Anime Fall Season 2021 / Woche #8

In diesem wöchentlichen Format begleiten wir die Serien Mieruko-chan, AMAIM: Warrior at the Borderline, The Aquatope on White Sand, The Faraway Paladin, The Heike Story undTaisho Otome Fairy Tale von der ersten bis zur letzten Episode. Neben einer kurzen Zusammenfassung der Episode lest ihr die persönliche Meinung des jeweiligen Redakteurs. Weitere Besprechungen diverser Anime-Serien befinden sich in unserem Episodenguide. 

Titel: AMAIM: Warrior at the Borderline
Start: 4. Oktober 2021
Genre: Action, Science-Fiction
Animationsstudio: Sunrise Beyond

Episode 8

Der Widerstand bekommt einen neuen Auftrag. Es geht nur diesmal nicht darum, den Feind im Kampf zu besiegen, sondern ein paar heimatlosen Japanern dabei zu helfen, in einem verlassenen Geisterdorf Fuß zu fassen. Die Leute sind verzweifelt, da ihre Heimat im Krieg zerstört wurde. Doch Amo und Co. nehmen sich der Aufgabe an. So werden die Häuser saniert, ein Brunnen gegraben und mit Hilfe eines selbstgebauten Wasserkraftwerks Strom produziert. Dabei können die drei jungen AMAIM-Steuernden ihre Fähigkeiten außerhalb des Cockpits zeigen. Vor allem Shion repariert eine alte Töpferei und zeigt den Kindern, wie sie damit ihr eigenes Geschirr herstellen können. Für Amo ist die ganze Aktion deswegen toll, weil er endlich wieder herumbasteln kann und selbst Gashin kommt etwas zur Ruhe.

Die erste Folge von AMAIM: Warrior at the Borderline ohne einen Kampf. So etwas muss auch mal sein, trotzdem fühlt sich die achte Episode verschenkt an. Anstatt dass sich die drei Hauptfiguren bei all den Aufräumarbeiten näherkommen, und sei es nur mehr Gespräche zu führen und so zu einem richtigen Team zu werden, arbeiten alle irgendwie vor sich hin. Zwar hilft Amo Shion bei der Töpferei, aber sie reden nicht wirklich viel miteinander. Wir sehen auch sonst keine wirklich neuen Seiten an den bekannten Figuren. Insgesamt eine chillige Aufgabe mit wenig großen Problemen, dank Gais lustigen Aktionen gibt es auch etwas zu lachen, jedoch dümpelt diese Folge sehr vor sich hin. Die einzige Frage, die das Ganze aufwirft, warum German Gobert von der europäischen Firma so bereitwilligt mitmacht, denn er sagt ja selbst, diese Aktion werfe keinen Gewinn ab.

Titel: The Aquatope on White Sand
Start:
  9. Juli 2021
Genre:  Slice of Life
Animationsstudio: P.A. Works

Episode 19

Eine Hochzeit im Aquarium. Was sich interessant anhört, bedarf einiger Planung. Und genau das ist Kukurus Aufgabe: ein Konzept entwickeln, das sie einer Hochzeitsplanerin vorlegen können. Die junge Mitarbeiterin gibt sich alle Mühe, ihrem Vorgesetzten zu beweisen, dass er sich auf sie verlassen kann. Die Hochzeitsplanerin ist von Kukurus Präsentation nicht sonderlich begeistert. Kukurus Konzept ist nach dem Wohlergehen der Fische ausgerichtet, Blitzlicht, Strahler und Essen direkt vor den Tieren können schädlich sein. Für die Planerin ist das zu unspektakulär und so verspricht Kukurus Chef, neue Vorschläge zu erarbeiten. Währenddessen hat sich ein junger Delfin in eine Bucht verirrt und Mitarbeiter des Aquariums beobachten das Tier. So trifft Kukuru an der Küste seit langer Zeit ihren Großvater. Er gibt ihr den Rat, das Gama Gama vor dem Abriss ein letztes Mal zu besuchen. So gerne sie sich an Fuukas Seite um den Delfin kümmern würde, desto sicherer ist sie nun, hart zu arbeiten, um allen zu beweisen, dass sie es auch im Marketing weit bringen kann.

