Die Liebe, die heilt – Professor Moscati: Arzt und Engel der Armen

”Es ist schrecklich zu sehen wie sie leben. Die Verzweiflung – das Elend in dem sie gefangen sind. Keiner von uns sollte derartiges Leid tolerieren.” So lauten die Worte des Protagonisten und Arztes Giuseppe Moscati, der sich mit voller Hingabe seinen Patienten widmet und das unabhängig vom Geldbeutel der zu Behandelnden. Die Rede ist von dem TV-Zweiteiler Die Liebe, die heilt – Professor Moscati: Arzt und Engel der Armen, welcher auf der Biografie des italienischen Arztes basiert. Der gläubige Moscati gilt bis heute als Vorbild für seinen humanitären Einsatz und seine vollbrachten Wunder. Im Jahr 1975 wurde er von Papst Paul VI. selig und 1987 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Die Verfilmung unter der Regie von Giacomo Campiotti (Ihr Name war Maria) kann auch erstmalig dem deutschen Publikum das beeindruckende Leben von Moscati nahebringen. Seit dem 2. September 2021 kann die Geschichte auf den heimischen Bildschirmen bestaunt werden, denn der Publisher EuroVideo veröffentlichte die Mini-Serie aus dem Jahr 2007 auf DVD.

   

Die Geschichte nimmt Anfang des 20. Jahrhunderts in Neapel ihren Lauf. Die zwei frisch approbierten Ärzte Giuseppe Moscati (Giuseppe Fiorello) und sein Freund Giorgio Piromallo (Ettore Bassi), treten ihre erste Arbeit in einem Krankenhaus an. Giuseppe muss jedoch schnell feststellen, dass die vorgegebenen Regeln im Umgang mit Patienten nicht seiner Vorstellung entsprechen. Er versucht immer sich selbst und seinem Glauben treu zu bleiben und widmet den Patienten gerne mehr Zeit als die vorgeschriebenen sieben Minuten. Zudem liegen ihm arme und sterbende Patienten am Herzen, denn er sorgt sich in besonderem Maße um sie. Er zögert keine Sekunde armen Menschen in Not zu helfen und erhält aufgrund seiner Selbstlosigkeit und seiner hervorragenden Arbeit als Arzt einen bemerkenswerten Ruf …

Zwei Freunde, aber zwei verschiedene Wege

Originaltitel Giuseppe Moscati: L’amore che guarisce
Jahr 2007
Land Italien
Episoden 2 (in 1 Staffel)
Genre  Drama, Biografie, Historie
Cast Giuseppe Moscati: Giuseppe Fiorello
Giorgio Piromallo: Ettore Bassi
Elena Cajafa: Kasia Smutniak
Nina Moscati: Antonella Stefanucci
Cloe: Paola Casella
Veröffentlichung: 2. September 2021

Giuseppe Moscati ist ein kluger Mann, der sich mit Leidenschaft der Medizin widmet. Da mag es wenig überraschen, dass er die Aufnahmeprüfung für das Krankenhaus ohne Probleme besteht. Anders sieht es hingegen bei seinem Studienfreund und später Kollegen Giorgio Piromallo aus, den er aus einer unangenehmen Situation während der Aufnahmeprüfung rettet. Nach den bestandenen Prüfungen arbeiten die zwei Freunde im gleichen Krankenhaus und Giorgio äußert die Hoffnung, die frei gewordene Stelle des Oberarztes auf der Intensivstation zu übernehmen. Zur Giorgios Enttäuschung geht diese Stelle jedoch an Guiseppe, der überall immer mehr durch seine hervorragenden Leistungen als Arzt, aber auch gleichzeitig aufgrund seines humanitären Einsatzes auffällt. Dies führt zu einem Bruch zwischen den Freunden. Giorgio, der sich von seinem einflussreichen Vater den Werdegang vorschreiben lässt, schlägt einen neuen Weg ein und verlässt das Krankenhaus. Zudem lässt er seine Geliebte, die Tänzerin Cloe fallen. Doch die Wege von Guiseppe und Giorgio werden sich im Verlauf noch öfter kreuzen.

Das Wertvollste im Leben ist die Barmherzigkeit

Im Krankenhaus herrschen strenge Regeln und nicht nur einmal wird Guiseppe von Schwester Helga ermahnt. Mal trägt er seinen weißen Kittel nicht, dann kümmert er sich zu lange um einen Patienten und arbeitet länger, obwohl seine Schicht schon zu Ende ist. Guiseppes Herangehensweise zieht öfter Kritik und Neid von Mitmenschen an. Insbesondere von Professor De Lillo muss er sich im Krankenhaus Bemerkungen wie ”Es gibt viel zutun. Und ein guter Arzt kann seine Zeit nicht mit einem einzigen Patienten verschwenden”, gefallen lassen. Trotzdem hält der empathische Guiseppe immer an seinem Glauben fest, denn er ist der Meinung, dass die Patienten mehr Zuwendung brauchen. Mit seiner ruhigen, sympathischen sowie warmherzigen Art, kann er problemlos Bewunderer um sich scharen. Seine Schwester Nina, mit der er zusammenlebt, kann seine Taten zunächst nicht ganz nachvollziehen. Doch sie findet mit der Zeit immer mehr Verständnis für seine Barmherzigkeit und unterstützt ihn dabei. Da sich Guiseppe voll und ganz seiner Arbeit widmet, findet er kaum noch Zeit für die Liebe, obwohl sich die schöne Prinzessin Elena Cajafa in ihn verguckt hat. Deutlich wird dies, indem er meint, dass sein Leben nicht allein ihm gehöre, sondern auch den Bedürftigen und Kranken.

