Cardcaptor Sakura – The Movie

20 Jahre nach der japanischen Erstausstrahlung kehrt Cardcaptor Sakura zurück. Bereits 2018 erschien die Serie Cardcaptor Sakura: Clear Card Arc, die aktuell bei Peppermint Anime veröffentlicht wird und Netflix sicherte sich die Rechte, um die zweite Hälfte der Ursprungsserie auszustrahlen. Für Fans der kleinen Sakura gibt es dank Nipponart ein weiteres Highlight in Deutschland: Seit dem 5. Dezember 2019 ist die Neuauflage des Kinofilms Cardcaptor Sakura – The Movie auf DVD und zum ersten Mal auf Blu-ray erhältlich. Von 1999 zu 2019, von der DVD auf die Blu-ray, von Japan nach Hongkong. Begleiten wir Sakura und ihre Freunde fern von der Heimat in ein großes Abenteuer, das neben Freude auch Gefahren mit sich bringt.

      

Die Schülerin Sakura Kinomoto wird von seltsamen Träumen verfolgt: Sie steht in einer großen Halle, überall sind Wasser und Stoffbänder, die sich um ihre Arme schlingen und sie ins Wasser ziehen. Haben diese Eingebungen etwas zu bedeuten? Fröhlich mit Zeugnissen in der Hand verlassen die Schüler das Schulgelände in Richtung Winterferien. Bei einer Lotterie ereilt Sakura das große Glück und sie gewinnt den Hauptpreis: eine Reise nach Hongkong für vier Personen. Zusammen mit ihrem großen Bruder Toya, dessen besten Freund Yukito Tsukishiro und ihrer besten Freundin Tomoyo Daidoji begibt sich Sakura ab in die Ferien. Heimlich begleitet wird sie als Cardcaptor von ihrem Beschützer Kero-chan. Entspannung ist allerdings nicht gegeben, denn die seltsamen Träume verdichten sich in Hongkong und werden immer bedrohlicher. Wie durch Zauberei trifft die Gruppe bei einer Stadtbesichtigung den Klassenkameraden Shaolan Li und dessen Cousine Mailing Li, die die Ferien zu Hause in Hongkong verbringen. Was als Kurztrip beginnt, entwickelt sich schnell zu einem gefährlichen Abenteuer, denn die Träume lassen nicht locker und es erscheint eine Frau, die große Wut in sich trägt und dadurch nicht nur Sakura, sondern auch die Menschen, die ihr viel bedeuten, in Gefahr bringt …

Originaltitel Cardcaptor Sakura Movie 1
Jahr 1999
Laufzeit 81 Minuten
Genre Fantasy, Comedy, Drama
Regisseur Morio Asaka
Studio Madhouse

Grundwissen ist die Basis

Viele Menschen haben eine wichtige Aufgabe im Leben. So auch die junge Sakura Kinomoto. In der Bibliothek ihres Vaters findet sie ein eigenartiges Buch in dem sich magische Karten, die sogenannten Clow Cards, befinden. Durch Sakuras Berührung mit den Karten verstreuen sich diese in alle Himmelsrichtungen und nun liegt es an ihr, sie wieder einzufangen. Durch den Wächter des Buches Kerberos, kurz Kero-chan (ein kleines gelbes Wesen mit Flügeln), wird sie zum Cardcaptor und erhält die Gabe, die Kräfte der Karten zu bändigen und einzusetzen. So kann sie zum Beispiel fliegen, durch die Luft springen oder den Wind kontrollieren. Einzig Sakuras beste Freundin Tomoyo kennt von Beginn an das Geheimnis und unterstützt sie nach allen Möglichkeiten bei der Jagd. Auch sie hat daran Freude, denn Tomoyo liebt es, Sakura zu filmen und näht gerne Kleider. All das kann sie mit Sakura verbinden: So geht unser Cardcaptor in individuellen, voluminösen, bunten Kostümen in den Kampf und das alles wird auf Video festgehalten. Hinzu kommt Shaolan Li, der ein entfernter Verwandter des Erschaffers der Clow Cards, Clow Reed, ist und die Karten ebenfalls einfangen möchte. So viel zur Grundgeschichte von Cardcaptor Sakura. Der Film richtet sich an Kenner der Vorlage, verzichtet deshalb auf Erklärungen und Zusammenfassungen, bleibt aber dennoch verständlich. Wer jedoch mehr über die Charaktere, ihre Beziehungen zueinander und die Clow Cards wissen möchte, dem ist der Anime oder der Manga zu empfehlen.

Glück oder Unglück

Zurück zum Film. Für Sakura ist die Reise nach Hongkong etwas ganz Besonderes und so verdrängt sie auch die seltsamen Träume, von denen sie gequält wird. Es ist die erste große Reise, das erste Mal in einem Flugzeug und das alles mit einem Jungen, in den sie heimlich verliebt ist. Ein Glück, das alles problemlos funktioniert, obwohl ihr Vater arbeiten muss. So begleiten sie ihr großer Bruder, die beste Freundin und ihr Schwarm Yukito. Es scheint, als könne die Stimmung nicht besser sein doch die Träume lassen nicht locker und reißen Sakura aus dem Schlaf. Nur diesmal ist neben dem Wasser und den Bändern noch eine wütend wirken Frau in der Halle. Durch die Begegnung mit Shaolan und seiner Mutter wird alles noch mysteriöser und die Träume verdichten sich. Diesmal sogar auf eine andere Weise, denn die Bänder, die sich im Schlaf um Sakuras Handgelenke schlingen und sie ins Wasser ziehen, hinterlassen auf ihren Armen deutliche Blessuren. Schnell ist klar, dass die gewonnene Reise nichts mit Glück zu tun hat. Denn die seltsame Frau mit auffallendem Haarschmuck steht in Verbindung mit Clow Reed, was uns einen kurzen Einblick in Clows Vergangenheit schenkt. Die Erkenntnis, dass dieser nicht mehr am Leben ist, will diese nicht wahrhaben und so kommt es zu einem für alle bedrohlichen Kampf.

