To Your Eternity

Lesezeit: 4 Minuten

Nach A Silent Voice veröffentlicht Egmont Manga seit April 2018 mit To Your Eternity das nächste Werk von Yoshitoki Oima. Auch in ihrem neuesten Werk setzt sich die Autorin wieder mit ernsten Themen auseinander. To Your Eternity beinhaltet Geschichten im Anthologie-Stil, verbunden durch ein Wesen, das nach und nach Menschlichkeit erlangt. Dabei wird unverhohlen die Härte der Natur und Menschheit vorgestellt – aber auch die Hoffnungen der Menschen, die in ihr leben.

    

“Es” ist erst eine Kugel. Dann ein Stein. Dann Moos. Schließlich nimmt “es” die Gestalt eines toten Wolfes ein. Dessen Wunden, die er zunächst kopiert, heilen sofort, denn “es” kennt keinen Tod. Schließlich kehrt “es” zum Besitzer des Wolfs zurück. Dort lebt es mit einem Jungen, der in einer eisigen Tundra ganz alleine in einem verlassenen Dorf lebt und auf die Rückkehr der anderen Dorfbewohner wartet. Schließlich zieht der Junge hinaus, um sie zu suchen.

Die Reise beginnt mit einem Abschied

Originaltitel Fumetsu no Anata e
Jahr 2016
Bände 1 / ?
Genre Drama, Supernatural
Autor Yoshitoki Oima
Verlag EMA (2018)

Es gibt wohl nur eine permanente Hauptfigur. Und das scheint “es” zu sein, das die Handlungsteile so vernetzt wie die Fäden im Lettering des Titels. Der Junge vom ersten Cover, so sympatisch und vielseitig er auf nur wenigen Seiten auch vorgestellt wird, verlässt er nach noch nicht einmal einem halben Band wieder die Bühne. Seine visuelle Gestalt überlebt in der Form, die “es” übernimmt, doch ist es nicht die gleiche Figur. Die kleine March überlebt den Band, doch ob sie glücklich bis ins Alter überlebt, lässt sich keineswegs sagen. Dafür ist der Ton der Serie viel zu offen und die Welt zu unnachgiebig.

Alles möglich – Wie im realen Leben auch

Mit seiner Unsterblichkeit bleibt “es” dem Leser auf jeden Fall erhalten. Das wird schon ab Seite 4 klar und deutlich vermerkt als “es” vorgestellt wird. Wenn man von “es” (und mutmaßlich dessen Schöpfer, dem Erzähler der Geschichte) absieht, haben sich übernatürlichen Elemente der Geschichte bislang auch schon wieder ausgeschöpft. Im Fokus stehen die Nebenfiguren, denen im harten Leben offenbar alles passieren kann. Der erste Band macht auch klar, dass viele verschiedene Arten von Menschen und Lebensräumen den Weg von “es” streifen werden. Die junge, quirlige March ist ein ziemlicher Kontrast zum Jungen im Eis, sowohl charakterlich, an Reife, als auch visuell. Ist der Junge noch sehr realistisch proportioniert gehalten, ist Marchs Gesicht schon viel flacher, runder, plumper und auf niedlich getrimmt.

Ungeschminkter Blick auf das Leben

“Es” muss das Leben und die zugehörigen Emotionen erst noch entdecken. Sein Schöpfer, der Erzähler, erscheint als interessierter, aber unparteiischer Beobachter. Die Geschehnisse wirken weitgehend ungefiltert natürlich und zeigen die Welt wie sie ist, aus verschiedensten Perspektiven mit abwechslungsreichen Panellayouts und Landschaftskontrasten. Visuell ist To Your Eternity beeindruckend, ohne Frage – aber der Stil ist mehr von der Sorte Natürlichkeit ohne Beschönigungen. Und die nackte Natur ist widrig und grausam. Sie bietet dennoch Vielfalt und interessante Schicksale, die das Leben in ihr wertig machen. Damit erkennt man wieder die Handschrift von Yoshitoki Oima, denn diese positive Nachricht, platziert in einer Welt gespickt mit Widrigkeiten, bringt auch das Vorwerk A Silent Voice rüber.

Erster Eindruck:

Omoide Enamon meets Violet Evergarden? Letzteres ist auf den ersten Blick etwas weit hergeholt, aber das grundlegende Thema bei beiden ist gleich: Menschen und ihre Emotionen zu entdecken. Violet Evergarden macht das mit viel aufgehübschtem Pomp. Selbst die dunkleren, grausamen Dinge haben dort immer eine stilisierte, elegante Schönheit. To Your Eternity is brachialer. Roher. Unverblümter. Extremer. Das wird auch schon sehr grafisch und damit für Zartbesaitete noch einmal extra schwer verdaulich. Wer damit kein Problem hat, ist bei dieser Serie sehr gut aufgehoben. EMA gibt als Bonus zur Erstauflage noch einen Schutzumschlag dazu, welches das obige Titelbild ziert.

 

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Luna

Luna residiert auf dem Mond mit ihren beiden Kaninchen. Als solche hat sie eine Faible für flauschige Langohren und ist auch nicht um die ein ums andere Mal etwas entrückte Sicht auf die Weltordnung verlegen. Im Bestreben, sich verständigt zu bekommen, vertreibt sie gerne die Zeit mit dem Lernen und Erproben verschiedener Sprachen und derer Ausdrucksformen.

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Ayres
Redakteur

Bin mal gespannt, ob die Schutzumschläge jetzt dauerhaft dabei sind oder ob die nur den ersten Band begleiten sollen.