Octopath Traveler

Lesezeit: 4 Minuten

Um das Sommerloch zu füllen, hatte Square Enix am 13. Juli 2018 das passende Spiel parat. Mit Octopath Traveler zollt man japanischen Rollenspielen der 16-Bit Ära einen würdigen Tribut, doch schafft man es auch, viele moderne Elemente zu implementieren. Wir haben einen ersten Rundgang durch die Welt von Orsterra hinter uns gebracht und die acht Hauptfiguren rekrutiert. Auch wenn die Reise noch lang sein mag, es gab bereits viel zu sehen.

      

Zu Beginn des Spiels hat der Spieler die Auswahl zwischen den acht Hauptfiguren. Jede von ihnen erzählt ihre eigene Geschichte, die in mehrere Kapitel aufgeteilt ist. Hat man sich für einen Charakter entschieden, stehen einem alle Türen offen: Will man sofort weiter zum nächsten Kapitel der Figur, oder sammelt man die anderen Figuren auf? Das Spiel passt den Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Situation an, so wird das Gameplay nie zu schwer oder zu einfach.

Now you’re playing with Super Power!

Originaltitel Octopath Traveler
Jahr 2018
Plattform Nintendo Switch
Genre JRPG
Entwickler Acquire Corp
Publisher Square Enix
Spieler  1
USK

Doch das Erste, was einem ins Auge fällt, sobald man das Spiel startet, ist die einzigartige Grafik. Flache, spritebasierte Hauptcharaktere laufen durch einfache 3D-Umgebungen, welche mit pixeligen Texturen überdeckt sind. Sofort kommen Erinnerungen an die Zeiten der SNES JRPGs hoch. Doch moderne Lichteffekte und Reflexionen, sowie ein starker Unschärfeeffekt, lassen den Blick auf den Mittelpunkt des Bildschirms fokussieren. So erhält das Spiel einen Tiefeneffekt, den man sich damals nur hat vorstellen können. Ist man bei der Optik einige Kompromisse eingegangen, um das Gefühl alter JRPGs einzufangen, ist man beim Ton andere Wege gegangen. Ein vollständig orchestrierter Soundtrack untermalt das Geschehen mit passenden Motiven. Auch eine Vertonung hat es ins Spiel geschafft, so kann man im Menü zwischen der englischen und japanischen Sprachausgabe wählen – Puristen dürfen diese natürlich aber auch abschalten, um das klassische Spielgefühl besser einzufangen.

Nostalgie Pur

Während man durch die schön gestaltete Welt wandert, kommt es immer wieder zu Zufallskämpfen. Diese erinnern vom visuellen Aufbau stark an die Final Fantasy-Teile der SNES-Ära, mit großen, detaillierten Gegner Grafiken, während die eigene Party, der Erkennbarkeit wegen, ihren kleinen Oberweltsprites treu bleiben. Jeder Gegner hat mehrere Schwächen, welche es auszunutzen gilt, da man diesen ansonsten nicht ausreichend Schaden zufügen kann. Jeder Gegner besitzt nämlich einen Schildwert, der sich nur senkt, wenn man mit einer der Schwächen attackiert. Sobald der Schild gebrochen ist, kann man eine Runde lang mit jeder Figur entsprechenden Schaden austeilen. Das Spiel wird so vor allem in Bosskämpfen knifflig, da diese nicht nur viel einstecken, sondern meist auch von Handlangern umgeben sind, welche es ebenfalls in die Knie zu zwingen gilt. Strategie ist gefragt, wer da nicht die passenden Figuren mit ihren verschiedenen Waffen und Zaubersprüchen parat hat, wird hier wenig Land sehen. Auf einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad zu stellen, ist keine Option.

Befindet man sich gerade nicht in einem Geschichtskapitel, so kann man durch die Lande ziehen und Nebenaufträge in Angriff nehmen. Auch wenn es eine Tagebuchfunktion gibt, die einem zumindest mitteilt, für wen man welche Quest wo zu erledigen hat, bekommt der Spieler die Lösung nicht auf einem Silbertablett bestellt. Stattdessen muss man aufmerksam den Dialogen mit den NPCs folgen, auf die richtige Idee kommen, welche Fähigkeit welcher Figur gerade angebracht sein könnte, um die jeweiligen Quests erfolgreich abzuschließen. Coole Sache: Die meisten Quest bieten mindestens zwei Lösungsmöglichkeiten. Will man den Dolch stehlen und die Gefahr eingehen, erwischt zu werden, oder will man diesen doch lieber fair und ehrlich mit seinem hart verdienten Geld erwerben? Das fördert die Kreativität in den Szenarien und lässt jeden Spieler seine eigenen Schlussfolgerungen ausprobieren.

Erster Eindruck:

Ich habe mittlerweile etwas mehr als 20 Stunden in Octopath Traveler gesteckt und meinen ersten Rundgang durch Orsterra hinter mich gebracht. Alle Hauptfiguren sind rekrutiert und ausreichend aufgelevelt, sodass ich mich in den kommenden Tagen auf in neue Gefilde wagen kann. Ich freue mich schon die Geschichten der acht Charaktere weiterzuverfolgen und zu sehen, worin das ganze Enden wird. Als Fan des Genres seit SNES Tagen hat mich die audiovisuelle Präsentation sofort abgeholt und der fordernde Schwierigkeitsgrad versichert, das selbst die einfacheren Kämpfe nicht in sinnloses Button mashing ausarten. Die Quests, die offenes Handeln zulassen, haben mich besonders überrascht. Das schafft nicht nur Wiederspielwert, sondern lässt jeden Spieler beim ersten Durchlauf auch auf seine eigene Lösung kommen, was auf dem Schulhof, oder in der Mittagspause im Unternehmen, sicherlich für viel Gesprächsstoff sorgen wird. Einzig das Fehlen einer deutschen Sprachausgabe ist in meinen Augen, beziehungsweise Ohren, eine Schande. So wird es jüngeren Semestern nicht einfach gemacht, die Faszination der Klassiker auf Anhieb nachzuvollziehen. Alles in allem bin ich sehr angetan von meiner bisherigen Reise und kann es kaum erwarten weitere Orte und Geschichten Orsterras zu erleben.

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Makoto

Irgendwie schlägt sich Makoto durchs Leben, arbeitet aber nie in dem Beruf, den er gelernt hat. Doch findet er daneben immer die Zeit für seine große Leidenschaft: Videospiele. Gute Figuren und spannende Geschichten schätzt er sehr, aber oft reicht es ihm schon aus wenn es was zu lachen gibt oder es ordentlich kracht. Für Filme, Manga und Anime räumt er sich gelegentlich auch Zeit ein. Selbsterklärter Slice-of-Life Spezialist.

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