Star Trek: Discovery (Folge 2×13)

Lesezeit: 4 Minuten

Die Zeichen stehen auf Abschied in Star Trek: Discovery Folge 2×13: „Such Sweet Sorrow“. Nicht nur weil es für Zuschauer die vorletzte Folge der Staffel ist, ehe das Warten auf die dritte beginnt, sondern auch weil in dieser Folge tatsächlich ganz, ganz viele tränenreiche Abschiede zelebriert werden. Also noch einmal mit Gefühl, Taschentüchern und einer Flasche Wasser zur Rehydration ehe es zum Staffelfinale geht.

Mit der gesamten Sektion 31-Flotte nun unter der Kontrolle der Killer-KI aus der Zukunft greift die Crew der Discovery zu drastischen Maßnahmen, um die Datenbank der Sphäre von Control fernzuhalten. Mit dem Plan die Discovery mitsamt Datenbank zu zerstören, wird die Mannschaft auf die Enterprise evakuiert. Zuerst schlägt jedoch die eingeleitete Selbstzerstörung fehl und auch der Versuch, das Schiff mit Torpedos zu zerstören, scheitert an den sich selbst aktivierenden Schilden der Discovery. Der Grund ist schnell gefunden: Genauso wenig, wie sich die Datenbank löschen lassen will und deswegen Schutzvorkehrungen getroffen hat, will sie sich mitsamt Schiff vernichten lassen und hat die Systeme der Discovery deshalb soweit infiltriert, dass sie auch mit dem Schiff Maßnahmen dagegen ergreifen kann. Ein Alternativplan muss also her und dieser sieht so aus, dass mit dem erbeuteten Zeitkristall eine neue Zeitmaschine nach Vorlage von Dr. Burnhams Raumanzug gebaut werden soll, um damit die Discovery mitsamt Sphärendaten durch ein Wurmloch in die Zukunft zu schaffen. Gerade rechtzeitig erscheint ein weiteres Signal, um ein fehlendes Puzzlestück für diesen Plan zu besorgen, während Lelands Flotte sich weiter nähert.

Alte alte Bekannte und neue alte Bekannte

Am Anfang der zweiten Staffel trifft die Discovery auf die USS Enterprise, doch es bleibt bei einem kurzen Zusammentreffen, ehe Pike schon rüberbeamt, sich auf Sarus Sessel platziert und das ikonische Schiff erstmal abseits der Handlung für ausführliche Reparaturen im Trockendock verschwindet. Umso erfreulicher ist es in dieser Folge, dass die Enterprise nicht nur funktionstüchtig wiederauftaucht und sich an der Seite der Discovery dem Kampf mit Control und ihrer Sektion 31-Flotte stellt, sondern zudem auch ausführlich ein Blick auf das Innere der Enterprise geworfen werden kann, wo das altbekannte Set im modernisierten Glanz neu entworfen wurde (ich sage nur Fahrstuhlgriffe). Neben der guten alten Enterprise trifft man in dieser Folge mit Me Hani Ika Hali Ka Po (oder auch einfach nur Po) auf eine weitere alte Bekannte. Die blinde Passagierin mit der sich Tilly im Short Trek „Runaway“ angefreundet hat, hat inzwischen ihren Thron als Königin des Planeten Xahia eingenommen, zu dem die Discovery ein weiteres Signal führt. Die schrullige Herrscherin, die zugleich geniale Ingenieurin ist, soll dabei helfen, den Zeitkristall der neugebauten Zeitmaschine mit der nötigen Energie zu versorgen.

Und ich wollte noch Abschied nehmen

Diese Folge macht eine große Schwäche der zweiten Staffel deutlich, feiert sie sogar ins Extreme: Szenen, die auf rührende Sentimentalität ausgelegt sind und nicht so richtig greifen wollen. Sei es nun Sarus vermeintlicher Tod in Folge 2×04, Airiams Tod in 2×09 oder die Trennung zwischen Mutter und Tochter Burnham in Folge 2×11. Höchst dramatische Emotionalität wird dargestellt, Sonequa Martin-Green gibt mehr als nötig und zerfließt in Tränen, aber inwieweit das bei den Zuschauern ankommt oder überhaupt effektvoll ankommen kann, ist eher fragwürdig. Auf welcher Basis soll diese neue Star Trek’sche Empfindsamkeit in Discovery überhaupt fruchten? Diese Folge ist ein Staffellauf an Abschieden, wie vom Schiff selbst, wenn die Discovery evakuiert und die Selbstzerstörung ausgelöst wird. Oder wenn Burnham die Entscheidung trifft, sich zu opfern, sich von der Crew verabschiedet und noch kurzerhand ihre Eltern hereinwarpen, um sich ebenfalls zu verabschieden. Oder wenn die Kerncrew sich dann entscheidet, mit Michael an Bord der Discovery unumkehrbar in die Zukunft zu reisen und sich wiederum von ihren Lieben verabschiedet. Oder wenn Pike sich als Captain von der Discovery-Crew verabschiedet. All der Pathos könnte durchaus wirksam sein, hätte man als Zuschauer schon Jahre und unzählige Abenteuer mit Crew und Schiff verbracht. Es ist jedoch gerade mal die insgesamt 28. Folge und gerade mal die zweite und zudem noch recht brüchig strukturierte Staffel, in der eher abenteuerlichen Plotwendungen hinterhergejagt wird und nur vereinzelt Charaktermomente zur Geltung kommen. Die Zuschauer wissen in den meisten Fällen schlicht zu wenig über die Figuren und die ausgespielten Bindungen, als dass man die dargestellte Emotionalität verstehen, geschweige denn mitfühlen könnte. Was dann letztlich übrig bleibt, ist ein sich zäh dahinziehendes Vorspiel für das Staffelfinale, das mehr langweilt als bewegt.

Meinung

Man möge mir das nun folgende, frustrierte Wegschmeißen meiner Neutralität und Eloquenz bitte verzeihen: Gnaaaah! Oh, mein scheiß Gott! La-a-a-a-angweilig! Die Folge ist fast so schlimm wie die dreißigtausend Enden von Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs. Der eine Teil besteht zu empfundenen fünfzigtausend Stunden aus gefühlsschwangeren Abschieden, die nicht zünden und der andere bringt lediglich alles für das Staffelfinale in Position. Ob das mit der Zeitreise jetzt alles so wie geplant durchgezogen wird, na ja, mal sehen. Ansonsten wurde mit Pikes Rückkehr zur Enterprise die Frage nach dem Captain der Discovery wieder angeteasert. Ich würde ja mein Geld nach wie vor auf Lorca-Prime setzen, aber vielleicht ist es letztlich auch wieder irgendwer total, super, mega Unvorhersehbares. Eine extrem anstrengende Folge, wobei zumindest Georgious launische Kommentare und ihr Zusammenspiel mit Po ein paar die Trübsal auflockernde Lichtblicke bieten.

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Lyxa

Lyxa studiert aktuell das Fach Und-was-macht-man-damit in Mainz, liest viel, schreibt gerne und schaut sich viel und gerne allerlei Serien und Filme an, am liebsten Science-Fiction. Lyxa ist dabei besonders der Dunklen Seite der Macht verfallen, weil es dort die cooleren Outfits gibt.

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