Star Trek: The Next Generation

“Der Weltraum – unendliche Weiten.“ Wer denkt dabei nicht an Star Trek und die Enterprise? Für die meisten heutigen Fans begann alles mit Star Trek: The Next Generation und Captain Picard (Patrick Stewart). Dabei handelt es sich um den zweiten Ableger im Science-Fiction-Franchise von Gene Roddenberry (Andromeda). Die Abenteuer von Picards Enterprise brachten es auf insgesamt sieben Staffeln sowie vier Kinofilme. 2020 zieht sogar eine neue Star Trek-Serie mit dem simplen Namen Picard die Zuschauer in ihren Bann. Doch mit Star Trek: The Next Generation beginnen Picards Abenteuer.

Wir schreiben das Jahr 2364. Rund hundert Jahre nach den Abenteuern von Kirk, Spock und Dr. McCoy bricht eine neue Enterprise auf, um die endlosen Weiten des Weltraums zu erkunden. Statt des draufgängerischen Kirk darf hier Jean-Luc Picard auf dem Stuhl des Captain Platz nehmen.

 

Eine Galaxie voller Kulturen

Originaltitel Star Trek: The Next Generation
Jahr 1987 – 1994
Land USA
Episoden 176 (in 7 Staffeln)
Genre Science-Fiction
Cast Jean-Luc Picard: Patrick Stewart
William T. Riker: Jonathan Frakes
Deanna Troi: Marina Sirtis
Worf: Michael Dorn
Data: Brent Spiner
Geordi LaForge: LeVar Burton
Beverley Crusher: Gates McFadden
Wesley Crusher: Wil Wheaton
Guinan: Whoopi Goldberg

Nach hundert Jahren hat sich einiges im Weltraum getan. Es gibt neue Mitspieler wie die durchtriebenen, gierigen Ferengi oder die bedrohlichen Borg. Die kriegerischen Klingonen erhalten hier nun ihr bekanntes Erscheinungsbild mit den typischen Stirnfalten (in Star Trek: The Original Series unterscheiden sie sich noch kaum von Menschen). Durch Worf (Michael Dorn, Castle) wird die klingonische Kultur immer wieder thematisiert und einer Rebellion in den Reihen der Klingonen wird sogar ein längerer Arc spendiert. Die Vulkanier sind natürlich weiterhin Mitglied der Föderation und es gibt sogar ein Wiedersehen mit Spock (Leonard Nimoy, Fringe: Grenzfälle des FBI) aus Star Trek: The Originial Series. Mit den telapathisch begabten Betazoiden wird auch ein weiteres Mitglied der Föderation hauptsächlich in Form von Deanna Troi (Marina Sirtis, L.A. Crash) und ihrer Mutter Lwaxana (Majel Barrett) präsentiert.

Earl Grey, heiß

Captain Jean-Luc Picard gilt als einer der beliebtesten Captains der Enterprise. Er strahlt eine gewisse Würde und Autorität aus. Doch in den richtigen Momenten zeigt er auch eine überraschend weiche Seite. Man hat es hier mit einem erfahrenem Captain zu tun, dem man auf Anhieb vertraut. Im Großen und Ganzen bildet Picard aber einen deutlichen Kontrast zu James T. Kirk aus der Original Series. Dieser überzeugt eher durch seinen Charme und seine Bereitschaft, Dinge selbst anzupacken. Ein Treffen beider Captains gibt es im fünften Star Trek-Film Treffen der Generationen, der auch die beiden Serien miteinander verbindet.

Die Crew

Captain Picard steht eine vielseitige und erfahrene Crew zur Seite. Die führenden Offiziere bilden gemeinsam mit ihm den Kern der Serie. Jeder von ihnen besitzt eine Vorgeschichte, Ziele und natürlich auch Hobbies, aus denen sich das Gesamtbild eines jeden Charakters nach und nach zusammenfügt. So hat der gesellige Erste Offizier William Riker (Jonathan Frakes, Star Trek: Der erste Kontakt) (von Picard meistens Nummer eins genannt) eine Vorliebe für Poker und gutes Essen, Klingone Worf verbringt seine Zeit am liebsten mit rituellen Kampfübungen und Android Data (Brent Spiner, Independence Day) ist dem Geheimnis von menschlichen Emotionen auf der Spur. Die Charaktere haben also auch ein Leben neben dem Dienst auf der Enterprise und das lässt sie viel greifbarer wirken. Über die Serie wachsen sie zu einem guten und vor allem sympathischen Team zusammen. Es entwickeln sich Freundschaften und manche haben auch vor ihrem Dienst auf der Enterprise eine gemeinsame Geschichte: So waren Riker und Schiffscounciller Deanna einst ein Paar. Das ist aber kein Grund für kindisches Gezanke. Tatsächlich gehen die beiden sehr erwachsen damit um und stehen einander weiterhin sehr nah. Nicht nur die Hauptcharaktere laufen auf der Enterprise herum. Es gibt auch zahlreiche wiederkehrende Nebencharaktere, die ihren festen Platz haben. So würde ohne den Rat der Barfrau Guinan (Whoopi Goldberg, Sister Act – Eine himmlische Karriere) oder den Transporter-Chief O’Brien (Colm Meaney, Layer Cake) wohl etwas fehlen. Star Trek: The Next Generation beschränkt sich also nicht nur auf den Kern in Form der Führungsoffiziere, was dem Raumschiff selbst mehr Leben einhaucht. Schließlich fasst die Enterprise ungefähr tausend Bewohner.