Marketing, Werbung, unvergessliche Momente. Diese Worte bezeichnen die Ereignisse der Folge. Eine Hochzeit gilt als der schönste Tag im Leben zweier Menschen. Das Ganze inmitten von Meerestieren hört sich einmalig an. Aus diesem Grund suchen Hochzeitsplaner Möglichkeiten, diese Events auszurichten. Kukuru erledigt die Planung gründlich. Sie denkt dabei weniger an das Brautpaar, sondern an das Wohlergehen der Tiere. Sie hat nun eine Aufgabe und findet bestimmt eine Möglichkeit des Kompromisses. Eine umwerfende Trauung, ohne die Tiere dabei zu belasten. Mit Kukurus Großvater tritt ein alter Bekannter auf die Bildfläche. Er schafft es, Kukuru Mut zuzureden. Hier kommt die Verbindung zum Gama Gama wieder auf, mit dem traurigen Ende, dass Kukuru vor den abgerissenen Überresten des Aquariums steht. Ob der Geist wohl noch dort ist? Einen Delfin in freier Wildbahn zu sehen ist noch einmal etwas anderes als im Aquarium. Das finden auch Kukuru, Fuuka und der Großvater.

Titel: The Faraway Paladin
Start:
  9.  Oktober 2021
Genre:  Action, Fantasy, Abenteuer
Animationsstudio: Children’s Playground Entertainment

Episode 7

Wil und Menel sind auf den Weg in Menels Dorf um es von den Dämonen zu befreien. Menel reagiert recht kühl auf Wils Versuche, ein längeres Gespräch anzufangen und damit bleibt es, bis sie im Dorf ankommen, relativ still. Dort berichtet Menel nach einer kurzen Späh-Aktion, wie groß die feindlichen Truppen sind. Für Wil sind die Dämonen aber kein Problem und er besiegt sie ohne große Schwierigkeiten. Der wahre Kampf für Menel beginnt aber erst, als sie nach Überlebenden suchen. Leider müssen Wil und Menel nämlich feststellen, dass die Menschen entweder tot sind oder sich zu Untoten verwandelt haben. Selbst die Frau, die Menel praktisch aufzog, ist noch als Geist im Dorf. In ihrem Fall aber um Menel noch einmal zu helfen und Wil zu bitten, auf ihren Ziehsohn aufzupassen. Nach dem traurigen Abschied darf aber auch gefeiert werden und durch die Erlebnisse im Dorf hat Menel nicht nur Gracefeel zu seiner Schutzgöttin auserkoren, sondern in Wil auch einen sehr guten Freund gefunden.

Irgendwie schafft es The Faraway Paladin immer wieder mit den Gefühlen der Zuseher zu spielen. Nach all den Folgen bisher sollte man sich schon daran gewöhnt haben, aber diese Folge drückt all die richtigen Schalter, um wieder das gesamte Emotionsspektrum abzuspielen. Die Ankunft im Dorf und das Besiegen der Dämonen hat noch etwas Positives für sich und auch die Toten sind nicht unerwartet. Doch das Kind, das zum Untoten wurde und sich nur an die Hoffnung klammerte, dass Menel zurückkommet und es rettet, ist wirklich ein absolut trauriger Moment. Erst dank Wil und Gracefeel findet es seinen Frieden und dadurch auch Menel etwas. Der Abschied von Marple, der Frau die Menel praktisch gerettet hat, ist auch schwer und verdeutlicht, wie viel Verlust ein langes Leben mit sich bringt, doch die Gesamtbotschaft ist weiterhin positiv. Zu nah am Wasser gebaut sollte man nicht sein wenn man The Faraway Paladin schaut. Einfach weil die Serie so gut darin ist, Emotionen zu vermitteln.

