Spider-Man

Lesezeit: 5 Minuten

Videospiele, die sich bekannten Superhelden aus den Häusern DC und Marvel annehmen, haben einen schweren Stand. Erst die Arkham-Reihe um Batman bewies, wie viel mit einem Lizenzspiel gemacht werden kann. Es war deshalb nur eine Frage der Zeit, bis auch Marvel mit Spider-Man seinem bekanntesten Helden endlich ein eigenes Konsolenabenteuer schenken würde. Mit dem Release im September 2018 kann nun sich zumindest jeder Besitzer einer PlayStation 4 eine Meinung bilden, wie sich das neueste Abenteuer des Netzschwingers spielt. Die Erwartungen sind natürlich groß und die wichtigste Frage bleibt wieder einmal: Top oder Flop?

  

Fast jeder kennt die Geschichte von Spider-Man/Peter Parker. Ein Junge wird von einer radioaktiven Spinne gebissen. Erhält die proportionalen Kräfte einer Spinne. Verliert seinen Onkel, weil er einen Verbrecher nicht aufhält. Statt ein weiteres Mal diese Geschichte zu zeigen, geht Insomniac Games einen Weg der interessanter ist. Spidey ist mittlerweile schon jahrelang aktiv. Er hat einige Erfahrung gesammelt und weiß diese auch in der Verbrechensbekämpfung einzusetzen. Sogar eine Polizistin unterstützt ihn, mehr oder weniger aus Notwendigkeit. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass man gleich zu Beginn mitten in die Action losgelassen wird.

Der Kingpin als Tutorial

Originaltitel Spider-Man
Jahr 2018
Plattform PlayStation 4
Genre Action-Adventure
Entwickler Insomniac Games
Publisher Sony Interactive Entertainment
Spieler 1
USK

Ohne viele Umschweife darf der Spieler gleich zu Beginn an der Stürmung von Wilson Fisks, auch als Kingpin bekannt, Hochhaus teilnehmen. Dabei wird jede Gelegenheit genutzt, um den Spieler fließend mit der Steuerung bekannt zu machen. Schwingen, Netze schießen, kämpfen oder Spezial-Angriffe. Alles wird sehr einfach erklärt und fließt dabei sogar in die Handlung ein. Auf der Spitze kommt es schließlich zum Showdown mit dem Kingpin und nun muss man das Gelernte in die Tat umsetzen. Nachdem man ihn schließlich besiegt hat, und auch ein paar tolle Szenen mit Quicktime-Events übersteht, ist also einer der größten Verbrecher festgenommen. Zwar schwört dieser, bald schon wieder frei zu sein, da ohne ihn die Stadt im Chaos versinkt, doch Peter ist dennoch froh, einem seiner größten Widersacher das Handwerk gelegt zu haben. Zeit für Spidey, etwas zu entspannen.

Das Leben des Peter Parker

Erfrischender Weise spielt man nicht nur die heroischen Taten, sondern auch das ganze normale Leben Peters. Sein Job als wissenschaftlicher Assistent für Doctor Otto Octavius. Besuche in Tante Mays Obdachlosenheim. Oder die Probleme von Peter die Miete für sein Apartment zu bezahlen. Wer sich ein bisschen mit dem Umfeld von Spider-Man beschäftigt, weiß, dass auch eine bestimmte Frau in seinem Leben nicht fehlen darf: Mary Jane “MJ” Watson. Mittlerweile eine taffe, investigative Journalistin, darf man sie sogar bei gewissen Passagen spielen. All dies macht Spider-Man nicht nur zum reinen “Sammel-Ding-X-Verprügel-Bösewicht-Y” Spiel, sondern gibt auch der Geschichte Tiefgang. Der Kosmos rund um Peter ist lebendig und Peter selbst hat in seinem Leben einiges erlebt. Sein Verhältnis mit MJ ist angespannt und während der Story bekommt man auch von beiden Seiten präsentiert, weshalb. Dazu kommen viele bekannte und weniger bekannte Gesichter aus den Comics, die ebenfalls Auftritte und Erwähnungen bekommen. Das erzeugt eine lebendige Welt, bei der auch Interesse für die Nebencharaktere generiert wird.

