American Horror Stories (Folge 1×03)

Mit der dritten Folge hat American Horror Stories erstmals eine in sich abgeschlossene Handlung parat. Die Folge “Drive-in” bringt allerdings wenig mit, das wirklich für sie spricht.

Inhaltsangabe

Chad (Rhenzy Feliz) und Kelley (Madison Bailey) sind seit sechs Monaten ein Paar, doch sie hatten noch immer keinen Sex. Ganz zu Chads Missfallen, der nicht nachvollziehen kann, weshalb Kelley soviel Zeit braucht. Zudem weiß er, dass sie in der Vergangenheit bereits schneller mit anderen war.

Chads Freunde erzählen ihm von der Vorführung eines Films im lokalen Autokino. Gezeigt werden soll der Titel “Rabbit Rabbit” aus dem Jahr 1986, der einst dafür sorgte, dass es nach der Vorführung zuhauf Tote im Publikum gab, da die Zuschauer einfach aufeinander losgingen. Seitdem wurde der Film nie wieder aufgeführt. Chads sieht in der Vorführung eine Gelegenheit, sich wieder mit Kelley zu versöhnen. Auch Kelley wird von ihrer Freundin Dee (Ben J. Pierce) überredet, Chads ein wenig mehr entgegenzukommen.

Am Tag der Vorstellung stehen die Autos Schlange. Im Autokino angekommen werden die beiden auf eine Demonstrantin aufmerksam, die darauf hinweist, dass der Film gefährlich sei. Sie selbst sei der Uraufführung nur knapp entkommen und musste dabei ein Auge lassen, welches ihr damaliger Freund herausbiss. Doch keiner nimmt die Frau ernst.

Während des Films knutschen Kelley und Chad wild, wodurch sie wenig von dem skandalösen Film mitbekommen. Bei allen aufmerksamen Zuschauern weiten sich plötzlich die Pupillen und sie nehmen zombieartige Wesenszüge an, die sie dazu bringen, andere zu töten. Auch Kelleys Freundin Dee, die ihren Schwarm oral befriedigt, ist davon betroffen und beißt ihrem Date den Penis ab.

Eine Angestellte des Kinos rammt derweil der Demonstrantin eine Schere ins Auge und das Chaos bricht aus. Chad und Kelley können fliehen, müssen jedoch mitansehen, wie um sie herum brutal gemordet wird. Sie entschließen sich, eine Kopie des Films zu finden, um den Film zu vernichten.

Schließlich machen sie den Regisseur Larry Bitterman (John Carroll Lynch) ausfindig, der in einem Wohnwagen lebt. Er selbst feiert sein Meisterwerk, wollte aber nicht, dass es in einem Autokino aufgeführt werde, wo ohnehin niemand aufpasse. Die beiden Teenager fordern die Kopie ein, verbrennen sie schließlich auf dem Herd und verlassen den Wohnwagen, woraufhin dieser in einer großen Flamme aufgeht.

Ode an das Kino

Beginnen wir doch einfach mal mit dem Positiven: “Drive-In” ist ein nostalgischer Blick auf die Kraft des Kinos, erste Dates und natürlich die große Aufregung, wenn man sich dann schließlich näher kommt. Ein bisschen etwas steckt schon in den Worten des Regisseurs, wenn er sagt, dass Filme nicht dafür gemacht seien, dass sie nur Begleitwerk sind, wenn Menschen übereinander herfallen. In dem Sinne sogar wortwörtlich, da sein Film Monster aus ihnen macht. Insofern kann man den Aspekt wohl unterstreichen, dass auch Filme Aufmerksamkeit einfordern. Die Nostalgie-Brille funktioniert in dieser Folge jedenfalls halbwegs.

Lineare Abfolge ohne besonders kreative Ideen

Was in dieser Folge negativ auffällt, sind die flachen Dialoge. Dee ist durch und durch sexistisch unterwegs, scheint an nichts anderes zu denken und bekommt ein paar Sätze in den Mund gelegt, die den Anschein erwecken, unbedingt lustig sein zu wollen, aber eher peinlich bemüht wirken. Weshalb Teenager von heute alle den Namen eines Regisseurs eines Film aus 1986 kennen, erscheint auch eher fragwürdig und vermittelt den Eindruck, als hätten sich Drehbuchautor:innen einfach selbst die Rollen zugeschrieben. Die Folge bietet eine Fülle an unpassenden und unangenehmen Dialogen. Für Horror-Fans gibt es neben den Horror-Nostalgie-Vibes wenigstens ein wenig Blut, doch sonst gibt es im Grunde nichts zu sehen, was man nicht schon vielfach besser erleben durfte.

Fazit

Daumen runter! Während die Handlung ebenso schnell erzählt wie abgespielt ist, bringen die Figuren nichts mit, was sie interessant macht. Chad und Kelley sind zu Beginn noch Standard-Teenager aus dem Buch und verwandeln sich mit Ausbruch der Wut zu zwei viel zu coolen Haudrauf-Helden. Die Geschichte steuert auch ins Leere: Wir haben einen Konflikt und die Lösung besteht eben darin, den Verantwortlichen ausfindig zu machen, ihn zu töten und damit auch den Film zu zerstören, fertig. Das bedarf nicht einmal irgendeiner kreativen Annäherung, sondern ist einfach ohne viele zündenden Ideen heruntergeschrieben. “Drive-In” erweckt den Eindruck eines Drehbuchs, das für einen Film nicht gut genug war und solange in einer Schublade herumlag, bis Ideen für eine Anthologie gesucht wurden.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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