Hawkeye (Folge 1×06)

Mit einer extra langen Episode über 61 Minuten geht Hawkeye ins weihnachtlich-furiose Finale. Mit einem der größten Marvel-Schurken und noch vielen offenen Rechnungen findet Folge 6 (“Ist es schon Weihnachten?”) für vieles eine Antwort.

Inhaltsangabe

Eleanor trifft sich mit Wilson Fisk. Es stellt sich heraus, dass Eleanor sich gezwungen sah, mit ihm dubiose Geschäfte einzugehen, da die Familie nach dem Tod des Vaters vor einem Schuldenberg stand. Nun möchte Eleanor diese Partnerschaft zu Kates Schutz beenden. Auch kommt heraus, dass Eleanor hinter dem Tod von Armand steckt, welcher Jack in die Schuhe geschoben wurde. Zudem besitzt Eleanor Beweismaterial, welches Fisk in Probleme bringen könnte. Sie gibt ihm Bedenkzeit und geht.

Clint will jeden weiteren Alleingang Kates verhindern und bringt zum Ausdruck, dass er sie nun als vollwertige Partnerin anerkennt.

Maya besucht Fisk und bittet um eine Auszeit. Ihr Kopf ist voll, sie braucht Abstand. Er ahnt bereits, dass etwas faul ist, und betont die Liebe und Loyalität, welche er gegenüber Mayas Vater an den Tag legte. Kazi hört Fisks Worte, dass dieser ziemlich angefressen über die Rückkehr des Ronins ist und dass sich ein Avenger in die Angelegenheiten einmische.

Kate und Clint bereiten sich auf den bevorstehenden Kampf vor, indem sie allerlei Pfeilvariationen entwickeln und dabei höchste Kreativität walten lassen. Während der Herstellung erzählt Kate davon, wie Hawkeyes Auftritt während der Alien-Invasion sie inspirierte und dass es keine Superkräfte, sondern lediglich Mut erfordere, ein Held zu sein. Für diesen Schritt sei sie nun endgültig bereit.

Die Weihnachtsfeier des Bishops im Rockefeller Center steht an. Auch die LARP-Gruppe mischt sich undercover unter das Service-Personal. Jack, inzwischen wieder aus dem Gefängnis entlassen, ist ebenfalls anwesend, ebenso wie Kate und Clint, die per Funk in Kontakt stehen. Von einem gegenüberliegenden Dach hat Kazi das Geschehen mit seiner Sniper unter Beobachtung und auch Party-Crasherin Yelena ist vor Ort. Kate versucht ihre Mutter in einem Gespräch davon zu überzeugen, sich von Fisk abzuwenden. Da eröffnet Kazi das Feuer mit dem Scharfschützengewehr, Clint ist sein Ziel. Während die LARPer die Gäste nach draußen evakuieren, sucht Yelena Clint auf. Kate ist ihr auf den Fersen und beide müssen feststellen, dass sie große Sympathien für einander hegen – auch wenn ihre Ziele unterschiedlich sind. Immer wieder kämpfen sie miteinander, um sich zwischendrin warme Worte zuzuwerfen. So entbrennt ein Kampf durch ein Büro, das darin endet, dass Yelena sich durch das Fenster abseilt. Kate folgt ihr vorsichtig, denn sie muss zunächst ihre Angst vor der Tiefe überwinden. Unten kommt ihr Jack zu Hilfe, der die angreifenden Tracksuit-Bros mit seinem Schwert in Schach hält. 

Clint kann Kazi mit einem Gaspfeil kurzzeitig stoppen und seilt sich aus dem zwölften Stock ab, doch sein Seil reist und er landet inmitten des riesigen Tannenbaums, wo er die berühmte Eule des Rockefeller-Tannenbaums trifft. Mit einem Säurepfeil kann Kate Clint aus dem Baum befreien. Der Kampf verlagert sich auf die angrenzende Eislauffläche, wo all die neuen Pfeile zum Einsatz kommen. Unter anderem wird eines der Autos der Tracksuits mittels Pym-Pfeil geschrumpft. 

Unterdessen trifft auch Maya am Ort des Geschehens ein. Sie steht Kazi gegenüber, den sie zur Aufgabe überreden will, damit beide frei von dem Leben zwischen den beiden Welten sind. Doch Kazi will nicht klein beigeben und es kommt zu einem Kampf, bei dem er schließlich sein Leben lässt. In seinen letzten Worten warnt er Maya vor Fisk.

