Die Auserwählten – Im Labyrinth

Lesezeit: 5 Minuten

Die Auserwählten – Im Labyrinth von James Dashner heißt der erste Band der Maze Runner-Trilogie. Der Roman wurde 2009 in Amerika veröffentlicht und fand 2011 seinen Weg nach Deutschland zum Carlsen Verlag. Auch die beiden Nachfolger: Die Auserwählten – In der Brandwüste und Die Auserwählten – In der Todeszone sind dort erhältlich. Unter dem Titel Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth wurde das Buch 2014 von 20th Century Fox verfilmt. Genauso ahnungslos wie der Protagonist Thomas erwacht der Leser auf einer Lichtung, inmitten eines riesigen Labyrinths mit sehr vielen Fragen, auf die Antworten gesucht werden. Ähnlich wie Die Tribute von Panem von Suzanne Collins zeigt auch diese Reihe eine beängstigende Welt, in der es ums Überleben geht.

    

Der 16-jährige Thomas erwacht in einem Aufzug, der sich nach oben bewegt. Er kann sich an nichts außer seinen Namen erinnern und findet sich auf einer großen Lichtung inmitten 50 anderer Jungen wieder, die genau das Gleiche durchleben mussten wie er. Umgeben wird die Lichtung von einem riesigen Labyrinth mit beweglichen Wänden, dessen Tore sich über Nacht schließen und das von grausamen Monstern, den Griewern, bewohnt wird. Thomas sucht einen Weg in die Freiheit. Dieser führt durch das Labyrinth, doch gibt es wirklich einen Ausweg? Mit der Ankunft eines weiteren „Frischlings“ und der Botschaft, dass es der Letzte für immer sei, bricht großes Unbehagen aus. Die Gruppe erkennt den Ernst der Lage und versucht zu fliehen.

Jedes Puzzleteil ist wichtig

Das Buch wird empfohlen für Jugendliche ab 13 Jahren, was man auch am Schreibstil merkt. Es ist einfach geschrieben, jedoch mit vielen Details, wodurch sich die Geschichte flüssig lesen lässt und man ein sehr genaues Bild des Beschriebenen bekommt. Die Kapitel sind kurz, wodurch auch die Spannung nicht verloren geht. Dass die Handlung aus der Sicht von Thomas erzählt wird, sorgt für Spannung, denn genau wie er weiß man als Leser am Anfang nichts. Das sorgt für das Zustandekommen eines Rätsels, bei dem man jedes Teil zusammensetzten kann und gut aufpassen muss, denn wer weiß, welche Informationen noch wichtig sind. Das erste Drittel bildet den Aufbau der Geschichte, sprich: das Ankommen auf der Lichtung und wie alles funktioniert. Danach beginnt der Spannungspart, der sich immer weiter steigert. Der Titel ist allerdings nichts für schwache Gemüter, denn es gibt ein paar Stellen, die etwas heftiger und auch gewalttätig werden, ähnlich wie in Die Tribute von Panem. Die Jugendlichen haben sich eine eigene Sprache bzw. Begriffe angeeignet, die am Anfang eher befremdlich wirken. Da gibt es Worte wie zum Beispiel “Klonk”, “Strunk” oder “Neppdepp”, was eher abwertende Bezeichnungen untereinander sind. Sie müssen miteinander arbeiten, sonst funktioniert das Zusammenleben nicht, was nicht immer einfach ist. Gerade Thomas wird von Gally, einem der Jungen verdächtigt, etwas mit den Menschen, die die Kinder hierhin geschickt haben, zu tun zu haben. Und als das Mädchen Teresa auftaucht und auch noch den Namen von Thomas kennt, wird dieser Verdacht nur noch größer.

Nicht aufgeben

Originaltitel The Maze Runner
Ursprungsland USA
Jahr 2009
Typ Roman
Bände 1 / 3
Genre Dystopie, Science-Fiction
Autor James Dashner
Verlag Carlsen Verlag

