AIKa

Lesezeit: 7 Minuten

Wenn es einen Anime gibt, welcher den Inbegriff des Fanservice darstellt, dann ist das wohl AIKa. Anfang der 2001er wurde die Serie einer breiten Masse durch mehrfache Wiederholungen im nächtlichen Programm von VOX als Königin des Pantyshots bekannt. Zum damaligen Zeitpunkt gab es Anime-Schmuddeleien ausschließlich auf VHS. Obwohl es in AIKa vergleichsweise zahm zugeht und die die Fanservice-Einlagen stets mit einem Augenzwinkern versehen sind, gelang es der Serie, weit über ihre Zeit hinaus im Gedächtnis zu bleiben. Nipponart huldigt den animierten Unterhöschen mit einer im Juni 2018 erschienen Complete Collection, die keine Wünsche offen lässt und hat zudem die beiden Nachfolger AIKa R-16 sowie AIKa Zero dazugepackt.

    

In naher Zukunft haben Naturkatastrophen und die damit verbundene Anhebung des Meeresspiegels viele Teile Japans unter Wasser gesetzt. Speziell ausgebildete Agenten verdienen sich seither ihren Lebensunterhalt mit dem Bergen der verschüttet gegangenen Kulturgüter und Wertgegenstände. Bei einer dieser Missionen machen die Agentinnen Aika und Rion auf der Suche nach der obskuren Energiequelle Lagu die unangenehme Bekanntschaft der skurrilen Geschwister Nena und Rudolf Hagen, die ebenfalls auf der Suche nach der Quelle sind…

Höschenparade 1: AIKa

Die Hauptgeschichte, für die AIKa berühmt wurde, besteht aus vier Episoden à 30 Minuten, welche im Fernsehen als Zusammenschnitt gesendet wurden. Sie erzählt die Handlung des ungleichen Duos Aika und Rion. Aika als eher seriöse 26-jährige Agentin und Rion als lebhafte und noch blauäugiger Sidekick werden mit Nena und Hagen (der Vorname fällt unter den Tisch) konfrontiert. Bei ihrem spektakulären Abenteuer gibt es außerdem Unterstützung durch die Spionin Meipia und Aikas Komplizen Gasto. Der Truppe steht eine ausschließlich weibliche Gegnerschar gegenüber, die Delmos. Markenzeichen: Einheitliche Unterhosen, die aus jeder sich anbietenden Perspektive zur Geltung kommen. Aika und Rion schlagen sich rund zwei Stunden in Daueraction durch die Unterhosenhorden. Dazu kommt auch ein magisches Element, die sogenannte Zauberschleife. Durch sie erlangt Aika, die ohnehin eine besondere Physis besitzt, noch stärkere Kräfte. Selbstverständlich ist dies Mittel zum Zweck um aus der seriösen Blondine mit Dutt einen blauhaarigen Vamp in leichter Bekleidung zu machen. Doch dabei gibt sie stets eine gute Figur ab, denn die Animationen können sich auch in Actionmomenten sehen lassen und besonders in Nahaufnahmen kommt das gelungene Charakterdesign von Noriyasu Yamauche zur Geltung. Mit nackten Tatsachen wird hier nicht gegeizt und neben den vielen Pantyshots gibt es auch so manche Oben-ohne-Aufnahme. Ein zweischneidiges Schwert ist die deutsche Synchronisation von Aaron Film, die zwar weit davon entfernt ist, hochwertig zu sein, doch mittlerweile einen Kultcharakter besitzt. Insbesondere Rions zickige Natur ist im Deutschen noch besser getroffen als im Original und mit der Synchronisation von Rudolf Hagen setzte Sascha Kaufmann ein Denkmal hinsichtlich deutscher Anime-Synchronisationen.

