Anime Spring Season 2019 / Woche #10

Lesezeit: 8 Minuten

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Fruits BasketJojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind, One Punch Man (Staffel 2), Sarazanmai und  The Rising of the Shield Hero von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Spoiler werden nicht separat gekennzeichnet!

Fruits Basket (2019): #10

Start: 06.04.2019 • Slice of Life • TMS Entertainment

Diesen besonderen Tag im Jahr hat Kyo gar nicht mehr im Sinn, und so ergreift er zu spät die Flucht: Kagura steht schon am Schultor und will ihn zum Valentinstag beschenken. Dabei geht sie wie immer nicht zimperlich mit ihm um und ignoriert seine ablehnende Haltung völlig. Das Ende vom Lied ist ein Double Date mit Kyo, Kagura, Yuki und Tohru, bei dem sie ins Kino gehen. Zumindest die Mädchen haben ihren Spaß an dem Film. Shigure erbietet sich, Tohrus Schokolade für Hatori, Momiji und Haruhatsu an ihrer Stelle im Anwesen der Soma abzuliefern. Gemeinsam erinnern Hatori und Shigure sich an die Vergangenheit. Shigure zeigt sich entschlossen, seinen Traum von damals wahr werden zu lassen, koste es, was es wolle. Als es Zeit für Hatori wird, zu Akito zu gehen, übernimmt Shigure diese Aufgabe. Am Ende des Tages kommen alle nach Hause und finden Shigures Lektorin völlig verzweifelt an der Hautür wartend vor. Er hat sich mal wieder vor der Arbeit an seinem Manuskript gedrückt.

Action gibt es dieses Mal wenig in Fruits Basket (2019). In der zehnten Episode steht Shigure im Fokus, und wieder wird deutlich, dass er sein eigenes Spielchen spielt. Er treibt Kyo mit seinem erklärten Hass auf Yuki in die Enge und erklärt Hatori gegenüber klar und deutlich, dass er für seinen Traum alles tun würde, selbst wenn das bedeuten könnte, dass andere darunter zu leiden haben. Ich finde, dass sein Tierzeichen gut zu ihm passt: Wie ein Spürhund folgt er geduldig einer Fährte, um zum Ziel zu gelangen. Dass er nebenbei seinen Spaß damit hat, seine Lektorin zur Verzweiflung zu bringen, scheint wieder nur eine seiner vielen Masken zu sein. Welcher der “echte” Shigure ist, oder ob er überhaupt schon mal zu sehen war, das lässt kaum sagen.


Jojo’s Bizarre Adventure: Golden Wind: Episode #33

Start: 06.10.2018 • Action, Abenteuer, Horror • David Production

Bruno ist körperlich am Ende und würde es nicht alleine bis ins Kolosseum schaffen, da greift ihm Doppio unter die Arme und will ihn dorthin bringen. Das tut er aber natürlich nicht ohne Hintergedanken. Er will in Erfahrung bringen, wer derjenige ist, der Hinweise auf den Boss hat. Allerdings ist Polnareff durch seine vielen Kämpfe sehr vorsichtig, aber dennoch kommt Doppio an ihn heran. Jetzt offenbart sich auch die wahre Identität von Diavolo, der Crimson Emperor zugleich auf seinen Gegner hetzt. Es stellt sich heraus, dass es bereits ihre zweite Begegnung ist und Diavolo sogar derjenige war, der Polnareff so übel zugerichtet hat. Es grenzt an ein Wunder, dass der Franzose diesen Angriff überlebt hat. Doch dieses Mal scheint das Glück nicht auf seiner Seite zu sein, denn Diavolo tötet ihn, aber zuvor wird Silver Chariot vom Pfeil verletzt.

Da taucht Jean Pierre Polnareff aus der Versenkung auf und wird gleich von Diavolo umgebracht. Das ist ziemlich schade, denn er hatte bislang keine wirkliche Interaktionsmöglichkeit mit dem Rest der Gruppe. Diavolo wirkt trotz seines fragwürdigen Modegeschmacks bedrohlich, was auch an der unglaublichen Macht von Crimson Emperor liegt. Interessant ist es, wie JoJo’s Bizarre Adventure: Golden Wind immer wieder eine Brücke zu Stardust Crusaders schlägt. Auch in dieser Episode bekommt man mehr Hintergrundwissen, denn es war niemand anders als Diavolo, der Enya die Pfeile verkauft hat und somit half, dass Dio seinen Stand The World bekommen hat.


