Jane the Virgin

Schwangere Jungfrauen gibt es nur in der Bibel? Falsch gedacht! In der 100 Episoden umfassenden Dramedy Jane the Virgin wird die titelgebende Protagonistin Jane, die noch nie Sex hatte, durch eine unglückliche Verwechslung ungeplant schwanger und führt fortan ein Leben, das aus dem Drehbuch einer Telenovela stammen könnte. Die witzige Serie basiert lose auf der venezolanischen Telenovela Juana la virgen, hat fünf Staffeln und flimmerte von 2014 bis 2019 über die amerikanischen TV-Bildschirme. Auch deutsche Fans kommen seit der Deutschland-Premiere der finalen Staffel auf Netflix am 28. Juli 2020 in den Genuss aller Episoden.

 

Die 23-jährige Jane Gloriana Villanueva (Gina Rodriguez) ist gläubige Katholikin, glücklich mit ihrem Freund Michael Cordero (Brett Dier) und hebt sich ihre Jungfräulichkeit bis zur Ehe auf. Durch eine Verwechslung beim Frauenarzt wird sie jedoch versehentlich befruchtet und ist nun ausgerechnet schwanger mit dem Kind des reichen Hotelbesitzers und Ex-Playboys Rafael Solano (Justin Baldoni)!

Plötzlich schwanger

Originaltitel Jane the Virgin
Jahr 2014 – 2019
Land USA
Episoden 100 (in 5 Staffeln)
Genre Dramedy
Cast Jane Gloriana Villanueva: Gina Rodriguez
Rafael Solano: Justin Baldoni
Michael Cordero: Brett Dier
Xiomara “Xo” Villanueva: Andrea Navedo
Petra Solano: Yael Grobglas
Alba Villanueva: Ivonne Coll
Rogelio de la Vega: Jaime Camil
Seit dem 28. Juli 2020 komplett auf Netflix

Ohne Frage, der Start-Plot ist so einzigartig wie skurril: Eine junge Frau, die sich bis zur Ehe aufheben möchte, wird künstlich befruchtet, weil die behandelnde Frauenärztin die Zimmer verwechselt. Warum Jane nichts davon bemerkt? Weil sie kurz einschläft, als die Ärztin sie über die bevorstehende Behandlung informiert. Eigentlich hätte Petra Solano (Yael Grobglas) künstlich befruchtet werden sollen, jedoch hinter dem Rücken ihres Mannes Rafael, denn das Kind hätte ein Rettungsanker für die zerbrechende Ehe der beiden werden sollen. Es steht die Frage im Raum, was Jane nun mit der neuen Situation macht, denn ihr Freund Michael ist natürlich alles andere als begeistert davon, dass Jane ein Kind von einem anderen Mann erwartet. Auch Jane selbst passt diese ungeplante Schwangerschaft nicht in die Lebensplanung, obwohl wenn ihr schnell klar wird, dass ein Schwangerschaftsabbruch für sie nicht zur Debatte steht. Dazu kommt noch, dass ihr der Vater des Kindes gar nicht so unbekannt ist, denn von Jahren hatte sie einen intensiven Flirt mit Rafael. Somit ist ein wichtiger Ankerpunkt von Jane the Virgin das ikonische Liebesdreieck um Jane, Michael und Rafael.