Höschenparade 2: New Mission

Nach der Veröffentlichung des Vierteilers produzierte Studio Fantasia (Die Ewigkeit, die du dir wünschst) noch im selben Jahr eine weitere Mini-Serie, bestehend aus drei Episoden. Diese knüpft an das Ende ihres Vorgängers an und lässt die Delmos auf Rache schwören, nachdem ihr Anführer Hagen von seiner mutierten Schwester Nena im Liebesrausch erdrückt wurde . Neu an der Gegnerspitze ist hier das lesbische Pärchen, das die Geschehnisse überlebt hat. Die Handlung erstreckt sich über drei Einzelepisoden, deren roter Faden erst in der letzten Episode ersichtlich wird. In der ersten (bzw. insgesamt fünften) Episode begleitet der Zuschauers Aikas Truppe bei einem Südseeurlaub, wo auch Aikas Schwäche zum Vorschein kommt: Bishounen (schöne Männer). In der darauf folgenden Episode wird Aikas Kondition auf die Probe gestellt, während es in der dritten Folge zum finalen Schlag gegen die Delmos kommt. “New Mission” erweitert Aikas Team um ihren Chef Gozo sowie den exzentrischen Michikusa, der mit seinen Streitereien mit Rion für zusätzliche Comedyszenen sorgt. Insgesamt kommt der Dreiteiler weniger düster daher und bietet in Sachen Gegnern mehr Abwechslung. So ist die goldene Delmo Rie ein junges Mädchen mit perfekten analytischen Fähigkeiten, während mit Sania ein Wolverine-Klon auf Aika losgelassen wird.

Höschenparade 3: AIKa R-16: Virgin Mission

Originaltitel AIKa
AIKa R-16: Virgin Mission
AIKa Zero
Jahr 1997, 2007, 2009
Episoden 13
Genre Action, Fanservice
Regisseur Katsuhiko Nishijima (AIKa, AIKa R-16: Virgin Mission), Noriyasu Yamauche (AIKa Zero)
Studio Studio Fantasia

Der zehnte Jahrestag der Serie näherte sich und so taten sich Studio Fantasia und Regisseur Katsuhiko Nishijima 2007 erneut zusammen, um das Jubiläum in Form eines neuen Animes einzuläuten. Fest stand nur, dass die Serie ebenfalls mit einem zeitlichen Versatz von zehn Jahren spielen sollte, doch eine 36-jährige Aika sollte es nicht werden. Deshalb wurde die Geschichte um zehn Jahre zurückgedreht und die Zuschauer dürfen in AIKA R-16: Virgin Mission erleben, wie die junge Aika mittels U-Boot auf Schatzsuche geht. Da Rion für diese Episode zu jung gewesen wäre, wurde Aika eine neue Freundin an die Brust… äh Seite geschrieben: Die temperamentvolle Eri (Fans von Neon Genesis Evangelion werden sofort erkennen, wer Vorbild für das Charakterdesign war). Eine weitere Begleiterin und gleichzeitig Anstoß für die Reise ist Karen, ein Mädchen, das einen tätowierten Schmetterling auf der Brust trägt, der aus winzigen Zahlen besteht. Richtig zusammengesetzt ergeben diese nicht nur einen Längen-und Breitengrad, sondern zudem den geheimnisvollen Hinweis “Das Tor zur Wahrheit wird durch den schlafenden Schmetterling geöffnet”. Optisch aufgemotzt und nicht mehr im 4:3-Format wurden die drei Episoden auch wesentlich bunter und jugendlicher. Wie in den vorgehenden Episoden bleibt der Soundtrack jazzig und auch der Höschenfaktor wurde noch weiter nach oben geschraubt. Der Höhepunkt ist ohne Zweifel ein Kampf am Strand in der zweiten Episode, der die Lachmuskeln ordentlich beansprucht. Die dritte Episode versucht mit Sci-Fi-Klon-Thematik noch einen Schuss Tiefgang in die Handlung zu bringen. Einzig der wenig ansehnliche CGI-Ozean tanzt aus der Reihe und will sich in das sonst positive Bild nicht einfügen. Die zweite Seite wurde bereits 2008 in Deutschland veröffentlicht.

