The Bold Type – Der Weg nach oben

New York City lockt Leute mit Glitz, Glamour und Karrieren rund um Medien oder Mode. The Bold Type – Der Weg nach oben folgt drei besten Freundinnen im Büro eines Printmagazins, die den Kampf mit sozialen Netzwerken, Fashion Faux-pas und Deadlines aufnehmen. Ob Liebe oder Job, frech und selbstsicher müssen sie auftreten und können auf gegenseitige Unterstützung zählen. Die zehn Episoden von Staffel 1 erschienen am 5. Juli 2018 auf DVD und sorgen für leichtherzige Unterhaltung.

    

Das fiktive Magazin “Scarlet” ist an die berühmte Cosmopolitan angelehnt. Ein Hochglanzmagazin, das sich eher an Frauen richtet und immer auf dem neuesten Stand in Sachen Trends ist. Neben Mode, Make-Up, Sex Tipps und dem neuesten Schrei, gibt es aber auch immer Artikel zu Politik und aktuellen Themen. Inspirierend, motivierend, engagiert und auch nach Jahrzehnten im Business nicht altbacken. Dies ist der Arbeitsplatz von Jane Sloan (Katie Stevens), Kat Edison (Aisha Dee) und Sutton Brady (Meghann Fahy), einem eingeschworenen Gespann. Jane hat schon als Mädchen “Scarlet” verschlungen hat, nicht zuletzt in Ermangelung einer Mutter. Hier fand sie alle nötigen Weisheiten, die Frauen füreinander haben können. Jetzt ist sie zur Redakteurin befördert worden und darf selbst in die Tasten hauen. Kat ist ein Ass wenn es um das Navigieren von Social Media geht und hat als neue Abteilungschefin Zugriff auf die wichtigsten Konten von “Scarlet”. Ein Hashtag und sie startet Diskussionen. Sutton ist als einzige der drei noch immer Assistentin. Dabei hat sie schon ewig ein Auge auf die Modeabteilung geworfen und möchte dort ihre Stilsicherheit unter Beweis stellen. Alle drei haben Ehrgeiz und stellen sich den neuen Herausforderungen, die ihnen entgegen kommen.

Freundschaft über alles

Originaltitel The Bold Type
Jahr 2017
Land USA
Episoden 20 (in 2 Staffeln)
Genre Comedy, Romanze, LGBT
Cast Jane Sloan: Katie Stevens
Kat Edison: Aisha Dee
Sutton Brady: Meghann Fahy
Jacqueline Carlyle: Melora Hardin
Richard Hunter: Sam Page
Adena El-Amin: Nikohl Boosheri
Alex Crawford: Matt Ward
Oliver Grayson: Stephen Conrad Moore
Ryan Decker: Dan Jeannotte

Die Serie beginnt in einer U-Bahn Station. Die drei jungen Frauen stehen in Abendkleidern am Gleis. Ihre Gesichter sind abgekämpft. Doch sie fassen sich an den Händen, warten auf einen einfahrenden Zug und schreien sich dann im Lärm die Seele aus dem Leib. Die Folge springt drei Tage zurück, um zu erzählen, was es mit dieser Aktion auf sich hat, aber von Anfang an ist eines klar – die drei stehen zusammen. Und im Laufe der zehn Episoden, die die erste Staffel umfasst, ist an dieser Tatsache nicht zu rütteln. Jede von ihnen hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, gänzlich unterschiedliche Probleme im Job und andere Prioritäten bei der Partnerwahl. Aber sie unterstützen sich bedingungslos. Sie sind ehrlich zueinander und geben sich mal einen nötigen Tritt in den Hintern, nehmen sich aber vor allem Ernst und sind bei allen Katastrophen abrufbereit. Und diese simpel klingende Tatsache ist das beste Verkaufsargument, das The Bold Type besitzt. Zusammenhalt und Freundschaft unter Frauen. Selbst Chefin Jacqueline Carlyle (Melora Hardin) mischt da kräftig mit. Sie ist ein tougher Boss, fordert viel, gibt aber zurück. Man stelle sich Meryl Streeps kongeniale Miranda Priestly aus Der Teufel trägt Prada vor, aber gibt ihr von Anfang an einen Bezug zu anderen Menschen. Jacqueline verkörpert zunächst den unnahbaren Typ einer Vorgesetzten, doch weht hier schnell ein anderer Wind. Sie möchte, dass die Frauen unter ihr etwas lernen und fördert sie. Respekt vor ihr ist nicht nur angebracht, sondern vor allem verdient. Aber sie nimmt sich Zeit, weil sie sich erinnert, wie schwer ihr eigener Karriereanfang war.