Telenovela oder nicht, das ist hier die Frage

Ein einzigartiges Merkmal der Serie ist der Erzähler (im Original: Anthony Mendez), der die Zuschauer durch die Handlung begleitet und immer wieder sarkastische, humorvolle oder einfach wundervoll passende Kommentare zum Geschehen abgibt. Auch werden oft Wörter oder Sätze eingeblendet, um eine Person oder Situation besser zu beschreiben, ein Stilmittel, das wie die Faust aufs Auge zu der Serie passt. Denn die Serie ist gleichzeitig eine amerikanisierte Telenovela als auch eine Parodie auf eben diese Telenovelas. Dementsprechend ist nichts zu skurril und die Handlung lebt quasi von ihren hanebüchenen Wendungen, den Intrigen und den komplizierten Verstrickungen, auch darf natürlich kein Telenovela-Klischee ausgelassen werden: verschollene böse Zwillinge, die Wiederkehr totgeglaubter Charaktere, das kriminelle Mastermind – nichts ist hier unmöglich! Natürlich gehört aber auch eine ordentliche Portion Romantik und damit verbundener Herzschmerz zum Erfolgsrezept von Jane the Virgin. Der Spagat zwischen ironischer Comedy und Ernsthaftigkeit gelingt dabei überraschend gut.

Was gibt es Schöneres als die Familie?

Ein zentrales Thema der Serie ist die Familie. Jane lebt seit sie denken kann mit ihrer lebensfrohen Mutter Xo (Andrea Navedo) und ihrer konservativen Großmutter Alba (Ivonne Coll) zusammen, Letztere ist auch der Grund dafür, warum Jane bis zur Ehe Jungfrau bleiben möchte, denn als Kind hat Alba ihr anhand einer zerdrückten Blume demonstriert, was mit ihr passiert, wenn sie erst einmal Sex hat. Diese Lektion, die für Jane ein Grund wird, warum sie zu ihrer eigenen Sexualität eine eher verkrampfte Beziehung entwickelt, ist natürlich absolut kritisch zu betrachten, aber durch die heitere und witzige Art der Serie ist dies kein großes Problem. Jane ist zwar glücklich in ihrem Frauenhaushalt aufgewachsen, aber eines hat ihr immer gefehlt: ein Vater. Xo hat ihr stets erzählt, sie wisse nicht, wer er genau ist, doch tatsächlich ist Janes Vater niemand anderes als der mexikanische Telenovela-Star Rogelio de la Vega (Jaime Camil), den sie im Laufe der Serie kennen lernt und zu dem sie eine rührende Vater-Tochter-Beziehung aufbaut. Auch die Familien der anderen Charaktere spielen wichtige Rollen und können sowohl Freund als auch Feind sein.

Charaktere, die man einfach lieben muss

Das Herzstück von Jane the Virgin sind die Charaktere, die allesamt ihre Eigenheiten haben und über die 100 Episoden fantastisch ausgearbeitet werden. Jane ist als Protagonistin nicht nur sympathisch, sondern entwickelt sich glaubwürdig weiter und hat nebst ihrer romantischen Verwirrung um Michael bzw. Rafael mit dem Berufswunsch der Schriftstellerin einen großen Traum, an dem sie hart arbeitet. So wirkt Rafaels Frau Petra zu Beginn wie eine manipulative Zicke, die nur auf das Geld ihres Mannes scharf ist, in Wirklichkeit verbirgt sich hinter ihr aber ein komplexer wie auch vielseitiger Charakter, der mit Jane vermutlich eine der kompliziertesten, aber auch rührendsten Freundschaften der TV-Landschaft aufbaut. Dafür ist aber auch nichts wie es scheint und ein eigentlich unauffälliger Hintergrundcharakter kann sich als Drahtzieher einer großen Intrige entpuppen.

Fazit

Jane the Virgin ist eine einzigartige Serie, die mit ihrem originellen Konzept und den für eine Telenovela üblichen Zutaten (verrückte Wendungen, Schockmomente, Herzschmerz) ein rundum gelungenes Seherlebnis bietet, das man so sonst in keiner Serie findet. Besonders beeindruckend ist dabei die Balance zwischen ironischem Witz und Ernsthaftigkeit, die sicher nicht einfach zu erreichen ist. Wer keine Allergie gegen etwas romantischen Kitsch oder Comedy hat, sollte in die Serie definitiv einmal reinschnuppern. Aber Achtung: Suchtgefahr!

© Netflix

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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