Höschenparade 4: AIKa Zero

Mit AIKa Zero findet auch der vorerst letzte Teil der Reihe dank Nipponart seinen Weg nach Deutschland. Allerdings nur in japanischer Synchronisation mit Untertiteln, da die Sprecher vermutlich zehn Jahre später nicht mehr zur Vergügung standen. Inhaltlich spielt AIKa Zero drei Jahre nach AIKa R16: Virgin Mission und präsentiert damit eine 19-jährige Aika, die weiterhin von Eri und Rie begleitet wird. Wieso dann “Zero”? Ganz einfach: Obwohl die Geschichte weder einen Reboot noch eine Origin Story darstellt, ist sie die inhaltliche Verknüpfung zum Original. Hier tauchen die Hagen-Geschwister in ihrer jungen Form erstmals auf, womit der Grundpfeiler für AIKa von 1997 gelegt wird. Inhaltlich geht es allerdings deutlich flacher zu: Aika und ihre Freundinnen machen sich auf die Suche nach ihren spurlos verschwundenen Mitschülerinnen. Dabei geht die Geschichte reichlich uninspiriert von statten und ist mehr denn je Mittel zum Zweck, um möglichst viele Unterhosen und Pos zu zeigen. Pikant ist hierbei nur, dass der Feind eine Art Tentakel einsetzt, die in die Mädchen eindringen. Das geschieht selbstverständlich im Off, denn AIKa bleibt trotz aller Schmuddeleien anständig. Leider finden auch viele Kämpfe offscreen statt, die das augenscheinlich gesunkene Animationsbudget kaschieren. Wenn die Kamera in Actionszenen auf die Decke anstelle des Getümmels hält, läuft etwas falsch. Vielleicht mag das daran liegen, dass Katsuhiko Nishijima das 2009 erschienene Projekt verlassen hat und der Charakterdesigner auf dem Regiestuhl Platz nahm. AIKa Zero kommt insgesamt als leicht verdaulich und unspektakulär daher, allerdings auch als weniger unterhaltsam als die anderen Teile.

Die deutsche Veröffentlichung

Erstmals finden sämtliche AIKa-Ableger einen Platz in einer Box. Die Collector’s Edition von Nipponart lässt keine Wünsche übrig und erschien in einem schmucken aufklappbaren Digipack, das nicht nur viel Platz für Artworks bietet, sondern weitere Goodies mit sich bringt. Der Gesamtausgabe liegt ein Poster mit einem seltenen Motiv aus AIKa von 1997 bei. Außerdem hat ein Sticker mit Motiv aus AIKa Zero seinen Weg in die Box gefunden. Als Zusatzmaterial liegt der ersten DVD die Bonusepisode Special Trial bei, die Alltagsszenen mit Aika und Rion bietet. AIKa R-16: Virgion Mission bietet darüber hinaus umfassendes Bonusmaterial. Ein Making of, ein Besuch am Schauplatz und Interviews mit den Sprecherinnen der jungen Aika, Eri, Karen sowie dem in seine Rolle zurückgekehrten Sprecher von Gozo lassen keine Wünsche offen. Für hartgesottene Fans ist AIKa Zero ein weiterer Grund, die Sammlung zu komplettieren.

Ich muss zugeben, dass ich eine echte Achterbahnfahrt hinter mir habe: Damals gefiel mir AIKa ganz gut. Dann entdeckte ich andere Serien und tat die Serie als anspruchslosen Fanservicekram ab, um sie nun Jahre später doch noch für mich wieder zu entdecken. Die Serie ist Kult und dabei ebenso charmant wie schlüpfrig! Mein Tipp: Am besten gemeinsam mit Freunden schauen und ein Trinkspiel daraus veranstalten, wenn mal KEIN Höschen zu sehen ist. AIKa R-16: Virgin Mission ist ein solides Prequel mit hohem Comedyfaktor, während AIKa Zero nur noch einen müden Aufguss darstellt, den großen Namen auszuschlachten. Nichts desto Trotz: AIKa gehört in jede Animesammlung und hat dank Nipponart endlich eine würdige Aufmachung gefunden.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Aki
Redakteur

Oje das gab es ja auch noch… Aika habe ich damals im TV gesehen, als es schlicht noch nicht so viele Animes im TV gab und die kleine Aki einfach alles konsumiert hat, was gezeichnet aus Japan kam. Gott die Synchro fand ich damals grauenvoll! Keine Ahnung was ich heute dazu sagen würde aber ich denke, dass ich es eh nicht über Folge eins schaffe würde, denn ich kann mit Unterhöschenkämpfe absolut nichts anfangen.