Titel: The Heike Story
Start:
15. September 2021
Genre: Historie
Animationsstudio: Science Saru

Episode 11

Die große Seeschlacht entscheidet das Schicksal der Heike: Zwar in der Unterzahl, aber mit mehr Erfahrung, scheinen sie zunächst auf dem Weg zum Sieg. Doch Wind und Strömung sind gegen sie, ein Schwarm Delfine ist ein böses Omen. Auf einem Schiff am Rande des Getümmels warten die Frauen der Heike, Biwa und der kleine Kaiser auf den Ausgang der Schlacht. Doch als das Blatt sich wendet, beschließt Tokiko, die Großmutter des Kindes, dass es Zeit für einen ehrenvollen Tod ist bevor sie den Feinden in die Hände fallen. Sie lässt sich mit dem kleinen Jungen auf dem Arm ins Wasser fallen und beide ertrinken. Die anderen Frauen und alsbald auch die kämpfenden Heike-Männer folgen ihrem Beispiel. Von Biwa wird ein Freitod nicht erwartet und Tokuko wird gerettet. Biwa sieht ein letztes Mal in die Zukunft und sieht ein langes Leben für Tokuko. Dann ändert sich ihre Augenfarbe zu blassblau und sie erblindet. Viel später lebt Tokuko als Nonne und Biwa singt über Aufstieg und Fall der Heike.

Prinzipiell hätte The Heike Story immer weiter gehen können. Zumindestens für die Zuschauer, die die Vorlage nicht kennen. Hier mal ein Scharmützel, dort mal eine Verschwörung, immer neue Akteure, die in den Vordergrund treten oder wieder im Hintergrund verschwinden, im Wechsel mit Biwas kleinen Erlebnissen im Schatten der großen Politik. Aber Folge 11 setzt einen dramatischen Schlusspunkt mit steilem Pathos. Jetzt sind sie alle tot. Warum Biwa erblindet, nachdem sie ein letztes Mal die Zukunft gesehen hat? Einfach so. Aus rein symbolischen Gründen, sie ist die Tradition blinder Biwa-Spieler in Person. Das Schlusswort bekommt Tokuko, die ein sehr buddhistisches Fazit zieht: Was kann man im Leben schon tun, außer das Leid der vergänglichen Welt zu ertragen, sich am Wechsel der Jahreszeiten zu erfreuen und für die anderen zu beten? The Heike Story bietet einen Schnelldurchlauf durch ein im Original vermutlich schwer zugängliches Stück Weltliteratur. Man hat zwar das Gefühl, nur kleine Schnipsel des Ganzen gesehen zu haben, dafür ist es optisch wunderschön und der unbedarfte, westliche Zuschauer hat das Gefühl, mal an so richtig klassischer japanischer Literatur geschnuppert zu haben.

 

Titel: Mieruko-chan
Start: 03. Oktober  2021
Genre: Horror, Supernatural, Komödie
Animationsstudio: Passione

Episode 7

Miko und ihr Bruder Kyousuke wollen für ihre Mutter ein Geburtstagsgeschenk kaufen, doch Miko wird der Spaß durch einen Geist in der Umkleide verdorben. Auf der Rückfahrt taucht in der U-Bahn ein Geist mit einer Axt auf, der diese den Fahrgästen nacheinander in den Kopf haut und anscheinend auf der Suche nach Geistern ist, die sich in den Menschen versteckt haben. Nur mit Mühe gelingt es Miko, die Fassung zu bewahren, als sie an der Reihe ist. In der Schule verabschieden sich Miko und Hana von ihrer Lehrerin, die ein Kind erwartet. Dabei beobachtet Miko einen weißen Geist, der sich bei der Lehrerin aufhält, die ihr erstes Kind verloren hat. Der Ersatzlehrer, der sich der Klasse vorstellt, ist für Hana und Miko kein Unbekannter. Es ist der junge Mann, der die kleine Katze haben wollte, die Miko ihm angesichts der vielen Katzengeister um ihn herum aber nicht überlassen wollte.

