Bleach: Fade to Black, I Call Your Name

Wir sind durch Erinnerungen miteinander verbunden. Erlischt die Erinnerung, werden diese Bande gelöst, und zugleich mit der Vergangenheit verändert sich die Gegenwart. Aber sind diese Bande die einzigen Verknüpfungen, die wir miteinander haben? Der dritte Bleach Movie Fade to Black, I Call Your Name nimmt sich dieser Frage an – natürlich in bester Bleach-Manier.

    

Explosionen erschüttern das Seireitei, eine weiße Masse breitet sich aus und sowohl Mayuri Kurotsuchi als auch Rukia Kuchiki haben eine weitreichende Begegnung mit einem seltsamen Pärchen. In Folge dieser Begegnung verliert Mayuri die Erinnerung an seine letzten Lebensjahre und zerstört in Panik sein Labor, während Rukia nicht nur die letzten Jahre vergisst, in denen sie als Shinigami gelebt hat, sondern ihrerseits von denen vergessen wird, mit denen sie zu tun hatte. Kon ist der einzige, der sich an sie erinnern kann, während bei Ichigo erst nach einem Traum die Erinnerung zurückkehrt. In Sorge um Rukia wendet er sich an den Mann, der ihm den Weg nach Soul Society öffnen kann: Kisuke Urahara. Und obwohl dieser sich überhaupt nicht an Ichigo erinnern kann, hilft er ihm. Doch in der Soul Society wird es nicht einfacher für Ichigo, denn auch dort erinnert sich niemand an ihn; stattdessen wird er für einen Eindringling gehalten, der für die Katastrophe verantwortlich sein soll.

Same procedure as always

Originaltitel Gekijou ban Bleach: Fade to Black – Kimi no na o yobu
Jahr 2008
Laufzeit 94 Minuten
Genre Action
Regisseur Noriyuki Abe
Studio Studio Pierrot

Der weitere Verlauf von Bleach: Fade to Black, I Call Your Name folgt dem typischen Muster eines Shonen Anime und enthält zumindest für Bleach-Fans keine wirklichen Überraschungen. Ichigo kämpft sich wie gewohnt durch die ihm mal wieder feindlich gestimmten Shinigami, überwindet seine natürlich ebenfalls vorhandene depressive Phase, reißt Renji durch nachdrücklichen Einsatz seines Zanpakutous aus dessen Engstirnigkeit und führt seine Mission erfolgreich aus. Das Gesamtsetting wirkt, als hätte es die drei ersten Arcs der Serie, die sich mit Rukias Rettung beschäftigen, nie gegeben. Die Charaktere agieren in dem für sie gewohnten Bereich, auch wenn es da hin und wieder doch Weiterentwicklungen zu beobachten gibt. Wie gesagt, für Bleach-Fans enthält die Geschichte keine wirklichen Überraschungen.

Hochdosierte Vertrautheiten

Und doch kann sich der Zuschauer entspannt zurücklehnen und den Movie genießen, denn Bleach: Fade to Black, I Call Your Name wirkt wie ein Konzentrat aller liebgewordenen Elemente von Bleach. Diese 95 Minuten enthalten in geballter Form so ziemlich alles, was das Fanherz höher schlagen lässt: geliebte [und verhasste] Charaktere, vertraute Aktionen und die typische Backgroundmusic. Die doch etwas veraltet wirkende Animation verleiht dem Ganzen einen nostalgischen Charme jenseits der hochglanzpolierten Beliebigkeit neuerer Werke. Und wenn sich bekannte Szenen aus den ersten drei Arcs der Serie zu wiederholen scheinen, ist die Einbettung in das Gesamtwerk vollständig.

Soul Society only

Interessanterweise konzentriert sich Bleach: Fade to Black, I Call Your Name auf die Charaktere, die mit der Soul Society zusammenhängen, und lässt alle weltlichen Personen komplett außen vor. Angesichts der zahlreichen Shinigami, die hier ihren Auftritt haben, sowie zwei neuen Charakteren, die nur in diesem Movie auftreten, ist es auf jeden Fall sinnvoll, auf Chad, Orihime und Ishida zu verzichten, auch wenn die typische Gruppendynamik damit entfällt und Ichigo als einsamer Held dargestellt wird. Immerhin wird er von Kon begleitet, der aber die Freunde nicht ersetzen kann, da die Beziehung zwischen ihm und Ichigo ganz anders aufgebaut ist. So erhalten immerhin etliche Shinigami zumindest einen kleinen Auftritt, der augenzwinkernd an die ersten Auftritte in der Serie erinnert.

Ich bin Bleach-Fan, bei allen Höhen und Tiefen, die sowohl der Anime als auch der Manga aufweist. Und Bleach: Fade to Black, I Call Your Name ist für mich die Essenz dessen, was ich an diesem Werk so liebe: Actionreiche Handlungen, coole Auftritte und gut dosierter Humor. Wenn der gewohnte Soundtrack erklingt, Shunsui Kyouraku und Juushirou Ukitake ihre Zwillingsschwerter freisetzen, Renji Abarai wie gewohnt erst einmal zuschlägt und dann erst nachdenkt, und Yoruichi Shihouin mit Soi Fon ein Battle Dream Team bildet, dann sitze ich glücklich vor dem Bildschirm. Und wenn Ichigo dann noch in einem absolut coolen Setting sein Bankai freisetzt, schreie ich innerlich “Yesss!” und nehme dafür sämtliche Ungereimtheiten und Plotholes in Kauf – und frage mich am Ende wie gewohnt, über wie viele Baufirmen die Soul Society eigentlich verfügt.

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