Let the Wrong One In

Dublin steht kurz davor, von einer Vampir-Welle überrollt zu werden. Aber noch ist es nicht so weit, denn ein junger Supermarkt-Mitarbeiter hat gerade erst entdeckt, dass sein Bruder vampirisiert wurde. Ihm helfen oder besser gleich in den nächsten Sonnenstrahl schubsen? Was sich dramatisch anhört, ist in Wahrheit eine bissige Vampir-Komödie aus Irland, welche die Lacher mit Sicherheit auf ihrer Seite hat. Regisseur Conor McMahon führte bereits Regie bei Stitches, einem Clown-Slasher aus 2012. In seiner Komödie Let the Wrong One in, die hierzulande ihre Premiere auf dem Fantasy Filmfest 2021 feierte, geht es schon weitaus weniger dramatisch zu.

 

Ein Junggesellinnen-Abschied in Transsilvanien endet für die Braut Sheila (Mary Murray) mit der Begegnung mit einem Blutsauger, der sie selbst zu einer blutdürstigen Vampirin werden lässt. Als sie und ihre Freundinnen wieder in Dublin eintreffen, morden sie sich durch das nächtliche Club-Leben. Eines ihrer Opfer ist Deco (Eoin Duffy, Pixie), der völlig überfordert mit den körperlichen Reaktionen ist. Seine plötzliche Sonnenallergie und sein verschwundenes Spiegelbild sorgen dafür, dass er am nächsten Tag panisch bei seinem Bruder Matt (Karl Rice, Sing Street) aufkreuzt. Der hat Glück, dass die gemeinsame Mutter gerade nicht zu Hause ist und von all dem nichts mitbekommt. Doch der Vampirjäger Henry (Anthony Stewart Head, Rupert Giles in Buffy – Im Bann der Dämonen) hat die Spur bereits aufgenommen …

Hauptsache Chaos

Originaltitel Let the Wrong One In
Jahr 2021
Land Irland
Genre Horror-Komödie
Regie Conor McMahon
Cast Matt: Karl Rice
Deco: Eoin Duffy
Henry: Anthony Steward Head
Sheila: Mary Murray
Laufzeit 96 Minuten
FSK unbekannt
Titel im Programm des Fantasy Filmfest 2021

Aus der Handlung von Let the Wrong One In ist per se nicht viel herauszuholen: Mit der Prämisse steht auch schon alles, was die klassische Vampir-Komödie benötigt. Ausgangsidee, Verlauf, Ende – all das ist bekannt, wenn man auch nur eine Handvoll Vampir-Filme oder vergleichbare Titel wie Shaun of the Dead gesehen hat, die eine Monster-Bedrohung mit viel Komik zusammenführen. Der Originalitäts-Bonus bleibt inhaltlich also schon einmal verwehrt. Von Vorteil ist, das Conor McMahon ein treffsicheres Gefühl für Gags auf seiner Seite hat. Mit herrlicher Situationskomik würzt er die Dialoge seiner Figuren. Diese bewegen sich in einem Sozial-Milieu, das sich ganz gut mit New Kids Turbo vergleichen lässt. Thematisch besinnt sich Let the Wrong One In nicht ausschließlich auf Decos neues Leben als Vampir, sondern bietet einen Kessel buntes Allerlei: Beziehungsprobleme, Familienstreitigkeiten, Rivalität unter Brüdern. Von selbst erklärt sich, dass dies alles auf eine humorvolle, nicht ernste Weise angegangen wird. Den locker-leichten Ton verliert die Komödie zu keinem Zeitpunkt, und da die beiden Brüder auch noch überaus sympathisch sind, fühlt sich das Resultat weitaus authentischer an als viele höher budgetierte Titel mit anderem Fokus. Decos plötzliches Vampir-Dasein und Verlangen nach Blut wird übrigens wie ein kalter Entzug dargestellt, was eine reizvolle Idee darstellt, da beide Brüder fortan noch mehr im Clinch sind.

Wenige Mittel, viel Herz

Splatter-Fans kommen bei dem Film durchaus auf ihre Kosten und erleben mehr Blutfontänen als üblich, auch wenn man der Produktion mitunter ansieht, dass sie nur auf einem geringen Budget fußt. Nicht jeder Effekt sieht gelungen aus, aber dessen ist sich McMahon bewusst und versieht vieles mit einem Augenzwinkern. Etwa die Fledermäuse, denen nur zu deutlich anzusehen ist, dass sie Attrappen sind und nicht aus dem Computer stammen. Insgesamt bewegt sich der Look ohnehin eher auf dem Level eines TV-Films – ohne dass dies jemals wirklich störend ist.

Fazit

Let The Wrong One In ist eine launige Vampir-Komödie, die weder auf ein hohes Budget zurückgreifen kann noch hinsichtlich ihrer Geschichte aus dem Rahmen fällt. Die zielsicher platzierten Gags hieven den Film letztlich ins obere Mittelfeld, auch wenn Humor wie so oft am Ende pure Geschmackssache ist. Der wohl größte Gag ist aber Anthony Steward Head, der auch viele Jahre nach Buffy noch immer ein Vampire Slayer ist. Indie-Komödien-Fans sollten unbedingt zugreifen, wenn der Film eines Tages seinen Weg nach Deutschland finden sollte.

© MPI Media

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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