Fate: The Winx Saga (Staffel 2)

Rund 20 Monate mussten sich Fans gedulden, aber am 16. September 2022 war es so weit: Die zweite Staffel der (mittlerweile von Netflix abgesetzten) Fantasy-Serie Fate: The Winx Saga wurde veröffentlicht. Nach den eher gemischten Kritiken der ersten Staffel konnte die Fortsetzung unter Fans im Vorfeld aber schon allein damit punkten, dass Fee Flora aus der Vorlage Winx Club nun auch in der Umsetzung eine Rolle inne hat. Ob die zweite Staffel weitere Kritikpunkte ausgemerzt hat, lest ihr in unserem Review.

Für Bloom (Abigail Cowen) und ihre Freundinnen beginnt ein neues Schuljahr an der Alfea, das aber so ganz anders werden wird. Nicht nur, dass Terras Cousine Flora (Paulina Chavez, The Expanding Universe of Ashley Garcia) nun bei den Mädchen wohnt, auch die Schule selbst unterzieht sich starken Veränderungen. Schließlich ist nun Rosalind (Miranda Richardson, Good Omens) die Direktorin und außer Bloom traut ihr niemand wirklich über den Weg. Währenddessen zeigt sich eine neue Bedrohung, die Feen ihre magische Kräfte stehlen kann. Als immer mehr Alfea-Schüler verschwinden, gerät auch Rosalind immer mehr in den Kreis der Verdächtigen …

Der große Cliffhanger … war gar keiner?

Originaltitel Fate: The Winx Saga
Jahr 2022
Land USA
Episoden 7 in Staffel 2
Genre Drama, Fantasy
Cast Bloom: Abigail Cowen
Stella: Hannah van der Westhuysen
Musa: Elisha Applebaum
Aisha: Precious Mustapha
Terra: Eliot Salt
Flora: Paulina Chavez
Beatrix: Sadie Soverall
Sky: Danny Griffin
Riven: Freddie Thorp
Veröffentlichung: 16. September 2022

Wer dachte, nach dem Cliffhanger von Staffel 1 geht es nun spannend weiter oder es gibt gar mehr Auftritte von Bloom mit flammenden Flügeln, der wird in der ersten Episode irritiert aus der Wäsche schauen. Anstatt Antworten auf die Frage nach Blooms Herkunft, einen Kampf gegen Rosalind oder ähnlichem gibt es vorrangig typisches Teenie-Liebes-Geplänkel. Natürlich spielen bei Fate auch Romanzen eine Rolle und es ist nicht so, als gäbe es keinen anderen Plot, aber nach dem spannenden Aufbau der ersten Staffel doch enttäuschend. Zumal sich die romantischen Beziehungen weiter als oberflächlich präsentieren, da wird zwar ordentlich geknutscht, aber das Gefühl, dass sich die betreffenden Figuren wirklich lieben, haben Zuschauer:innen dabei wohl eher weniger. Da interessiert es auch wenig, wenn Musas Beziehung mit Terras Bruder im Sand verläuft und dieser sogar recht früh komplett von der Bildfläche verschwindet. Die Charaktere und ihre Beziehungen bleiben insgesamt einfach zu egal und flach, was dann eben besonders bei den zahlreichen Szenen auffällt, die sich nach einem Teen-Drama anfühlen.

Interessante Storylines mit mäßiger Umsetzung

Was in Staffel 2 definitiv besser als zuvor funktioniert ist die Charakterisierung der Figuren, insbesondere außerhalb von Bloom. Alle bekommen eine eigenständige Storyline, die durchaus auch sehr interessant gestaltet sind. Besonders Musa (Elisha Applebaum) sticht hervor, die sich als Spezialistin ausprobieren und insgeheim ihre Mental-Magie loswerden möchte. Etwas, das sie den anderen Mädchen nicht anvertrauen kann, gleichzeitig aber viel Potenzial bietet. Schade hierbei ist aber, dass solche und ähnliche Storlines einfach zu oberflächlich bleiben. Vermutlich zeigt sich hier der Nachteil einer nur aus sieben Episoden bestehenden Staffel. Zudem sind die Charaktere zwar nun nicht mehr so flach wie in Staffel 1, aber weiterhin unterentwickelt. Aishas (Precious Mustapha) Storyline konzentriert sich etwa nur auf ihre romantischen Probleme, sodass sie weiterhin vorrangig den stereotypen Nerd abgibt. Ohnehin bleibt es kritikwürdig, dass die Figuren ausgesprochen klischeehaft wirken, Nuancen muss man mit der Lupe suchen. Ironischerweise schafft es die Serie auch, bei der geringen Episodenzahl dennoch Längen aufzuweisen, sodass es eigentlich erst zum Schluss richtig spannend wird. Also genau dann, wenn die Staffel schon wieder zu Ende ist. Denn erst dann wird auch Blooms Vergangenheit endlich enthüllt, die innerhalb der restlichen Episoden nur angedeutet wird (aber immerhin haben ihre Kräfte und deren Hintergrund einen direkten Bezug zur Bedrohung der Staffel).