Die Hoffnung stirbt nie

Cardcaptor Sakura entstand in einer Zeit, als Magical-Girl-Serien wie Sailor Moon sehr beliebt waren. Lange Zeit geriet der Card Captor etwas in Vergessenheit und gerade jüngere Anime- und Manga-Fans besitzen eventuell keine Verbindung zu der liebenswerten Schülerin. Doch durch den Manga Cardcaptor Sakura: Clear Card Arc sowie dem zugehörigen Anime ist die Möglichkeit gegeben, Sakuras Wahrnehmung zu verstärken. Zur Ursprungsserie Cardcaptor Sakura soll an dieser Stelle gesagt werden, dass nur die ersten 24 von 70 Folgen in Deutschland auf DVD veröffentlicht wurden. Für viele Fans besteht nun Hoffnung, dass die liebevolle Geschichte irgendwann komplett im Regal stehen könnte.

Bekannte Synchronisation

Der Wechsel auf die Blu-ray tut dem Film gut und bietet neben scharfen Bildern satte Farben, die der Geschichte einen passenden Glanz verleihen. Auch die Synchronisation, die von der ersten Auflage beibehalten wurde, kann sich dank passend besetzter Rollen hören lassen. So leihen Manja Doering, bekannt als deutsche Stimme von Natalie Portman (Black Swan) und Reese Witherspoon (Natürlich Blond), und David Turba, der deutsche Sprecher von Shia LaBeauf (Transformers), ihre Stimmen Sakura Kinomoto und Shaolan Li. Hinzu kommen unter anderem Julia Ziffer (Dragonball Z) als liebenswerte Tomoyo, Julien Haggege (Detektiv Conan) als gemeiner großer Bruder Toya, Diana Borgwardt (Guardian oft the Spirit) als verfressenes kleines gelbes Plüschtier Kero sowie Kim Hasper, bekannt als Erzähler aus Digimon Adventure tri..

Ein Blick lohnt sich

Wer auf der deutschen Disc-Veröffentlichung Bonusmaterial erhofft, wird enttäuscht werden. Dafür liegen der Neuauflage ein Sticker mit dem Motiv des Covers und ein ausführliches Booklet bei. Auf den ersten Seiten bietet das Booklet einige Hintergrundinformationen zu den Charakteren, die gerade für Nichtkenner interessant sein könnten. Besonders aufschlussreich ist ein Interview mit dem Regisseur Morio Asaka, in dem er sich an die Zeit der Entstehung von Cardcaptor Sakura – The Movie zurückerinnert: Er spricht über das Stadtbild Hongkongs, welches ein visuelles Highlight darstellt. Bei den Ansichten verschiedener Stadtteile, Straßen und anderen Gebieten ist erkennbar, dass Morio Asaka sich vor Ort Inspirationen holte. Einzig das Haus von Shaolans Familie und ein wichtiger Brunnen sind nicht der Realität entnommen. Ansonsten entsprechen die komplette Stadt, der Hafen, sowie die Einkaufsstraßen (von denen insbesondere die Bird-Street erwähnenswert ist) der Wirklichkeit. Im Interview erwähnt Asaka ebenfalls, dass es in einer Bucht in Hongkong wirklich Haie gibt, was mit dem Kommentar von Sakuras Bruder Toya bei einer Bootsfahrt einher geht.

Fazit

Cardcaptor Sakura war mein erster Manga. Daher kann ich behaupten, durch die Schülerin und ihre sympathische Art zum Manga- und von dort ins Anime-Genre gekommen bin. Ich liebe die Geschichte und kann sie immer wieder von vorne beginnen. Dank Nipponart habe ich nun Cardcaptor Sakura – The Movie eine Geschichte, die Lust auf mehr macht. Sakura liebenswert und schüchtern, kann aber auch tough und mutig sein. Zu Beginn wirkt Shaolan etwas befremdlich, da er und Sakura Konkurrenten sind, aber er würde sie niemals im Stich lassen und kämpft so an ihrer Seite. Er ist wirklich eine treue Seele. Genauso Toya. Zunächst ist er gemein und ärgert Sakura, wo er kann. Bei den Zuschauern führt das zum Schmunzeln, doch Sakura regt sich verständlicherweise auf. Sie auf den Arm zu nehmen, scheint ihm Spaß zu machen, doch auch er würde nie zulassen, dass ihr etwas passiert. Besonders gefällt mir, dass Sakuras Gegner im Finalkampf nicht die Karten sind, sondern ein menschliches Wesen. Das ist wohl der größte Unterschied zur Animeserie. Ich hätte mir zu Beginn nur eine kurze Zusammenfassung gewünscht, wie Sakura zum Cardcaptor wurde. Dennoch wurde hier ein wunderbarer Film neu aufgelegt und auf Blu-ray veröffentlicht, der so vieles vereint: Familie, Freunde, Magie, Mystery, Humor, Liebe und Vertrauen.

Vielen Dank an Nipponart für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Die Rezension unterlag keinen inhaltlichen Vorgaben und spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider.

© Nipponart

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