama • Telecom Animation Film

Die zweite Prüfung lässt Bam mit seinen späteren Teamkameraden Rak und Khun aufeinanderprallen. Während Rak nur auf einen Kampf aus ist, sucht Khun interessante Verbündete. Durch geschickte Planung von Khun und Bam schaffen sie es, Rak zu dem benötigten dritten Mann in ihrem Team zu machen. Die zweite Prüfung stellt dann der Prüfer Lero Ro vor. Als Ranker ist er einer der wenigen, die zur Spitze des Turms gelangt sind und seine Stärke ist dementsprechend hoch. Um einige der Erwählten auszusieben, lässt er daher eine Welle von Shinsu auf sie los und verlangt von ihnen, die von ihm errichtete Shinsu-Mauer zu überwinden um weiterzukommen. Shinsu ist jene Energie im Turm, die von allen genutzt wird, die ihn besteigen wollen. Es wird im wahrsten Sinne des Wortes eingeatmet und man muss es aushalten, um in die höheren Stockwerke zu gelangen. Weshalb es sehr überraschend ist, als Bam nicht einmal von der Welle weggespült wird. Lero Ro ist sehr interessant und tauscht mit Bam nach einer kleinen Wette auch Informationen aus. Da mit Rak und Khun auch der Rest von Bams Team die Prüfung besteht, warten aber jetzt die nächste Prüfung auf die Erwählten.

Ähnlich wie die Zuschauer weiß Bam wenig darüber, wie der Turm funktioniert oder was es mit Rankern oder Jahad auf sich hat. Daher ist es eine gute Entscheidung, den Zuschauer und Bam zur gleichen Zeit diese Informationen zu geben. Rak stellt sich übrigens auch in der Adaption als einer meiner Lieblingscharaktere heraus. Der Grund ist auch ganz einfach: Die Art aus dem Webtoon, seine Reaktion und auch seine Sprüche sind unglaublich gut umgesetzt. Er ist zwar klar ein starker Krieger, hat aber auch eine nette und witzige Seite. Man braucht sich ja nur einmal anschauen, wie er die Schokoriegel von Khun isst und wie die ernsten Züge gleich gegen vereinfachte und eher komisch angehauchte ausgetauscht werden. Trotz der Toten und der angespannten Stimmung durch große Teile der Folge wird die Stimmung gleich aufgelockert. Und all das geschieht, ohne Rak zur Witzfigur verkommen zu lassen. Die Serie macht für mich weiterhin ihre Arbeit als Adaption gut, fängt alle der wichtigsten Szenen perfekt ein und auch die Geschwindigkeit wirkt keinesfalls gehetzt. So soll es bitte weitergehen.

Infinite Dendrogram: Episode 13
Start: 09.01.2020Game, Fantasy • NAZ

Im letzten Teil des Kampfes muss Franklin anerkennen, dass er geschlagen ist. Shu, der King of Destruction, hat seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch die anderen Superiors sorgen dafür, dass Franklin auf ganzer Linie versagt. Den Finalstoß gibt ihn aber Ray, der ihn zuerst lang genug ablenkt, damit Marie die Prinzessin retten kann. Zuvor besiegt er auch noch Hugo, der sich Franklin als Retter zur Seite stellt. Zwar geht Ray siegreich aus dem Kampf hervor, doch er verliert dauerhaft einen Arm. Nach einiger Zeit ist wieder Normalität eingekehrt und Ray holt endlich das nach, was er schon lange wollte: den Kampf gegen Marie. Ohne auf das Ergebnis einzugehen, gibt es am Ende der Folge noch einen kurzen Blick auf Rays Leben im echten Leben, wo es nun an der Zeit ist, sich für die Universität einzuschreiben.

Der Kampf gegen Franklin ist dann vielleicht schneller erledigt als erwartet. Shus Hilfe und die der anderen Superiors ist ausschlaggebend dafür. Es ist auch lustig, wie all die Kämpfe dazu führen, dass Ray nun den Titel „Unbreakable“ von den anderen Spielern verliehen bekommt. Einfach nur weil er immer wieder aufgestanden ist. Nebenbei gibt es auch wieder viele kleine Nebenstränge, die aufkommende Ereignisse hinweist oder vergangene anspielt. Das beste Beispiel für mich ist vielleicht, dass der Kampf zwischen Shu und dem Superior The Earth einen ganzen Dungeon vernichtet hat, weswegen sogar die leitenden KIs einschreiten mussten. Die Szene, mit der die Staffel abschließt, zeigt auch noch einmal, dass trotz all der Kämpfe, Intrigen und Freundschaften im Spiel auch noch die Welt außerhalb existiert. Eine schöne runde Sache. Infinite Dendrogram ist eine gute Adaption, die einige wenige Schwächen hat, insgesamt aber sehr viel Spaß macht.


Plunderer: Episode 13

Start: 07.01.2020 • Action, Fantasy • GEEKTOYS

Jail und seine Zeitreisekameraden sind zusammen mit Licht in Klasse A gelandet, deren Klassenlehrer Major Shumerman ihnen die Schulregeln erklärt, die stark an die Regeln in Alcia erinnern. Außer Licht erhält jeder Schüler zwei Sterne, die es zu bewahren und nach Möglichkeit zu vermehren gilt. Wer keine Sterne mehr besitzt, muss die Schule verlassen. Licht ist von Anfang an darauf angewiesen, sich die Sterne von anderen anzueignen, hat aber keine Motivation, überhaupt die Schule zu besuchen. Stattdessen versucht er, Tokikake, dessen Großmutter ihn mit großgezogen hat, zum Verlassen der Schule zu bewegen, doch dieser bleibt hartnäckig. Doan, ein asozialer Mitschüler, stielt die Sterne etlicher Mitschüler, um vorzeitig die Schule abzuschließen. Doch mit einem Trick gelingt es Licht, ihm die Sterne wieder abzunehmen.

Auch in dieser Episode bleibt Plunderer sich selbst treu: komische und spannende Momente wechseln sich ab, ohne dass das Gleichgewicht der Geschichte deswegen gestört ist. Nun ist auch klar, dass das Count- und Sternesystem, welches in 300 Jahren das Leben in Alcia regeln wird, seinen Ursprung in der Militärakademie unter Major Shumerman hat. Und der gute Major hat längst einen Plan in petto, der über das Sternesammelspiel hinausgeht. Interessant ist auch, dass er sofort erkannt hat, dass Doans angebliche Sterne gar keine sind. Durchblick, überwältigende Mordlust und Visionen, das kann ja nicht gut gehen.

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