Star Trek: Discovery (Folge 2×03)

Lesezeit: 3 Minuten

Nach ganz viel Christopher Pike hat die dritte Folge der zweiten Star Trek: Discovery-Staffel nun diverse Fäden aus der ersten wieder aufgenommen. Neben einem Wiedersehen mit einer gewissen terranischen Imperatorin blickt man auch auf das Klingonische Reich, wo sich L’Rell und Tyler/Voq gegen klingonische Traditionalisten wehren müssen. Star Trek-Traditionalisten wird dabei zugleich ein Olivenzweig gereicht, in Form von Haaren und Bärten.

Bei ihrem Versuch, das Rätsel rund um die Signale zu lösen, gerät Burnham zunehmend in eine Sackgasse. Der einzige, der weiterhelfen könnte, Spock, hat sich jedoch in einer Sternenbasis der Föderation in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen und Versuche, Kontakt zu ihm aufzunehmen, blieben fruchtlos. Auch Amanda Grayson, Michaels und Spocks (Zieh)Mutter berichtet auf der Discovery eingetroffen, dass sie genauso wenig Glück hatte. Das einzig Logische tuend, hat sie also nun Spocks Krankenakte gestohlen und ersucht Michael und Captain Pike um Hilfe.
Tilly versucht derweil mit der immer häufigeren und drängenderen Erscheinung ihrer verstorbenen Schulfreundin May fertig zu werden. Da sie ja wohl kaum von einem Geist verfolgt wird, glaubt Tilly zunächst, der Stress ihres Offizierstrainings wirke sich auf sie aus. Doch sich zusammenzureißen und May zu ignorieren, fällt ihr zunehmend schwerer, zumal die Erscheinung etwas mit ihr vorhat.
Auf Kronos (bzw. Qo’noS), der klingonischen Heimatwelt, hat Kanzlerin L’Rell einen schweren Stand. Die Einigung des Reiches auch mit einem neuen Schiffstyp vorantreibend, macht sie besonders ihre Verbindung zu Voq für ihre politischen Gegner angreifbar. Dieser ist nach wie vor gleichfalls der Sternenflottenoffizier Ash Tyler und auch wenn er sich voll und ganz seiner Berufung zum „Fackelträger“ und seinem Dienst für L’Rell verschrieben hat, ist das Misstrauen gegen ihn groß. Doch nicht nur er macht die Kanzlerin angreifbar und ohne L’Rell auf dem Thron erwartet die Föderation zweifellos ein weiterer Krieg. Etwas, das um keinen Preis erlaubt werden kann.

Zu wem gehört man?

Genauso, wie in der letzten Folge thematisch die Frage nach dem Umgang mit dem Nicht-zu-verstehenden durchgehend anklang, findet sich auch in dieser mit dem Stand zwischen zwei Kulturen wieder ein kleines Leitmotiv, das an Tyler und der vulkanisch-menschlichen Spock-Familie erarbeitet wird. Während Ash auch Voq ist, aber keiner von beiden komplett, ist es schwer für ihn, Anschluss zu finden. Auch als Klingone wegen seinem Äußeren schon immer ein Außenseiter, ist er mit seinem menschlichen Teil und Äußeren nun umso mehr Zielscheibe von Anfeindungen. Auch wenn L’Rell offen zu ihm steht, ist deren Beziehung ebenfalls problematisch, denn die Liebe, wie sie einst zwischen L’Rell und Voq herrschte, fühlt sich für Tyler falsch an.

Wenn selbst die eigene Familie zwischen zwei Kulturen steht

An Bord der Discovery bietet ein Gespräch zwischen Michael und Amanda Einblicke in die Kindheit von Spock. Amanda macht sich Vorwürfe ihrem auf Sareks Wunsch rein vulkanisch erzogenen Sohn nicht dieselben Gefühle und Affektionen gezeigt zu haben, die sie sich bei Michael erlaubt hat. Diese offenbart, dass es den aus Folge Sechs der ersten Staffel bekannten Logik Extremisten und ihrem Anschlag auf die junge Michael zu verdanken ist, dass diese nun kein gesundes Verhältnis mehr zu ihrem Bruder hat. Gerade um ihre Familie und ihn auf schützende Distanz zu halten, scheint sie Spock nämlich absichtlich verletzt zu haben.
Sowohl bei Michael wie auch bei Tyler bleibt der Wunsch, zu jemandem zu gehören und die Föderation wird jeweils als Lösung angeboten, letztlich jedoch in zwei sehr unterschiedlichen Formen.

Tilly sieht tote Pilze… Moment, was?

Wenn auch die schauspielerische Leistung von Mary Wiseman hier hervorragt, ist der Tilly-Erzählstrang der Schwachpunkt der Folge. Erst zum Ende der letzten eingeführt, hätten Tillys imaginärer toten Freundin vielleicht ein, zwei Folgen als köchelnder Nebenschauplatz gutgetan. So wird May schnell wieder aufgegriffen, die Situation eskaliert noch schneller und wird dann fast schon in Warpgeschwindigkeit gelöst. Die Auflösung, [spoiler]dass die Ursache eine Mycelium-Spore aus dem Spiegeluniversum ist , kann wohl auch nur im Kontext einer Star Trek-Folge schulterzuckend hingenommen werden. Ob dieser befremdliche Einakter und die Verbindung zum aufgegriffenen Asteroiden doch noch positiveres versprechen, werden die kommenden Folgen zeigen.

Bärte und Black-Ops für die Fans

Für Trekkies gibt es zwei Mal etwas Erwähnenswertes: Zürnte der alteingesessene Star Trek-Fan noch über die optische Neuausrichtung der Klingonen, wurde dies nun wieder etwas zu befriedigen versucht. Anscheinend war es nämlich wohl bis dahin klingonischer Brauch, sich zu Kriegszeiten gänzlich zu rasieren. Nun, da wieder Frieden herrscht, darf das Haar wachsen und so erinnern die Klingonen mit bekannten Haar- und Bartschnitten wieder eher an das bekannte Bild. Auch Spiegel-Georgiou ist wieder zurück. Sie tötet weiterhin und ist gemein, zudem aber nun Mitglied von Sektion 31, der besonders aus Deep Space Nine bekannten geheimdienstlichen Schattenorganisation, die die Interessen der Föderation ohne jegliche Bindung an deren ethische Richtlinien wahrt.

Meinung

Von klingonischen Machtkämpfen abgesehen, die in klingonischer Manier halt auch im wortwörtlichen Kampf ausgetragen werden, lässt es “Point of Light” etwas ruhiger angehen und glänzt eher erzählerisch mit intimen Dialogen. Spiegel-Georgiou braucht mal wieder nur wenige Sekunden, um allen die Show zu stehlen, doch dadurch, dass der Tilly-Erzählstrang im Eiltempo durchgepeitscht wird, hat die Folge auch ihre Schwächen.

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Lyxa

Lyxa studiert aktuell das Fach Und-was-macht-man-damit in Mainz, liest viel, schreibt gerne und schaut sich viel und gerne allerlei Serien und Filme an, am liebsten Science-Fiction. Lyxa ist dabei besonders der Dunklen Seite der Macht verfallen, weil es dort die cooleren Outfits gibt.

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