One Punch Man (Staffel 2): Episode #9

Start: 10.04.2019 • Action, Sci-Fi, Comedy • J.C. Staff

Stream liegt blutend am Boden und Saitama tut, was ein Held tun muss. Er beschützt die Schwachen und haut das Monster weg. Und das andere gleich dazu. Stream ist von Saitamas Heldenhaftigkeit so gerührt, dass er nun auch Held und Saitamas Schüler werden möchte. Andernorts wird Genos schwer beschädigt abtransportiert und analysiert die Situation: Angesichts dieser Monstergefahr soll Saitama nicht allein da stehen, das ganze Team muss zusammengerufen werden. Saitama macht sich auf den Weg nach Hause und grübelt sich in eine Sinnkrise hinein. Kein Kampf war eine Herausforderung, das Heldendasein bietet keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr, alles ödet ihn an. Diesmal ist es an King, ihm Trost zu spenden, Denkanstöße zu vermitteln und ihn zumindest zum Daddeln zu animieren. Irgendwo im Wald trainiert Sonic Messerwurf auf ein Saitama-Foto, als ihm von Ninja-Kollegen Monsterzellen angeboten werden. Er nimmt an, brät sie und richtet sie hübsch mit Salat an. Ob das wohl eine gute Idee war?

Folge 9 von One Punch Man (Staffel 2) überrascht durch ihre Dialoglastigkeit. Erst Stream, dann King werden zum Gegenüber für Saitama, der wortreich darlegt, dass ihn das Heldendasein nur noch langweilt. Schön, mal wieder eine Menge Saitama-Dialoge zu hören, der Streams Fanboy-Begeisterung durch ein paar trockene Sätze zurechtstutzt. Während King zu Hochform aufläuft und gegen Saitamas lustloses Genöle den Weg zum höheren Verständnis des Heldentums weisen darf, mit dem Nachsatz “Das stand so auch im Manga”. Lieblingsmonster dieser Folge: Der Igel mit dem “Free Hugs”-Poster. Lieblingsmoment: Sonics Monsterzellen-Menü. Bester Saitama-Moment: Davon gibt es in dieser Folge viele, denn er hat eine Menge Text. Am schönsten ist Saitamas vage Hoffnung, endlich einmal dem ominösen Heldenjäger gegenüberzustehen und einen ebenbürtigen Gegner zu finden. Nachdem er ihn nun schon zum zweiten Mal beiläufig weggekickt hat, ohne ihn zu erkennen.


Sarazanmai: Episode #9

Start: 12.04.2019 • Supernatural, Comedy, Drama • Studio MAPPA

Enta wird einer schweren Schusswunde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Nacht wird um sein Leben entscheiden. Keppi derweil stirbt einen ganz anderen Tod, als Sara seinen eingefrorenen Körper versehentlich auf die Straße vor einen Lastwagen wirft. Aber auch bei ihm ist nicht alles verloren, denn Sara rettet ihn mit einer Operation. Kazuki durchläuft erst einmal allerdings wieder ein emotionales Tief, da er sich die Schuld gibt. Entas Schwester baut ihn wieder auf, doch Keppi und seine übernatürlichen Kräfte geben Enta nicht nur Handlungsfreiheit, sondern seiner Rettung Hoffnung. Kazuki macht sich auf, den fünften Teller, der er noch behalten hat, von daheim zu holen. In einem Gespräch mit Haruka erinnert sich Kazuki auch wieder an seine Kindheitsbegegnung mit Tooi. Der wiederum ist immer noch unterwegs mit seinem Bruder Chikai. Noch auf dem Boot erfährt er über die Nachrichten von Entras Verletzung und dass die Untat seinem Bruder angehängt wurde. Chikai gibt ihm die Chance zurückzugehen, doch Tooi bleibt bei ihm. Die Nacht hat für seine Entscheidung noch einige schockierende Wendungen parat. Schockiert ist auch Reo aus ganz anderen Gründen. Erst zum Feiern zumute, muss er feststellen, das Mabu wieder zur Otterwartung ausgeflogen ist. Als er auch dort eintrifft, ist Mabus Körper nicht das Einzige, was sich enthüllt hat…

