Uzumaki – Spiral Into Horror

Eine Kleinstadt spielt verrückt und das nur wegen ganz vielen Spiralen, die überall in der Stadt auftauchen. Menschen verwandeln sich, der Himmel verändert sich und die Zerstörung beginnt. Warum eine Spirale so eine gefährliche Form ist? Das verrät der Manga-Titel Uzumaki – Spiral into Horror von Junji Ito. Der Manga erschien schon zwischen 1998 und 1999 in Japan und wurde 2013 bis 2014 in Deutschland veröffentlicht. Carlsen Manga stattete den Titel im Rahmen einer Neuauflage mit einer Deluxe Edition aus.

   

Die Kleinstadt Kurouzu scheint auf den ersten Blick sehr beschaulich zu sein. Doch Shuichi Saito fühlt sich nicht wohl in der Stadt. Er möchte weg von Kurouzu, weil er das Gefühl hat, dass ein Unheil über der Stadt schwebt. Plötzlich geschehen immer mehr ungewöhnliche Dinge. Zuerst wird der Vater von Shuichi verrückt und sieht nur noch Spiralen, dann muss auch seine Mutter ins Krankenhaus geliefert werden. Shuichis Freundin Kirie glaubt zuerst nicht, dass diese Ereignisse irgendwie zusammenhängen, aber dann wird es immer schlimmer und schlimmer. Menschen werden von Spiralen eingesogen, Kiries Vater töpfert nur noch Keramiken mit Spiralen und plötzlich werden Menschen in Schnecken mit spiralförmigen Häusern verwandelt. Kurouzu wird von den Spiralen beherrscht und diese ziehen alle in ihren Bann.

Von ungewöhnlich zu unerklärlich

Originaltitel Uzumaki
Jahr 1998 – 1999
Band 1
Genre Horror, Mystery
Mangaka Junji Ito
Verlag Carlsen Manga
Veröffentlichung: 27. August 2019

Zu Beginn von Uzumaki scheint Shuichis Angst vor den Spiralen eher witzig zu sein. Die Sammelleidenschaft seines Vaters für Gegenstände mit Spiralen wirkt auch schrullig, aber nicht gefährlich. Doch das ändert sich bald. Die Obsession von Shuichis Vater für Spiralen nimmt soweit zu, dass er am Ende bei dem Versuch stirbt seinen Körper als Spirale zu drehen. Bis zu diesem Zeitpunkt scheinen die Ereignisse in Kurouzu nur ungewöhnlich zu sein, doch jetzt wird die Geschichte mehr und mehr unerklärlicher: Eine sichelförmige Narbe verwandelt sich in eine Spirale, werdende Mütter beginnen Blut zu saugen oder Menschen werden zu Kannibalen. Anfangs kämpfen Shuichi und Kirie gegen den aufkommenden Wahnsinn an, aber je mehr die Ereignisse fortschreiten desto weniger glauben sie an ihre eigene Rettung. Eben diese immer schwieriger werdende Situation macht den Reiz von Uzumaki aus. Der Untergang der Kleinstadt durch die unerklärlichen Spiralen kann mitverfolgt werden.

Figuren bleiben schablonenhaft

In den einzelnen Kapiteln von Uzumaki werden verschiedene Geschichten erzählt, die die Ereignisse in Kurouzu beleuchten. Die Protagonisten sind übergreifend Kirei und Shuichi, denn in allen Geschichten spielen sie eine Rolle. Mit ihnen beginnt die Handlung und mit ihnen endet es auch. Shuichi erscheint von Anfang an als ein sehr manischer Charakter. Er sieht überall die Spiralen und ahnt jede neue Wendung beinahe voraus. Dabei wird sein Aussehen auch immer schlechter. Er scheint kaum noch zu schlafen und nur noch an die Spiralen zu denken. Trotzdem geht er aus unbekannten Gründen nicht aus Kurouzu weg. Vielleicht bleibt er wegen seiner Freundin Kirei in der Stadt? Von dieser, obwohl sie in jedem Kapitel eine Rolle spielt, erfährt der Lesende in Uzumaki nicht viel. Kirei bleibt, wie auch die anderen Figuren im Manga, eher eine Schablone, die im Umfeld der Ereignisse handeln. Individuelle Charaktereigenschaften fallen dabei jedoch oft weg oder rücken wegen der Handlung in den Hintergrund.

Hoher Ekelfaktor

Der Zeichenstil von Junji Ito besticht durch Klarheit und Genauigkeit. Die Panels sind symmetrisch angeordnet und immer wieder gibt es Doppelseitige Bilder. Eine Besonderheit ist, dass es der Mangaka schafft, Spiralen immer wieder in die Bilder einzubauen. Mal sind sie auf Kleidungsstücken, mal als Pflanze. Der Lesende entgeht den Spiralen also nicht. Manche Bilder von Ito sind jedoch ziemlich ekelerregend. Sei es, wenn dargestellt wird, wie die Menschen zu Kannibalen werden oder wenn Menschen sich ineinander verschlingen. Die Gesamtausgabe von Uzumaki von Carlsen Manga ist im Übrigen sehr schön als Hardcover aufbereitet. Es gibt teilweise farbige Seiten und auch ein Extrakapitel, welches in den anderen Ausgaben nicht vorhanden ist.

Erster Eindruck

Insgesamt finde ich Uzumaki sehr interessant. Es ist mein erster Horror-Manga und die Geschichte hat mich angezogen, als sei sie selbst eine Spirale. Ich habe den Band in einem Schritt durchgelesen und am Ende bleiben für mich sehr viele Fragen offen. Das ist für mich auch ein großes Problem an Uzumaki. Es wird nicht wirklich erklärt, warum Kurouzu im Bann der Spiralen ist. Zwar gibt es Andeutungen, aber diese werden nicht aufgelöst und ich wünsche mir zu wissen, warum alles passiert. Und das zweite Problem, was ich mit Uzumaki habe, ist dass in dem ganzen Buch keine Triggerwarnung steht. Es gibt eine Altersangabe, aber eine Triggerwarnung – gerade, wenn um sehr eklige Szenen geht – wünsche ich mir schon.

© Carlsen Manga


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Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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