Schwinge durch New York – besser als je zuvor

Ein Spider-Man-Spiel muss eine große Hürde meistern: Das Netzschwingen. Als Spieler soll man eine gute Mischung aus flüssiger Bewegung und Schwierigkeit der Durchführung haben. Was nützt es, wenn es toll aussieht wie ich schwinge, dafür aber mehrere Tastenkombinationen auswendig zu lernen sind? Insomniac Games hat sich dafür eine geniale Lösung einfallen lassen und bricht die Grundlagen des Schwingens auf ein einfaches Drücken des R2-Knopfes herab. Das erlaubt herkömmliche Bewegungen durch ganz New York, aber verleitet den Spieler dann doch die Grenzen auszuloten. Wie hoch darf ich maximal schwingen? Wann sollte ich loslassen? Lasse ich mich normal oder im Sturzflug fallen? Will ich zwischen einem Netzschuss ein Foto machen und dann im letzten Moment wieder weiterschwingen? Man bekommt also völlige Freiheit darüber, wie man sich durch New York bewegt und kann sich selbst das Leben schwerer oder einfach machen.

Wie bitte hätten Sie ihren Spider-Man gerne?

Nicht nur beim Schwingen, auch bei den Kostümen, Fähigkeiten und Ausrüstungen hat man fast vollständige Freiheit. Die Nebenmission geben dabei die nötige Währung und da bietet das Spiel neben Verbrecher verprügeln, Tauben jagen oder Rätsel lösen, viele Möglichkeiten. Manches mag dabei zwar repetitiv sein, doch alles sehr solide gemacht. Man gibt dem Spieler somit die Möglichkeit, genauso viel zu machen wie er will und auf Nebenmissionen zu verzichten. Bei den Hauptmissionen gibt es auch einiges an Abwechslung und manchmal ist es sogar nötig, sich versteckt um die Gegner zu kümmern, damit Geiseln nicht erschossen werden. Die Passanten reagieren auch auf Spidey und seine Taten. Sogar ein Jonah Jameson muss sich in seiner Radio-Show neue Möglichkeiten einfallen lassen, um Spideys Taten in ein falsches Licht zu rücken. Durch die Handlung werden all diese oft nicht zusammenhängenden Fäden schließlich zusammengewoben und bieten ein rundum fantastisches Spielerlebnis.

Man kann sagen was man will, aber jedes neue Superhelden-Videospiel muss sich derzeit an der Arkham-Serie messen. Auch Spider-Man kommt um diesen Vergleich nicht herum und muss wohl auch eingestehen, dass man sich bei Batman einiges abgeschaut hat. Insgesamt ist es aber positiv zu sehen und das Spiel ist dadurch sicher besser geworden. Für ein Spiel mit Spider-Man als Held bekommt man als Fan auch so ziemlich alles geliefert: Eine gute Story, bekannte Gesichter, einen schnippischen Spider-Man mit blöden Witzen und ein fantastisches Spielerlebnis. Was dabei hilft, ist auch wie flüssig alles zu funktionieren scheint – egal ob schwingen, kämpfen oder auf Wänden krabbeln. Insomniac Games hat fantastische Arbeit geleistet und ein Spiel geschaffen, das Fans der Comics gefallen wird, aber auch für Neulinge genug Einstiegspunkte bietet um unterhalten zu werden. Ein rundum gut gemachtes Spiel, das lediglich minimale Abzüge bekommen würde, wenn man kein Fan von Sammel-Missionen oder ähnlichen sich wiederholenden Ereignissen ist. Sonst gibt es von meiner Seite nichts zu bemängeln. Das Spiel macht von Anfang bis Ende einfach Spaß!

©Sony Interactive Entertainment

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Hero Kage

Hero Kage ist Test Engineer für einen der weltweit größten Chiphersteller und sorgt unter anderem dafür, dass die Elektronik in Autos richtig funktioniert. In seiner Freizeit erholt er sich mit jedem Medium, das eine Geschichte bieten kann, die ihm gefällt. Dabei unterscheidet er nicht zwischen einzelnen Medien. Es geht ihm nur darum, besonders gut unterhalten zu werden. Zudem ist er auch noch passionierter Brett- & Kartenspieler und immer für ein neues Spiel zu begeistern.

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