Viel Humor, aber nicht ohne Anspruch

In erster Linie ist The Bold Type vor allem eine Comedyserie. Es gibt eine Menge Fettnäpfchen zum Reintreten und unangenehme Situationen, auf die man später meist mit einem Lachen zurückblicken kann. Jane, Kat und Sutton sind schlagfertig und lebenslustig, da lassen sie sich von ein paar schlechten Dates nicht unterkriegen. Und auch ein Missgriff auf Twitter geht vorbei. Die Serie will unterhalten und soll Spaß machen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine ernsten Themen angeschnitten werden. “Scarlet” kommentiert schließlich auch, was es bedeutet, eine Frau in der heutigen Gesellschaft zu sein. Jane kriegt es da mit Ryan Decker (Dan Jeannotte) zu tun, der für ein Männermagazin schreibt und den sie mit seiner Kolumne für eher chauvinistisch hält. Die beiden liefern sich den ein oder anderen Schlagabtausch rund um Vorurteile unter den Geschlchtern. Die interessanteste Storyline wartet allerdings auf Kat. Die iranische Fotografin Adena El-Amin (Nikohl Boosheri) soll für ihr New Yorker Galerie-Debüt in “Scarlet” vorgestellt werden, doch lehnt sie ab, da sie das Magazin nicht wirklich für feministisch hält. Aber Kat will ihr das Gegenteil beweisen und zeigen, dass ernste Kunst neben Schminktipps einen Platz hat. Die Stimme einer muslimischen Künstlerin ist zu wertvoll, um eine breite Plattform abzulehnen. Die beiden verbringen mehr Zeit zusammen als sie müssten und entwickeln eine Freundschaft, in der beide bald mehr wollen. Während Adena offen lesbisch lebt – was aufgrund ihrer Kultur schon besonders ist – muss Kat sich einige grundlegende Fragen über ihre eigene Sexualität stellen. Sexualität spielt überhaupt eine Rolle in der Serie. Dabei geht es vor allem darum, weibliche Sexualität positiv darzustellen. Sutton hat gern Sex, während Jane sehr wählerisch ist. Schlimmer noch, kommt erstmal heraus, dass die Ärmste noch nie einen Orgasmus hatte. Ein eigenwilliges Problem, das gelöst werden muss. Richtig ernst wird es aber, wenn das Thema sexueller Belästigung auf den Tisch kommt und das geht The Bold Type nicht mit einer stumpfen Moralkeule an, sondern lässt die Charaktere ordentlich zu Wort kommen.

Die Welt der Cosmopolitan lässt mich persönlich kalt. Nicht, weil ich denke, dass das niemand braucht, sondern weil es einfach nicht meins ist. Aber ich habe seinerzeit auch schon Sex and the City geschaut, weil die Mädelsdynamik ganz nett war. Und The Bold Type nimmt diesen Grundgedanken von einer unverblümten Freundesclique und transportiert ihn in die Gegenwart. Frech, witzig und trotz allem Glitz und Blingbling irgendwie ehrlich. Ich habe aus Neugier reingeschaut, weil ich starke Bande unter weiblichen Charakteren in vielen Serien vermisse und war dann ganz schnell hellauf begeistert. Jane ist vermutlich die einfachste Identifikationsfigur. Kat hat die packendste Story. Und Sutton, oh Sutton ist ein Charakter, in den ich mich sofort verliebt habe. Sie ist die Art von Freundin, die man nur jedem wünschen kann. Aber auch Jacqueline konnte mich positiv überraschen, weil sie diesem kalten Chefinnentyp widerspricht, vor dem alle in Angst leben. Ein überreizter Stereotyp. Die Serie ist perfekt für ein gemütliches Wochenende auf der Couch und hinterlässt beim Mitfiebern ein wohliges Gefühl.

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Misato

Misato hortet in ihrer Behausung fiktive Welten wie ein Drache seinen Goldschatz. Bücher, Filme, Serien, Videospiele, Comics - die Statik des Hauses erlaubt noch ein bisschen, der Platz in den Regalen weniger. Am liebsten taucht sie in bunte Superheldenwelten ein, in denen der Tod nicht immer endgültig ist und es noch gute Menschen gibt. Íhr eigenes Helfersyndrom lebt sie als Overwatch Support Main aus und adoptiert fleißig Funko Pops.

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