Nicht das Geld, sondern die Patienten stehen an erster Stelle

Guiseppes guter Umgang mit Patienten spricht sich schnell herum. Viele arme Menschen versammeln sich vor seinem Haus, in der Hoffnung, er würde sie behandeln. Seine Nächstenliebe geht so weit, dass er oft auf ein Honorar verzichtet und mittellosen Patienten Medikamente oder sogar Essen kauft. Die Darstellung in der Verfilmung entspricht dabei der Wahrheit, denn der reale Professor Moscati weigerte sich armen Patienten eine Rechnung auszustellen oder schickte sie mit Rezept und einem 50 Lira-Schein Nachhause. Beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 1906 riskierte er ohne zu zögern sein eigenes Leben, um Patienten aus einem einstürzenden Gebäude zu retten. Dies wurde verfilmt, wenn auch technisch nicht ganz reibungslos. Genauer betrachtet sehen die Szenen mit den einstürzenden Gebäuden etwas merkwürdig aus. Jedoch stört dies nicht groß, da die Produktion größtenteils einen ordentlichen Eindruck hinterlässt. Die Kleidungen der Figuren und das historische Setting wirken authentisch. Die Figur der Cloe bringt sogar etwas Gesang und Tanz mit, wie es sich für Italien gehört.

Eine Verfilmung, die sich sehen lassen kann

Der TV-Zweiteiler basiert auf Zeugenaussagen von Zeitgenossen, die Moscati kannten. So fängt die Handlung mit seinem Universitätsabschluss im Jahr 1903 an und endet bei seinem zu frühen Tod im Jahr 1927. Neben den wahren Begebenheiten wurden offensichtlich ein paar Dinge in der Handlung hinzugedichtet. Wie eben unter anderem der melodramatische Teil zwischen Guiseppe und Giorgio. Dies schadet der Geschichte rund um den heiligen Arzt jedoch nicht. Giuseppe und Giorgio stellen einen gewissen Kontrast dar, denn während Giorgio das große Geld macht, entscheidet sich Guiseppe lieber mit seinen Mitteln anderen Menschen zu helfen und in Armut zu leben. Dies erweist sich als keine schlechte Idee, um nicht nur steif an der Biografie festzuhalten. Regisseur Giacomo Campiotti war es dabei viel wichtiger den guten Geist von Moscati auf dem Bildschirm einzufangen. Schauspieler Giuseppe Fiorello schafft es glaubhaft das Gute und die Wärme von Moscatis Charakter darzustellen. Zudem besitzt er eine sympathische Ausstrahlung, wodurch es dem Publikum leichter fällt, Sympathie für Moscati zu empfinden. Ettore Bassi als Giorgio, Paola Casella als Cloe und Kasia Smutniak als Elena Cajafa können in ihren Rollen ebenfalls überzeugen. So konzentriert sich die Handlung größtenteils auf diese drei Figuren neben Moscati. Die deutsche Synchronisation des Zweiteilers ist überaus gut gelungen, denn die Stimmfarben wurden passend zu den Figuren besetzt.

Fazit

Dem Regisseur Giacomo Campiotti gelingt es mit Die Liebe, die heilt – Professor Moscati: Arzt und Engel der Armen nicht nur die Genialität des schon lange verstorbenen Arztes Guiseppe Moscati einer neuen Generation nahezubringen, sondern auch seinen warmherzigen Charakter tadellos auf den Bildschirm zu manifestieren und dabei vielleicht dem einen oder anderen Zuschauer ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Die guten Taten von Moscati einem breiten Publikum aufzuzeigen und eine Inspirationsquelle zu erschaffen, wird sicher die Intention des Regisseurs gewesen sein. Es ist durchaus vorstellbar, dass der heilige Arzt durch die hiesige Veröffentlichung sogar noch einige Verehrer hinzugewinnt. Ansonsten gilt Moscati sogar als der erste moderne Arzt, der vom Papst heiliggesprochen wurde, was schon bemerkenswert ist. Er ist eben ein wahres Vorbild und sollte am besten mit dieser Verfilmung im Medizinstudium thematisiert werden, denn viele angehende Ärzte könnten sich eine Scheibe von ihm abschneiden. Die sich auf über drei Stunden belaufende Produktion erweist sich als sehenswert, denn sie besitzt schlichtweg gesagt ”Herz”. Zudem wurde in der Hauptrolle mit Giuseppe Fiorello eine hervorragende Wahl getroffen.

© EuroVideo


Veröffentlichung: 2. September 2021

Alva Sangai

Alva Sangai beschäftigt sich in ihrer Freizeit gerne mit Medien verschiedenster Art. Egal, ob Serien, Filme, Anime oder Manga. Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Land die Produktionen stammen, denn Alva ist da sehr weltoffen. Des Weiteren hört sie gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee oder ein Cappuccino darf dabei natürlich nicht fehlen. Nebenbei beschäftigt sich Alva mit den vielen Funktionen von Clip Studio Paint EX, denn sie möchte sich in der Zukunft an einem Web-Comic versuchen. Der Name Alva Sangai setzt sich aus dem Vornamen der Protagonistin ihrer ersten längeren Geschichte, sowie ”Sangai”, Hirschen die nur in Manipur (Indien) zu finden sind, zusammen. Sangai spielt also auf ihre Bollywood-Artikel an.

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