Tod winkt in dieser Folge von allen Seiten und in allen Formen. Keppis “Tod” ist derart überzeichnet, dass man gar nicht anders kann, als ihn nicht erst zu nehmen. Bei Enta standen alle Fahnen bislang auf bierernst, sodass seine pointierte Rückkehr auf die Bühne dann so abrupt kommt, dass man sich als Zuschauer gar fast getrollt fühlt. Bis einem dann einfällt, dass seine Situation nichts von seinem Ernst verloren hat. Es wurde nur aufgeschoben. Düster wird es dafür um so mehr bei Tooi, denn um Chikai herum ist der Body Count nicht gerade klein und macht aus Chikai nicht unbedingt den großen Sympathieträger. Und trotzdem ist sein Abgang ein effektiver Tritt in die Magengrube. Das Skript dieser Folge ist schon voll bepackt: Die Handlung schreitet drastisch voran und derweil haben alle Hauptfiguren ebenso drastische emotionale Hürden zu überwinden. Kazukis Drama um Haruka ist eigentlich abgeschlossen, doch verbindet sich seine Beziehung mit ihm wunderbar harmonisch den Schlüssel zu seinem Berührungspunkt mit Toois Vergangenheit Auch visuell ist die Folge definitiv ein Höhenflug in der Serie. Alles ist dabei: Von Verzweiflung, Resignation, Entsetzen, Schock wie Versöhnung und Aussprache, von surrealen Gags zu effektiver Situationskomik, von jauchzenden Jubeltänzen zu melancholischer Nostalgie und psychodelischen Albtraumerlebnissen. Nobuyuki Takeuchi geht hier auf die Vollen, zu denen er in seinem Regie-Debütwerk Fireworks nie kam. Wer sich an Bakemonogatari erinnert fühlt, liegt auch nicht falsch, denn dort war Takeuchi nach seiner Arbeit unter Ikuhara als Revolutionary Girl Utena Episodenregisseur auch sehr aktiv tätig. (Persönlich erinnern mich vor allem zwei Frames von Tooi zur Mitte der Folge extrem an Araragi, der in Bakemonogatari häufiger mal sehr entsetzt drein guckt.) Takeuchis Magnus Opus bleibt für mich zwar weiterhin Mawaru Penguindrum Folge 9, aber diese Sarazanmai-Folge braucht sich definitiv nicht zu verstecken.


The Rising of the Shield Hero: Episode #23

Start: 09.01.2019 • Action, Fantasy • Kinema Citrus

Mit Therese und L’Arc macht Naofumis Gruppe die Bekanntschaft mit ein paar neuen Gesichtern. Alle verstehen sich gut und Therese bittet Naofumi sogar darum, ein Accessoire für sie zu fertigen, nachdem ihr Raphtalia von seinen Fertigkeiten erzählt. Zwar glauben L’Arc und Therese, dass Naofumi ihnen einen falschen Namen gegeben hat, aber nur weil er in ihren Augen nicht der bösartige Mann sein kann, den die Gerüchte aus ihm machen. Auf Cal Mira angekommen, beginnt gleich einmal das Training und wie sich zeigt, sind die Ergebnisse ausgezeichnet. Zwar gibt es wieder ein paar Reibereien mit den anderen Helden, doch gemeinsam mit L’Arc und Therese steigen Naofumi, Raphtalia und Filo jenseits Level 70 auf. Sogar Zeit zum Feiern und Erholen haben sie. Während dieser Zeit entdeckt Filo ein Gebäude Unterwasser, weshalb Naofumi mit ihr und Raphtalia die vermeintliche Ruine untersucht. Wie sich aber herausstellt, ist ihr Fund gleichbedeutend mit dem Ende der ruhigen Zeit. Was unter Wasser die ganze Zeit versteckt lag, ist nämlich ein Drachen-Stundenglas und es zeigt ihnen die Zeit der nächsten Welle an. In knapp zwei Tagen werden Monster über Cal Mira herfallen und Naofumi muss zeigen, was das Training wert war.

Diese Folge ist sehr schön aufgebaut. Endlich ein paar neue Gesichter, die das erkennen, was hinter Naofumis meist genervten Gesichtsausdruck versteckt ist. Deswegen versteht sich Naofumi auch so gut mit L’Arc und Therese, die beiden machen sich ihren eigenen Eindruck. Das Training hilft Naofumis auch schnell stärker zu werden und (statt wie in der Novel) die vielen kleinen Nebenschauplätze zu zeigen, besinnt sich der Anime auf das Wesentliche. Durch ein paar kurze Szenen wird das Phänomen von Cal Mira gezeigt und am Ende bekommt man als Zuseher das Ergebnis serviert. Auch die Party funktioniert nach dem Prinzip: man zeigt nur die interessantesten Stellen. Das gefällt mir sehr gut, denn während die Novel davon lebt, mehr zu erklären und zu beschreiben, nutzt der Anime die Stärke als visuelles Medium und konzentriert sich auf das Nötigste. Das alles wirkt nicht gehetzt und lässt die Folge sehr rund wirken. Mit der Enthüllung des Stundenglases am Schluss der Folge dürfte das Finale der Serie wohl hochexplosiv werden.

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