Candidate for Goddess

Die Menschheit hat es geschafft, andere Planeten im Weltraum zu bevölkern. Doch sie sind nicht allein. Um ihren Planeten Zion zu beschützen, kämpfen die Piloten in Candidate for Goddess von Regisseur Mitsuru Hongou (Ascendance of a Bookworm) gegen die feindlichen Victims. Auch der Schüler Zero möchte in den zwölf Folgen, die im Jahr 2000 veröffentlicht wurden, mitkämpfen. Wird es Zero schaffen, ein Pilot zu werden? Was passiert mit dem Planeten Zion? Wer oder was sind diese Victims? Ob all diese Fragen geklärt werden, erfahrt ihr hier.

 

Im Jahr 4084 ist es der Menschheit gelungen, andere Planeten zu besiedeln und dort in Kolonien zu leben. Die Verbreitung im Weltraum lockt allerdings Feinde an. So wird der Lebensraum der Menschen zum Angriffsziel einer außerirdischen Rasse, genannt Victims. Bereits viele Siedlungen wurden zerstört, einzig der Planet Zion blieb bisher verschont und ist nun die Zielscheibe für die Victims. Zur Verteidigung wurde die Raumstation G.O.A. gegründet. Hier werden junge Menschen zu Piloten ausgebildet, um mit riesigen Robotern, den sogenannten Göttinnen, den Feind zu bekämpfen. Da nur Jugendliche die Mechas steuern können, sind die Ausbilder auf G.O.A. ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Zu diesen gehört der 15-jährige Zero Enna. Sein größter Wunsch ist es, einmal die weiße Göttin zu steuern, doch um diesen Traum zu verwirklichen, liegt ein harter und langer Weg vor ihm.

Einer von vielen

Originaltitel Megami Kouhosei
Jahr 2000
Episoden 12 (in 1 Staffel)
Genre Action, Science-Fiction
Regisseur Mitsuru Hongou
Studio Xebec

Die Goddess Operator Academy, kurz G.O.A., ist eine Raumstation, die über 3000 Kadetten beherbergt. Allerdings haben nur fünf von ihnen die Möglichkeit, als Pilot die mächtigen Göttinnen (auch: Ingrids) zu steuern. Rei Enna, von allen Zero genannt, träumt seit seiner Kindheit davon, einer dieser fünf zu sein. Als er noch ein Kind war, wurde sein Zuhause von Victims angegriffen und Zero wurde durch einen Pilot und seine Göttin gerettet. Seit diesem Tag hat er ein großes Ziel. Um dieses zu erreichen, ist jedoch hartes Training erforderlich. Hinzu kommen strenge Vorschriften, feste Schlaf- und Essenszeiten, regelmäßige Untersuchungen und vorgeschriebene Mahlzeiten. Ein Pilot kann seinen Mecha nicht ewig kontrollieren, deshalb müssen ständig Anwärter auf hohem Niveau bereitstehen. Die Vorfreude, eine Göttin zu steuern, ist bei vielen Kadetten spürbar, allerdings geht der negative Aspekt etwas unter. Gibt es einen neuen Piloten, kann es unter Umständen bedeuten, dass der Bisherige im Kampf sein Leben verloren hat oder schwer verletzt wurde und somit nicht mehr einsatzfähig ist. Dies wird im Verlauf der Serie thematisiert, was die anderen Piloten und den nachrückenden Anwärter besonders hart trifft. In diesem Fall ist es besonders schwierig für den neuen Piloten, da er der jüngere Bruder des Verstorbenen ist.

Konkurrenz und Vertrauen

Neben dem Kriegsschauplatz im Weltraum liegt das Hauptaugenmerk des Animes, wie es der Titel bereits sagt, auf den Kandidaten für die Göttinnen und ihren Beziehungen zueinander. Im Vordergrund steht dabei Zero Enna als Hauptcharakter. Da er sehr aufbrausend und laut ist, fällt er bei seinen Ausbildern und Mitschülern gleich zu Beginn negativ auf. Er widerspricht, Anweisungen sind ihm egal und Teamfähigkeit ist am Anfang ein Fremdwort. All das macht ihn zum Außenseiter. Charakterlich ist Hiead Gner das komplette Gegenteil, schweigsam und möchte am liebsten alleine sein und in Ruhe gelassen werden. Aber auch Hiead fällt es schwer, sich unterzuordnen und Streitereien mit Zero stehen fast schon an der Tagesordnung. Für Piloten, die im Weltraum kämpfen, ist ein Partner auf der Raumstation wichtig, der die gegebenen Umstände überblicken kann. Die sogenannten Fluglotsen geben den Piloten Rückhalt und Hilfe. Auch die Lotsen, welche ausschließlich weiblich sind, werden auf G.O.A ausgebildet. Es werden Teams gebildet, bei denen Vertrauen das Wichtigste ist. Zeros Partnerin Kizna Towryk tut sich damit am Anfang sehr schwer. Der Start der beiden ist allerdings auch nicht gerade einfach. Kizna trägt eine Kappe, um darunter ihre Katzenohren zu verstecken. Als Zero sie zum ersten Mal sieht, bricht er in Gelächter aus, woraufhin die Lotsin ihm eine Ohrfeige verpasst. Allgemein gilt die Regel: Piloten sind männlich, Lotsen weiblich. Etwas seltsam, da es eine weibliche Pilotin gibt, weswegen die Vorschrift der Geschlechtertrennung fragwürdig ist.