Eine bunte Mischung

Jede Episode von Star Trek: The Next Generation ist anders. Mal muss ein Planet erkundet werden, mal wird ein Phänomen im Weltraum analysiert, mal steht eine höchst brisante diplomatische Mission an, mal verschluckt sich der Computer und die Crew steckt im Holo-Deck fest. Manchmal stattet auch nur Deannas Mutter der Enterprise einen Besuch ab und bringt alles durcheinander. Zwar sind die meisten Geschichten episodisch erzählt, doch es gibt zusammenhängende Ereignisse, die sich wie ein loser roter Faden durch die Staffeln ziehen. So stellt der mächtige und mysteriöse Q (John de Lancie, Crank 2 – High Voltage) die Crew der Enterprise stellvertretend für die Menschheit immer wieder auf die Probe. Die Bedrohung durch die Borg in ihren würfelförmigen Raumschiffen ist nach ihrem ersten Auftreten allgegenwärtig. Es handelt sich hierbei um keinen herkömmlichen Gegner, der einfach die Galaxie beherrschen will. Vielmehr sind die Borg eine kollektive Intelligenz, die versucht, jede Lebensform zu assimilieren und ihrem Kollektiv hinzuzufügen.

Die Oberste Direktive und andere Dilemmata

Spektakuläre Raumschlachten sollte man bei Star Trek: The Next Generation nicht erwarten. Es gibt zwar Kämpfe zwischen Raumschiffen, doch diese sind eher zweckmäßig. Der Fokus liegt auf anderen Dingen. Es geht mehr um philosophische Fragen, neue Gesellschaftskonzepte oder moralische Dilemmata. Die Frage, was einen Menschen zum Menschen macht, wird immer wieder gestellt – vor allem in Episoden, die sich hauptsächlich um Data drehen. Auch die Oberste Direktive, nach der sich die Föderation keinesfalls in die Gesellschaft eines fremden Planeten einmischt, wird immer wieder Thema. Denn es ist nicht immer leicht für die Crew, sich an diesen Grundsatz zu halten, etwa wenn eine gesamte Zivilisation (unwissend) dem Tod ins Auge blickt.

Fazit

Den Weltraum erkunden, fremde Planeten und Zivilisationen kennenlernen und all das mit einer sympathischen Crew – das habe ich erwartet und genau das habe ich mehr oder weniger bekommen. Jede Folge ist anders, sodass es nicht langweilig wird. Zwar gibt es natürlich viele planet-of-the-week-Folgen, aber die sind keineswegs schlecht und irgendwie gehört das zu Star Trek auch dazu. Die Charaktere sind abwechslungsreich und bekommen über die Serie hinweg viel Farbe. Ich mag es, wie immer jemand anderes im Fokus steht. Auch das verstärkt den Eindruck, dass jede Folge irgendwie anders ist. Mein Lieblingscharakter, Tasha Yar, wird aber leider schon sehr früh wieder aus der Serie genommen. Mit den Borg, die viele zu faszinieren scheinen, kann ich mich nicht so anfreunden. Wie sie stets danach trachten, andere Kulturen zu assimilieren und sich dadurch zu verbessern, ist sicher interessant und vor allem etwas Neues, aber es spricht mich leider gar nicht an. Da sind mir die Klingonen mit ihrem fast schon zu übertriebenen Ehrgefühl doch lieber. Außerdem höre ich gerne die klingonische Sprache.

© Paramount Home Entertainment

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Drottning Katt

Als Studentin der Linguistik hat Drottning Katt ein Faible für Sprachen aller Art – reale oder fiktive. Sie ist ein großer Fantasy-Fan und kann in diesem Bereich immer mit detaillierten Worldbuilding, einem durchdachten Magiesystem oder vielschichtigen Charas geködert werden. Dabei ist es nebensächlich, in welcher Form die Geschichte erzählt wird, Hauptsache interessant. Zudem gehören zu ihren Hobbies das Schreiben eigener Geschichten, zeichnen und an eigenen fiktiven Sprachen basteln.

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