X-Men ’97 (Folge 1×03)

X-Men ’97 knüpft mit der dritten Folge an die Ereignisse um Jean Grey an. Ist diese wirklich ein Klon oder steckt anderes dahinter? Die Episode beginnt damit, die Lücken zu füllen, woher diese Jean kommt, nachdem sie aus einem dunklen Labor geflohen ist und sich auf den Weg zurück nach Hause machte.

Inhaltsangabe

Die X-Men nehmen die Jean-Doppelgängerin auf, die Beast für die echte Jean hält.  

Mister Sinister kontaktiert die andere Jean und enthüllt, dass sie ein Klon ist, den er erschaffen hat, bevor er die Kontrolle über sie übernimmt und sie in die Goblinkönigin verwandelt. Sie entführt Baby Nathan und übergibt ihn an Sinister, bevor sie die X-Men schrecklichen Visionen aussetzt. Bis die echte Jean sie telepathisch konfrontiert, wobei diese sie an ihre gemeinsamen Erinnerungen erinnert.

Morph führt die X-Men zu einem von Sinisters Laboren, wo sie ihn dabei vorfinden, wie er Nathan mit einem Virus infiziert, in dem Glauben, dass es ihn in den ultimativen Mutanten verwandeln wird. Befreit von Sinisters Kontrolle, wendet sich Jeans Klon gegen ihn, aber Nathan ist schwer krank. Jeans Klon und Cyclops beauftragen Bishop, Nathan in die Zukunft zu bringen, in der Hoffnung, dort ein Heilmittel zu finden. Danach verlässt Jeans Klon die X-Men und nimmt den Namen Madelyne Pryor an.

In der Zwischenzeit trifft sich Storm mit Forge, der behauptet, dass er ihre Kräfte wiederherstellen kann. 

Ein Mann zwischen zwei Versionen einer Frau

Die Episode bestätigt, dass die Jean, wir in der zweiteiligen Premiere kennengelernt haben, tatsächlich Madelyne Pryor ist. X-Men ’97 schafft es, ein ganzes Crossover in eine Episode zu quetschen. Das gelingt vor allem, indem man jedes Gramm Ballast abwirft, das möglich ist. Was ursprünglich ein ausuferndes Epos über einen geistesgestörten Jean-Grey-Klon war, der dämonische Horden auf New York City loslässt, wird zu einer viel intimeren Angelegenheit. Madelyne entdeckt, dass ihre ganze Existenz eine Lüge ist, Cyclops findet sich hin- und hergerissen zwischen zwei Versionen derselben Frau. Der einzige Vorwurf, den man gegen diese Adaption erheben kann, ist, dass sie sehr schnell voranschreitet: In der einen Minute kämpft Madelyne mit der Entdeckung, dass sie ein Klon ist, im nächsten zieht sie das lederne Bondage-Queen-Outfit an und spielt die gackernde Superschurkin. Und auf der anderen Seite vergisst Episode 3 nie, dass Madelyne nicht die Bösewichtin dieser Geschichte ist. Sie bleibt durchweg sympathisch – eine frischgebackene Mutter, die mit einer Identitätskrise und mangelnder Unterstützung durch ihre Freunde konfrontiert ist. Das Drehbuch leistet großartige Arbeit, um Madelyne und Sinister für alte als auch für neue Fans zum Leben zu erwecken. Sinister, der durch ein Babyphone spricht, ist gar gruselig und beunruhigend. Apropos Horror: Dazu gehört auch eine Vision für Gambit, in der Rogue und Magneto ineinander verschmelzen, die direkt aus einem Body-Horror von David Cronenberg stammen könnte. Das Kreaturendesign ist herausragend und geht weit über das hinaus, was in einer Fernsehserie aus den 90er Jahren erscheinen könnte, die sich hauptsächlich an Kinder richtet.

Substanz für Morph und Bishop

Episode 3 findet sogar etwas Zeit, um eine der Schwächen der ersten beiden Episoden zu beheben, indem sie den Nebencharakteren Morph und Bishop mehr zu tun gibt. Morph ist natürlich nicht allzu begeistert von der Rückkehr von Mister Sinister, und wir sehen, wie er mit seinen eigenen Dämonen kämpft und sie schließlich besiegt. Was Bishop betrifft, so bekommen wir endlich eine Erklärung, warum er in der Vergangenheit herumgehangen hat, zusammen mit einem Hinweis auf die ganz andere Rolle, die er in Zukunft spielen wird. Zu sehen, wie Bishop zum Betreuer von Baby Nathan wird, ist faszinierend.

Fazit

Die Folge dient dazu, Jeans wahres Potenzial aufzuzeigen, wenn ihre Kräfte unkontrolliert losbrechen. Der epische Kampf zwischen Madelyne und Magneto und der ebenso coole psychische Showdown zwischen Madelyne und Jean sind schon jetzt kleine Highlights. Auch wenn X-Men ’97 bis zu dritten Folge gut geschrieben ist, überschlagen sich die Ereignisse immer wieder und man wünscht sich zwischenzeitig, die Folgen würden einfach länger dauern. Für Gelegenheitsfans mag das ein bisschen viel erscheinen. Es ist schwer zu leugnen, wie tiefgründig das Storytelling in dieser Serie wird. 

© Disney+

Ayres

Ayres ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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