Yelena hat schließlich ihr Ziel erreicht und steht Clint gegenüber. Sie ist bereit, ihn zu töten, doch er erzählt ihr in einer Zusammenfassung, wie Natasha sich für den Infinity-Stein opferte, obwohl er sie aufhalten wollte. Yelena schenkt ihm keinen Glauben und erst ein Pfeifsignal, welches Natasha und Clint zur Kommunikation diente, überzeugt Yelena schließlich. Unter Tränen gibt sie ihr Vorhaben auf.

Flint lauert Eleanor auf, die von der Party fliehen will. Kate ist sofort zur Stelle und versenkt einen Pfeil in seinem Torso, doch das scheint Fisk gar nichts auszumachen! Eleanor rammt Fisk mit dem Auto und befördert ihn damit in einen Spielwarenladen. Im anschließenden Kampf zwischen Kate und Fisk gelingt es ihr, ihn mittels Pfeilen auszuknocken. Er entkommt schließlich und begegnet Maya, die ihre Waffe auf ihn richtet. Zwar fällt ein Schuss, doch der Ausgang der Begegnung ist unklar.

Kate hat somit zwar Eleanors Leben gerettet, doch muss sich nun von ihr verabschieden. Die Polizei führt Eleanor aufgrund Mordsverdachts an Armand ab.

Nach all den Ereignissen fährt Clint einen Tag später zu seiner Familie. Er bringt zwei “Streuner” mit: Kate und Hund Lucky. Für seine Frau Laura hat er ein besonderes Präsent dabei: die versprochene Rolex, die Laura gehört. Eingraviert ist eine 19 mit einem S.H.I.E.L.D.-Logo, was Laura als einstige Agentin ausweist. Kate und Clint verbrennen anschließend die Ronin-Robe. Kate ist dabei auf der Suche nach einem Superheldennamen. Den richtigen spricht sie nicht aus, doch er ist naheliegend. 

Kingpin(s Vergangenheit)

Es ist ein typischer Marvel-Schachzug, Dinge solange wie möglich offen zu halten. So zum Beispiel die Frage, ob Kingpin nun auch der Kingpin ist, der zuletzt in Staffel 3 von Daredevil zu sehen war. Ein offizielles und aussagekräftiges Statement gibt es zumindest zum Zeitpunkt der Ausstrahlung nicht. Jedenfalls besitzt das MCU nun den Boss von New York. Aus dem Gespräch mit Eleanor erfahren wird, dass er sein Geschäft nun wohl schon einige Jahre am Laufen hält, schließlich starb Kates Vater bereits 2012, sodass Kingpin also mindestens seitdem schon dick im Geschäft ist. Ist er nun tot? Mit Sicherheit nicht. Dafür spielt Kingpin eine viel zu große Rolle im MCU und kann auch einiges einstecken.
 

Akte Bishop: closed

Über Eleanor erfahren wir nichts Neues, lernen aber nun, dass sie die nächste Zeit wohl hinter Gittern verbringen muss. Es ist erstaunlich, wie die Zuschauer:innen an der Nase herumgeführt wurden. Während Eleanor all die Zeit wie ein Opfer wirkte, erweckte eher Jack den Anschein eines Bösewichts. Der gab sich zumindest bislang nicht als Swordman zu erkennen, spielt aber zumindest im Finale auf Kates Seite und damit der der Guten. Es bleibt abzuwarten, in welchem Kontext man ihn wohl noch einmal sehen wird, denn mehr als das Publikum an der Nase herumführen konnte seine Figur in dieser Serie nicht.
 

Der Auftakt für Echo

Maya muss also erfahren, dass ihr Onkel Wilson wenig überraschend am Tod ihres Vaters schuldig ist. Dass sie überlebt hat, ist schon einmal ziemlich sicher, da sie mit Echo ihre eigene Serie bekommen wird. Der dramatische Ausgang des Kampfes mit Kazi kommt ein wenig plötzlich, hat aber keinen emotionalen Impact, da man beide zu selten im Zusammenspiel erlebt hat. 

Was wird aus Yelena?