Thomas ist vor allem am Anfang schwer einzuschätzen. Zu Beginn ist er unsicher, ändert ständig seine Meinung und sein Verhalten den anderen gegenüber, vor allem Chuck der ihm helfen will, ist nicht immer freundlich oder fair. Er verändert sich im Laufe des Buches und wird sicherer und handelt vor allem überlegter in Hinblick auf das Labyrinth. Thomas zeigt Gefühle, gerade zu Beginn oder auch im Labyrinth, seine Unsicherheit und auch die Angst, die ihn lähmt. So bricht auch er in Tränen aus und ist verzweifelt. Das alles wird von James Dashner sehr genau beschrieben, sodass man sich vorstellen kann, was sich in Thomas abspielt. Sein Kampfgeist ist das, was ihn ausmacht. Er will Antworten und will entkommen. Der Wille der „Lichter“, wie sich die Jungs nennen, spielt eine große Rolle. Sie könnten einfach sagen, dass sie dort wohnen, Essen haben und versorgt sind. Doch sie wollen herauszufinden, was es mit dem Labyrinth auf sich hat und was die „Schöpfer“ mit ihnen vorhaben. Durch die „Läufer“ klammern sie sich an den Gedanken und den Glauben zu entkommen. Das Motto “nicht aufgeben” passt sehr gut zum Spirit der Gruppe. Insbesondere die „Läufer“ riskieren jeden Tag aufs Neue ihr Leben. Sie durchlaufen das Labyrinth, versuchen es zu erforschen, um einen Ausweg und Erklärungen zu finden, was alles andere als ungefährlich ist. Im Labyrinth lauern viele Fallen und wenn sie es nicht schaffen, bis Sonnenuntergang wieder den Weg zur Lichtung zu finden, schließen sich die Tore und in der Nacht kommen die Griewer, die kein Erbarmen kennen. Ein unheimlicher Druck, der auf ihnen lastet, denn sie sind die Hoffnung der „Lichter“. Die Auflösung am Ende des Bandes ist gut gemacht, auch wenn sie ein bisschen vorhersehbar ist. Die Erklärungen und Hintergründe werden allerdings nur angeschnitten, sodass einige Fragen offen bleiben, was einem Vorfreude auf den zweiten Band macht.

Der Mann hinter der Geschichte

James Smith Dashner ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, der gemeinsam mit seiner Familie inmitten der Rocky Mountains lebt, wie er behauptet. Er wuchs in einer Kleinstadt in Georgia auf, der dichte Wald dort gab ihm bereits viele Ideen für Geschichten. Bevor er ins Bett ging kam ihm eine Idee: „Ein Haufen Teenager, die in einem unlösbaren Labyrinth voller fürchterlichen Kreaturen leben.“ James Dashner schrieb das Buch zwischen Dezember 2005 und März 2006. Die Maze-Runner-Trilogie ist die erste Reihe, die von James Dashner in Deutschland veröffentlicht wurde.

Wie bei vielen Geschichten habe ich auch hier zuerst den Film gesehen, ehe ich das Buch zur Hand genommen habe. Es hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich alle drei Bücher am Stück gelesen habe. Einige Charaktere waren mir von Anfang an sehr sympathisch, gerade der „Läufer“ Minho, der sich am Anfang eher zurückhält, aber sagt, was er denkt. Newt, der von Anfang an versucht, Thomas zu helfen, ist mein Lieblingscharakter und Chuck ist einfach nur liebenswürdig. Er hat es nicht einfach, da er vor Thomas auf die Lichtung gekommen ist und mit seinen zwölf Jahren der Jüngste von allen ist. Ich muss nur leider sagen, dass ich mit Teresa nicht so ganz warm geworden bin. Ihre Art und auch ihr Verhalten gegenüber Thomas und den anderen gefallen mir nicht und sie wirkt auf mich teilweise ein bisschen eingebildet. Klar sie ist das einzige Mädchen dort, aber trotzdem ist sie mir eher unsympathisch. Was mir nicht gefällt, ist diese telepathische Verbindung zwischen ihr und Thomas. Es ergibt schon einen Sinn, teilweise auch, das sie sich gut verständigen können, aber meiner Meinung nach stört es in den meisten Fällen eher.  Die Auserwählten – Im Labyrinth ist ein aufregendes Buch, das langsam anfängt und sich immer weiter steigert. Der Spannungsbogen wird aufrecht gehalten und es lässt sich dadurch sehr gut und flüssig lesen. Das Ende ist an sich gut gemacht, auch wenn es kein richtiger Abschluss ist, denn es bleiben viele Fragen offen, weswegen ich auch gleich den zweiten Band zur Hand genommen habe. Das Prequel zum ersten Band Die Auserwählten – Kill Order habe ich noch nicht gelesen, es steht aber auf meiner Liste.

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