Immer wieder werden die Zuschauer:innen in Mieruko-chan in die Irre geführt, denn die Äußerlichkeiten der Geister geben auf den ersten Blick nicht deren Wesen preis. Der Geist in der Umkleide ist eigentlich ganz freundlich und lobt Mikos Aussehen. Auch der Axtgeist in der U-Bahn sieht gruselig aus, vor allem, wenn er sein Werkzeug benutzt, dabei ist es eigentlich ganz gut, dass er die Geister aus den Menschen entfernt. Und der kleine Geist des ungeborenen ersten Kindes der Lehrerin gibt ihr Kraft und Zuversicht, dass diese Schwangerschaft ein gutes Ende nehmen wird. Mit den Menschen ist es nicht anders. Während der gefährlich wirkende neue Katzenbesitzer, der von seinen beiden fröhlichen Katzengeistern begleitet wird, ein weiches Herz besitzt und sich fürsorglich um seinen kleinen Gefährten kümmert, fliegen dem gut aussehenden Katzenmörder die Herzen der jungen Mädels nur so zu.

Titel: Taisho Otome Fairy Tale
Start: 9. Oktober  2021
Genre: Slice of Life, Komödie, Romanze
Animationsstudio: SynergySP

Episode 7

Unversehens wird Tamahiko zum Lehrer und die Schar seiner Schüler in seinem Haus wächst stetig. Alle wollen von ihm unterrichtet werden, nachdem Ryous Brüder von ihm erzählt haben. Auch diese findet sich ein und entschuldigt sich bei Yuzu für ihr Verhalten. Als das Jahr sich neigt, putzen und reparieren Tamahiko und Yuzu gemeinsam das Haus. Yuzu berichtet, dass sie nun 15 Jahre alt und damit heiratsfähig geworden ist. Doch Tamahiko möchte noch nicht heiraten, da er erkannt hat, dass er in seiner jetzigen Lage Yuzu nicht glücklich machen kann. Deswegen hat er sich entschlossen, wieder zur Schule zu gehen, um sich ein eigenes Leben aufzubauen. Unterdessen hat Ryous jüngerer Bruder Ryotaro in Tokyo eine Arbeitsstelle gefunden, doch weil er sich davor fürchtet, läuft er fort. Ryou ist außer sich und die drei suchen verzweifelt nach ihm. Als er gefunden wird, macht Tamahiko ihm Mut, so dass Ryotaro entschlossen in die Großstadt reist.

Die Welt, die in Taisho Otome Fairy Tale gezeigt wird, ist für die Menschen nicht immer einfach. Der junge Ryotaro muss in die entfernte Großstadt gehen, um Geld für den Unterhalt der Familie zu verdienen. Dabei ist Ryotaro buchstäblich noch ein Kind, spielt gerne mit seinen Kameraden, hat gerade Freude am Lernen gefunden und ist für die Verantwortung, die ihm auferlegt wird, noch überhaupt nicht bereit. Sein Leben steht in direktem Kontrast zu dem von Tamahiko, der ohne finanzielle Not aufgewachsen ist, dafür aber unter großem Druck und in einer gefühlskalten Umgebung. Selbst jetzt kann er nicht einfach wie geplant zur Schule gehen, er muss seinen Vater um Erlaubnis bitten. Dass er sich aber dazu entschlossen hat, nach vorne zu blicken und sich eine passende Aufgabe zu suchen, zeigt deutlich, wie sehr er sich schon von dem kleinen Jungen entfernt hat, der passiv hinnimmt, was ihm aufgegeben wird.

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