Erneut punktet Yelena im Zusammenspiel mit Kate durch Sympathie. Beide Frauen bringen eine wunderbare Chemie mit. Wie eine wärmevolle Hommage an Black Widow und Hawkeye. Der Kampf durch das Büro ist vielleicht ein wenig überzeichnet, birgt aber auch viel Charme. Oftmals stehen sich Duellanten im MCU gegenüber, selten aber ist die Sympathie beidseitig so groß. Yelena kann nun zwar ihren Frieden finden, doch sonst ist erst einmal unklar, was aus ihr wird. Zumindest hat es für keine Einladung zu den Bartons gereicht. 

Weinachten mit den Bartons

Der finale Kampf auf der Eisfläche bringt die volle Dynamik der beiden Hawkeyes zum Tragen. Clints Meinungsänderung kommt etwas plötzlich, dass er Kate aufeinmal als vollwertige Partnerin akzeptiert. Hierin hätte die Serie durchaus mehr Aufbauarbeit legen dürfen. Das gilt auch für Kates Fähigkeiten. Zar hadert sie beim Abseilen aus dem zwölften Stock für einen Moment, doch wieviel Mut kann man als Normalo und Newbie dazu mitbringen? Immerhin sieht ihre Landung weniger elegant als Yelenas aus. 
Das gemeinsame Weihnachten bringt das familiäre Gefühl mit, das natürlich nicht fehlen darf. Lauras Vergangenheit als Agentin scheint eher ein nettes Easter Egg zu sein, als dass dies wohl in der Zukunft noch einmal aufgegriffen wird. Zumal sowieso die Staffelstab-Übergabe an die nächste Generation läuft.

Fazit

Dass die Serie kein schlechtes Ende finden würde, lag angesichts des übergeordneten Themas Weihnachten auf der Hand. Und ebenso auch, dass Clint am Ende bei seiner Familie sitzen wird. Bei der alten und mit der neuen. Disney, Weihnachten, Familienwerte. Völlig offen geblieben ist Yelenas Auftrag von Valentina und wir erfahren auch nicht, wie Yelena ihr Weihnachten verbringt. Die Dynamik zwischen Kate und ihr stiehlt wohl allen anderen Momenten der Folge die Show, so dass das Drama um King, Maya und Kazi eher beiläufig passiert. Wieder einmal völlig überflüssig ist der gut gemeinte, aber unpassende Auftritt der LARP-Gilde inklusive des Versuchs, Jack zu rekrutieren. Es erscheint einfach unglaubwürdig, dass es für Clint in Ordnung ist, Zivilisten zu rekrutieren. 
Das Marvel-Musical mit der “Save the City”-Performance als After-Credits-Szene lag wohl auf der Hand und erscheint ausnahmsweise einmal passender als ein weiterer Cliffhanger.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Ayla
Redakteur
23. Dezember 2021 21:38

Zum Glück war die Folge in Überlänge, hatte letzte Woche schon Bedenken, wie man alle offenen Storylines noch vernünftig abschließen will. Aber gut, Maya/Echo kriegt ja eh noch ihre eigene Serie, da sieht man dann vielleicht auch mal mehr davon, welche Bindung sie zu Kazi hat.

Ich gebe zu: Dass Jack unschuldig und eigentlich Kates Mutter die skrupellose Schurkin ist, hätte ich nicht erwartet. Schon harter Tobak, was sie da angestellt hat und dass sie ihren Verlobten dafür ohne mit der Wimper zu zucken geopfert hätte.

Schade finde ich, dass man über Yelenas Situation irgendwie noch immer nicht wirklich mehr weiß. Die Interaktionen zwischen ihr und Kate waren zwar großartig (und sehr witzig, gerne mehr davon!), aber was genau sie mit Valentina zu schaffen hat (okay, sie ist wohl Auftragskillerin für sie, aber ein paar mehr Infos wären schon nett) und wie sie ihr Fest verbringt, bleibt leider im Dunklen.

Ansonsten aber ein kurz vor Weihnachten herzlicher Abschluss. Dass Kate die Feiertage mit Clints Familie verbringt, ist natürlich zu erwarten, aber trotzdem schön. Und total random, aber: Die kleine Eule in dem Weihnachtsbaum war ja mal sowas von süß *-*