Zwei Figuren, die nicht wirklich passen: Terra und Flora

Apropos Figuren: Mit Floras Ankunft kommt natürlich die (nicht ganz unberechtigte) Frage auf, was denn Terra (Eliot Salt) als Figur noch für eine Daseinsberechtigung hat. Immerhin besitzen beide theoretisch die gleiche Magie und auch wenn die Produzenten es verneinen. So hat Terra in der ersten Staffel durchaus Floras Platz eingenommen. Innerhalb der Staffel zeigt sich auch, dass Floras allzu rasche Integration in die Gruppe leider sehr gezwungen wirkt. Schade, aber letzten Endes können weder Terra noch Flora wirklich glänzen und fühlen sich wie ein unausgegorenes Konzept an. Natürlich bekommt auch ausgerechnet Terra eine Coming Out-Storyline, die sich in der ersten Staffel so nicht angedeutet hat und noch dazu in der Umsetzung sehr holprig wirkt. Böse Zungen könnten hier behaupten, dass nach Floras Ankunft Terra eben schnell zur Quoten-Minderheit geschrieben wird (was auch durchaus so anmutet). Da haben andere Serien einen besseren Umgang mit LGBTQ-Figuren bewiesen, insgesamt fügt sich das aber in das sehr mäßige Gesamtbild der Serie ein, das Potenzial gnadenlos auf der Strecke liegen lässt.

Hat die Serie ein Ende?

Anfang November 2022 wurde bekannt, dass Fate: The Winx Saga keine dritte Staffel erhalten wird. Die Frage, die man sich nun natürlich stellt: Hat die Serie trotzdem ein annehmbares Ende? Die Antwort fällt leider negativ aus, sodass sie auf den Friedhof abgebrochener Serien wandert. Das ist gerade deshalb bitter, weil Staffel 2 denkbar spannend mit einem Cliffhanger aufhört und viele sehr interessante Aspekte angedeutet werden, etwa dass Beatrix (Sadie Soverall) zwei Schwestern hat (was zeigt, dass ihr Charakter anders als angenommen doch nicht als Verschmelzung der Trix aus der Ursprungsserie angelegt wurde, sondern sie tatsächlich nur ein Teil eines Trios ist). Als in diesem Zusammenhang ebenfalls schade zeigt sich die weiterhin sehr geringe Präsentation von Magie oder gar mit Flügeln ausgestatetten Feen. Bereits in Staffel 1 fehlte das Gefühl, hier eine Serie mit Feen als Protagonisten zu sehen und dies zieht sich auch durch die Fortsetzung. Mit der Absetzung steht also fest, dass wir dies auch nie anders sehen werden, was sicherlich nicht das ist, was sich viele Fans von einer Live-Action-Umsetzung des beliebten Winx Club gewünscht hätten.

Fazit

Fate: The Winx Saga macht in der zweiten Staffel zwar einen etwas besseren Eindruck, stagniert aber insgesamt leider auf einem durchschnittlichen Niveau. Das liegt vor allem an dem unangenehmen Pacing (einerseits werden einige Handlungen in Windeseile durchgepeitscht, gleichzeitig gibt es dennoch Längen), sodass es eigentlich wieder erst dann richtig interessant wird, wenn die Staffel wieder durch ist. Was die Absetzung umso tragischer macht. Immerhin fühlen sich die Charaktere mehrdimensional an, aber von wirklicher Tiefe kann man weiterhin nicht sprechen, was bei der nun schon zweiten Staffel nicht mehr zu ignorieren ist. Wer Staffel 1 etwas abgewinnen konnte, wird auch an Staffel 2 Spaß haben, aber für Fantasy-Fans bleibt die Serie eher durchwachsene Kost, die nun nicht einmal ein würdiges Ende bekommt.

© Netflix

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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