Vorlage ohne Ende

Bekannt durch D.N.Angel, erschuf die Mangaka Yukiru Sugisaki von 1997 bis 2001 die Vorlage zu Candidate for Goddess. Mit dem Erscheinen des fünften Manga-Bandes wurde bekannt, dass der Manga vorübergehend pausieren würde. Das tut er zum Leidwesen vieler Fans bis heute. Wer gerne ein abgeschlossenes Ende haben möchte, dem gibt die Animeserie leider auch keine Hoffnung. Vielen Zuschauern ist Candidate for Goddess aus dem Fernsehen bekannt, denn der Anime wurde vom Sender VIVA ausgestrahlt. 2003 kamen erstmals drei DVD-Volumes heraus und Nipponart entschied sich 2016, eine DVD-Gesamtausgabe auf den Markt zu bringen. Leider schafft es die Produktion nicht, die Geschichte eigenständig weiter zu erzählen und endet abrupt, sogar noch vor dem Finale der Mangavorlage. Sehr schade, denn so bleiben viele Fragen ungeklärt und die aufgebaute Spannung verpufft einfach.

Traum oder Wirklichkeit

Durch das frühe und plötzliche Ende von Candidate for Goddess dürfen die Zuschauer ihrer Fantasie freien Lauf lassen und sich selbst einen Abschluss ausdenken. Das rein instrumentale Opening unterstützt dabei und lässt sich  auf verschiedene Weisen interpretieren: Ein Blick in die Zukunft, ein Traum beziehungsweise Wunschdenken? Hier darf sich jeder seine Lieblingsversion aussuchen. Zero rennt im Opening in der Uniform der Piloten einen Gang entlang. In einer Szene mit seiner Lotsin Kizna wird gezeigt, wie er in die weiße Göttin steigt und mit den anderen Göttinnen und Piloten in den Weltraum startet. Die Serie schafft es in der kurzen Zeit leider nicht, die Hintergründe der momentanen Situation zu erklären und offene Fragen zu beantworten. Ganz oben steht hier die Namensgebung. Warum heißen die Gegenspieler Victims? Opfer sind doch am ehesten die Bewohner der Kolonien, die von den Victims angegriffen werden. Um ebenfalls zu erklären, warum sie überhaupt die Menschen angreifen und ob sie wirklich bösartig oder doch auch Opfer sind, wären weitere Folgen nötig. Auch die Geschichte der amtierenden Piloten bleibt leider auf der Strecke. Sie werden immer wieder im Kampf gezeigt und wenn sie aus diesem wieder heimkehren. Größere Einblicke in ihren Alltag und die Gefühlswelt fehlen, wären allerdings interressant gewesen.

Alles andere als unbekannt

Bei der Wahl um die deutschen Sprecher hat das Synchronisationsstudio Circle of Arts ganze Arbeit geleistet. Schließen Kenner von Serien und Filmen die Augen, könnten hier Hannah Montana, Legolas oder Obi-Wan Kenobi auf Professor Charles Xavier oder den Vampir Edward Cullen treffen. Philipp Moog, der Stammsprecher von Ewan McGregor und Orlando Bloom, kämpft sich als Zero Enna durch das Training. Ihm Gesellschaft leistet Hiead Gner, der von Johannes Raspe verkörpert wird, bekannt als deutscher Stammsprecher von James McAvoy oder Robert Pattinson. Zu den Sprecherinnen gehört auch Shandra Schadt als Kizna Towryk, welche gerade jüngeren Zuschauern aus der Serie Hannah Montana bekannt ist. So hat man sich zum Teil auf bekannte und erfahrene Sprecher verlassen, deren Stimmen die Charaktere passend Leben einhauchen und für Stimmung sorgen.

Fazit

Wenn ich nicht abends durchs Fernsehprogramm geschalten hätte und auf VIVA hängen geblieben wäre, dann würde ich Candidate for Goddess vielleicht gar nicht kennen. Ich weiß noch, dass es nicht die erste Folge war, die ich damals gesehen habe, aber ich bin dran geblieben bis irgendwann Wiederholungen erfolgten. Zero als Hauptcharakter finde ich interessant, insbesondere seine Hintergrundgeschichte. Ich hätte echt gerne mehr über ihn und seine Vergangenheit erfahren. Mein Lieblingscharakter vom ersten Sehen bis heute ist aber einer der Piloten. Das liegt nicht nur an seiner Uniform, die meine Lieblingsfarbe Blau hat und sehr schick ist, sondern auch an seiner Art. Gareas Elidd ist super sympathisch. Ich liebe die kurzen Rückblicke zu der Zeit, als er selbst noch als Kadett auf G.O.A ist und die Sicht darauf, wie schwer die Zeit und der Kampf als Pilot jetzt ist. Es ist schade, dass die Geschichte der amtierenden Piloten etwas im Hintergrund bleibt. Es wird viel über jene erzählt, die Piloten werden wollen. Aber die, die es schon sind, bleiben etwas auf der Strecke. Nichtsdestotrotz macht die Serie Spaß und es wäre so wahnsinnig toll, wenn es nicht bei diesen abrupten Ende bleiben würde. Ob da Hoffnung besteht, ist fragwürdig. Ich hab auch immer versucht, mir ein eigenes Ende auszudenken, aber das benötigt schon Fantasie.

© Nipponart

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